Der
Vietnamkrieg

 
   Kontakt  Über uns  Links
.: Einleitung
.: Französische Kriegsphase
.: Amerikanische Kriegsphase
.: Vietnam nach 1975
.: Zusammenfassung
.: Persönliche Stellungnahme
.: Eure Meinung?

         
© . Alle Rechte vorbehalten.
 
 
 
  Vietnam nach 1975

Der Wiederaufbau des Landes nach Kriegsende war eine enorm schwierige Aufgabe, denn das Land war dermassen verwüstet, dass es zum Teil einer Mondlandschaft glich. Über zwei Millionen – vorwiegend junge Menschen – hatten ihr Leben gelassen, die Folgen von Agent Orange erschwerten erheblich die Ankurblung der Landwirtschaft.

1976 wurde die Wiedervereinigung und Umbenennung des Landes in „Sozialistische Republik Vietnam“ mittels Nationalversammlung bestätigt. Es wurde das Einparteiensystem eingeführt, welches nur die KPV (Kommunistische Partei Vietnams) duldete. Nach und nach wurden alle Posten, Funktionen und Ämter von KPV-Mitgliedern belegt.

Eines der Hauptziele der KPV war es, Vietnam zu einem starken Industrie- und Agrarland zu entwickeln. Dabei sollte man sich auf das sowjetische Gesellschaftsmodell stützen.

Aufgrund der spezifischen Lage in Vietnam – vor allem wegen dem Unterschied zwischen Nord und Süd – liess sich dieses Modell jedoch nicht so einfach übertragen, ebenso gab es in Vietnam keinerlei Grundvoraussetzungen für das Expandieren zu einem Industriestaat.

Es folgten sehr schwierige Jahre für die neue Republik, welche durch Wirtschaftskrisen und zum Teil Hungersnöte geprägt waren. Dazu trugen auch die Amerikaner mit ihrer Embargopolitik bei. Zahlreiche Menschen waren verzweifelt und es kam zu Massenemigrationen – über eine Million verliessen das Land. Man nannte sie die „boat people“, weil die meisten von ihnen die Flucht mit Booten über das südchinesische Meer versuchten.

Am Ende der siebziger Jahre drohte in Vietnam wieder ein verheerender Krieg auszubrechen. 1979, nach dem Einmarsch vietnamesischer Truppen in Kambodscha, stellte sich China gegen Vietnam und sandte Truppen – ganze 200 000 Mann – in dieses Land. Es kam zu erbitterten Kämpfen, in welchen China seine Übermacht demonstrierte, denn Vietnam musste seine militärischen Kräfte auf Kambodscha fokussieren. Zweifelsohne hätten die Chinesen Vietnam besetzen können, doch es ging ihnen nur darum „Vietnam eine Lehre zu erteilen“ – sie zogen ihre Truppen ab.

Den Grundstein für bessere Zeiten Vietnams legten 1986 die weitreichenden Reformen der KPV, welche unter der Bezeichnung „doi moi“ (Erneuerung) bekannt wurden. Sie umfassten folgende Punkte:

  • Politische und wirtschaftliche Öffnung des Landes. Beendigung der einseitigen Bindung an die sozialistischen Länder und damit verbunden die Verbesserung der Beziehungen auch mit den westlichen Staaten.
  • Rückzug aus Kambodscha und die Überwindung der Konfrontation mit den Ländern der Region sowie die Entwicklung der Zusammenarbeit mit diesen Ländern.
  • Schrittweiser Übergang von der sozialistischen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft. Dezentralisierung und Liberalisierung der Wirtschaft verbunden mit der Preisbildung durch den Markt.
  • Aufgabe der Nationalisierungspolitik und Anerkennung der Privatwirtschaft. Auflösung der meisten Genossenschaften und Förderung ausländischer Investoren.
  • Ersatz des einseitigen Industrialisierungskonzeptes durch die Schwerpunkte: Nahrungsgüterproduktion, Konsumgüterherstellung und Exportgüterproduktion.

Diese Reformen brachten der vietnamesischen Bevölkerung bemerkenswerte Verbesserungen der Lebensbedingungen. Ausländische – vorwiegend westliche – Unternehmen begannen nun in dieses Land grosse Geldsummen zu investieren, so dass sich Vietnam unter anderem zum zweitgrössten Reisexporteur weltweit entwickelte.

Seit 1991 verzeichnet Vietnam jährliche Wachstumsraten des Bruttoinlandproduktes von über 8 %, der Industrie über 10 %, der Landwirtschaft mehr als 4 % und des Exportes über 20 %. Grössere Inflationen konnten gestoppt werden, die Infrastruktur, das öffentliche Transportwesen, die Industrie wie auch die Tourismusbranche wurden stark modernisiert und ausgebaut.

Obwohl die Armut in Vietnam noch heute nicht endgültig besiegt ist, kann man doch behaupten, dass der Mittelstand die Oberhand gewonnen hat und dass die soziale Schere zwischen den Reichen und Armen ausgesprochen stark reduziert werden konnte.

Nach oben