Nachdem Frankreich sein Protektorat in Vietnam verloren
hatte, übernahmen die USA die Rolle der Schutzmacht. Dies nicht
zuletzt, weil sie die Ausbreitung des Kommunismus verhindern wollten.
Südvietnam wurde vorerst aber nur mit Waffen und technischem
Know-how versorgt. Mit der zunehmenden Bedrohung durch den Vietcong,
den südvietnamesischen Kommunisten, sahen sich die USA gezwungen,
sich auch aktiv am Konflikt zu beteiligen. Im August 1964 traten
die USA nun auch offiziell in den Krieg ein. In den folgenden vier
Jahren versuchten die Amerikaner, den Vietcong zu zerstören
und Nordvietnam in die Knie zu zwingen. Die Amerikaner fühlten
sich als Herren der Lage und wurden anfangs 1968 von der Tet-Offensive
überrascht. Diese leitete die Wende im Krieg ein. Die Amerikaner
intensivierten zwar ihre Bombardements, es erfolgte jedoch ein öffentlicher
Meinungsumschwung. Es begann sich eine Friedensbewegung zu formieren.
In den USA setzte sich zudem die Meinung durch, dass der Vietnamkrieg
nicht zu gewinnen sei. Die USA nahmen im Frühling 1968 mit
dem verhassten Gegner erste Friedensverhandlungen auf. Anfang 1973
konnte ein Abkommen unterzeichnet werden, das der südvietnamesische
Präsident als Verrat ansah. Der komplette Abzug der amerikanischen
Kriegsmaschinerie war die Folge des Abkommens. Die USA sicherten
Südvietnam immer noch Hilfe zu, doch wusste jeder, dass das
Todesurteil für Saigon gefallen war. 1975 erfolgte die Offensive
Nordvietnams. Südvietnam wurde praktisch kampflos eingenommen.
Was folgte, war die Flucht. Die Amerikaner holten die letzten US-Staatsangehörigen
aus Südvietnam heraus, ebenso wie wenige Südvietnamesen.
Die Amerikaner hatten den Krieg verloren, sie konnten ihr System
nicht durchsetzen und mussten mit Schimpf und Schande abziehen.
Trotzdem weigerten sie sich noch Jahre danach, diese Niederlage
einzugestehen.
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