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Chronologie
faschistischer Übergriffe in Treptow/ Köpenick.
1999 2000
2001 2002 2003
2004 2005 2006 2007 2008 2009
2007
26.01.2007:
In der Herrentoilette des Rathauses Treptow tauchen Aufkleber des
Freien Widerstands auf. Einen Tag zuvor fand eine BVV-Sitzung statt,
bei der Markus Loszczinsky und Sebastian Schmidtke die Abgeordneten der
NPD durch ihre Anwesenheit unterstützen.
04.02.2007:
Die NPD veranstaltet einen Landesparteitag in Oberschöneweide in der
Kleingartenanlage Grüne Aue in der Kneipe "Michas Bikertreff". Es
kommen ca. 100 Delegierte, die beschliessen, dass die Partei
"aktionsorientierter" werden soll. Dementsprechend sind für das
kommende Jahr in Berlin 30 Veranstaltungen geplant. Am Vormittag hatten
zu 11 Uhr die Parteien des Abgeordnetenhauses und ab 12 Uhr
antifaschistische Gruppen am Mandrellaplatz in Köpenick eine
Protestkundgebung gegen den Parteitag veranstaltet. Es kamen ca. 300
bis 400 GegendemonstrantInnen.
17.02.2007:
Bei einem Flohmarkt in der Wilhelminenhoftstrasse wird Material mit
verbotenen Nazisymbolen verkauft, das am Abend in Lichtenberg sicher
gestellt wird.
11.03.2007: Gegen 6Uhr fuhr
ein Jugendlicher mit der S-Bahn von Ostkreuz Richtung Treptower Park.
Ihm gegenübersitzend unterhielten sich zwei Männer Mitte dreissig
lautstark auf tiefstem, rassistischen Niveau. Als der Jugendliche
daraufhin die Männer aufforderte, dieses zu lassen, wurde mit
höhnischen Sprüchen geantwortet. Der Jugendliche wurde am S-Bahnhof
Treptower Park mit zwei Tritten und einem Stoß aus der Bahn geworfen.
18.03.2007: Am S-Bahnhof Baumschulenweg werden am frühen morgen zwei Punks von vier Neonazis angegriffen.
23.03.2007:
Eine Gruppe von ca. 10 Neonazis beschimpft in der Köpenicker
Seelenbinderstrasse zwei Frauen als "Scheisskanackenschlampen". Im
Anschluss daran versucht die Gruppe randalierend in den Jugendclub
"Café" einzudringen.
24.03.2007: Ungefähr
um Mitternacht beschimpfen 15 Neonazis in Köpenick eine Frau als
"Judenschlampe", bewerfen sie mit einer Flasche und laufen in den
Bellevue-Park.
14.04.2007: Im
Rahmen eines bundesweiten Aktionstages macht die NPD Infotische. Am
S-Bahnhof Schöneweide wird ein solcher Infostand durchgeführt.
16.04.2007: An
der Gebrüder-Mongolfier-Oberschule, Standort Wildenbruchstrasse wir ein
gesprühtes Hakenkreuz gefunden. Darunter steht "Fürn Führer".
20.04.2007:
In einer Parkanlage an der Treskowallee wird auf einem Teerweg ein 1x1
m grosses Hakenkreuz und andere rechte Symbole gesprüht.
30.04.2007:
Die Gemeinschaft Deutscher Frauen läd Mitglieder und Sympathisanten zum
"Tanz in den Mai". Bei dieser traditionellen völkischen Veranstaltung
sollen Spiele, Tanz und Gesang der Unterhaltung dienen.
01.05.2007:
Die NPD fährt quer durch Berlin und verteilt vor Volksfesten und
Maifeiern ihre Flugblätter. Unter ihren Stationen ist auch das Maifest
auf dem Köpenicker Schlossplatz. Mit dabei war Eckart Bräuniger.
06.05.2007:
Am Treptower Ehrenmal in der Puschkinalle wurde das auf einer Tafel das
Wort "Ehrenmal" durchgestrichen und durch das Wort "Schandmal" ersetzt.
In der rechten Ideologie wird der 8.Mai, der Tag der Befreiung vom
Faschismus nicht feierlich gewürdigt, sondern steht als Symbol für die
Niederlage Deutschlands. In den vergangenen Jahren haben Neonazis ohne
Erfolg versucht den Tag inhaltlich umzudeuten. In diesem Jahr fand eine
Saalveranstaltung der NPD in Neukölln statt.
12.05.2007: Am S-Bhf Schöneweide macht die NPD am Vormittag einen Infotisch.
18.05.2007:
Ein 31-Jähriger Mann wirft in der Hasselwerder Strasse in
Niederschöneweide mit Steinen nach zwei spielenden Jungen. Zudem rief
er fremdenfeindliche Parolen und machte den "Hitlergruss".
27.05.2007:
In der Grünauer Strasse in Köpenick feiern rechte Jugendliche eine
Party in einer Privatwohnung eines 42-jährigen Mannes. Dabei rufen sie
rechte Parolen und zeigen eine Hakenkreuzfahne aus dem Fenster.
30.05.2007: Im Fussgängertunnel am Bahnhof Schöneweide wird ein 30x30 cm grosses Hakenkreuz von PassantInnen entdeckt.
01.06.2007:
In Baumschulenweg in der Baumschulenstrasse wurden ein 33-Jähriger
Afrikaner und seine Begleiterin angegriffen. Die vier Angreifer
beschimpften das Pärchen zunächst verbal und schlugen dann beiden ins
Gesicht. Einer der Angreifer holte dann einen Baseballschläger aus
einem geparkten Auto und schlug damit drohend auf den Tisch einer
Gaststätte. Eine Passantin alarmierte daraufhin die Polizei. 04.06.2007
In der Wilhelminenhofstraße in Schöneweide werden an allen Läden und
Kneipen mit nichtdeutschen Inhabern NPD-Aufkleber gesichtet mit der
Aufschrift "No go area".Sie werden in der Nacht darauf alle entfernt. 09.06.2007
Die NPD führt im Rahmen eines berlinweiten Aktionstages einen Infostand
am Bahnhof Schöneweide durch, bei dem von Eckart Bräuniger und Stefan
Lux NPD-Zeitungen verteilt werden.Auf- und abgebaut wird der Stand von
6 Glatzen, die ansonsten als Bewachung danebensitzen.Die einzige Frau
in dieser Gruppe trägt ein T-Shirt miteiner 88.Polizei und Zivilkäfte
der PMS können nur mit Mühe Zusammenstöße mit den Infoständen von
Linkspartei und SPD verhindern, die sich gegenüber aufgebaut haben und
für ein Verbot der NPD Unterschriften sammeln und die von der NPD
verteilten Zeitungen in Müllsäcken einsammeln.
09.06.2007: Treptow in Flammen. Größere Gruppen BFCler und Treptower Nazis ziehen durch den Park. Sie
nehmen in größeren Gruppen an dem Fest teil. Im Anschluss kommt es in
anderen Teilen des Bezirks zu Übergriffen durch Nazis, die zuvor bei
"Treptow in Flammen" waren. 17.06.2007 Im Gelände des FEZ in Köpenick entdecken Besucher auf einer Straße ein 1 mal 1 Meter großes weißes Hakenkreuz. 17.06.2007: In der Brückenstraße in Schöneweide wird das Lokal "Brücke 7" von Neonazis überfallen. Zwei junge Männer werden verletzt. 14.07.2007: Am Generalshof (Straße am Platz des 23. April in Köpenick) findet eine Party von Neonazis statt.
14.07.2007: Die NPD führt einen Stand am S-Bhf Schöneweide durch.
15.07.2007:
Ein Taxifahrer beleidigt zwei kenianische Frauen rassistisch, als diese
am Bahnhof Köpenick gegen 22.20 Uhr in sein Taxi steigen. 21.07.2007:
Zwei asiatisch aussehende junge Frauen werden in der Köpenicker
Bahnhofstraße gegen 20.30 Uhr beschimpft und angegriffen. Sie werden
fremdenfeindlich beschimpft und ins Gesicht geschlagen.
30.07.2007: NPD-Saalveranstaltung in Köpenick. Medienberichten zufolge kamen 50 Personen zur Veranstaltung der NPD in
der Freiheit 15 in der Köpenicker Altstadt. An den Gegenprotesten, die
von einem breiten Bündnis aus Parteien und Zivilgesellschaft getragen
wurden, beteiligten sich zwischenzeitlich 200 Menschen. Die Polizei war
massiv vor Ort. 10.08.2007: Am S-Bahnhof Treptower Park wird
am Abend eine alternative Jugendliche von mehreren Rechten zuerst
angepöbelt und im späteren Verlauf ins Gesicht geschlagen.
12.08.2007: Grünau/ Zeuthen: Gegen 21 Uhr wird ein Jugendlicher in der S-Bahn zwischen Grünau und
Zeuthen von einer ca. 6-köpfigen Gruppe Neonazis bedroht. In Zeuthen
drängen sie ihn aus dem Zug, wobei er mehrmals getreten wird. Im
Anschluß gelingt es ihm zu fliehen und den ihn verfolgenden Neonazis zu
entkommen.
27.08.2007: NPD-Saalveranstaltung. Die NPD veranstaltet erneut eine Saalveranstaltung – diesmal im Rathaus
Treptow. Die Veranstaltung wird von etwa 50Personen besucht. Es reden
die Verordneten Voigt, Bräuniger, Liebenow, Thönhardt etc. Anwesend
auch Jörg Hähnel (NPD Lichtenberg-Hohenschönhausen), Jan Sturm (NPD Neukölln) u.a.
Währenddessen findet vor dem Rarhaus eine Gegenkundgebung mit etwa 150 TeilnehmerInnen statt.
05.09.2007: Bei einer Diskussionsveranstaltung der
Rosa-Luxemburg-Stiftung im Nachbarschaftszentrum Hessenwinkel, an der
70 Menschen teilnehmen, tauchen auch 8-10 Nazis der NPd auf, die sich
in der "Wortergreifungsstrategie" üben und ihre Menschen verachtende
Weltanschauung reproduzieren. 07.09.2007: Markus
Loszczinsky verklebt mit einem weiteren Neonazi Aufkleber in
Altglienicke in der Molchstraße, der Ortolffstraße, der Venusstraße und
der Siriusstraße. Anschließend flüchten beide vor der Polizei. 08./09.9.2007: In
der Nacht vom Sa. zum So. treffen sich in
Baumschulenweg in der Kneipe "Treffpunkt" (Heidekampweg 14, Inh. Jenny
Neumann) ca. 10 Neonazis. Sie betrinken sich und halten kurze
Reden. Gegen
2.15 Uhr gehen sie von der Kneipe
zur nahegelegenden Wohngemeinschaft von Komorowski/Woratsch in der
Radenzer Straße. Dort feiern sie kurz weiter, bis sie um ca. 2.45 Uhr
die Feier beenden. Sie
verabschieden sich mit Hitlergruß und gehen zum Bahnhof Baumschulenweg.
Pöbeln dort zwei Jugendliche
an mit den Worten "Zecke verrecke" an und verschwinden mit der S-Bahn
Richtung Norden. 18.09.07: In der NPD-Zentrale findet eine Veranstaltung statt. Nach deren Beendigung um ca. 20 Uhr werden 2
alternative Jungendliche, die auf dem Weg ins "Cafe" (Haus der Jugend Köpenick) waren von Gästen
der NPD-Veranstaltung verfolgt und angepöbelt. Sie konnten sich
rechtzeitig ins "Cafe" retten.
Gegen 20.30 Uhr wird ein Jugendlicher in der Straßenbahn 63 Richtung
Johannisthal von 3 Jugendlichen, alle in schwarz gekleidet, mit
Palituch und Capi's, im Alter zwischen ca. 17 und 19 mit "Scheiß Zecke"
und "Zecke verrecke" beschimpft. Auch hier gelingt die Flucht. 24.09.2007: Wie Die Linke berichtet,
wurde eine Scheibe des Wahlkreisbüros des Bundestagsabgeordneten Gregor
Gysi in der Brückenstrasse beschädigt. Unbekannte hatten es am
Wochenende mit Pflastersteinen einschlagen wollen. Als
"Bekennerschreiben" hinterließen sie einen Aufkleber, auf dem "NPD
jetzt" zu lesen ist. Der Aufkleber entsstammt ursprünglich der
antifaschistischen Kampagne für ein NPD-Verbot. 29.09.2007:
Beim Fest für Demokratie am Bahnhof Schöneweide schleichen Neonazis
herum und versuchen die VeranstalterInnen und TeilnehmerInnen zu
beobachten. Mit dabei Fritz Liebenow (NPD-Abgeordneter in der BVV
Treptow-Köpenick), Sebastian Schmidtke (Anmelder des Dezember-Aufmarsch
für ein "Nationales Jugendzentrum") Andreas Thürmann, Danny Leszinsky und Markus
Loszczynski (JN-Berlin). An der Kneipe "Ostend" in der Haselwerder Straße, die häufig durch Partys mit Neonazis auffällt, findet ein "Erntedankfest" statt. Dort versammeln einige Neonazis. 06.10.2007: Bei einem Aufmarsch der
NPD in Königs Wusterhausen sind neben NPD-Chef Udo Voigt auch Nazis aus
Berlin, insbesondere aus Treptow-Köpenick und Rudow, vetreten. Der
ehemalige BASO-Aktivist René Bethage hält gar die Abschlussrede und
schwafelt dabei von einem "nationalen und sozialen Jugendzentrum". 19.10.2007: In der Winckelmannstr. besprüht ein Jugendlicher Haauswände mit Hakenkreuzen und Nazi-Parolen. 04.11.2007: Nazischmiereien in Baumschulenweg.
In der Nacht vom Samstag zum Sonntag werden in Baumschulenweg mehrere
Naziparolen an Wände und Stromkästen geschmiert. Mit rund 30cm großen
Buchstaben stand am Bhf. Baumschulenweg bzw. an Stromkästen in der
Kiefholzstraße u.a. "Nationaler Sozialismus jetzt", "Hitler was Right"
und "Antifa Loosser" (Fehler im Original). Zudem wurden mehrere
SS-Runen und ein Hakenkreuz angebracht. 06.11.2007: Der einschlägig vorbestrafte
Treptower Neonazi René Theobald aus dem Spektrum der "Freien Kräfte
Berlin" wurde heute am Amtsgericht Tiergarten zu einer Haftstrafe von
einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Dieser hatte im Juli zusammen
mit fünfzehn anderen Berliner Neonazis aus dem NPD und
Kameradschaftsspektrum, nach einer Demonstration gegen eine Moschee in
Pankow-Heinersdorf, mehrere linke Jugendliche bedroht und angegriffen.
An dem Übergriff waren auch der Köpenicker Marco Edgar Vincent Kühnauer
sowie sein 15-jähriger Sohn Tobias beteiligt. M. Kühnauer wurde zu 5
Monaten auf Bewähurng verurteilt. Unter den Prozessbeobachtern befanden
sich mehrere Neonazis, u.a. Anja Hahn aus Schöneweide sowie Dennis
Eister aus Plänterwald. 24.11.2007: Neonazis verteilen am Bahnhof Schöneweide Flugblätter für die Demonstration am 1.12.. 01.12.2007:
Der Naziaufmarsch findet nicht wie geplant in Schöneweide, sondern in
Rudow statt. Treffpunkte sind der Bahnhof Schöneweide und Schönefeld.
Von Schönefeld aus machen ca. 300 Nazis unter der Führung von Rene
Bethage einen Fussmarsch bis zum U-Bhf Rudow. Es kommen insgesamt 550
Nazis aus Berlin und dem Bundesgebiet. 19.12.2007: Gegen 19.15 Uhr werden auf
dem Bahnsteig des S-Bahnhof Treptower Park die Pässe von zwei
TouristInnen mit schwarzer Hautfarbe von Beamten der Bundespolizei
kontrolliert. In Deutschland sind rassistische Polizeikontrollen an der
Tagesordnung. 29.12.2007: Laut Polizei wurden am
Wahlkreisbüro des Linke-Abgeordneten Gregor Gysi in der Brückenstrasse
zwei Fesnterscheiben eingeworfen. Vor dem Büro fanden die Beamten
Handzettel der Naziszene. Die Räumlichkeiten sind seit mehreren Jahren
regelmäßigen Anschlägen ausgeliefert.
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