Beginnend als Befreiungskrieg zwischen der
kommunistischen Bewegung des Vietminhs und der Kolonialmacht Frankreich
eskalierte die Situation mit dem direkten Eingreifen der Amerikaner
in den Konflikt.
Die grobe Fehleinschätzung der USA, man könne den Vietminh
mit Leichtigkeit zerschlagen, endete als das Trauma Amerikas des
20. Jahrhundert. Auch mit Hilfe von Flächenbombardements und
Entlaubungsmitteln, die Millionen das Leben kosteten, gelang kein
Sieg. Die USA zogen sich zurück, Saigon fiel und Vietnam wurde
unter kommunistischer Führung vereinigt. Der längste Krieg
des 20. Jahrhunderts war beendet und Vietnam hatte nach Jahrhunderten
der Fremdherrschaft verschiedener Länder die Selbstständigkeit
erlangt.
Mehrere amerikanische Regierungen weigerten sich jedoch noch Jahre
danach, das politische und militärische Versagen einzugestehen.
Man suchte nach einem Sündenbock und begründete diese
Niederlage mit der „amerikanischen Dolchstosslegende“,
wonach der Krieg nicht in den Dschungeln Vietnams, sondern an der
Heimatfront – in Amerika selbst – verloren wurde. Diese
Argumentation definierte dabei zwei Hauptfeinde: die Medien und
die Studentenbewegung.
Im Folgenden soll nun aufgezeigt werden, wie der Krieg verlief,
welche Folgen er noch Jahre danach hatte und mit welcher Grausamkeit
die Weltpolizei USA vorging, um ihr Ziel zu erreichen. Die Arbeit
gliedert sich dabei in zwei grosse Teile, die französische
und die amerikanische Kriegsphase.
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