The Andi Pichler Blog

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  • Brixen, 26.09.2008 - verfasst von Andi

    Neuer Auftritt

    Liebe Freunde meines Blogs, es ist mir eine Freude, euch mitzuteilen, dass mein Blog expandiert ist. "Heute Kranebitt, morgen die ganze Welt" unter diesem Motto findet sich der neue, wissenschaftlichere, abgehobenere und visonärere englischsprachige Blog Kranebitt Observer unter folgender Adresse:

    K-Observer.blogspot.com

    Ich hoffe, Ihr findet daran genauso viel Freude, wie an meinem aktuellen Blog. Man sieht sich dort!

  • Brixen, 27.07.2008 - verfasst von Andi

    Jugendlicher Zerstörungswut in Brixen

    "Fast jeden Tag laufen Klagen ein über unablässige Lausbubenstückeln zum Schaden einzelner und der Gesamtheit..." was diesen Artikel über den jungendlichen Vandalismus in Brixen von den anderen unterscheidet, welcher wir regelmäßig zu Gesicht bekommen, sind zwei Tatsachen:

    • Erstens werden die "Lausbuben" nicht gleich zu zombieartigen Wieder- holungstätern stilisert
    • Zweitens stammt der Artikel aus der Brixener Chronik von 1908 und nicht etwa aus dem gestrigen Tagblatt.

    Daraus kann man nun schließen, dass die Thematik immer noch branheiß ist oder eher dass es Ausbrüche jugendlichen Zerstörungsdrangs bereits zum Beginn des vorigen Jahrhunderts gegeben hat, dass dieser aber immer wieder zu einem nützlichen politischen Thema gemacht werden kann. Beides wird wohl wahr sein, die sogenannten "Vandalismusakte" in Brixen sind aber kaum schlimmer als jene in Klausen, Bozen, Sterzing oder Vintl, in Brixen aber sind sie auf eine Zone konzentriert, die "zufälligerweise", mit dem Weg von den Lokalen in der Innenstadt zur Diskothek Max. Das Problem "Vandalismus" ist also viel eher ein Verkehrsproblem, als ein soziales Problem, welches durch Videospiele und Marylin Manson ausgelöst wurde. Da das Max einen der wenigen Orte in Brixen darstellt, wo auch nach 12 gefeiert und getrunken werde darf und keine öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs sind, hat man eine Horde angetrunkener Halbstarker welche einen 20-30 Min¨tigen Marsch gen Süden antreten. Alle Bemühungen in Richtung Videokameras, Bürgerwehren usw. zeugen zwar von der berechtigten Angst der Anwohner, falls solche Maßnahmen das Problem lösen, so wäre eine solche Lösung nur symptomatisch und w¨rde zum einen das Problem nicht an der Wurzel packen und zum anderen sowohl den Steuerzahler als auch die Jugendlichen ungerechtfertigt stark belasten.

  • Brixen, 07.07.2008 - verfasst von Andi

    Hermann Knoflacher über den BBT

    Jeder darf seine Meinung zum Brennerbasistunnel haben. Auch wenn man meine Meinung leicht zwischen den Zeilen lesen kann, ist es mir vor allem wichtig, Informationen zu sammeln, welche der Propagandaoffensive der Landesregierung mit dem BBT-Info Point ein kritisches Gegengewicht bieten. Die Argumente der Gegner sind vielseitig und bunt gemischt, von nicht berücksichtigen Interessen über hydrologische Überlegungen bis zu wirtschaftlichen Argumenten wird uns alles in regelmäßigen nahe gelegt, um bei den nächsten Wahlen "richtig" abzustimmen. Dass die deutschsprachigen Oppositionsparteien so gut wie geeint gegen das Projekt sind, sollte dem Bürger an sich schon zu denken geben. Ich halte es hierbei aber so, dass ich im Pool der Experten diese herauspicke, welche ich für glaubwürdig halte und sehe mir deren Argumente an. Einer dieser Experten, wessen Arbeiten mich sehr beeindrucken ist der österreichsiche Professor Hermann Knoflacher. Dieser hat sich bereits international mit Verkehrsplanung beschäftigt als die Brennerautobahn das Megaprojekt zur "Entlastung des Alpenraumes" war. Nachdem ich Knoflachers Buch "Stehzeuge" gelesen habe (sehr zum empfehlen), habe ich im Internet einen Vortrag gefunden, welchen Knoflacher 2007 in Sterzing auf Einladung der Transitinitiative gehalten hat. In diesem Vortrag präsentiert er simple und einfach nachvollziehbare Daten, mit welchen er systematisch die Interessengruppen hinter dem Projekt isoliert und den verkehrstechnischen sowie volkswirtschaftlichen Unsinn begründet.
    Egal ob man nun kritisch und ökosozial veranlasst ist oder bereits den Tunnelblick hat, der Votrag bietet interessante Informationen, welche jeden interessieren sollten, deshalb poste ich auch den Link hier:

    "Der Brennerbasistunnel lässt sich verkehrspolitisch nicht begründen" auf der Seite der Transitinitiative Südtirol

  • Brixen, 26.06.2008 - verfasst von Andi

    Benachteiligung der Jugend bei den Zusatzrenten

    In den letzten Wochen habe ich mich sehr mit dem Thema private Pensionsvorsorge beschäftigt. Uns wird ja bereits in regelmäßigen Abständen eingebleut, dass wir uns um unsere eigene Pension kümmern sollten, da der Staat uns nur 40% unseres letzten Gehaltes ausbezahlen wird, da ja die heutigen Pensionen von 65-70% des letzten Gehaltes finanziert werden müssen und die Jugend gegen die politische Macht der Babyboom-Generation kaum Chancen haben. Die fehlende Kompromissbereitschaft und die kurzsichtige Politik der letzten Jahrzehnte allein wären ja bereits schlimm genug, würden die Jugendlichen nicht auch noch bei der privaten Zusatzrente benachteiligt. Jeder, der nämlich in einen privaten Rentenfonds einzahlt, kann die Beträge bis zu einem Höchstbetrag von knapp 5100 Euro jährlich von der Einkommenssteuer IRPEF abziehen. Das klingt zwar schön und freut alle, im Grunde wird aber eine Ungerechtigkeit kaschiert.
    Da Italien ein stufenweise progressives Steuersystem besitzt (d.h. verschiedene Steuersätze für verschiedene Einkommensklassen), sind die Beträge die man sich durch die Abzug der Einzahlungen in die Zusatzrente spart höher liegen je höher der eigene Steuersatz liegt, d.h. je mehr man verdient. Diese Absurdität ist offensichtlich, sobald jemand die Funktionsweise der Einkomemnssteuer versteht, aber für viele bleibt dieser Zusammenhang verborgen. Dies erklärt auch, weshalb der politische Widerstand so gering ist.
    Konkret bedeutet diese Ungerechtigkeit, dass z.B. ein junger Büroangestellter mit seinem Einstiegsgehalt maximal 5100*23%= 1173 Euro absetzen kann, während sich eine Besserverdiener von seinen 5100 Euro ganze 5100*35%= 1785 Euro absetzten kann. In dem Beispiel wurde der Mindeststeuersatz 23 Prozent und ein durchschnittlicher Steuersatz für ein höheres Einkommen von 35 Prozent verwendet. Das Beispiel zeigt klar auf, dass es junge und schlechter verdienende Bürger bis zu 612 Euro (Differenz zwischen 1785 und 1173) pro Jahr (!) mehr kosten kann, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen, als die Topverdiener (welche ihr Gehalt auch deklarieren). Dass diese Situation sozial ungrecht und den eigenen Zwecken widerspricht (Jugendlichen sollten Anreize geboten werden, privat vorzusorgen nicht Spitzenverdienern), sollte diese so bald als möglich berichtigt werden.

  • Brixen, 18.06.2008 - verfasst von Andi

    Ach so... die Welt wäre dann noch zu retten..

    Ich hoffe ich klinge jetzt nicht wie ein indoktrinierter Wirtschaftsstudent, aber der Artikel, den ich auf Spiegel.de gelesen habe hat mich derart inspiriert, dass ich den Inhalt gerne an dieser Stelle kurz wiedergeben möchte: In Kopenhagen, Dänemark treffen sich in regelmäßigen Abständen (alle zwei Jahre) eine Gruppe von Starökonomen, welche ein imaginäres Budget bekommen und dieses versuchen, so effizient als möglich in Entwicklungshilfe zu investieren. Minimaler Einsatz bei maximalem Nutzen (oder Effizienz, wie es der Ökonom nennt) lautet hier die Maxime.
    Bei dem diesjährigen Copenhagen Consensus war ein Budget von 75 Milliarden US-Dollar über vier Jahre optimal zu verteilen. Heraus kam dabei die folgende Strategie:

    Vorschlag: Summe (USD)
    1. Versorgung von Kindern in Entwicklungsländern mit Vitamin A und Zink 0,06
    2. Umsetzung der Ziele von Doha über den weltweiten Freihandel 0,0
    3. Versorgung mit Eisen und jodiertem Salz 0,3
    4. Ausbau von Impfprogrammen für Kinder 1,0
    5. Forschung und entwicklung von neuen Agrartechniken und Saatgut 0,06
    6. Entwurmung und Ernährungsberatungsprogramme an den Schulen 0,03
    7. Verringerung von Schulkosten 5,4
    8. Mehr und bessere Schulausbildung für Mädchen 6,0
    9. Ernährungsberatung auf kommunaler Ebene 0,8
    10. Verbesserte Beratungsangebote für Frauen zur Familienplanung 4,0
    11. Akutbehandlung von Herzinfarkten 0,2
    12. Malaria-Vorbeugung/Behandlung 0,5
    13. Identifizierung von Tuberkulosekranken und deren Behandlung 0,4
    Gesamt pro Jahr: 18,75
    Gesamt in vier Jahren 75

    Interessanterweise wurde der Klimaschutz vor allem in Form von CO2 Reduktionen an die 14. Stelle gestetzt und kommt somit nicht in den Genuss der immaginären Geldmittel. Würde dieser Vorschlag in die Realität umgewandelt, so käme das der Abkehr von der derzeitigen Bedeutung der Entwicklungshilfen gleich, nämlich der, andere Länder in die Lage zu versetzen bei uns einzukaufen und würde statdessen Prioritäten setzen, um die Autonomie und Gesundheit der Menschen zu stärken.
    Ich fände eine solche Vorgehensweise vor allem auch in kleineren Dimensionen sinnvoll, wie z.B. der Verteilung des Landeshaushalts nach dem Gießkannenprinzip, welches dem Konzept der Entwicklunshilfe stark gleicht. Dabei geht es nicht darum, ob die Experten nun Ökonomen, Verkehrsplaner oder Soziologen sind, wichtig ist aber die Wissenschaftlichkeit mit der die Prioritäten für die Geldvergabe definiert werden und der Chance, damit dem vorherrschenden Lobbyismus fundierte Alternativen vor die Nase zu setzen.

  • Riga, 10.06.2008 - verfasst von Andi

    Der Jugend ein Tirol

    Erstmals, "Congratulations zum Wahlerfolg, Gebi Mair!". Er tut den Tirolern mit seinem Engagement, seiner Offenheit und den frischen Ideen sicherlich gut. Auch ist er einer der ersten Politker in der Alpenregion, die das Potential des Internets für ihre Wahlzwecke erkannt hat und die Idee zu "Rent a Gebi", bei der Gebi eingeladen werden kann, um bei einem Bierchen über politische Themen zu diskutieren, zeigt in welchem Ausmaß sich der Senkrechtstarter der österreichischen Politik in seine Aufgabe reinhängt.
    Genau deshalb fand ich es auch so spannend, neulich einen rhetorischen Schlagabtausch zwischen Gebi und dem Landesobmann-Stellvertreter des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ) auf der Internetseite von Chili.cc gefunden habe. Interessanterweise haben sich die beiden auch über Südtirol unterhalten. Gebis Meinung dazu ist, dass eine Wiedervereinigung der Landesteile unwahrscheinlich ist und das Konzept "Tirol" derzeit vor allem dazu missbraucht wird, den rechten Flügel der ÖVP abzudecken.
    Auch wenn über die Einstellung zu Südtirol selbst wenig gesagt wurde, finde ich die Ansicht sehr treffend, auch wenn Tirol in Südtirol von mehreren Gruppierungen geprießen wird und es dabei schwerer zu unterscheiden ist, wo Brauchtum aufh&oouml;rt, Populismus anfängt und wo dieser dann in Nationalismus und Rassismus ausartet. Ohne Frage gibt es bei uns von allen dreien genug im Land, teilweise begründbar durch die besonderen historischen Umstände, welche in der "Verlgeichsgruppe" Tirol nicht dermaßen spürbar sind.
    Die Überlegung ist nicht abwegig - Jeder Angriff auf das Konzept Tirol kommt in Südtirol einem faschistischen Attentat auf die Tradition einer gleichen Minderheit gleich, obgleich das Tirol welches es laut seinen treibenden Kräften wieder herzustellen gälte, einer nationalistischen Fratze der ehemaligen Grafschaft Tirol.
    In diesem nälich war die Existenz von mehreren Sprachgruppen selbstverständlich und die Region selbst wurde nicht durch die Mehrheit der deutschsprachigen Bevölkerung zusammengehalten, sondern durch das Bauerntum und die stake Verbundenheit der Alpenbewohner zu ihrem Land, welche viele der Nachfahren der Tiroler in der Donaumonarchie sich bis heute von erhalten haben, von Ala bis Kufstein.

    Es ist deshalb verständlich, dass sich viele Jugendliche mit diesem "neuen Tirol" nicht anfreunden können, in dem wer in Trient auf italienisch studiert als schlechterer Tiroler angesehen wird, als wer sich zum Zwecke der Hochschulbildung z.B. nach München begibt. Diese ethnische Komponente macht es heutzutage vielen Menschen schwer, sich für das Tirol zu begeistern, für dessen Propaganda sich Innsbruck wie Bozen gerne großzügig zeigen. Besser angelegt wäre dieses Geld sicherlich, wenn man Tirol zu dem machen würde, als was es außenstehenden gegenüber gerne präsentiert wird. Ein Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und ein Land mit Brückenfunktion zwischen Süd und Nord. Um diesen Weg einzuschlagen, müssten Trentiner sowie Nordtiroler verstärkt für die Sprachen der anderen Tiroler (auch der Ladiner) begeistert werden, so dass Tirol eines Tages zu einer Art "Europäischer Schweiz" werden könnte. Diese Option von postethnischen, weltoffenen Tirolern, welche durch die Verbundenheit zu ihrer Heimat (schade dass auch dieser Begriff fast schon an einen rechten Beigeschmack hat) und die Natur und Berge vereint werden, anstatt durch ihre Sprachgruppen getrennt.

  • Riga, 08.06.2008 - verfasst von Andi

    Lettische Sonderzeichen
    auf deutscher Tastatur darstellen

    Wenn man im Besitz eines deutschen Laptop ist und Texte auf lettisch schreiben muss, kann es bisweilen Probleme mit den langen Vokalen wie ā, ē und anderen Sonderzeichen, so wie č, ž geben. Man konnte bisher entweder das Tastaturlayout auf Lettisch umstellen, was zur Folge hat, dass Y und Z sowie die Punktierungszeichen auf der deutschen Tastatur vertauscht werden oder im Internet eine sogenannte virtuelle Tastatur verwenden. Diese wiederum ist sehr mühsam zu bedienen und umständlich zu öffnen. Abhilfe schafft hier ein kleines Treiberprogramm namens "DeLv2008", welches ich mithilfe von Microsofts "Keyboard Layout Creator" erstellt habe.

    Hier die Anleitung zur Installation:
    Die Datei DeLv2008.exe ist ein selbstentpackendes Archiv, also einfach herunterladen und den Inhalt in ein beliebiges Verzeichnis entpacken. Von dort aus das eigentliche Installationsprogramm "DeLv2008" starten und den Anweisungen folgen. Nach der Installation unter Start - Systemsteuerung - Regions - und Sprachoptionen in der Registerkarte Sprache den Knopf Details und nach einem Klick darauf sollte ein Menü mit dem Namen "Textdienste und Eingabesprachen" erscheinen. Dort "Hinzufügen..." wählen und unter "Tastaturlayout/IME" den Eintrag "Deutsch (Lettische Sonderz.)" wählen und bestätigen. Anschließend wieder im Fenster "Textdienste und Eingabesprachen" unter "Standard-Eingabesprache" den Eintragg "Deutsch (Deutschland) - Deutsch (Lettische Sonderz.) wählen. Erneut bestätigen und nach einem Neustart kann man mit "Alt Gr" und dem jeweiligen Buschstaben zusammen das entsprechende lettische Zeichen erzeugen (z.B. "AltGr + e" für ē, "Alt Gr + c für č usw.).
    Da "Alt Gr + e" nun neu verwendet wird, musste ich allerdings das Euro-Zeichen auf "Alt Gr + 4" ausweichen, was daher Sinn macht, da "Shift + 4" das Dollarzeichen ergibt. In Kürze werde ich versuchen, einen ähnlichen Treiber für die ladinischen Sonderzeichen auf deutschen Tastaturen zu erstellen.

  • Riga, 02.06.2008 - verfasst von Andi

    Der trügerische Reiz der Steuerautonomie

    Vor kurzem habe ich auf der Seite der Brennerbasisdemokratie einen interessanten Artikel vom bozner Wirtschafts-und Sozialforscher Thomas Benedikter gelesen, in welchem er kurz und prägnant die allzu hoch geschraubten Hoffnungen durch eine eventuelle Steuerhoheit durch die Linse der Realität zum schwinden bringt. Er argumentiert nämlich, dass Südtirol zurzeit ein Nettoempfänger von Steuergeldern ist und die derzeitige 90% Regelung (90% der Steuergelder fließen zurück ans Land), im Zuge des Steuerföderalismus von Seiten der nördlichen Regionen und Bruttozahler, kaum aufrecht erhalten werden kann, bzw. in diesem Fall keine Steuerhoheit erteilt werden kann.
    Ich würde bei dem Artikel allerdings anmerken, dass die norditalienischen Regionen, in primis das/(der) Veneto über längere Zeiträme hinweg von mitte-rechts Regierungen verwaltet wurden, und deshalb die regionalen und kommunalen Abgaben der Bürger unter dem Niveau der Region Trentino- Südtirol liegen. Würden diese Regionen ihren Bürgern eine ähnlich hohe Steuerlast aufhalsen, wie dies hierzulande der Fall ist, würde sich der prozentuelle Anteil der Steuergelder welche die Region zugunste anderer politischer Entitäten verlassen, deutlich reduzieren.
    Der zweite Grund, weshalb ich glaube, die Reform wird für Südtirol schlechter ausfallen, als sich die Südtiroler erhoffen, jedoch besser, als in dem Artikel angenommen, ist das "Prinzip fremdtanken".
    Wäre Südtirol nämlich geographisch gesehen irgendwo neben Molise, müssten vor allem die Unternehmen all das hinnehmen, was Rom ihnen aufahlst. Da Trentino-Südtirol aber mit Graubünden und Tirol an zwei der reichsten Regionen Europas grenzt, was einerseits harte Konkurrenz und andererseits niedrige Kosten für die Verlegung des Unternehmenssitzes z.B. von Brixen nach Innsbruck bedeutet, könnte eine allzu drastische Anpassung des Landeshaushalts and den der italienischen Nachbarn, eine Welle von Studienabgängern und Fachkräften sowie Unternehmen bedeuten, welche entscheiden, nach Nordtirol auszuwandern. Ganz abgesehen von sezessionistischen Bestrebungen, welche nach meinem subjektiven Empfinden nicht umgekehrt proportional zum Wohlstand der Bevölkerung sind, wie dies landläfig angenommen wird (siehe Elsäßisierung) , sondern direkt proportional zur Steuerlast gegenüber der möglichen Alternative (Unabhängigkeit, Österreich, Schweiz).
    Das Verhalten der abtrünnigen ladinischen Gemeinden im Veneto, sowie das Tankverhalten der Bürger in Grenznähe, welche aufgrund unterschiedlicher Steuersätze über die Landesgrenzen fahren, um günstiger zu tanken, geben dieser Annahme zusätzlichen Halt.
    Der italienische Staat, egal wer ihn regiert müsste daher eine Kompromisslösung eingehen, wenn verhindert werden soll, dass die Folgekosten langfristig die Einsparungen übertreffen.

  • Riga, 29.05.2008 - verfasst von Andi

    Autonomiemuseum

    Nach beinahe 10 Monaten in Riga, habe ich stets versucht auch kulturell einen guten
    Eindruck von Stadt und Land zu bekommen, und mir deshalb auch den ein oder
    anderen Museumsbesuch angetan. Generell kann ich von mir behaupten, so ziemlich
    alle wichtigen Rigaer Museen gesehen zu haben, von Geschichte über Politik, Kunst, Literatur,
    Medizin, Luftfahrt, Schifffahrt, etc.
    Wenn mich allerdings Freunde besuchen, nehme ich sie stets in das lettische Okkupatiosmuseum www.occupationmuseum.lv  ,anstatt ihnen selbst die Besonderheiten des Landes mit den Letten als Minderheit in der eigenen Landeshauptstadt zu erklären.
    Das Museum selbst ist von Privaten Personen und Vereinen finanziert und befindet sich in einem hässlichen schwarzen Sowjetklotz in der Altstadt. Das Museum bietet einen hervorragenen Eindruck von der Geschichte des Landes zwischen der ersten Unabhängigkeit von 1918 und der zweiten von 1991.Durch den Mix an historischen Dokumenten und Alltagsgegenständen von Partisanen und Häftlingen in sowjetischen Arbeitslagern (Gulags) spricht das Museum alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen an.
    Eindrucksvolle Zeitdokumente wie Zeitungsartikel, Uniformen, Zeichungen und Propagandaschriften, kombiniert mit einem Minimum an Text, machen das Museum für jeden Besucher interessant.
    Dadurch dass das Museum politisch und finanziell unabhängig ist, kann es seine Inhalte glaubwürdig vermitteln und durch den Verkauf von Büchern über die Zeit und durch die freiwilligen Spenden (hauptsächlich von Exilletten) finanziert sich das Museum weitgehend selbst, Eintritt ist frei. Für Studenten bietet das Museum eine hervorragende Gelegenheit, sich flexibel Führungen und Papierarbeit einzuteilen und im Rahmen von Praktikumsverträgen die wertvolle und mehrsprachige Arbeit in ihre Curriculae einfließen zu lassen.
    Das interessante an dem Konzept ist, dass sich die Einstellung keine Räumlichkeiten mit einem Geschichtemuseum oder Stadtmuseum teilen muss und vor allem den Teil der Geschichte vermittelt, welcher für Besucher sowie für Einheimische wichtig ist, um das Land zu verstehen in dem sie sich aufhalten und sie gegenüber der Kultur zu sensibilisieren.

    Auf Südtirol bezogen, wäre ein Autonomiemuseum, welches neutral die Geschichte des Landes zwischen 1919 und 1992 aufzeigt, sicherlich eine Bereicherung. Nicht nur könnten aus-ländische Besucher und Politiker mehr über das Land erfahren, auch Einheimische können die Geschichte der verschiedenen Sprachgruppen begutachten und erkennen, was diese verbindet und wodurch unterschiedliche Positionen verursacht wurden. Ein solches Projekt würde mit Sicherheit von den vielen Vereinen und kulturellen Institutionen unterstützt und, falls richtig umgesezt würde ein solches auch unter verschiedenen politischen Gruppierungen einen Konsens erlangen. Trotzdem sollte die politische und finanzielle Unabhängigkeit genau das sein, was ein solches Museum in Südtirol zur Institution für die Zeitgeschichte und zur unabhängigen Beobachtungsstelle der Entwicklung der Landesautonomie im Licht des historischen Hintergrundes machen würde. Mein Aufrug deshalb an die Südtiroler aller Sprachgruppen, sich für die Dokumentation dieses Teils der Landesgeschichte stark zu machen!

  • Riga, 21.05.2008 - verfasst von Andi

    Krautwalsch?!

    Wie viele Sprachgruppen leben in Südtirol? Richtig, drei. Weshalb sprechen dann die meisten von uns nur eineindhalb davon?
    Zwischen deutsch und italienisch sind die Gründe weithin bekannt: neben dem Hauptgrund, der Politik wegen die Zweitsprache nicht lernen zu wollen bis hin zu keine Zeit zum lernen ooder ungen¨gend Angebote und Ressourcen. Warum aber spricht niemand die dritte Landessprache, die älteste und daher am nächsten verbundene mit unserem Land und unserem Kulturgut, das Ladinische. Mag sein, dass wir alle Nachfahren der Bajuwaren, Langobarden oder alten Römer sind. Das allerdings bedeutet meiner Meinung nach aber nicht, dass es nicht wünschenswert wäre, dass jeder Südtiroler in der dritten Landessprache zumindest seinen Namen, seine Hobbies und seinen Familienstatus nennen könnte. Abgesehen von der lingusitischen Sensibilisierung, die eine solche Kampagne gegenüber dem Ladinischen bewirken würde, empfände ich einen solchen Vorstoß durchaus als Bereicherung für jeden einzelnen, sowie als Element, welches allen Sprachgruppen gemein sein könnte und die Südtiroler aller Sprachgruppen abheben würde. Ich würde sogar soweit gehen, das Ladinische in Nordtirol und Trient als nicht zu vergessene Sprache Tirols zu propagieren.
    Das nationalistische deutsche Tirol, von dem in Südtirol noch so mancher trauernen mag, hat es nie gegeben. Das Land Tirol war, bevor ein Großteil davon vom Königreich Italien annektiert wurde, ein mehrsprachiges Land in einem der mehrsprachigsten Staaten des damaligen Europas. Was für eine Message wäre es also, wenn wir Tirol zum Gedenksjahr 2009 zu seinen eigentlichen Wurzeln zurückhelfen und das Ladinische zur neutralen Gemeinschaftssprache der drei Landesteile machen würden.

  • Riga, 11.05.2008 - verfasst von Andi

    Buchempfehlung: Freakonomics

    Freakonomics ist ein grandioses Buch für jeden, der gerne Fragen stellt, um auch hintergründiges ans Licht zu bringen. Der Autor, Stephen Levitt beschäftigt sich mit alltäglichem und kuriosem, indem er volkswirtschaftliche Methoden anwendet, um Hintergründe und Zusammenhänge zu beweisen, welche ansonsten nur vermutet bzw. über welche sonst nur gerätselt werden kann.
    Levitt's Analysen beschäftigen sich unter anderem mit den folgenden Themen:

    • Was haben Lehrer und Sumo Ringer gemeinsam?
    • Warum wohnen Drogendealer bei ihren Müttern?
    • Wodurch wurde der Fall der Kriminalitätsrate in den 90ern in den USA verursacht?
    • Wie sehr können Eltern die schulischen Leistungen ihrer Schützlinge beeinflussen?

    Das Buch hat mich persönlich dazu angeregt, erstens mich wieder mehr für Volkswirtschaftslehre und ihre Intstrumente zu interessieren, da mir bewusst wurde, dass diese nicht nur für die Theorie angedacht sind. Außerdem hat mich Levitt darin bestätigt, dass es durchaus lohnenswert sein kann, seine Zeit in s Hinterfragen von scheinbar logischen Dingen zu investieren, bzw ganz neue Ideen aufzuwerfen (Levitt hat einen ganzen Sommer damit verbracht, Daten einzutippen und dafür wurde sein Artikel in einem angesehenen Fachjournal veröffentlicht)

  • Riga, 10.05.2008 - verfasst von Andi

    Tremonti for President? Wohl eher nicht.

    Im Zuge der Ernennung des vierten Kabinetts Berlusconis, haben sich ranghohe Vertreter der Südtiroler Volkspartei öfters positiv zur erneuten Ernennung Tremontis zum Minister für Wirtschaft und Finanzen ausgepsrochen.
    Allerdings ist es für mich nicht so leicht, mich darüber zu freuen. ä der vorletzten Legislaturperiode hat es Tremonti auf Weisung des Cavaliere und dank der Unterstützung der Mitglieder des Mitte-rechts-Bündnisses geschafft, die Steuersätze so zu reduzieren, dass Reiche und Superreiche prozentuell gleich viel Steuern bezahlen, während es bei niedrigen Einkommen keine geringeren Steuersätze gab.
    Als wäre damit nicht genug, hat Tremonti Steuerabzüge zugunsten von Steuerabschreibungen reduziert. Diese Maßname hat in einem progressiven Steuerregime (höhere Prozentsätze für höhere Einkommen) zur Folge, dass wiederum die Steuerzahler mit hohen Einkommen und hohen Prozentsätzen im Vorteil sind, während vor allem die Abzüge auf die Steuern niedrige und mittlere Einkommen begünstigen.
    Daß die "Condoni", welche schlicht und einfach bedeuten, Steuersündern ihre Sünden gegen bares zu vergeben, die Kultur des Steuerbetrugs salonfähig gemacht haben, muss nicht weiter kommentiert werden. Das wirklich beunruhigende an der Berlusconi-Tremonti Finanzpolitik ist allerdings der leichtfertige Umgang mit der Staatsverschuldung.
    Italien ist das am höchsten verschuldete Land der EU-27, gemessen an Verschuldung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts kommmen wir auch heuer wieder auf knapp 105 Prozent des BIP. Das wiederum bedeutet, daß selbst wenn wir ein Jahr lang alle Waren und Dienstleistungen, die für den Konsum bestimmt sind, im Ausland verkaufen würden, immer noch nicht alles zurückgezahlt hätten.
    Welchen Einfluss Berlusconi-Tremonti auf die Entwicklung der Staatsverschuldung hatten, zeigt die unten stehende Grafik:


  • Riga, 05.05.2008 - verfasst von Andi

    Nachruf auf die ICI

    Die ICI gehört mit Sicherheit zu den meist gehassten Steuern der Südtiroler, umso erfreulicher scheint es da, dass der große Feind der Südtiroler, Silvio Berlusconi diese umgehend abschaffen möchte. Mit gutem Grund: Die Gemeindeimmobiliensteuer ist nämlich eine der sozial gerechtesten Steuern, die das italienische Steuersystem kennt und somit nicht kompatibel mit Berlusconis Politik. Die ICI fördert pragmatische Raumnutzung: wer klein baut zahlt weniger - und ist im weitesten Sinn sogar familienfreundlich. Statistisch gesehen benötigt nämlich der durchschnittliche Single verständlicherweise pro Kopf mehr Wohnfläche, als die einzelnen Mitglieder einer Durchschnittsfamilie. Die ICI ist außerdem schwer zu hinterziehen. Anstatt nämlich Einkommen zu besteuern wie das bei der IRPEF geschieht, bzw. Konsum zu besteuern, wie die Mehrwertsteuer IVA, setzt die ICI bei einer Größe an, welche hart zu manipulieren ist. Je größer nämlich der Immobilienbesitz, umso größer auch das Steueraufkommen. Hier zu tricksen ist bei weitem schwerer als bei Einkommen und Konsum ''Beschönigungen'' vorzunehmen. Als Beispiel dafür möchte ich die mittelalterlichen Häuser mancher Hansestädten entlang des Baltikum nennen. In jener Gegend wurde im 14. Jahrhundert nämlich anstatt des Einkommens die Fensterfläche besteuert. Dies hatte zur Folge, dass auch reiche Händler kleine Bullaugen anstatt richtigen Fenster in ihre Privathäuser bauen ließen. Ähnlich umständlich ist es auch, die heutige ICI zu umgehen. In diesem Sinne ist es durchaus verständlich, dass die ungeliebte Steuer vor allem der Oberschicht in Rom wie in Südtirol, seit jeher ein Dorn im Auge war, und daher alle bemüht sein werden, deren Abschaffung als Erfolg zu vermarkten.

  • Riga, 03.05.2008 - verfasst von Andi

    Katasterkodexe der Südtiroler Gemeinden im Internet

    Auch wenn die Datenschützer bewirken konnten, dass die Daten der Steuererklärung von 2005 umgehend von der Seite der Agentur für Einnahmen (agenzia delle entrate) genommen wurden, befinden sich diese weiterhin auf diversen Tauschbörsen. Auch wenn sich Internetuser, welche sich die Daten von jenen Quellen aneignen möglicherweise strafbar machen, stehen die Infromationen über das Einkommen des Nachbars, des Kollegen, des Fußballstars usw. hoch im Kurs
    Der Fairnis halber möchte ich deshalb hier den Link posten, unter welchem auch deutschsprachige User die Katasterkodexe der Gemeinden finden können, um dann selbst zu entscheiden, ob sie sich ebenfalls auf die Suche nach den Daten machen wollen. Hier daher die Kodexe der größten Südtiroler Ortschaften:

    GemeindeKodex
    SterzingM067
    BruneckB220
    BrixenB160
    MeranF132
    BozenA952
    LeifersE421

    Unter dem folgenden Link sind alle weiteren Kataseterkodexe aller weiteren Gemeinden in Italien zu finden:
    PDF auf der Seite der Agentur für Einnahmen (Agenzia delle Entrate)