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Chronologie
neonazistischer Aktivitäten in und um der Kneipe „Zum Henker“
in der Brückenstraße 14 in Berlin-Schöneweide 28.
Februar 2009 Die Kneipe „Zum Henker“ eröffnet
offiziell. Laut der Senatsverwaltung für Inneres findet jedoch
schon am Vortag ein Polizeieinsatz um den „Henker“ statt,
weil „Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ gezeigt
werden.
04. März 2009 In der Brückenstraße
werden zwei Aufkleber der „Aktionsgruppe Marzahn-Hellersdorf“
gefunden. Auf ihnen steht: „Linksfaschisten den Freiraum nehmen“
und „Organisiert den nationalen Selbstschutz!“.
26. März 2009 Neonazis sammeln sich im „Henker“
27. April 2009 Laut der Senatsverwaltung für Inneres
findet ein Polizeieinsatz um den „Henker“ statt, wegen Volksverhetzung.
April 2009 Register Treptow-Köpenick meldet: „In
der Brückenstraße in Schöneweide häufen sich Beschwerden
zu rechtsextremen Vorfällen. Darunter wurde ein eingeritztes Hakenkreuz
in der Scheibe einer Galerie gemeldet, das Rufen rechtsextremer Parolen
und ein vermehrtes Kleben von Aufklebern mit diskriminierenden und rechtsextremen
Inhalten. Als Verursacher der Vorfälle wird das Publikum einer
neuen Kneipe in der Brückenstraße vermutet.“
01. Mai 2009 Nach einem Maifest in der NPD-Bundeszentrale
zum 1. Mai sammeln sich stadtbekannten Neonazis um Sebastian Schmidtke
und David Gudra in der Kneipe „Zum Henker“
16. Mai 2009 Laut der Senatsverwaltung für Inneres
findet ein Polizeieinsatz im „Henker“ statt, wegen einer
Körperverletzung.
21. Mai 2009 Rund 40 Neonazis sammeln sich nach einen
Neonazi-Fußballturnier anlässlich des sog. „Herrentags“
in der Kneipe „Zum Henker“. Wiederholt ziehen sie grüppchenweise
durch den Kiez und skandieren Parolen wie „Frei Sozial und National“
und „Hier marschiert der nationale Widerstand“. Die gegen
18.30 Uhr erschienene Polizei sprach zwar anfangs kurz mit dem Verantwortlichen,
beschränkte sich sonst aber aufs Beobachten.
Unter den Anwesenden befinden sich bekannte Berliner Neonazis aus dem
Spektrum der „Freien Kräfte“ sowie vom „Frontbann
24“ und Brandenburger Neonazis der „Freien Kräfte Teltow-Fläming“.
23. Mai 2009 Neonazis sammeln sich im „Henker“
zur gemeinsamen Anreise zu einem Neonaziaufmarsch in Luckenwalde (Brandenburg).
Juni 2009 Ein mongolischer Künstler, der in den
Spreehöfen in Schöneweide Räume angemietet hatte, wurde
mehrfach am Bahnhof Schöneweide, in der Brückestraße
und in den Spreehöfen von Neonazis rassistisch bepöbelt. Aufgrund
der massiven Bedrohungen kündigte der Künstler sein Mietverhältnis
vorzeitig.
Juni 2009 Laut einer Kleinen Anfrage, die im Abgeordnetenhaus
gestellt wurde, hat im Juni in Treptow-Köpenick ein Liederabend
mit einem „rechtsextremen“ Liedermacher mit ca. 40 Personen
stattgefunden.
06. Juli 2009 Die Polizei nimmt in der Kneipe „Zum
Henker“ drei Männer im Alter von 29, 32 und 33 Jahren fest,
weil diese für alle sichtbar verbotene nationalsozialistische Symbole
auf den Armen tätowiert hatten. Der Jüngste wollte sich der
Festnahme entziehen indem er versuchte die Beamten mit einem Barhocker
zu attackieren und wehrte sich bei der Festnahme. Bei ihm wurde ein
Schlagring gefunden.
10. Juli 2009 In der Kneipe findet eine Veranstaltung
des „Nationalen Widerstands Berlin“ statt, auf der eine
Berliner Ortsgruppe der „Hilfsorganisation für nationale
Gefangene“ gegründet wird. Es sind 40-50 Berliner Neonazis
vor Ort, u.A. die Treptow-Köpenicker Thomas Markgraf, Sebastian
Schmidtke, Robin Devantier und Paul Barrington.
16. Juli 2009 In einem Artikel im Neuen Deutschland
wird ein Ladeninhaber anonym zitiert „Jeden Freitag machen sie
Veranstaltungen im „Henker“. Und jeden Freitag kommen Leute
in meinen Laden und sagen, ich soll aus der Brückenstraße
verschwinden.“
27. Juli 2009 Das „Bündnis für Demokratie
und Toleranz“ verteilt Flugblätter im Kiez gegen den „Henker“.
Am Rande lassen sich Paul Barrington, Gordon Bodo Dreisch und Uwe Dreisch
sehen.
03. August 2009 In der Brückenstraße in
Schöneweide, vor dem Parteibüro der CDU, wurden zwei Hakenkreuze
an einen Postbriefkasten gemalt und eins an einen Mülleimer.
05. August 2009 Ein 17-Jähriger und seine Freundin
werden auf der Brückenstraße von vier Neonazis bedroht. Diese
kamen aus dem „Henker“.
13. August 2009 Nachdem am Vormittag eine Razzia beim
„Frontbann 24“ stattfand, bei der verbotene Waffen und Nazidevotionalien
beschlagnahmt wurden, sammelten sich die Mitglieder zur „Krisensitzung“
im „Henker“. Als ihnen bekannte BezirkspolitikerInnen an
der Kneipe vorbeigehen, versuchen sie diese einzuschüchtern.
26. August 2009 In der Brückenstraße in
Schöneweide sind zwei junge Männer unterwegs, die erst viele
verschiedene Aufkleber des Kameradschaftsspektrums verkleben und im
Anschluss daran BesucherInnen des Linksparteibüros mit Drohgebärden
begegnen. Sie tun dabei u.a. so, als würden sie die Scheiben des
Parteibüros einwerfen wollen. Später stehen die beiden gemeinsam
mit anderen jungen Männern vor der Kneipe „Zum Henker“.
27. August 2009 Nach einem Spontanaufmarsch des „Frontbann
24“ durch Neukölln wegen einer Strafanzeige eines ihrer Mitglieder,
die sich später als erfunden rausstellt, sammeln sich Neonazi in
der Kneipe „Zum Henker“.
28. August 2009 Neonazis verteilen in der Brückenstraße
Flugblätter für den „Henker“ in dem gegen BezirkspolitikerInnen
und Andersdenkende gehetzt wird. Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes
ist Paul Barrington. Abends führen Neonazis eine „Soli-Feier“
durch. Barrington mobilisierte im Internet mit „bring hate with
you.“
19. September 2009 Während am S-Bahnhof Schöneweide
das „Fest für Demokratie“ stattfindet, sammeln sich
bis zu 30 Neonazis des Kameradschaftsspektrums und vom „Frontbann
24“, u.A. Uwe Dreisch, Gesine Hennrich, Ronny Schrader.
Von dort aus starten sie mehrfach Stör- und Spionageversuche gegen
das Fest. Sebastian Schmidtke greift am Rand FestbesucherInnen körperlich
an.
26. September 2009 Die im November 2009 verbotene Neonazikameradschaft
„Frontbann 24“ veranstaltet im „Henker“ ein
„Oktoberfest.“
03. Oktober 2009 In der Nacht wurde in der Nähe
des S-Bahnhofs Schöneweide ein junger Mann von sechs jungen Männern
als "Linke Zecke" beschimpft und angegriffen. Ein Angreifer
sprang ihm in den Rücken, ein anderer schlug mit der Faust zu,
einer zog ein Messer. Die Angreifer ließen dann jedoch auf die
Aufforderung des Betroffenen hin, dass sie ihn in Ruhe lassen sollten,
von ihm wieder ab. Die sechs Männer hatten Beobachtungen zufolge
bereits vorher am S-Bhf. Schöneweide Migranten beleidigt und angepöbelt.
04. Oktober 2009 Nachdem Neonazis unpolitische Kneipengäste
angegriffen hatten, rächten sich diese mit einem Angriff auf die
Kneipe. Sie warfen Molotow Cocktails und überfuhren ein NPD-Mitglied.
Den Angriff schlachten Neonazis seitdem als „linken Übergriff“
aus und nutzen das für Gewaltaufrufe an Andersdenkende, wie z.B.
bei einem spontanen Aufmarsch noch am selben Abend im Kiez.
08. Oktober 2009 Am Wahlkreisbüro von Gregor Gysi,
in der Brückenstraße in Schöneweide wurde das Schloss
der Eingangstür mit Kleber beschädigt. Es musste ausgewechselt
werden.
10. Oktober 2009 Auch eine Woche später hält
der Angriff auf den „Henker“, selbst nachdem die Polizei
die Tat inklusive ihres unpolitischen Motivs aufgeklärt hat, als
Vorwand her, für Neonazis durch die Berliner Bezirke Mitte und
Friedrichshain zu ziehen und Namen von vermeintlichen AntifaschistInnen
in Kombination mit Gewaltaufrufen zu verlesen.
Ein 18-jähriger Linker wird gegen 22 Uhr 40 in der S-Bahn von mehreren
Neonazis geschlagen, die an der Demonstration teilgenommen haben und
sich auf dem Nachhauseweg befinden.
30. Oktober 2009 Im „Henker“ findet eine
„Halloweenfeier“ statt, bei der bekannte Neonazis wie Sebastian
Schmidtke, Ines Wegner und Danny Leszinsky erschienen. In der Brückenstraße
wird ein Mann aufgrund seines Aussehens von zwei „Henker“-Gästen
rassistisch beschimpft und mit einer Flasche im Gesicht verletzt, wodurch
Folgeschäden die Sehkraft des linken Auges nachhaltig beeinträchtigten.
07. November 2009 Nachdem ein Konzert der Neonazi-Bekleidungsmarke
„Erik and Sons“ in Oberschöneweide durch die Polizei
untersagt wurde, sammeln sich vor allem die Neonazis unter den ehemaligen
Konzertbesuchern im „Henker“.
19. November 2009 Eine 10-köpfige Gruppe Neonazis
um Gesine Hennrich und Sebastian Schmidtke zog aus dem „Henker“
kommend zum S-Bahnhof Schöneweide und schlug auf dem Bahnsteig
einen Jugendlichen zusammen. Als Vorwand gaben sie später bei der
Polizei an, ihre Kneipe wäre beschädigt worden und sie hätten
nach Tätern gesucht. In Wirklichkeit störte die Nazis ein
Antifa-Infostand vor dem S-Bahnhof, den sie anzugreifen planten.
20. November 2009 Neonazis versuchen ihren gestrigen
Übergriff am S-Bahnhof den sie vom „Henker“ aus starteten,
politisch umzudeuten als Verteidigungsaktion. Dazu führen sie mit
knapp 150 Personen einen spontanen Aufmarsch um die Kneipe herum durch.
November 2009 Laut einer Kleinen Anfrage im Abgeordnetenhaus,
hat im November 2009 ein Liederabend mit einem „rechtsextremen“
Liedermacher stattgefunden, bei dem ca. 40 Personen anwesend waren.
05. Dezember 2009 Nach einem Neonaziaufmarsch in Königs
Wusterhausen sammeln sich ehemalige Versammlungsteilnehmer im „Henker“
und bedrohen Passanten.
06. Dezember 2009 Eine Gruppe von Jugendlichen kommt
am frühen Morgen aus einer Diskothek in den Spreehöfen in
Schöneweide. Als sie an der Kneipe „Zum Henker“ vorbeilaufen
werden sie mit den Worten „Ihr Autonomen, wir bringen Euch um,
wir machen Euch fertig“ beschimpft und mit Steinen, Flaschen und
Messern angegriffen. Zunächst sind es nur fünf Personen, die
angreifen, aus der Kneipe stürmen jedoch noch weitere 20 bis 30
Personen, die die Jugendlichen jagen. Die alarmierte Polizei schreitet
nicht ein. Einer der angegriffenen Jugendlichen wurde durch eine Flasche
am Kopf verletzt.
16. Dezember 2009 Auf YouTube veröffentlicht Gordon
Bodo Dreisch ein Musikvideo für den „Henker“ bei dem
Andersdenkende beleidigt werden.
09.
Februar 2010 Eine Frau, die bekannt dafür ist, Neonazi-Propaganda
zu entfernen, wird erst im Bahnhof Schöneweide, dann im Fußgängertunnel
und später beim „Henker“ auf der Spreebrücke vom
Neonazi Matthias Römer verfolgt, später von einem weiteren
fotografiert. Beide Aktionen dienen der Einschüchterung der politischen
Gegnerin.
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