Während des Imperialismus schuf Frankreich
1887 im Rahmen seiner Kolonialpolitik Indochina, das Kambodscha,
Laos und Vietnam umfasste. Die Wirtschaft in diesen Ländern
litt unter der Rohstoffausbeutung der Herrscher, was zur Entstehung
von Unabhängigkeitsbewegungen führte, welche nach den
Revolutionen in Russland und China grosse Hoffnungen auf Erfolg
hatten. Viele Proteste wurden jedoch niedergeschlagen.
Die führende Person im Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit
Vietnams war Ho Chi Minh. Er wurde 1890 in Zentralvietnam geboren
und hatte später die Möglichkeit in Frankreich und England
zu leben, wo er unter anderem als Journalist arbeitete. Nach dem
Ersten Weltkrieg bemühte er sich an der Versailler Friedenskonferenz
um mehr Rechte für Vietnam, blieb jedoch erfolglos. Erst 1941,
als Japan Vietnam eroberte und die französischen Besatzer vertrieb,
begab er sich in seine Heimat zurück, wo er die kommunistisch
geführte, vietnamesische Unabhängig-keitsbewegung Vietminh
gründete.
Nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg und dem Abzug japanischer
Truppen aus Indochina, liess Ho Chi Minh die „Demokratische
Republik Vietnam“ ausrufen.
Frankreich wollte sich nun aber seine Kolonien in Südostasien
wieder zurückholen, was einen militärischen Konflikt mit
der vietnamesischen Republik zur Folge hatte. 1946 beschossen französische
Kriegsschiffe die vietnamesische Hafenstadt Haiphong, weil sich
der Vietminh geweigert hatte, seine Truppen aus dieser Stadt zurückzuziehen.
Diese Agression, welche 6 000 zivile Opfer forderte, war der Auslöser
des Krieges.
Es folgte die Anerkennung der „Demokratischen Republik Vietnam“
durch China und die Sowjetunion. Offizielle Unterstützung wurde
jedoch nicht zugesagt.
Die Franzosen stiessen entgegen ihren Erwartungen auf immensen Widerstand,
so dass sie die USA offiziell um Hilfe baten. Diese sagten finanzielle
Unterstützung zu und beteiligten sich mit 80 % an den französischen
Kriegskosten.
Doch auch dies konnte den Krieg nicht zu Gunsten der Franzosen entscheiden.
Sie unterlagen 1954 an der Schlacht von Dien Bien Phu, was gleichzeitig
ihre Niederlage bedeutete.
Es wurde ein Waffenstillstandsabkommen ausgearbeitet, welches Vietnam
am 17. nördlichen Breitengrad aufteilte und die unabhängigen
Staaten Nord- und Südvietnam bestätigte, mit der Option
der Wiedervereinigung, welche 1956 mittels Wahlen ermöglicht
werden sollte.
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