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Chronologie
neonazistischer Aktivitäten in und um der Kneipe „Zum Henker“
in der Brückenstraße 14 in Berlin-Schöneweide
28.
Februar 2009 Die Kneipe „Zum Henker“ eröffnet
offiziell. Laut der Senatsverwaltung für Inneres findet jedoch
schon am Vortag ein Polizeieinsatz um den „Henker“ statt,
weil „Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ gezeigt
werden.
04. März 2009 In der Brückenstraße werden zwei
Aufkleber der „Aktionsgruppe Marzahn-Hellersdorf“ gefunden.
Auf ihnen steht: „Linksfaschisten den Freiraum nehmen“ und
„Organisiert den nationalen Selbstschutz!“.
26. März 2009 Neonazis sammeln sich im „Henker“
27. April 2009 Laut der Senatsverwaltung für Inneres findet
ein Polizeieinsatz um den „Henker“ statt, wegen Volksverhetzung.
April 2009 Register Treptow-Köpenick meldet: „In
der Brückenstraße in Schöneweide häufen sich Beschwerden
zu rechtsextremen Vorfällen. Darunter wurde ein eingeritztes Hakenkreuz
in der Scheibe einer Galerie gemeldet, das Rufen rechtsextremer Parolen
und ein vermehrtes Kleben von Aufklebern mit diskriminierenden und rechtsextremen
Inhalten. Als Verursacher der Vorfälle wird das Publikum einer
neuen Kneipe in der Brückenstraße vermutet.“
01. Mai 2009 Nach einem Maifest in der NPD-Bundeszentrale zum
1. Mai sammeln sich stadtbekannten Neonazis um Sebastian Schmidtke und
David Gudra in der Kneipe „Zum Henker“
16. Mai 2009 Laut der Senatsverwaltung für Inneres findet ein Polizeieinsatz
im „Henker“ statt, wegen einer Körperverletzung.
21. Mai 2009 Rund 40 Neonazis sammeln sich nach einen Neonazi-Fußballturnier
anlässlich des sog. „Herrentags“ in der Kneipe „Zum
Henker“. Wiederholt ziehen sie grüppchenweise durch den Kiez
und skandieren Parolen wie „Frei Sozial und National“ und
„Hier marschiert der nationale Widerstand“. Die gegen 18.30
Uhr erschienene Polizei sprach zwar anfangs kurz mit dem Verantwortlichen,
beschränkte sich sonst aber aufs Beobachten.
Unter den Anwesenden befinden sich bekannte Berliner Neonazis aus dem
Spektrum der „Freien Kräfte“ sowie vom „Frontbann
24“ und Brandenburger Neonazis der „Freien Kräfte Teltow-Fläming“.
Unter anderem Roman Kische, Dennis Kittler, Gesine Hennrich, Thomas
Schirmer, Michael Brumme, Uwe Dreisch, Gordon Bodo Dreisch, Andreas
Thomä, Sebastian Schmidtke, Stephan Alex, Ronny Schrader, Patrick
Weiß, Marcel Königsberger, Christoph Schack, Maurice Menz
und Lars Zimmermann.
23. Mai 2009 Neonazis sammeln sich im „Henker“
zur gemeinsamen Anreise zu einem Neonaziaufmarsch in Luckenwalde (Brandenburg).
Juni 2009 Ein mongolischer Künstler, der in den Spreehöfen
in Schöneweide Räume angemietet hatte, wurde mehrfach am Bahnhof
Schöneweide, in der Brückestraße und in den Spreehöfen
von Neonazis rassistisch bepöbelt. Aufgrund der massiven Bedrohungen
kündigte der Künstler sein Mietverhältnis vorzeitig.
Juni 2009 Laut einer Kleinen Anfrage, die im Abgeordnetenhaus
gestellt wurde, hat im Juni in Treptow-Köpenick ein Liederabend
mit einem „rechtsextremen“ Liedermacher mit ca. 40 Personen
stattgefunden.
06. Juli 2009 Die Polizei nimmt in der Kneipe „Zum Henker“
drei Männer im Alter von 29, 32 und 33 Jahren fest, weil diese
für alle sichtbar verbotene nationalsozialistische Symbole auf
den Armen tätowiert hatten. Der Jüngste wollte sich der Festnahme
entziehen indem er versuchte die Beamten mit einem Barhocker zu attackieren
und wehrte sich bei der Festnahme. Bei ihm wurde ein Schlagring gefunden.
10. Juli 2009 In der Kneipe findet eine Veranstaltung des „Nationalen
Widerstands Berlin“ statt, auf der eine Berliner Ortsgruppe der
„Hilfsorganisation für nationale Gefangene“ gegründet
wird. Es sind 40-50 Berliner Neonazis vor Ort, u.A. Thomas Markgraf,
Sebastian Schmidtke, Robin Devantier, Phillip Bornemann, Gesine Hennrich,
Ronny Schrader, Enrico Springer, Danny Matschke, Manuela Tönhardt,
Karsten Maschke, David Gudra, Roland Scholz, Uwe Dreisch, Patrick Weiß,
Deitmar Tönhardt, Cornelia Berger, Björn Wild, Dan Eriksson,
Maik Brämer, Florian Stein und Paul Barrington.
16. Juli 2009 In einem Artikel im Neuen Deutschland wird ein
Ladeninhaber anonym zitiert „Jeden Freitag machen sie Veranstaltungen
im „Henker“. Und jeden Freitag kommen Leute in meinen Laden
und sagen, ich soll aus der Brückenstraße verschwinden.“
27. Juli 2009 Das „Bündnis für Demokratie und
Toleranz“ verteilt Flugblätter im Kiez gegen den „Henker“.
Am Rande lassen sich Paul Barrington, Gordon Bodo Dreisch und Uwe Dreisch
sehen.
03. August 2009 In der Brückenstraße in Schöneweide,
vor dem Parteibüro der CDU, wurden zwei Hakenkreuze an einen Postbriefkasten
gemalt und eins an einen Mülleimer.
05. August 2009 Ein 17-Jähriger und seine Freundin werden
auf der Brückenstraße von vier Neonazis bedroht. Diese kamen
aus dem „Henker“.
13. August 2009 Nachdem am Vormittag eine Razzia beim „Frontbann
24“ stattfand, bei der verbotene Waffen und Nazidevotionalien
beschlagnahmt wurden, sammelten sich die Mitglieder zur „Krisensitzung“
im „Henker“. Als ihnen bekannte BezirkspolitikerInnen an
der Kneipe vorbeigehen, versuchen sie diese einzuschüchtern.
26. August 2009 In der Brückenstraße in Schöneweide
sind zwei junge Männer unterwegs, die erst viele verschiedene Aufkleber
des Kameradschaftsspektrums verkleben und im Anschluss daran BesucherInnen
des Linksparteibüros mit Drohgebärden begegnen. Sie tun dabei
u.a. so, als würden sie die Scheiben des Parteibüros einwerfen
wollen. Später stehen die beiden gemeinsam mit anderen jungen Männern
vor der Kneipe „Zum Henker“.
27. August 2009 Nach einem Spontanaufmarsch des „Frontbann
24“ durch Neukölln wegen einer Strafanzeige eines ihrer Mitglieder,
die sich später als erfunden rausstellt, sammeln sich Neonazi in
der Kneipe „Zum Henker“.
28. August 2009 Neonazis verteilen in der Brückenstraße
Flugblätter für den „Henker“ in dem gegen BezirkspolitikerInnen
und Andersdenkende gehetzt wird. Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes
ist Paul Barrington. Abends führen Neonazis eine „Soli-Feier“
durch. Barrington mobilisierte im Internet mit „bring hate with
you.“
19. September 2009 Während am S-Bahnhof Schöneweide
das „Fest für Demokratie“ stattfindet, sammeln sich
bis zu 30 Neonazis des Kameradschaftsspektrums und vom „Frontbann
24“ im „Henker“, u.A. Uwe Dreisch, Gesine Hennrich,
Ronny Schrader, Maurice Menz, Dennis Kittler, Roman Kische, Deborah
Lück, Marcus Palm, Oliver Parche, Henryk Wurzel, Christian Bentz,
Stephan Alex, Roland Scholz und Marco Oemus.
Von dort aus starten sie mehrfach Stör- und Spionageversuche gegen
das Fest. Mit dabei sind auch Robin Devantier, Michael Brumme und Christian
Stein. Sebastian Schmidtke greift am Rand FestbesucherInnen körperlich
an.
26. September 2009 Die im November 2009 verbotene Neonazikameradschaft
„Frontbann 24“ veranstaltet im „Henker“ ein
„Oktoberfest.“ Als eine Gruppe von fünf Jugendlichen,
die auf dem Weg zu den Spreehöfen war vorher im „Henker“
halt machen wollten, werden sie sofort harsch angesprochen und unvermittelt
mit Pfefferspray attackiert. Die Jugendlichen flohen Richtung Bahnhof
Schöneweide und wurden von „Henker“-Gästen weiter
verfolgt und bedroht. Am Bahnhof erstatten sie Anzeige bei Beamten vor
Ort. Unter den Nazis war Marcus Palm, Barrington blieb hinterm Tresen,
duldete aber das Treiben in seiner Kneipe
03. Oktober 2009 In der Nacht wurde in der Nähe des S-Bahnhofs
Schöneweide ein junger Mann von sechs jungen Männern als "Linke
Zecke" beschimpft und angegriffen. Ein Angreifer sprang ihm in
den Rücken, ein anderer schlug mit der Faust zu, einer zog ein
Messer. Die Angreifer ließen dann jedoch auf die Aufforderung
des Betroffenen hin, dass sie ihn in Ruhe lassen sollten, von ihm wieder
ab. Die sechs Männer hatten Beobachtungen zufolge bereits vorher
am S-Bhf. Schöneweide Migranten beleidigt und angepöbelt.
04. Oktober 2009 Nachdem Neonazis unpolitische Kneipengäste
angegriffen hatten (vgl. 26. September 2009), rächten sich diese
mit einem Angriff auf die Kneipe. Sie warfen Molotow Cocktails und überfuhren
das NPD-Mitglied Enrico Springer. Den Angriff schlachten Neonazis seitdem
als „linken Übergriff“ aus und nutzen das für
Gewaltaufrufe an Andersdenkende, wie z.B. bei einem spontanen Aufmarsch
noch am selben Abend im Kiez.
Im „Henker“ waren zu dem Zeitpunkt einige Nazis: Kaled Hassan,
Brian Whitear, Nicole Strehl (Burg), Johanna Sedulzki (Wandlitz), Anke
Salterberg (Fürstenwalde), John Riemer (Erkner), Jennifer Gernot,
Christian Kohnke (Bernau), Stefan Pieper, Oliver Ölschlägel,
Marco Kutzeck, Paul Barrington, Danny Leszinski und Ines Wegener. Später
kam noch Marcus Palm hinzu.
08. Oktober 2009 Am Wahlkreisbüro von Gregor Gysi, in
der Brückenstraße in Schöneweide wurde das Schloss der
Eingangstür mit Kleber beschädigt. Es musste ausgewechselt
werden.
10. Oktober 2009 Auch eine Woche später hält der
Angriff auf den „Henker“, selbst nachdem die Polizei die
Tat inklusive ihres unpolitischen Motivs aufgeklärt hat, als Vorwand
her, für Neonazis durch die Berliner Bezirke Mitte und Friedrichshain
zu ziehen und Namen von vermeintlichen AntifaschistInnen in Kombination
mit Gewaltaufrufen zu verlesen.
Ein 18-jähriger Linker wird gegen 22 Uhr 40 in der S-Bahn von mehreren
Neonazis geschlagen, die an der Demonstration teilgenommen haben und
sich auf dem Nachhauseweg befinden.
30. Oktober 2009 Im „Henker“ findet eine „Halloweenfeier“
statt, bei der bekannte Neonazis wie Sebastian Schmidtke, Ines Wegner
und Danny Leszinsky erschienen. In der Brückenstraße wird
ein Mann aufgrund seines Aussehens von zwei „Henker“-Gästen
rassistisch beschimpft und mit einer Flasche im Gesicht verletzt, wodurch
Folgeschäden die Sehkraft des linken Auges nachhaltig beeinträchtigten.
07. November 2009 Nachdem ein Konzert der Neonazi-Bekleidungsmarke
„Erik and Sons“ in Oberschöneweide durch die Polizei
untersagt wurde, sammeln sich vor allem die Neonazis unter den ehemaligen
Konzertbesuchern im „Henker“.
19. November 2009 Eine 10-köpfige Gruppe Neonazis um Gesine
Hennrich und Sebastian Schmidtke zog aus dem „Henker“ kommend
zum S-Bahnhof Schöneweide und schlug auf dem Bahnsteig einen Jugendlichen
zusammen. Als Vorwand gaben sie später bei der Polizei an, ihre
Kneipe wäre beschädigt worden und sie hätten nach Tätern
gesucht. In Wirklichkeit störte die Nazis ein Antifa-Infostand
vor dem S-Bahnhof, den sie anzugreifen planten.
20. November 2009 Neonazis versuchen ihren gestrigen Übergriff
am S-Bahnhof den sie vom „Henker“ aus starteten, politisch
umzudeuten als Verteidigungsaktion. Dazu führen sie mit knapp 150
Personen einen spontanen Aufmarsch um die Kneipe herum durch.
November 2009 Laut einer Kleinen Anfrage im Abgeordnetenhaus,
hat im November 2009 ein Liederabend mit einem „rechtsextremen“
Liedermacher stattgefunden, bei dem ca. 40 Personen anwesend waren.
05. Dezember 2009 Nach einem Neonaziaufmarsch in Königs
Wusterhausen sammeln sich ehemalige Versammlungsteilnehmer im „Henker“
und bedrohen Passanten.
06. Dezember 2009 Eine Gruppe von Jugendlichen kommt am frühen
Morgen aus einer Diskothek in den Spreehöfen in Schöneweide.
Als sie an der Kneipe „Zum Henker“ vorbeilaufen werden sie
mit den Worten „Ihr Autonomen, wir bringen Euch um, wir machen
Euch fertig“ beschimpft und mit Steinen, Flaschen und Messern
angegriffen. Zunächst sind es nur fünf Personen, die angreifen,
aus der Kneipe stürmen jedoch noch weitere 20 bis 30 Personen,
die die Jugendlichen jagen. Die alarmierte Polizei schreitet nicht ein.
Einer der angegriffenen Jugendlichen wurde durch eine Flasche am Kopf
verletzt.
16. Dezember 2009 Auf YouTube veröffentlicht Gordon Bodo
Dreisch ein Musikvideo für den „Henker“ bei dem Andersdenkende
beleidigt werden.
24. Januar 2010 Gegen halb 2 Uhr nachts wurde ein Besucher
aus dem „Henker“ von der Polizei in der Brückenstraße
kontrolliert, weil dieser, nachdem er die Beamten bemerkt hatte, den
rechten Arm hob und ihnen den Mittelfinger zeigte.
09. Februar 2010 Eine Frau, die bekannt dafür ist, Neonazi-Propaganda
zu entfernen, wird erst im Bahnhof Schöneweide, dann im Fußgängertunnel
und später beim „Henker“ auf der Spreebrücke vom
Neonazi Matthias Römer verfolgt, später von einem weiteren
fotografiert. Beide Aktionen dienen der Einschüchterung der politischen
Gegnerin.
20. März 2010 In der Kneipe „Zum Henker“ findet
eine „Mobilisierungsveranstaltung“ statt bei der sich ca.
70 Personen einfinden. Laut einer Internetseite des Kameradschaftsspektrums,
soll es sich um eine Informationsveranstaltung zum 1. Mai 2010 gehandelt
haben, bei der auch Nazis aus Greifswald und NRW anwesend waren. Als
Redner war der bekannte Neonazi Axel Reitz vor Ort.
21. März 2010 In der Michael-Brückner Straße
wird gegen 6.30 Uhr eine Frau von einem Neonazi mit den Worten „Diese
Kneipe gehört Frontbann24!“ angegriffen. Sie erhielt einen
Faustschlag ins Gesicht.
19. April 2010 Im Fußgängertunnel am S-Bahnhof Schöneweide
wurden mehrere Hakenkreuze gesprüht, u.a. auf das Graffiti. Außerdem
waren die Parolen „Heil Hitler“, „Fuck Antifa“
und „Fuck Silvio Meier einer muss immer der erste sein“
gesprüht. In der Brückenstraße und auf der Brücke
zur Edisonstraße war mehrfach auf dem Boden mit roter Farbe die
Internetadresse der Neonazi-Demo am 1. Mai gesprüht und am Büro
der Partei „Die Linke“ klebten Aufkleber für diese
Demo. Auch in der Schnellerstraße Ecke Spreestraße wurden
Parolen und Hakenkreuze gesprüht. U.a. war hier die Parole "Nur
Hitler" zu lesen und die Adresse der Internetseite, die die Neonazidemo
am 1. Mai bewirbt wurde gesprüht.
22. April 2010 Das Büro der Linkspartei, das sich
in der Brückenstraße befindet, wurde mit Farbe beschmiert.
23. April 2010 Neonazis schmierten an die Außenwand neben
der Sparkasse in der Brückenstraße und neben einem Uhrengeschäft
den Schriftzug "Widerstand infonet" in einer Größe
von ca. 300 cm x 30 cm.
27./28. April 2010 In der Brückenstraße in Schöneweide
werden Flugblätter in die Briefkästen von AnwohnerInnen gesteckt.
Diese nehmen Bezug auf eine Demonstration, die am 30.04.2010 gegen das
rechtsextreme Klientel der Kneipe „Zum Henker“ in Schöneweide
stattfinden soll. Auf diesen wird vor „Gewalttätern, Brandstiftern,
Chaoten und anderen Kriminellen“ gewarnt, die sich in Schöneweide
einfinden, mit der Absicht, den Kiez in „Schutt und Asche“
legen zu wollen. Das Flugblatt stammt angeblich von einem „Zusammenschluss
besorgter Bürger. Aufgrund von Formulierungen, die die Gegner des
Henkers u.a. als „Abschaum“ und „Kriminelle“
bezeichnen, kann man davon ausgehen, dass das Flugblatt seine Quelle
im Publikum oder Personal der Kneipe „Zum Henker“ hat.
30. April 2010 Während einer Demonstration, die sich gegen
die Kneipe „Zum Henker“ richtet, sammeln sich dort ca. 30
Neonazis. Eine dieser Personen zeigt in der Kneipe den Hitlergruß.
Beim Einsatz in der Kneipe stellt die Polizei bei einer weiteren Person
eine Tätowierung fest, die verbotene Symbole des Nationalsozialismus
(Sturmabzeichen der SA) zeigt. Gegen beide Personen wird ein Ermittlungsverfahren
eingeleitet. Im „Henker“ befanden sich u.a. Uwe Dreisch,
Gesine Hennrich, Ronny Schrader, Danny Leszinski, Paul Stuart Barrington.
01. Mai 2010 Durch den Protest vieler Tausender Menschen, wurde
die geplante Großdemonstration der Berliner Neonaziszene zum am
1. Mai erheblich verkürzt. Ungefähr 50 Neonazis versuchten
am Abend dann eine Demonstration von Schöneweide nach Rudow durchzuführen.
Daran wurden sie von der Polizei gehindert und blieben stattdessen an
der Kneipe „Zum Henker“.
29. Mai 2010 Am Bahnhof Schöneweide findet das „Fest
für Demokratie und Toleranz – gegen Angsträume“
statt. Immer wieder versuchen Neonazis auf der Veranstaltung zu provozieren,
in dem sie mit eindeutig rechtsextremen Symbolen über das Fest
laufen, BesucherInnen abfotografieren und pöbeln. Mit dabei waren
Paul Barrington, Christian Stein und Julian Beyer. Die Polizei verhindert
viele dieser Störversuche im Vorfeld. Nach einem gescheiterten
Aufmarsch in Bernau kehren gegen 15:30 Uhr rund 30 Neonazis in den „Henker“
ein. Auf dem Weg vorbei am Fest pöbeln diese die Besucher an. Dabei
sind Gesine Hennrich, Daniel Weber, Daniel Krivian, Demitrio Krüger,
Michael Meißer, Mike Gruber, Uwe Dreisch, Mandy Heidenwolf.
01. Juni 2010 Das Jugendbündnis „Bunt statt braun“
hängt in Schöneweide Tafel auf, die von Jugendlichen bunt
bemalt wurden. Sie sind aus dem Projekt "Schöne Wände
bunt" entstanden und sollen die Vielfältigkeit Schöneweides
darstellen und ein Zeichen gegen die Neonaziszene in Schöneweide
sein, vor allem ein Gegenpol zur Kneipe „Zum Henker“. Beim
Aufhängen der Tafeln, werden Menschen des Bündnisses von Neonazis
fotografiert und auf der Internetseite der sogenannten „Freien
Kräfte Süd-Ost“ abgebildet. Ziel dieser Veröffentlichung
durch die Neonazis, ist die Einschüchterung politischer Gegner.
27. Juni 2010 Gegen 4:30 Uhr wird ein junger Mann in der Tram
in der Wilhelminenhofstraße von vier Neonazis angegriffen, die
Haupttäter sind Josef Irchenhauser und Denis Schünemann. Nachdem
sie dem Mann durch Schläge Kopfverletzungen zugefügt hatten,
verfolgten sie mit einem Auto die Straßenbahn bis nach Hohenschönhausen,
wo sie ihr Opfer erneut angriffen. Sie gingen dabei laut Polizeiangaben
mit „brachialer Gewalt“ vor. Im Oktober 2010 wurden vier
Tatverdächtige festgenommen. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen
wurden bei der Tat getragene Bekleidungsstücke und indizierte rechtsextreme
Tonträger beschlagnahmt. Die Täter kamen vor der Tat aus dem
„Henker“.
16. Juli 2010 Im „Henker“ findet eine „Mobilisierungsveranstaltung“
für einen Naziaufmarsch in Dortmund statt. Über 40 Nazis besuchen
diese Veranstaltung. Nach eigenen Angaben sprach ein „Kamerad
aus dem JN Landesvorstand von Sachsen Anhalt“ und zwei Neonazis
aus Dortmund.
26. August 2010 Der Betreiber der Kneipe „Zum Henker“
Paul Barrington stellt während der Bürgerfragestunde in der
BVV eine Anfrage zum Umgang mit seiner Kneipe. Zu seiner Unterstützung
hat Sebastian Schmidtke eine Kundgebung vorm Rathaus Treptow unter dem
Motto „Zum Henker mit den Demokraten“ angemeldet. Ca. 30
Neonazis beteiligen sich an dieser Kundgebung. Unter ihnen sind Gesine
Hennrich, Ronny Schrader, Oliver Parche, Udo Voigt, Stefan Lux, Julian
Beyer, Steve Hennig, Uwe Dreisch, Sven Haverlandt, Detlef Appel, Ines
Wegener, Jan Sturm, Paul Barrington, Mandy Schmidt, Fritz Liebenow,
Daniel Weber, Marco Oemus, Josef Irchenhauser, Sascha Kari, Rene Palme
und andere.
27. November 2010 In Schöneweide wird an dem Haus in der
Brückenstraße, in dem sich die Kneipe „Zum Henker“
befindet ein Plakat des Gestaltungswettbewerbs „Schöne Wände
bunt“ abgerissen. Das Plakat war auf einer großen Werbetafel
angebracht worden. Die Täter wurden beim Abreißen beobachtet.
Sie kamen aus der Spreestraße.
06. Februar 2011 In der Kneipe „Zum Henker“
findet eine Veranstaltung mit mehreren Dutzend Teilnehmer/innen statt.
Es handelt sich um eine Schulung zum Thema Verhalten bei Demonstrationen.
Während er Veranstaltung wurde auch politisches Infomaterial zu
politischen Gegnern und zu Dresden verteilt.
09. Februar 2011 An die Scheiben des Büros der Partei
Die LINKE in der Brückenstraße in Niederschöneweide
wird ein Plakat aus dem rechtsextremen Spektrum geklebt, dass an die
Bombardierung Dresden im Jahr 1945 erinnert. Es wurde genau über
ein Plakat gegen einen Naziaufmarsch in Dresden geklebt, das von innen
an die Scheibe angebracht wurde.
12. Februar 2011 Die Scheiben des Büros der Partei
Die LINKE in der Brückenstraße werden eingeschlagen.
07. März 2011 Gegen 2 Uhr 30 hatten Polizisten zwei maskierte
Männer beobachtet, wie sie über ein Baugerüst an die
Hausfassade eines Hotels in der Michael-Brückner-Straße gelangten
und ein schwarzes Hakenkreuz an die Fassade sprühten. Die Beamten
nahmen die beiden Tatverdächtigen im Alter von 23 Jahren fest.
Zeugen erkannten unter ihnen David Eichner. Die beiden auf frischer
Tat Ertappten sind zudem verdächtig, bereits zuvor in der Michael-Brückner-Straße
das Bürgeramt und das erst vor kurzem eröffnete „Zentrum
für Demokratie“ sowie in der Brückenstraße das
Parteibüro der "Linken" und ein Wohnhaus mit rechten
Parolen und Symbolen beschmiert zu haben. Noch während die Polizisten
die Festgenommenen überprüften, strömte eine Gruppe von
Personen aus dem „Henker“, in die Michael-Brückner-Straße.
Herbeigerufene Bereitschaftspolizisten stellten die Personalien von
sieben der Männer sowie einer Frau fest. Ein angetrunkener 24-jähriger
Mann wehrte sich. Gegen ihn wird nun ein Ermittlungsverfahren wegen
Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.
15. März 2011 Während im Zentrum für Demokratie
eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Demokratieerklärung
oder Bespitzelungsklausel“ stattfindet, veranstalten Neonazis
aus dem Spektrum der verbotenen Kameradschaft „Frontbann24“
eine Gegenkundgebung mit ca. 40 Personen. Anmelder war Uwe Dreisch,
anwesend waren David Gudra, Christian Bentz, Sebastian Dahl, Christian
Schmidt, Rene Palme, Mike Thurau u.A. Abseits standen noch Marco Oemus,
Gordon Bodo Dreisch und Gesine Hennrich. Ihre Veranstaltung musste auf
der gegenüberliegenden Straßenseite an der TRAM-Haltestelle
des S-Bahnhofs Schöneweide stattfinden. Nach 40 Minuten, in denen
über Megafon gegen die Leiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus
gehetzt wurde, beenden sie ihre Kundgebung.
26./27. April 2011 In der Nacht vom 26. auf den 27. April wird
am Parteibüro der LINKEN in der Brückenstraße in Schöneweide
eine Scheibe beschädigt. Hinter der Scheibe hängt ein großes
Plakat mit dem Portrait Gregor Gysis. Die Scheibe wurde direkt an der
Stirn Gysis beschädigt. Sie ist mehrfach gesprungen.
20. Mai 2011 Bei einer Verkehrskontrolle in der Brückenstraße
entdecken Polizisten eine Tätowierung auf dem linken Unterarm eines
Neonazis mit dem Schriftzug "Frontbann" und leiten ein Ermittlungsverfahren
wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§
86a StGB) ein.
21. Mai 2011 Während das Fest für Demokratie am S-Bhf
Schöneweide stattfindet versuchen Neonazis immer mal wieder über
das Fest zu laufen oder sich am Rand des Festes zu platzieren und das
Fest zu beobachten. Gegen Mittag kommen die ersten, gegen Ende des Festes
um 22 Uhr verlassen die letzten unerwünschten Besucher den Rand
der Veranstaltung. Mit dabei sind Andreas Thürmann, „Henker“-Wirt
Paul Stuart Barrington, Robin Devantier, Sebastian Schmidtke, Deborah
Lück, David Gallien, Julian Beyer und Daniel Krivian.
13. Juni 2011 Ein Mahnmal in der Griechischen Allee in Oberschöneweide,
das an Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus erinnert,
ist mit Hakenkreuzen und Parolen beschmiert worden.
14. Juni 2011 Jugendliche die gegenüber der Kneipe „Zum
Henker“ eine Garagenwand bemalen wollten, sind dort von Gästen
des Lokals belästigt und bedroht worden, sodass sie die Bemalung
abbrechen.
15. Juni 2011 An die Garagenwand gegenüber der
Kneipe „Zum Henker“ wird in der Nacht die Parole "Frei
Sozial National" gesprüht.
Mitte Juni Sebastian Schmidtke beginnt mit dem Bezug
einer Ladenzeile in der Brückenstraße 9. Er plant hier fortan
unter dem Namen "Hexogen" (ein Wehrmachts-Sprengstoff aus
dem zweiten Weltkrieg) Waffen und "Sicherheitsdienstbedarf"
zu verkaufen.
19. Juni 2011 Gleich zwei Mal wird am Zentrum für
Demokratie die Jalousie an der Eingangstür beschädigt. Von
Samstag auf Sonntag wird die Jalousie im unteren Bereich eingetreten,
von Sonntag auf Montag in Bauchhöhe eingeschlagen, so dass sie
nur noch notdürftig hochgefahren werden konnte. Besucher_innen
müssen nun bückend in die Einrichtung eintreten.
23. Juni 2011 Eine Gruppe Jugendlicher, die erneut versucht
die Garagenwand gegenüber der Kneipe „Zum Henker“ zu
besprühen wird von Neonazis bepöbelt und bedroht. Als sie
die Aktion beenden werden sie von Neonazis verfolgt. Sie versuchen unter
der Brücke zu fliehen und laufen bis sie an einem Zaun nicht mehr
weiterkommen. Dabei werden sie von den Neonazis verfolgt, die sich dann
vermummen. Erst zu diesem Zeitpunkt schreiten Zivilbeamte der Polizei
ein.
28. Juni 2011 Zwei Zivilbeamte der Polizei werden von Gästen
des Lokals „Zum Henker“ verfolgt als sie von der Brückenstraße
in die Spreestraße gehen. Dort wollen sie in ihr geparktes Auto
einsteigen. Die Gruppe von vier Verfolgern hatte sich vermummt und die
Zivilbeamten teilweise massiv bedroht. Erst nachdem die Beamten sich
als Polizisten zu erkennen gaben, ließen die Neonazis von ihnen
ab. Mit der Unterstützung weiterer hinzugezogener Polizeibeamter
konnten die Verfolger, die in den „Henker“ geflüchtet
waren, vorläufig festgenommen werden. Im „Henker“ wurden
bei einer Begehung „diverse Schlag- und Stichwerkzeuge“
sichergestellt und die Personalien weiterer Gäste aufgenommen.
Weitere Nazis trieben sich im Kiez herum, unter ihnen Sebastian Schmidtke,
Christian Bentz und Sebastian Zehlecke.
Anfang Juli 2011 In der Griechischen Allee in Oberschöneweide
werden Sprühereien entdeckt, die mit Schablone angebracht wurden.
Besprüht wurde mindestens ein Stromkasten, der Gehweg und eine
Sitzbank. Die Sprüherei besteht aus der Parole „lasst die
Kühe im Dorf!! Schöneweide bleibt national!!!“ und einer
kleinen Kuh darunter. Hier wird Bezug genommen auf die Aktion „Schöner
weiden ohne Nazis“.
8. Juli 2011 Neonazis haben verschiedene Transparente
in Niederschöneweide an ein Gerüst und an die ehemalige Brauerei
gehangen. Sie nehmen darauf Bezug auf die Demonstration gegen den „Hexogen“,
die am gleichen Tag stattfindet. Auf den Transparenten in der Spreestraße
und der Schnellerstraße ist zu lesen: „Lieber tot als rot“,
„hupen gegen links“ und „Deutsche Farbenlehre: braun
gehört zu bunt“. Es wurde außerdem eine Reichskriegsflagge
an ein Baugerüst angebracht. Es waren zudem in der Flutstraße
und der Brückenstraße verschiedene Parolen gesprüht
worden wie „White Power“, „NS-Jetzt“ ein Hakenkreuz
u.a.. Auch das Grafitti gegenüber der Kneipe „Zum Henker“
ist mit rechtsextremen Parolen übersprüht worden. Im Zusammenhang
mit der Demonstration waren am Freitag auch Neonazis beobachtet worden,
die T-Shirts anhatten auf denen in Frakturschrift auf der Vorderseite
„Unser Kiez“ und hinten „Schöneweide bleibt deutsch-national“
stand.
8. Juli 2011 Ca. 50 Neonazis veranstalten eine Demonstration
vom S-Bahnhof Adlershof zum S-Bahnhof Spindlersfeld. Zeitgleich findet
eine Demonstration von Antifagruppen, zivilgesellschaftlichen Initiativen
und Parteien durch Schöneweide statt, die sich gegen den Laden
„Hexogen“ richtet. Der „Hexogen“ wird von Neonazis
betrieben und soll im Juli 2011 eröffnen.
14. Juli 2011 Die Schaufensterscheibe des Bürgerbüros
der Linken in der Brückenstraße wird beschädigt und
auf die beschädigte Stelle zwei Aufkleber mit der Aufschrift "Wir
würden niemals behaupten, dass Rudolf Heß ermordet wurde..."
geklebt.
15. Juli 2011 Rund 20 Neonazis sammeln sich vor einem
NPD-Aufmarsch in Neukölln im "Hexogen". Mit dabei sind
Uwe Dreisch, Marco Oemus und Christian Stein.
16. Juli 2011 Die drei Jugendliche waren gegen 5 Uhr
aus einer Diskothek in den Wilhelminenhöfen in Richtung S-Bahnhof
Schöneweide unterwegs, als sie zunächst von drei unbekannten
Männern an der Michael-Brückner-Straße Ecke Sterndamm
angesprochen wurden. Plötzlich kamen drei Vermummte zu den ersten
drei Unbekannten hinzu und gemeinsam schlug und trat das Sextett auf
die überraschten Angegriffenen ein. Drei Tatverdächtige entfernten
sich danach in die Kneipe "Eisenbahner" (Michael-Brückner-Straße),
konnten dort jedoch von alarmierten Polizeibeamten festgenommen werden,
nachdem die Geschädigten sie zweifelsfrei als Täter wiedererkannt
hatten. Einem Tatverdächtigen gelang die Flucht, nachdem sich zahlreiche
aggressive Lokalgäste mit den Festgenommenen solidarisierten und
die polizeilichen Maßnahmen erheblich behinderten.
Gegen die beiden 22- und 24-jährigen Tatverdächtigen, die
der rechten Szene zugerechnet werden können, wurden Ermittlungsverfahren
wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Die drei
Angegriffenen erlitten leichte Verletzungen im Kopf- und Oberkörperbereich.
30. Juli 2011 In der Kneipe „Zum Henker“
findet eine „Autogrammstunde“ der rechtsextremen Band "Marci
& Kapelle" statt, zu der sich ca. 50 – 60 Neonazis versammeln.
02. August 2011 Die Schaufensterscheibe des Bürgerbüros
der Linken in der Brückenstraße wird beschädigt.
03. August 2011 In Schöneweide jagen am Mittag
drei Neonazis einen Pressefotografen durch die Brückenstrasse.
Die Verfolger waren Aufgrund ihrer Kleidung eindeutig als Neonazis zu
erkennen und hielten sich zuvor an dem rechten Szeneladens "Hexogen"
auf. Dem Journalist gelang die Flucht in ein Geschäft.
04. August 2011 Am Zentrum für Demokratie am Michael-Brückner-Platz
werden drei Jalousien so stark beschädigt, dass sie aus der Führungsschiene
herausbrechen. In der gleichen Nacht hängt die NPD viele Wahlplakate
in Schöneweide auf.
12. August 2011 In der Brückenstraße eröffnet
offiziell der Laden „Hexogen“ von Sebastian Schmidte in
dem Waren für „den nationalen Aktivisten“ verkauft
werden. Mitarbeiter ist David Eichner (siehe Eintrag vom 07. März
2011).
15. August 2011 In Sebastian Schmidtkes "Hexogen" (Brückenstraße
9) werden Bustickets für einen Naziaufmarsch in Dortmund im September
verkauft. Als Lockangebot bietet er zu den 30€ Tickets ein Gratis
Pfefferspray und 10% Rabatt bei Einkäufen im Geschäft an.
20. August 2011 Am Rand des antifaschistischen Festivals
Kontrollverluste im Krahnbahnpark Schöneweide, versuchen die Neonazis
Michael Meißner, Stephan Held, Nina Avemann und Robert Hardege
das Fest von der anderen Uferseite aus zu observieren und machen Fotos.
Zwei Antifas konnten sie verscheuchen.
Den Tag über versammelten sich um die zehn Neonazis im „Hexogen“
und später im „Henker“, die mit Ferngläsern die
Brückenstraße beobachteten und versuchten, Festivalteilnehmer_innen
einzuschüchtern. Mit dabei: Marco Oemus.
30. August 2011 Am S-Bahnhof Schöneweide veranstaltet
die NPD eine Wahlkampfkundgebung. Ca. 10 Parteianhänger und ein
Wahlkampfmobil waren vor Ort. Redner waren u.a. der Parteivorsitzende
Udo Voigt und Sebastian Schmidtke, der auf Listenplatz Nr. 3 für
für die NPD in Treptow-Köpenick antritt. Für diesen Tag
hatte sich Klaus Wowereit, regierender Bürgermeister von Berlin
für einen Wahlkampauftritt im Center Schöneweide angekündigt.
Nach der Kundgebung der NPD fand dieser Autritt statt. Bei seiner Ankunft
wurde er von den Neonazis der NPD ins Center begleitet. Nachdem diese
ein paar Anti-Antifa Fotos der Anwesenden geschossen hatten, verließen
sie die Wahlkampfkundgebung der SPD.
31. August 2011 In der Kneipe „Zum Henker“
hält der Bundesvorsitzende der NPD Udo Voigt eine Wahlkampfveranstaltung
ab.
03. September 2011 Zwischen 6 und 7:30 Uhr am Morgen
werden Vertreter_innen der SPD am Bahnhof Schöneweide an einem
Infotisch von drei angetrunkenen Neonazis, die aus der Kneipe „Zum
Henker“ kamen genervt und belästigt. Im Verlauf der Auseinandersetzung
riefen die Neonazis Verstärkung aus der Kneipe „Eisenbahner“.
Bevor die nun größere Gruppe den Stand der SPD angreifen
konnte, schritt die Polizei ein, erteilte Platzverweise und übernahm
den Schutz für den Infostand der SPD.
11. September 2011 Ca. 50 Neonazis sammeln sich in
Schöneweide, um zu einer Wahlkampfveranstaltung der NPD am Alexanderplatz
zu fahren. Mit dabei: Uwe Dreisch und Marco Oemus. Auf der Internetseite
der Partei war eine Kundgebung mit Konzert in Schöneweide angekündigt
worden. Die Veranstaltung fand dann aber Alexanderplatz statt. Dort
versammelten sich insgesamt 150 Teilnehmende.
14. September 2011 Am Parteibüro der Linken in
der Brückenstraße in Niederschöneweide wurde eine Scheibe
beschädigt.
30.September 2011 Im "Henker" findet ein
sogenanntes "Oktoberfest" statt.
20. Oktober 2011 Gordon Bodo Dreisch veröffentlicht
unter dem Namen "Midgards Stimme" eine CD mit dem Titel "Krieg
bis zum Sieg" mit einem Lied für den "Henker".
27. Oktober 2011 An die Eingangstür des Zentrums
für Demokratie ein Aufkleber der NPD mit der Aufschrift „Gute
Heimreise“ geklebt. Zusätzlich war ein Riss in der Scheibe
der Eingangstür, der auf Gewaltanwendung schließen lässt.
29. Oktober 2011 Im "Henker" fand eine "Halloween
Party" statt.
1. November 2011 Ein weiteres Mal wird an die Scheibe
des Zentrums für Demokratie geschlagen, sodass die Scheibe noch
weiter reißt als bei der Beschädigung am 27. Oktober 2011.
Fast täglich werden die Scheiben des Zentrums für Demokratie
bespuckt.
13. November 2011 An die Scheibe des Büros der
Linkspartei in der Brückenstraße in Schöneweide wurde
folgende Parole Geschmiert: "NS jetzt - Fuck Antifa".
28. November 2011 An einem Einkaufscenter in Schöneweide
wird ein Schwarzer durch zwei Neonazis rassistisch beschimpft und geschlagen.
Die beiden Täter fahren mit einem Bus weiter nach Neukölln.
Dort werden ihre Personalien überprüft, weil sie rechte Parolen
rufen. Einer der Täter ist ex-"Frontbann24" Chef Uwe
Dreisch.
22. Dezember 2011 Zwei junge Männer befinden sich
am Hauptausgang des Bahnhofs Schöneweide. Einer der Beiden wird
von einem jungen Skin auf seinen Begleiter mit der Pöbelei „Du
hast da was“ angesprochen. Da sein Begleiter so aussieht, als
könnte er einen Migrationshintergrund haben, fühlen sich die
beiden Männer rassistisch angemacht. In einem kurzen Gespräch
mit dem Pöbler stellen sie fest, dass der an seiner Jacke einen
Button mit der Aufschrift „NSU“ trägt.
30. Dezember 2011 Im „Henker“ findet ein
sogenannter „Liedermacherabend“ statt. Es spielte die Neonazi-Band
„Thors Rache“ in Unterstützung von „Infestus“
auf Einladung von Paul Barrington und Danny Leszinski. Anwesend waren
Michael „Lunikoff“ Regener, „Tätervolk“
und Gordon Bodo Dreisch alias „Midgards Stimme“.
01. Januar 2012 Im "Henker" findet eine "Neujahrsfeier"
statt.
14. Januar 2012 Am Abend wird im „Henker“
eine sogenannte „Bombenholocaustandachtsfeier“ anlässlich
des Jahrestags der Bombardierung Magdeburgs im zweiten Weltkrieg durchgeführt.
Zielgruppe waren vor allem Berlin und Brandenburger Nazis die zuvor
an einem Naziaufmarsch in Magdeburg teilgenommen haben. Anwesend war
u.A. Ronny Schrader. Rund 100 Menschen protestieren gegen die Veranstaltung
mit dem geschichtsrevisionistischen Titel. Im Kiez treibt sich Christian
Stein rum.
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