Pressearbeit
Im folgenden sind die Presseartikel dokumentiert, die sich mit Nazis in Treptow beschäftigen bzw. Reaktionen auf Pressemitteilungen der Treptower Antifa Gruppe beinhalten.

1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005
2006

2001

Mit linker Kultur gegen rechte Gewalt > NEUES DEUTSCHLAND 5.01.01
Proteste gegen Nazitreffpunkte in Treptow > Antifaschistische Zeitung 01/2001
Viel Ärger mit Rechtsradikalen in Treptow > Morgenpost 17.01.2001
Für ein gemeinsames Bündnis "von unten" > Morgenpost 26.02.2001
Demo gegen Treffen der NPD-Jugend > Morgenpost 07.03.01
Junge Nazis trommeln zur geheimen SS-Feier > Neues Deutschland 11.03.2001
NPD-Jugendorganisation will SS-Mann in Treptow ehren > TAZ 13.3.2001
Proteste gegen Gedenkveranstaltung für SS-Mann > Junge Welt 15.03.01

NEUES DEUTSCHLAND 5.01.01
Mit linker Kultur gegen rechte Gewalt

Treptower Antifa Gruppe bietet Schülerzeitung und Konzert

Mit linker Kultur wollen jugendliche Antifaschisten aus Treptow der rechten Gewalt im Südosten Berlins etwas entgegensetzen. Seit Jahren kommt es in Treptow wiederholt zu Angriffen auf alternative Jugendliche und ausländisch aussehende Menschen. Die Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.) hat in einer Chronologie allein für das Jahr 2000 15 solcher Überfälle aufgeführt. Kein Wunder also, dass die alternative Jugendszene in, Treptow eingeschüchtert wurde und sich eine rechte Jugendbewegung etablieren konnte.
Die rechte Jugendszene, weiß die T.A.G., wächst weiter und schikaniert kontinuierlich Schüler-Partys, die von alternativen Jugendlichen besucht werden Dort kommt es mittlerweile fast an jedem Wochenende zu Angriffen und Bedrohungen in deren Umfeld. Um dieser gefährlichen Entwicklung und der weiteren Etablierung einer rechten Jugendbewegung etwas entgegenzusetzen, versuchen Treptower Antifaschisten nun gezielt, die linken und alternativen Jugendlichen in Treptow zu unterstützen und zu stärken.So verteilt die T.A.G. seit Anfang Dezember eine Schülerzeitung namens U.R.S.L (Uns reicht's schon lange) vor Schulen, in denen Themen wie rassistische Abschiebepraxis, Expo, Nazis . Treptow oder die Arbeit des Verein Opferperspektive behandelt werden.
Am Samstag veranstaltet die T.A.G. zusammen mit der Gruppe Antifa Offensive aus Königs Wusterhausen ein Konzert m anschließender Party in Treptow. Unter dem Motto "Le monde est a nous" wolle die Bands The Valve, Sunday Afternoor TPC und Wooden Sun in der Alten Feuer wache Schöneweide auftreten. Hier sollen linke und alternative Jugendliche endlich mal ohne Nazipräsenz in Ruhe feiern könen.

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Antifaschistische Zeitung Januar 2001
Proteste gegen Nazitreffpunkte in Treptow

Mit einem Flugblatt protestierten Ende November Mitglieder und Sympathisanten der Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.) gegen die Kneipen "Johannisstübel" und "Fliegerheim" in Berlin-Treptow. Diese Kneipen haben sich zu gefährlichen Nazitreffpunkten im Bezirk entwickelt. Vor allem das "Johannisstübel" am Busbahnhof Schöneweide dient wegen seiner fast unbeschränkten ?Öffnungszeiten als beliebter Treffpunkt für Nazis aus Treptow und Umgebung. In Zeiten des Wahlkampfes zogen von hier aus Mitglieder der NPD los, um ihre Plakate aufzuhängen. Auch wurden mehrfach Überfälle auf alternative Jugendliche bekannt, die direkt aus dem Umfeld des "Johannisstübel" heraus begangen wurden. Zu den Gästen des "Johannisstübels" zählen gewaltbereite Naziskinheads, Aktivisten der NPD (z.B. Fabian Müller), Anhänger der verbotenen "Blood & Honour"-Bewegung (z.B. Christian Ortmann)und der Kameradschaftsszene (z.B. Marco Oemus). Rechte Jugendliche gelangen hier in Kontakt mit organisierten Nazistrukturen. Als sich ein Anwohner bei der Polizei Über das "Johannisstübel" beschwerte wurde ihm mitgeteilt, man werde nichts unternehmen, da man hier die Nazis am besten beobachten könnte. Obwohl der Polizei das "Johannisstübel" also als Treffpunkt gewaltbereiter Nazis beobachtet, kommt es an Wochenenden in der Umgebung des "Johannisstübels" zu Überfällen auf Menschen, die nicht in das beschränkte Weltbild der Nazis passen. Auch im "Fliegerheim" in der Winkelmannstrasse treffen sich häufig Angehörige der Treptower Naziszene. So sind hier u.a. Mitglieder der NPD und der Kameradschaft Treptow (z.B. Ronald Schmidt) anzutreffen. Vom "Fliegerheim" aus kam es schon mehrfach zu Bedrohungen gegen BesucherInnen des nahegelegenen Jugendzentrum "Audio". Außerdem wurde im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Rathaus Köpenick bekannt, daß im "Fliegerheim" mindestens eine große Parteiveranstaltung der NPD stattfinden konnte. Sylvia Kurz, Sprecherin der Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.), erklärte in einer Presseerklärung: " Wir finden es unerträglich, daß in Treptow Gegenden existieren, in denen nicht-rechte und nicht-deutsche Menschen um ihre Gesundheit fürchten müssen. Um diesen Zustand zu beenden müssen den Nazis ihre Treffpunkte und Rückzugsräume streitig gemacht werden." In den Flugblättern wurden die AnwohnerInnen im Umfeld der Kneipen dazu aufgefordert, Druck auf die Kneipenbetreiber auszuüben, sich bei den zuständigen Behörden zu beschweren und bei Überfällen einzugreifen. Der Betreiber des "Fliegerheims" Herr Brehm schickte als Reaktion auf das T.A.G.-Flugblatt gleich seinen Anwalt Seidel vor, um rechtlich Schritte gegen die T.A.G. zu prüfen. Auch Herr Zimmer vom "Johannisstübel" drohte mit rechtlichen Konsequenzen. Anwohner berichteten der T.A.G. von ihren Versuchen gegen das "Johannisstübel" vorzugehen. Norbert Gunkel, ein Sprecher des Polizeipräsidenten, erklärte in der Zeitung "Neues Deutschland" zu dem T.A.G.-Flugblatt nur, daß nicht jede Glatze auch ein gefährlicher Rechtsextremist sei. Weitere Informationen seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Man werde die Vorgänge dort weder bestätigen noch dementieren oder kommentieren. Vielmehr wolle man "irgendwelchen Leuten (Straftätern) nicht irgendwelche Steilvorlagen liefern, damit sie solche Lokale in Brand stecken oder Sachbeschädigungen vornehmen". Die Sorge um die Sicherheit rechter Treffpunkte scheint hier also höher zu sein, als die Sicherheit nicht-rechter und nicht-deutscher Menschen. TREPTOWER ANTIFA GRUPPE

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Morgenpost 17. 01.2001
Viel Ärger mit Rechtsradikalen in Treptow

Antifa: Übergriffe vor allem im Umfeld zweier Kneipen in Johannisthal - Polizei wiegelt ab

Johannisthal - In keinem anderen Bezirk in Berlin leben so viele Rechtsextremisten wie in Treptow. Nur treten sie dort so gut wie nie in Erscheinung: Das geht aus einem Senats-Bericht vom Sommer vergangenen Jahres hervor. Dass Rechtsextreme dort nicht auffällig werden würden, das jedoch sieht die "Treptower Antifa Gruppe" (T.A.G.) ganz anders. Und nennt Beispiele: "Seit einem Jahr gibt es vermehrt Übergriffe rund um den Bahnhof Schöneweide. Die gehen von einschlägig bekannten Kneipen aus - besonders am Wochenende", sagt T.A.G.-Sprecher Silvio Kurz. Die T.A.G. hat eine Chronik rechtsextremer Übergriffe und Pöbeleien für den Zeitraum März 1999 bis Oktober 2000 erstellt und kommt auf 46 Vorfälle. In einem Flugblatt, das im Dezember in Johannisthal verteilt wurde, fordert die T.A.G. die Anwohner auf, sich für die Schließung der beiden Johannisthaler Gaststätten stark zu machen. Sie sollen Druck auf die Kneipenbetreiber ausüben, sich bei Behörden beschweren und so den Nazis Treffpunkte und Rückzugsmöglichkeiten streitig machen.
"Viele Übergriffe sind von Leuten begangen worden, die aus diesen Kneipen kamen. Ich bin selbst im vergangenen Jahr von jungen Nazis verfolgt und angepöbelt worden, die angetrunken aus der einen kamen. Sie hatten kahl geschorene Köpfe und trugen Springerstiefel", sagt T.A.G.-Sprecherin Silvia Kurz.
Thomas Baltes vom zuständigen Polizeiabschnitt 65 wiegelt ab: "Wir haben in den genannten Kneipen auch schon Überprüfungen gemacht, können aber nicht mit Bestimmtheit sagen, dass es sich um Treffpunkte der rechtsextremen Szene handelt", sagt er. Dennoch will er nicht ausschließen, dass dort vielleicht auch Personen verkehren, die der rechten Szene angehören würden. Er sieht auch die T.A.G. nicht unkritisch. "Für mich bleiben Gewalttaten immer Straftaten, egal aus welcher politischen Motivation heraus sie begangen werden", unterstreicht der Polizeioberrat. Baltes sagt, er arbeite hingegen eng und gut mit dem Bund der Antifaschisten zusammen. Ralf Zimmer, Inhaber der einen unter Beschuss geratenen Kneipen, wehrt sich: "Die Flugblätter sind eine Verleumdung. Vielleicht verkehren bei uns Rechte, die sich aber nicht als solche zu erkennen geben. Bei uns werden keine entsprechenden Lieder gesungen, Reden geschwungen oder Symbole gezeigt", schimpft er. Im Übrigen meint er, acht Sitz- und acht Tresenplätze würden kaum genügen, um als Versammlungstreff zu fungieren. "Ich kann doch keinen Gesinnungstest machen. Für mich sind das alles Gäste", sagt der Wirt. Sein Rechtsanwalt Mario Seydel will gegen die T.A.G. vorgehen: "Nazis sind eine Gefahr für die Demokratie, aber Leute, die sich selbst zu Richtern ernennen, sind eine viel größere Gefahr", betont er. Dem Landeskriminalamt sind die beiden Johannisthaler Kneipen bekannt. Doch es schweigt sich aus ermittlungstechnischen Gründen aus. "Erkenntnisse, die wir haben, sind nicht für die Veröffentlichung geeignet", sagt Sprecherin Christine Rother. Nach einem Bericht des Senats sind in Berlin derzeit 2648 Rechtsextremisten erfasst. 230 haben ihren Wohnsitz in Treptow - das sind etwa 8,5 Prozent. Damit leben in Treptow mehr Rechte als in jedem anderen Bezirk. In Köpenick sind etwa 90 Rechte registriert, die etwa 3,7 Prozent ausmachen. Von den 33 bekannten Treffpunkten Berliner Rechtsextremer liegen 25 in den östlichen Bezirken, aber nur noch einer in Treptow. Wo, darüber gibt das LKA keine Auskunft. Dennoch möchte Polizeioberrat Thomas Baltes den in Treptow "geborenen" Sicherheitsbeirat auch im neuen Großbezirk Treptow-Köpenick beibehalten. Dabei handelt es sich um einen etwa vierteljährliche öffentlichen Erfahrungsaustausch aller mit dem Thema Sicherheit befassten Institutionen (Vereine, Gastronomie, Polizei, Politik). In Folge dessen hat Baltes seine Mitarbeiter aufgefordert, gegen mögliche Täter schon im Vorfeld vorzugehen. "Wenn wir den Hinweis bekommen, dass jemand verfolgt wird, aber kein Strafbestand in form von körperlichen oder verbalen Angriffen vorliegt, besuchen wir denjenigen zu Hause, um zu zeigen, wir wissen, wer du bist und haben in Zukunft ein Auge auf dich", beschreibt Baltes den "Schuss vor den Bug".

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Morgenpost 26.02.2001
Für ein gemeinsames Bündnis "von unten"

Köpenicker Initiative gegen Rechts sucht Treptower Partner

Treptow-Köpenick - Die Mitglieder des Köpenicker Bündnisses für Demokratie und Toleranz wollen sich mit ihren Treptower Mitstreitern möglichst bald zusammenschließen. Dies war die einhellige Meinung auf der Sitzung des Bündnisses am Freitagabend im Köpenicker Rathaus. Weniger einig war man sich über den Weg des Zusammenschlusses. Der ehemalige Treptower Bürgermeister Siegfried Stock (SPD) schlug vor, das Köpenicker Bündnis mit dem in Treptow gegründeten Sicherheitsbeirat von Bezirkspolitikern, Verbänden und der Polizei zu verstärken. Die etwa 30 Anwesenden lehnten dies ab, da die Struktur des Sicherheitsrates sich von der Köpenicker Initiative zu sehr unterscheide. "Das Bündnis ist eine Organisation von unten", sagte Eva Mendl (PDS), die Stellvertreterin des Bürgermeisters und des Schirmherren der Initiative, Klaus Ulbricht (SPD). Lieber hätte sie einen Zusammenschluss mit dem 1998 gegründeten Treptower Bündnis gegen Rechtsextremismus gesehen. Dies ist jedoch nicht mehr aktiv. "Das Treptower Bündnis wurde von wenigen Leuten getragen", sagte Mitbegründerin Monika Becker. "Als diese wegblieben, schlief es ein." Die Gesprächsmoderatorin Mendl drängte auf einen Beschluss, "damit wir heute nicht ohne ein Ergebnis auseinandergehen". Die Bündnismitglieder einigten sich darauf, alle Verbände des Großbezirks anzuschreiben, um dann die Initiative neu formieren zu können. "Nur in dieser Reihenfolge geht es", sagte die Bezirksverordnete Karin Kant (PDS). Das erste Treffen des Bündnisses im Rathaus Köpenick im Mai vergangenen Jahres war von Rechtsextremen gesprengt worden. Vertreter der NPD hatten sich während eines Vortrags unter die Zuhörer gemischt und die Diskussion an sich gerissen. Als Konsequenz laden die Mitglieder der Initiative seitdem regelmäßig Referenten ein, um sich argumentativ zu wappnen. Dieses Mal referierte der Berliner Rechtsanwalt Peter Meyer die Entwicklung des Ausländergesetzes in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Der Anwalt, der im Stadtteil Wedding praktiziert und hauptsächlich Mandanten mit ausländischem Pass vertritt, ließ kein gutes Haar an dem seit 1991 in Deutschland geltenden Asylrecht. Es sei so "undurchschaubar", dass es selbst Juristen vor Rätsel stelle. Hinzu komme, dass es seiner Meinung nach von der Ausländerbehörde "geradezu zynisch" zu Ungunsten der Betroffenen ausgelegt werde. Das Argument des Jugendstadtrats Joachim Stahr (CDU), es gebe doch bei Asylsuchenden auch Scheinehen, konterte der Jurist zur Belustigung des Publikums mit dem Hinweis, dass jede deutsche Trauung aus steuerlichen Gründen ebenfalls eine Scheinehe sei. Eva Mendl nutzte das Treffen, um auf zwei Veranstaltungen hinzuweisen. So besucht Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) am 6. März den Jugendklub "@bc" in der Hirschgartenstraße, um mit Vertretern des Jugendbündnisses "Bunt statt Braun" zu diskutieren. Am 8. Mai präsentiert das von den Ländern Berlin und Brandenburg geförderte Jugendprojekt "Moritat" im Haus an der Freiheit 15 Musik und Theater gegen Gewalt und Intoleranz. Eine Uhrzeit stehe noch nicht fest, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin.

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Morgenpost 07.03.01
Demo gegen Treffen der NPD-Jugend

Aufregung im Bezirk Treptow-Köpenick: Auf einem Flugblatt kündigen die "Jungen Nationaldemokraten (JN)", die Jugendorganisation der NPD, für den 17. März eine Großveranstaltung in Schöneweide an. Das Treffen sei Kurt Eggers gewidmet, heißt es im Text. Eggers gehörte im Zweiten Weltkrieg der Waffen-SS an. Die PDS Treptow-Köpenick hat bereits zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Diese Demo sei angemeldet, informierte Hansjörg Dräger, Pressesprecher der Berliner Polizei, die Veranstaltung der JN dagegen noch nicht. "Ein Flyer ist keine Anmeldung." Grundsätzlich schreibe das Versammlungsrecht eine Anmeldungspflicht vor. Eine Genehmigung müsse jedoch nicht erteilt werden. Aber: "Wenn die Versammlungsbehörde erkennt, dass durch die Veranstaltung die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet ist, dann kann ein Verbot erteilt oder Auflagen ausgesprochen werden." Die Polizei gehe davon aus, dass die JN-Veranstaltung stattfindet, und werde der Lage entsprechend reagieren. "Zu Einzelheiten können wir uns aus taktischen Gründen nicht äußern", sagte Dräger.

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Neues Deutschland 11.03.2001
Junge Nazis trommeln zur geheimen SS-Feier

Antifaschistische Protestkundgebung angekündigt

In Treptow formiert sich der Protest gegen einen geplanten Aufmarsch der Jungen Nationaldemokraten (JN) am 17. März, 16.30 Uhr, mit Treffpunkt S-Bahnhof Schöneweide. PDS und antifaschistische Gruppen haben zum Widerstand am Nazitreffpunkt um 15.30 Uhr aufgerufen. In einem internen JN-Flugblatt werden die "lieben Kameradinnen und Kameraden" für einen Unkostenbeitrag von 12 Mark zu einer "Großveranstaltung" gerufen, die dem "großen Dichter, Soldaten und Revolutionär" Kurt Eggers gewidmet ist. Der Zielort des Aufmarsches ist noch geheim. "Wir finden es unhaltbar, dass in Treptow SS Leuten gehuldigt wird. Der 1905 geborene Eggers starb im August 1943 als Panzerkommandant der 5. S.S-Freiwilligen-Division "Wiking" beim Überfall auf die Sowjetunion. Er war Militarist und Konterrevolutionär seit frühester Jugend, nahm als Freiwilliger am Kapp. Mit der geplanten Huldigung von Eggers, pflegen die jungen Rechtsextremisten die Tradition, Altnazis der zweiten Reihe für die neofaschistische Ahnengalerie aufzubereiten und "soldatische Tugenden" der Nazizeit wach zu halten. "Die Aktivitäten der Jungen Nationaldemokraten streben danach, das Leitbild des politischen Soldaten zu verkörpern", heißt es in den programmatischen Aussagen der, NPD. Die Partei liegt damit ganz auf offizieller Welle der Bundeswehr, die hochdekorierte Nazikrieger zu ihren Idolen erhob. Es gehört zum alljährlichen Ritual des 74. Geschwaders der Bundesluftwaffe, im November am Berliner Grab ihres Namenspatrons, des 1941 abgestürzten Ritterkreuzträgers Werner Mölders, der in der "Legion Condor" über Spanien das Morden erlernte und beim Überfall auf die Sowjetunion eine unrühmliche Rolle spielte, Lehrveranstaltungen in Sachen Ehre und Treue abzuhalten. Die angekündigte "JN-Großveranstaltung" findet nach Auffassung der Treptower Antifaschisten in einer Hochburg der organisierten Naziszene rund um den Bahnhof Schöneweide statt. Zwei Kneipen in Johannisthal sind dort zu Stützpunkten der Neonazis ausgebaut worden. Der Aufmarsch sei als weiterer Versuch zu werten, sich im Südosten Berlins zu etablieren.

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TAZ 13.3.2001
NPD-Jugendorganisation will SS-Mann in Treptow ehren

Gegendemonstration von PDS und Antifa-Bündnis

Die Jungen Nationaldemokraten (JN) planen für diesen Samstag eine Großveranstaltung in Treptow. In einem Aufruf an ihre Anhänger kündigt die Jugendorganisation der rechtsextremen NPD eine Gedenkfeier für den SS-Mann Kurt Eggers an. Treffpunkt für das Nazi-Gedenken soll der S-Bahnhof Schöneweide sein, der genaue Veranstaltungsort wurde nicht bekannt gegeben. Vorgesehen ist auch ein Auftritt des rechtsradikalen Musikers Jörg Hähnel. Die Polizei ist über die geplante Veranstaltung informiert. Es werde zurzeit noch geprüft, ob es sich bei der Veranstaltung um eine "eindeutige Verherrlichung des Nationalsozialismus" handele. Das Nazi-Gedenken ist allerdings eine private Veranstaltung, die nicht wie eine Demonstration angemeldet werden muss und deshalb nicht von der Versammlungsbehörde verboten werden kann. Rechtsextreme Straftaten im Rahmen der Veranstaltung würden aber verfolgt, sagte ein Sprecher der Polizei. Die PDS hat bereits eine Gegenkundgebung für Samstag um 15.30 Uhr am S-Bahnhof Schöneweide angemeldet. "Wir wollen deutlich machen, was wir von Rechtsextremismus halten", sagte eine Sprecherin. An der Veranstaltung werden auch antifaschistische Gruppierungen teilnehmen. "Wir finden es unhaltbar, dass in Treptow SS-Kämpfer glorifiziert werden können, während nicht-rechte und nicht-deutsche Menschen um ihre Gesundheit fürchten müssen", erklärte Sylvia Kurz, Sprecherin der "Treptower Antifa Gruppe". Die Antifa wertet das SS-Gedenken als einen weiteren Versuch der Partei, Anhänger im Südosten Berlins zu rekrutieren. Veranstaltungen dieser Art seien bei jungen Rechten sehr beliebt und würden von der Partei genutzt, um aktiven Nachwuchs zu gewinnen. Die Gegend um den S-Bahnhof Schöneweide gilt als Treffpunkt für die organisierte Rechte.

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Junge Welt 15.03.01
Proteste gegen Gedenkveranstaltung für SS-Mann

Die Jugendorganisation der NPD, Junge Nationaldemokraten (JN), mobilisiert ihre Anhänger aus Berlin und Brandenburg zu einer Großveranstaltung nach Berlin-Treptow. Am 17. März 2001 wollen die Rechtsextremisten hier dem SS-Kommandanten Kurt Eggers gedenken. Diese Provokation ist ein weiterer Beleg für die klare nazistische Ausrichtung der NPD-Jugendorganisation. In den vergangenen Monaten hatten junge Neonazis auf Demonstrationen der NPD/JN immer wieder Parolen wie "Ruhm und Ehre der Waffen-SS" angestimmt, um die eigentlich verbotenen "Schutzstaffel (SS)" der NSDAP öffentlich zu verherrlichen. Im Anschluß an die Veranstaltung ist ein Liederabend mit dem rechtsextremen NPD-Liedermacher Jörg Hähnel aus Frankfurt/Oder geplant. Erfahrungsgemäß finden solche Veranstaltungen und Liederabende großen Anklang unter jugendlichen Rechtsextremisten und werden von der NPD genutzt um diese noch weiter in ihre Strukturen einzubinden. Nach dem Umzug der NPD-Zentrale nach Berlin-Köpenick ist dies als ein weiterer Versuch zu bewerten im Südosten Berlins Fuß zu fassen. Gerade die Gegend um den Bahnhof Schöneweide bietet sich für die NPD-Jugend geradezu an. Hier existieren bereits seit langer Zeit zwei Kneipen, die als regelmäßige Treffpunkte der rechtsextremen Szene bekannt wurden. Vom "Johannisthaler Stübel" aus kam es bereits zu NPD-Wahlkampfeinsätzen und im "Fliegerheim" fand mindestens eine NPD-Veranstaltungen statt. Auch wenn der genaue Veranstaltungsort für die "JN-Großveranstaltung" am 17. März 2001 noch nicht feststeht, zeigt sich deutlich, dass Treptow weiterhin als Hochburg der organisierten Naziszene bezeichnet werden muss. Sylvia Kurz, Sprecherin der Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.), erklärt: " Wir finden es unhaltbar, daß in Treptow SS-Kämpfer glorifiziert werden können, während nicht-rechte und nicht-deutsche Menschen um ihre Gesundheit fürchten müssen." Junge und alte AntifaschistInnen aus Berlin-Treptow haben mittlerweile Proteste gegen das Nazitreffen angekündigt. Am 17. März 2001 findet um 15.30 Uhr am Bahnhof Berlin-Schöneweide, eine Kundgebung der PDS unter dem Motto "Gegen rechte Gewalt und Propaganda" statt. S. Kurz


Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.)
c/o Infoladen Daneben, Liebigstr.34, 10247 Berlin
treptowerantifa@no-log.org

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