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Chronologie
faschistischer Übergriffe in Treptow/ Köpenick.
1999 2000
2001 2002 2003
2004 2005 2006 2007 2008 2009
2006
13.02.2006: Es wird beobachtet, wie einige Neonazis in der Plönzeile/Firlstraße
(oberschöneweide)
"sieg heil" skandieren.
16.02.2006:
Nachdem am 15.02. in der Kreativwerkstatt "Loesje" (Alt Treptow) eine
Veranstaltung des Antifaschistischen Bündnisses Süd Ost stattgefunden
hatte, zerstören Neonazis in der Nacht zum 16.02. die Scheiben der
Galerie und sprühen die Parole "smash abso" und ein Hakenkreuz an die
Fassade des Hauses. (Pressemitteilung des ABSO)
18.02.2006:
Am Rande einer Solidaritäts-Demonstration für die Gefangenen des
Abschiebeknast in Köpenick, pöbelten mehrere Neonazis aus Wohnungen. Am
Köllnischen Platz skandiert ein Neonazi im NPD-Pullover "Antifa
hahaha!".
01.03.2006: Mehrere Hakenkreuze wurden an Häuserwände in der Glienicker Strasse in Adlershof gesprüht.
04.03.2006: In
der Spreehexe in Schöneweide versammeln sich 100-150 Nazis aus der
bundesweiten Neonaziszene. Ein Konzert der populären Naziband
„Spreegeschwader“, welches an diesem Abend statt finden sollte, wurde
bereits zwei Tage vorher durch die Polizei verboten.
11./12.03.2006: In
der Venusstrasse in Altglienicke treffen sich 10 bis 15 Neonazis an der
Kugel vorm Sparmarkt, wo sie den Rest des Wochenendes verbringen und
Nicht-Rechte einschüchtern.
13.03.2006:
In der Nacht vom 12.3 zum 13.3 wurde an der Schönefelder Chausee beim
Aldi
ein Container besprüht mit dem Schriftzug
,,Antifa ist dünnschiss,,. Im sogenannten Gehtto wurden 2 S-Runen und
antizionistische Symbole gesprüht, die allerdings schon wieder entfernt
wurden.
14.03.2006: Eine Gruppe Neonazis, unter ihnen Martin Griess, versuchen eine Klebeaktion in Altglienicke durchzuführen.
20.03.2006: Treptower Neonazis verurteilt: In Potsdam
wurden die Treptower Neonazis Sebastian Schmidt und Thomas Markgraf
("Monty") von dem Potsdamer Landgericht im so genannten Tram-Überfall
verurteilt. Beide sind Aktivisten in der Neonazigruppe Märkischer
Heimatschutz-Sektion Berlin. Es geht um einen Angriff von elf Neonazis
auf zwei Potsdamer Studenten im Juli 2004. Die Gruppe hielt damals
eigens eine Trambahn an, um ihre Opfer brutal anzugreifen, beide
mussten mit schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden.
Markgraf wurden zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Sebastian
Schmidt hingegen nur wegen unterlassener Hilfeleistung verwarnt.
25.03.2006: An einem Aufmarsch der
NPD, der durch das Köpenicker Allendeviertel führte, beteiligten sich
ca. 40 Nazis. Dadurch mussten sie teilweise auf dem Gehweg laufen. Vorm
örtlichen PDS-Büro werden volksverhetzende Parolen skandiert. Mit dabei
waren unter anderem Eckart Bräuniger, Andrew Hanisch, Dennis Eister,
Nicole Stenzel und Christian Bentz. Eine gleichzeitig stattfindende
friedliche Antifa-Demonstration wird von der Polizei massiv
kriminalisiert. So kam es zu mehreren gewaltsamen Übergriffen auf
Teilnehmer_innen und etlichen Festnahmen. 27.03.2006:
Berlin - Hohe Strafen für rechte Treptower Jugendclique. Eine rechte
Jugendbande ist vom Berliner Landgericht wegen brutaler Selbstjustiz zu
teils langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten Jagd auf
vermeintliche Kinderschänder und Punks gemacht .
Die acht Mitglieder einer rechten Treptower Clique im Alter von damals
17 bis 31 Jahren, darunter zwei Mädchen, sind vom Landgericht Berlin
wegen gefährlicher Körperverletzung, schweren Raubes und Beihilfe sowie
Amtsanmaßung und unterlassener Hilfeleistung zu zwei Jahren auf
Bewährung bis neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Gegen vier der
Angeklagten ergingen Jugendstrafen, wobei eine heute 18-Jährige
lediglich die Anweisung erhielt, an sozialen Trainingskursen
teilzunehmen.
Im Mai 2005 hatten sie im Stadtteil Treptow-Köpenick in
unterschiedlicher Tatbeteiligung drei Männer, die sie für
Sexualstraftäter hielten, gefoltert und ausgeraubt. Die Taten seien von
besonderer „Grausamkeit“ und Menschenverachtung geprägt, stellte das
Gericht fest. Ohne jedes Mitgefühl sei den Opfern Leid zugefügt worden.
Sie hätten Selbstjustiz an Menschen begangen, die sie für
Kinderschänder hielten, weil ihrer Ansicht nach der „Staat seine
Aufgabe nur unzureichend erfüllt“ habe.
Ein 40-jähriger Bäcker war mit einem heißen Bügeleisen misshandelt
worden und hatte entsprechend große Verbrennungen erlitten. Der Mann
ist Zeit seines Lebens entstellt. Einen anderen Mann hatte man in
seiner Wohnung misshandelt und bei verbundenen Augen gedroht, ihn mit
kochendem Wasser zu verbrühen. Ein weiterer Mann war von zwei
Angeklagten mit einem Schlagstock verprügelt worden. Auf dem Weg zu
einem der Opfer waren außerdem zwei Punks spontan von den „tendenziell
rechts gerichteten“ Angeklagten, überfallen worden.
28.03.2006: Potsdam : Treptower Neonazi wegen Überfall
auf Linke zu Haftstrafe verurteilt. Wegen eines Überfalls auf zwei
junge Männer im Juli 2005 hat das Potsdamer Landgericht fünf Neonazis
zu Haftstrafen von drei Jahren und neun Monaten bis fünf Jahren
verurteilt. Der 23 Jahre alte Neonazi Marcell Schmeck aus Schöneweide
erhielt zwei Jahre Haft auf Bewährung. Die Bewährungszeit beträgt drei
Jahre. Er habe bereits frühzeitig ein Geständnis abgelegt und eine
Tatbeteiligung eingeräumt befand das Gericht. Er habe "Reue gezeigt und
sich glaubhaft bei den Opfern entschuldigt". Zudem habe er sich aus
eigener Kraft aus dem rechtsextremen Milieu losgelöst. Die sechs
Angeklagten hätten "stillschweigend und übereinstimmend den Entschluss
für den Überfall gefasst" und in zwei Fällen gemeinschaftlich
gefährliche Körperverletzung begangen, begründete der Vorsitzende
Richter das Urteil. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die
Angeklagten im Alter zwischen 22 und 32 Jahren in der Nacht zum 3. Juli
2005 zusammen mit sieben weiteren Jugendlichen (u.a. Thomas Markgraf
aus Schöneweide und Sebastian Schmidt aus Köpenick) in der Potsdamer
Innenstadt zwei junge Männer aus der linken Szene überfallen hatten.
Dabei schlugen und traten sie auf die Körper und Köpfe der Studenten
ein und verletzten einen von ihnen mit einer Bierflasche. Eines der
Opfer erlitt eine Gehirnerschütterung und mehrere Hämatome, dem anderen
wurden mehrere Schnittverletzungen im Gesicht zugefügt.
01./02.04.2006: Das Kölner Viertel in Altglienicke
(S-Bhf. Grünbergallee) wurde in der Nacht mit ca. 300 NPD-Aufklebern
und Aufklebern der "AGL" zugeklebt.
10./11.04.2006: im Wolfmarsteig in Altglienicke wurden ANB-Taggs (Autonome Nationalisten Berlin)
gesprüht sowie Runen und Keltenkreuze.
16.04.2006:
In Altglienicke kommt es vermehrt zu Neonazisprühereien mit dem Kürzel
der selbsternannten Autonomen Nationalisten. Parolen sind
beispielsweise "tötet alle linke" und " C4 for reds". Teilweise wurden
Briefkästen mit ANB-Aufklebern beklebt und ,,Anb is watching you,,
gesprüht. In der Ortolfstr. und Seitenstrassen wurden Tyr-Runen,
Hakenkreuze, Keltenkreuze, Anb, Agr und anderer Mist gesprüht.
20.04.2006:
Spreehexe durchsucht: Am sogenannten Führergeburtstag feierten Neonazis
im Treptower Lokal "Spreehexe". Die Polizei dursuchte am späten Abend
im Rahmen eines laufenden Ermittlungsverfahrens das Lokal in der
Schnellerstraße und überprüften insgesamt 32 Personen. Die Beamten
fanden einen Schlagring und leiteten ein Verfahren wegen Verstoßes
gegen das Waffengesetz ein. Unter den Neonazis befanden sich die
Treptower Neonazis Andreas Thürmann (MHS-Sektion Berlin), Dennis Eister
(Deutsche Gemeinschaft Berlin), Kaled Hassan und Danny Leszinski
(Anti-Antifa Potsdam). Leszinski war erst eine Woche vorher aus der
Haft entlassen worden. Er war wegen Angriffen auf Alternative in
Potsdam verurteilt worden. Auch die Berliner Neonazis Paul Barrington,
Will, Gregor Drakov waren anwesend.
22.04.2006:
Während das ABSO das Le Monde est à nous in der Feuerwache Schöneweide
veranstaltet, versuchen Neonazis mehrfach bis zur Veranstaltung
durchzudringen. In der nahe gelegen Kneipe Spreehexe sammeln sich 60
Neonazis. Trotz massiver Polizeipräzens werden am Bahnhof mehrfach
BesucherInnen des Le Monde von Nazis angegriffen. Gegen 00:45 Uhr
werden in der Bahnhofsvorhalle zwei Jugendliche von einem Nazi mit
einer Flasche beworfen. Als sie probieren zu flüchten stürzt einer der
Jugendlichen und wird von dem Angreifer mehrfach mit Schlägen
traktiert. Als um etwa 3 Uhr die letzten BesucherInnen den Bahnsteig
betreten, warten dort bereits mehrere Neonazis in der S-Bahn. Beim
Versuch die Jugendlichen anzugreifen werden sie von der Polizei
festgenommen. Unter den Neonazis befanden sich: Christian Bentz, Marcel
Röckel und Marcus Metzkow. Die Spreehexe dient den ganzen Abend über
als Treffpunkt für die Neonazis.
30.04.2006:
Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park wurde mit rechten Parolen
besprüht. So konnten am Sockel der "Mutter Heimat" unleserliche Tags,
die Zahl 88, sowie Hakenkreuze festgestellt werden.
30.04.2006:
Die "Gemeinschaft deutscher Frauen" möchte in einem Lokal in
Schöneweide einen "Tanz in den Mai" veranstalten. Da ihr die
Räumlichkeiten gekündigt werden, weicht sie nach Karlshorst aus.
06./07.05.2006:
In der Nacht vom 6. auf dem 7.Mai wurde die Gedenktafel an den
Antifaschisten Alfred Grünberg am S-Bhf. Grünbergerallee mit
Hakenkreuzen beschmiert.
07.05.2006:
Auf dem S-Bahnhof Adlershof werden gegen 3 Uhr sechs alternative
Jugendliche von 8 Neonazis angegriffen. Sie werden von den Nazis
geschlagen und getreten und können schließlich vom Bahnhof flüchten.
Nur 20 Minuten vorher greift dieselbe Gruppe auf dem S-Bahnhof
Baumschulenweg mehrere Jugendliche an, als die gerade die Bahn
verlassen. Auch hier schlagen die Neonazis mehrmals auf die
Jugendlichen ein und verletzen diese. Mit dabei die Neonazis Sebastian
Glaser und Ines Wegner.
12.05.2006: In Adlershof
und Altglienicke wurden mehrere hundert NPD-, Rudolf-Hess- und
Mobilisierungsaufkleber für die Neonazidemonstration vom 3. September
letzten Jahres.
16.05.2006: Auf
dem Friedhof Adlershof werden 30 Grabsteine umgeworfen. Darunter
befindet sich auch ein Grabstein der Grabanlage für Verfolgte des
Naziregimes. Am gleichen Tag führt die NPD einen Infotisch am S-Bhf. Schöneweide durch.
20.05.2006: Am Rande der
antifaschistischen Demonstration “What are you waiting for?! attack
nazistructures - support your local antifa!“ in Köpenick, filmen Nazis
die Demonstranten aus der NPD-Zentrale ab, um die gesammelten Fotos für
so genannte “Schwarze Listen“ zu verwenden. Mit dabei waren neben
NPD-Mitgliedern, wie z.B. Andrew Hanisch, auch Aktivisten der
verbotenen Kameradschaften Tor und BASO, wie z.B. Christian Bentz.
Vor der “Internetkneipe J@M.one “ in der Müggelheimer Straße pöbeln
mehrere Gäste der Kneipe die Demonstration an, ihr Besitzer Jens Radke
beschimpfte lautstark die Teilnehmer_innen.
24.05.2006: Am S-Bhf. Grünau findet ein Infostand der Npd statt, Mit dabei: Udo Voigt.
25.05.2006: Am S-Bhf.
Treptower Park versuchen rechte Jugendliche einen türkischen Imbiss
anzugreifen. Von Schöneweide aus zieht eine 12 köpfige Gruppe Neonazis
los, um alternative Jugendliche zu bedrohen und anzugreifen. Mit dabei
der Treptower Sebastian Schmidt von der Berliner Sektion des Märkischen
Heimatschutz. Am Ostkreuz kommt es gegen 22 Uhr zu einem Übergriff der
Gruppe auf einen Jugendlichen. Die Neonazis setzen einen
Teleskopschlagstock und eine Eisenkette ein. Durch die Kette wird der
Jugendliche im Gesicht verletzt. Drei der AngreiferInnen werden von der
Polizei festgenommen. Darunter auch Stefanie Piehl
(JN-Stützpunktleiterin Nord-Ost).
30.05.2006: Infotisch der NPD am S-Bhf. Grünau wieder mit Udo Voigt.
01.06.2006: Die NPD macht Infotisch am S-Bhf. Schöneweide und Adlershof.
19.06.2006: Am Sterndamm werden ca. 70-80 Aufkleber der NPD und des Freien Widerstands verklebt.
10.07.2006: Ein
vietnamesisches Blumengeschäft in der Glienicker Strasse in Köpenick
wird angezündet. Es gehört der Ehefrau des vietnamesischen
Imbissbetreiber, der vor geraumer Zeit von Markus Loszczinsky und
Dennis Eister krankenhausreif geprügelt wurde.
17./18.06.2006:
Bei einer Schlägerei in Schönefeld erleidet ein 15-jähriger Äthiopier
einen Schädelbruch. Einer der Schläger war Dennis Eister, ein weiterer
Timo Lenning. Er gehörte der verbotenen Kameradschaft Berliner
Alternative Süd-Ost an und der rechten Szene. Eine Anwohnerin hat zudem
rassistische Parolen gehört.
05.08.2006: Die NPD hängt Wahlkampfplakate in der
Seelenbinder Strasse auf. Der Wahlkampf beginnt und in den folgenden
Tagen und Wochen tauchen überall im Bezirk weitere Plakate auf. 09.08.2006: In
der Nacht vom 9.8 zum 10.8.06 wurden an denn Bushaltestellen im Umkreis
vom S-Bhf Grünbergallee Hakenkreuze und israelfeindliche Sprüche bzw.
Symbole in die Scheiben der Bushalten gekratzt.
12.08.2006:
In der Nacht wird in Altglienicke in der Rudower Strasse eine Brücke
über der Bundesautobahn 113 mit antisemitischen Parolen und einem
Hakenkreuz beschmiert.
12.08.2006: Bei einem Angriff von Neonazis auf eine antifaschistische
Demonstration in Wismar, ist der Betreiber des Naziladens Parzifal aus
Schöneweide beteiligt.
13./14.08.2006: Nazis reissen in Schöneweide, bzw. Jahoannisthal Plakate der Linkspartei ab, die sich gegen rechts richten.
22.08.2006: Die NPD macht Infotisch am Allende-Center in Köpenick.
25.08.2006: Zwei Nazis verkleben Aufkleber mit rechtem Inhalt in der Nähe des S-Bahnhofs Baumschulenweg.
25.08.2006: Ein Infotisch der Linkspartei wird an der
Rudower Spinne angegriffen. Unter den Angreifern befinden sich Timo
Lennig, der durch einen Überfall auf einen 15-jährigen Äthiopier in
Schönefeld im Juni aufgefallen ist. Aber auch Rene Bethage beteiligt
sich. Markus Loszczinsky konnte ebenfalls in der Szenerie ausgemacht
werden.
25.08.2006: Nachdem mehrere Nazis zwie
Jugendliche am S-Bahnhof Schöneweide jagen, versuchen Polizeibeamte die
Schläger im Sterndamm festzunehmen. Zunächst gelingt es vier Rechte zu
fassen. Diese werden jedoch von ca. 20 Kameraden durch Flaschenwürfe
befreit. Daraufhin flüchteten die rechten Jugendlichen in ein Wohnhaus,
wo sie kurze Zeit später festgenommen werden. Laut Polizeiangaben
handelt es sich um der "rechten Szene zugehörige" Personen im Alter von
17 bis 21 Jahren.
29.08.2006: Bei einer Wahlkampfveranstaltung der SPD
vorm Brückner-Haus am S-Bahnhof Schöneweide, sammeln sich ca. 25 Nazis,
um die Veranstaltung lautstark zu stören. Unter ihnen befinden sich auch Rene Bethage mit seinem Zögling Markus Loszczinky und Danny Lescinski.
02.09.2006: Laut Polizeiticker
wurden sechs Männer im Alter von 17 bis 21 Jahren und eine 19-Jährige
in der Nacht zum 02.09. gegen 3 Uhr 10 in der Rudower Chaussee in
Adlershof von einem Zeugen bei der Beschädigung von Wahlkampfplakaten
beobachtet. Die Täter waren zum Teil stark alkoholisiert als sie die
Wahlplakate, die an Laternen befestigt waren, abrissen. Ein 18-Jähriger
trug zudem ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ruhm und Ehre der
Waffen-SS“. Das T-Shirt wurde beschlagnahmt und ein Strafverfahren
wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen
eingeleitet.
02.09.2006: Eine antifaschistische Demontration, u.a.
veranstaltet vom Antifaschistischen Bündnis Süd-Ost zieht mit ca. 500
TeilnehmerInnen vom S-Bahnhof Schöneweide bis zur Rudower Spinne. Motto
des Aufzugs ist: "Augen auf, schaut nicht weg. Rechte Strukturen
aufdecken!". Neonazis begutachten vor Beginn den Auftaktort, versuchen
die Demonstration vom Rand aus immer wieder zu stören, was jedoch
aufgrund des Polizeiaufgebots nicht gelingt. An der Demonstrationsroute
wurden in der vorangegangenen Nacht antisemitische und rechte Symbole
und Parolen, wie beispielsweise Hakenkreuzen gesprüht. Zudem wurden
extra Aufkleber gegen die Demonstration verklbet. Ein Transparent hing
in Schöneweide am Sterndamm, auf dem "Die rote Fahne weht nie mehr"
steht und am Rathaus Johannisthal wird von Neonazis aus einer Wohnung
heraus während einer Zwischenkundgebung der Demonstration ein
Hitlergruss gezeigt. Mit dabei auch Timo Lennig, Neonazis aus Rudow,
der erst eine Woche zuvor einen Infostand der Linkspartei in Rudow
angegriffen hatte und an einem Übergriff in Schönefeld in diesem Jahr
beteiligt. Nachdem nachgewiesen werden konnte, dass Timo Lennig eine
Flasche auf den Infostand der Linkspartei geworfen hatte, wurde er am
Rande der Demonstration festgenommen und in Untersuchungshaft verbracht.
03.09.2006: Laut Polizeiticker pöbelte ein 25-jähriger
Rechter einen 45-jährigen Punk in der Seelenbinder Strasse in Köpenick
an. Dieser ingnorierte die Pöbeleien und wurde daraufhin vom Neonazi
angegriffen und ins Gesicht geschlagen. Er wehrte sich und schlug dem
Neonazi eine Flasche über den Kopf. Daraufhin wurde der Angreifer mit
Schnittwunden an Kopf und Unterarm ambulant im Krankenhaus behandelt.
06.09.2006: Im Rahmen des Wahlkampfs zum
Abgeordnetenhaus verteilen Eckart Bräuniger und Udo Voigt am MArktplatz
Adlershof die Schulhof-CD der NPD an PassantInnen.
10.09.2006: Ein Wahlkampfhelfer der Linkspartei wird von einem
vermutlich rechten Täter angegriffen. Während er Wahlplakate anbrachte,
zog der Unbekannte an der Leiter, sodass sich der Whalkampfhelfer nur
durch einen Sprung vorm Sturz retten kann. Dabei wird er nach eigenen
Angaben an der Wirbelsäule verletzt.
11.09.2006: Ein von der NPD gemietetes Fluzeug zieht seine Runden über die östlichen Stadtbezirke Berlins.
12.09.2006: EIn Wagen der NPD fährt durch Köpenick und beschallt Strasse sowie AnwohnerInnen mit rechten Parolen und rechter Musik.
12.09.2006: Auf dem Hof der NPD-Zentrale findet ein Festessen für ca. 20 Personen statt.
14.09.2006: Die NPD baut am Nachmittag einen Infotisch zwischen Rathaus Köpenick und Schlossplatz auf.
16.09.2006: In der Nacht zum Sonntag 17.09. (Nacht vor
der Wahl) wurden in Spindlersfeld großflächig Hakenkreuze auf
SPD-Wahlkampfplakate gesprüht. Die Polizei überklebte diese.
23.09.2006: Beim Fest für "Demokratie und Toleranz",
veranstaltet vom Bezirksamt Treptow-Köpenick, dem Bündnis für
Demokratie und Toleranz, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und
dem Runden Tisch Johannisthal, versuchen Neonazis der verbotenen
Kameradschaft BASO zu stören. Da sie aufgrund ihrer mangelnden
demokratischen Einstellung nicht auf dem Fest geduldet wurden,
veranstalteten sie eine Kundgebung gegenüber. Mit dabei auch wieder
Rene Bethage und Sebastian Krzyzanowski. Der NPD-Kandidat Bräuniger
beobachtet die Szenerie und versucht das Geschehen ebenfalls zu stören.
26.09.2006: Zuschauer eines Kreisligaspiels des VSG
Alglienicke in Altglienicke rufen antisemitische Parolen. Nachdem sich
die Spieler des jüdischen Fussballvereins TuS Makkabi Berlin beim
Schiedsrichter beschweren, zeigt dieser ihnen die gelbe rote Karte. Die
Polizei wurde zwar alarmiert, traf aber erst lange Zeit nach Spielende
ein. Das Spiel wird von der Fussballmannschaft Makkabi selbst
abgebrochen in dem sie das Spielfeld vorzeitig verlassen. Auf dem Weg
zu ihren Fahrzeugen werden die Spieler weiterhin von Altglienicker Fans
angegangen. Zur Zeit wird gegen unbekannt wegen Volksverhetzung und
Beleidigung ermittelt. Der Schiedsrichter darf sein Amt nicht mehr
ausüben und gegen den Altglienicker Fussballverein laufen Ermittlungen.
08.10.2006: Alexander Willibald Bahls, Betreiber des
Parzifal (Naziladen in der Wilhelminenhofstrasse in Schöneweide) und
Mitglied bei der Neonaziband Spreegeschwader, wird wegen einer
Schutzgelderpressung bei einem anderen Naziladenbetreiber in Wismar
festgenommen. Er war mit einem weiteren Täter in das Haus des
28-jährigen Naziladenbetreibers eingedrungen und hatte ihn mit
Totschläger, Brecheisen und einer Axt bedroht. Er forderte 10 500 Euro
als Entschädigung für die Vermarktung von Neonazi-Artikeln. Da diese
vorerst nicht zu bekommen waren, stahlen sie laut Staatsanwaltschaft
600 Euro, eine Kredit- sowie drei EC-Karten. Der Parzifal in
Schöneweide ist zur Zeit geschlossen.
17.10.2006: Bei den Abgeordnetenhaus und BVV-Wahlen
erreicht die NPD in Treptow-Köpenick 5,3 %. Damit ziehen die drei
Kandidaten Udo Voigt (Bundesvorsitzender der Partei), Eckart Bräuniger
(ehemaliger Söldner) und Fritz Liebenow (Monarchist) für die NPD in die
BVV Treptow-Köpenick ein. Sie haben Fraktionsstärke erreicht, den
Vorsitz der Fraktion übernimmt Voigt. Damit haben sie zudem das Recht
auf einen eigenen Büroraum im Rathaus. Am Wahlabend findet eine
Spontandemonstration gegen den Einzug der NPD in die BVV statt, an der
sich ca. 80 Personen beteiligen. Die NPD veranstaltet im Hof der
Zentrale in der Seelenbinderstrasse eine Wahlparty für Mitglieder. Mit
dabei auch Mitglieder der verbotenen Kameradschaften, sowie Mitglieder
der Vandalen.
18.10.2006: Unbekannte Täter haben
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Schöneweide in der Britzer
Strasse antisemitische Parolen geschmiert. Laut Polizeiticker bemerkte
ein Angestellter des Wachschutzes gegen 2 Uhr 10, dass die Täter in
eine Baracke eingedrungen waren und dort an einer Flurdurchgangstür
drei Davidsterne und ein Hakenkreuz mit einem Faserstift angebracht
hatten.
Oktober 2006: Im Fussgängertunnel am S-Bhf.
Schöneweide, der zum 23.09.2006 mit einem antirassistischen Wandbild
versehen wurde, werden "SS" und "SA"-Schriftzeichen geschmiert.
21.10.2006: In Tegel findet eine
Solidaritätskundgebung der NPD für den Sänger der verbotenen
Rechtsrockband Landser Michael Regner ("Lunikoff") statt. 25 Neonazis
machen sich aus Altglienicke auf den Weg, 35 aus Schöneweide. Nach
Beendigung der Kundgebung versucht Rene Bethage an der Beusselstrasse
eine Spontandemonstration anzumelden.
25.10.2006: Kurz vor Mitternacht werfen Neonazis
Brandsätze auf das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in
Schöneweide. Ein Anwohner alarmiert die Polizei, die bei ihrem
Eintreffen die Flammen mit einem Feuerlöscher löscht. An einer Baracke
entsteht Sachschaden.
12.11.2006: Am frühen Morgen (2 Uhr 40) greifen zwei
Neonazis in der Schnellerstrasse (Niederschöneweide) einen Musiker an,
der gerade dabei ist Konzert-Equioment in ein Auto zu laden. Sie warfen
ihm aus 2 m Entfernung eine Flasche an den Kopf. Als sie flüchten folgt
ihnen eine Gruppe, die sich mit dem Opfer solidarisiert. Auch diese
wird mit einem Schlagstock bedroht. Die Polizei nimmt später einen der
Täter in einem Lokal in der Spreestrasse fest.
19.11.2006: Neonazis legen auf dem
Waldfriedhof Grünau einen Kranz ab, der den gefallenen deutschen
Soldaten des 1. und 2. Weltkrieges gedenkt. Er ist mit "Nationaler
Widerstand Berlin-Brandenburg" unterschrieben.
03.12.2006: Ein Mann und eine Frau
schreiten ein, als 10 Neonazis zwei farbige Menschen in einer S-Bahn
rassistisch beleidigten. Als die beiden am Treptower Park die S-Bahn
verlassen, folgt ihnen die Gruppe und sie werden von 3 Personen
angegriffen. (siehe auch unter Presse)
09.12.2006: Ca. 150 Neonazis aus dem Umfeld der so
genannten „Freien Kräfte“ ließen sich bei ihrer Demonstration für ein
„Nationales Jugendzentrum“ einmal wieder von der Berliner Polizei den
Weg frei prügeln. Weder ihr Motto war neu, noch die Köpfe, welche
dahinter stecken. Nachdem die ersten beiden Jahre der selbsternannte
BASO-Anführer René Bethage als Anmelder fungierte, trat seit dem
letzten Jahr Sebastian Schmidtke in dessen Fußstapfen. Ihr Fußvolk aus
den verbotenen Kameradschaften BASO und KS TOR brachten sie mit.
Die Nazis hatten mit massiven Gegenprotesten zu kämpfen. Nachdem es
ihnen unmöglich gemacht wurde, wie die Jahre zuvor, am ersten
Dezember-Wochenende aufzumarschieren, nutzten sie das zweite Wochenende
für ihre menschenverachtende Propaganda. Doch 800 bis 1000 Menschen
stellten sich ihnen dabei in den Weg. Unter Anwesenheit des
NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt und dem Berliner Landesvorsitzenden
Eckhart Bräuninger standen die Neonazis stundenlang im Regen, von allen
Seiten blockiert durch antifaschistischen Protest. Aber die Berliner
Polizei war sich nicht zu schade dazu, dem Abhilfe zu schaffen und
sorgte für die gewalttätige Räumung jeglichen antifaschistischen
Protests und für den freien Weg der Nazis zu ihrem angestrebten
Zielort, dem U-Bahnhof Alt-Rudow.
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