Wir, Daniel Sutter und Boban Radisavljevic,
haben diese Arbeit im Rahmen eines Semesterprojektes geschrieben.
Wir sind zwei Studenten des Jahrgangs '85 und besuchen die WirtschaftsSchule
in Thun (30 km von Bern entfernt) wo, so hoffen wir doch, wir im
Sommer 2004 unsere Berufsmatura erlangen werden.
Wir haben den Vietnamkrieg in erster Linie aus Interesse an der
amerikanischen Aussenpolitik thematisiert. Zudem zeichnete sich
der erneute Irakkrieg ab als wir unser Thema bekannt geben mussten.
Je länger der Krieg in Irak andauerte, je mehr unsere Arbeit
Gestalt angenommen hatte, desto mehr Parallelen konnten wir zwischen
Irak und Vietnam ausmachen. Nicht in der Kriegsführung oder
in der Entstehungsphase. Auch die Gründe für die Kriegsführung
sind recht unterschiedlich. Dennoch, versorgten nicht die Amerikaner
den Irak, als in Iran der Gottesstaat ausgerufen wurde und unterstützten
sie nicht die Kriegshandlungen Saddams? Als Hussein danach Kuwait
angegriffen hatte, entzogen die USA ihm jegliche Unterstützung.
In Vietnam wurde der Diktator Ngo Dinh Diem eingesetzt um die Kommunisten
zu bekämpfen. Diems Ermordung kümmerte die Amerikaner
wenig. In ähnlicher Art und Weise wurde auch Osama Bin Laden
in Afghanistan unterstützt. Weitere Exempel sind Chile oder
Griechenland.
Der Vergleich zwischen Diem, Saddam und Bin Laden ist nach unserer
Ansicht nicht so weit hergeholt. In den drei Fällen wurde jemand
missbraucht resp. unterstützt, um amerikanische Interessen
zu „vertreten“. Irgendwie ist an dieser Stelle Goethes
Gedicht vom Zauberlehrling passend, der den Geist, den er rief,
nicht wieder loswurde.
Justitia fundamentum regnorum (lat. Gerechtigkeit
ist die Grundlage der Staaten, Kaiser Franz I. von Oesterreich,
1768-1835). Diem und seine Nachfolger waren allesamt Diktatoren
und unterdrückten die buddhistische Mehrheit. Die USA, welche
für Demokratie, Menschenrechte und Humanität einstehen,
scheinen ihre Grundprinzipien offenbar von Zeit zu Zeit kurzfristig
zu vergessen. Im Irak wie dazumal in Vietnam werden amerikatreue
Regierungen gebildet, deren Zusammensetzung oftmals den Volkswillen
nicht repräsentiert. Den USA nicht genehme Gruppierungen und
Politiker werden nicht in den Prozess miteinbezogen. Dieses Vorgehen
ist zwar nachvollziehbar, widerspricht aber dem demokratischen Gedanken
„Liberté, égalité, fraternité“
und ist zudem äusserst töricht. Vor allem die Freiheit
ist nicht garantiert, wenn die USA Terroristen suchen, egal ob im
dichten Dschungel oder in weiter Wüste. Auch wie man Kriegsgefangene
zu behandeln hat, scheint Uncle Sam ab und zu nicht zu wissen. Dabei
haben die USA einst die Genfer
Konventionen unterzeichnet. Diverse Gefangenenlager
lassen leider aber nicht darauf schliessen.
Mit unserer Arbeit möchten wir wenigstens diejenigen Leute
zu hinterfragen anregen, die noch nicht ganz der amerikanischen
Propaganda verfallen sind. Man kann nicht alles glauben, was in
den Medien berichtet wird. Der Schreiber eines Artikels oder der
Verfasser eines Beitrages ist auch nur ein Mensch, mit all seinen
Schwächen. Auch wir sind nur Menschen. Unsere Arbeit ist auch
nicht neutral, obschon wir uns grosse Mühe gegeben haben.
Im Januar 2004

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