1.1 Das elektrodynamische Gesetz
In einem Magnetfeld B erfährt ein Leiter der Länge
l, in dem der Strom I fließt, die Kraft
F = I l B.
Strom, Magnetfeld und Kraft bilden eine Rechtsschraube.
Auf Ströme parallel zur Feldrichtung wirkt keine Kraft.
Der Merksatz im eingerahmten Feld beschreibt das elektrodynamische
Gesetz. In der untenstehenden Abbildung (Bild 1.1) soll der Merksatz
graphisch dargestellt und erklärt werden.
Ein stromdurchflossener Leiter der Länge l (Kreis
mit Kreuz ) soll in ein homogenes Magnetfeld der Flußdichte B eingebracht
werden. Der Leiter soll dabei senkrecht auf der Zeichenebene stehen und
die Stromrichtung soll in die Zeichenebene hineinzeigen (gemeint ist die
technische Stromrichtung von + nach - ). Das Magnetfeld soll parallel zum
Leiter verlaufen. Betrachten wir Leiter und Magnetfeld B unabhängig
voneinander, läßt sich das Leiterfeld durch konzentrische Kreise
(gestrichelt) bildlich darstellen, das Magnetfeld B hingegen durch parallele Linien
(ebenfalls gestrichelt). Da sich beide Felder jedoch überlagern, ergibt
sich ein resultierender Feldverlauf, aus dem wir die Richtung der auf den
Leiter wirkenden Kraft ablesen können (waagrechter schwarzer Pfeil).
Erklären können wir uns diese Kraftwirkung folgendermaßen:
Links des Leiters kommt es zu einer Verstärkung, rechts des Leiters
zu einer Abschwächung des Magnetfeldes, d.h. rechts wird die Feldliniendichte
kleiner. Da die zusammengedrängten Feldlinien die Eigenschaft haben,
sich wieder voneinander abzustoßen, wirkt eine Kraft in Richtung
des geschwächten Feldbereichs; man nennt sie Lorentzkraft.
Diese Erklärung erscheint auf den ersten Blick recht einleuchtend,
sie ist allerdings physikalisch nicht ganz einwandfrei.
Bild
1.1 Feldlinienbild
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| Bild 1.2 Linke-Hand-Regel |
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| Bild 1.3 |
1.1.2 Berechnung der Lorentzkraft
Die Kraft, die auf die Ladungsträger wirkt, die sich in einem Leiter bewegen, kann berechnet werden. Dazu verwenden wir das uns bereits bekannte Vektordreibein, welches wir zur Ermittlung der Lorentzkraft herangezogen haben. Falls die Ladung Q positiv ist, weist der Vektor v in die Richtung des Leiterstroms. Ist Q negativ, so weist er in die entgegengesetzte Richtung. Der Vektor l steht für die Leiterlänge.
Definition: I = Q / t
Þ I l = Q l / t Þ I = Q / v
Vektorielle Schreibweise:
I l = Q v Þ
F = I (l x B),
da der Vektor der Kraft immer senkrecht zum Leiter und der magnetischen Flußdichte B ist. Vernachlässigt man die Bewegungsrichtug der Elektronen, so kann man die Gleichung wie folgt anschreiben:
F=I l B.
Die beiden letzteren Gleichungen bezeichnet man auch als elektrodynamisches Gesetz.
Das Induktionsgesetz wurde im Jahre 1831 vom englischen Physiker Michael Faraday entdeckt. Er ging damals der Frage nach, ob die Umkehr des Durchflutungsgesetzes, welches die Entstehung von Magnetfeldern durch elektrische Ströme beschreibt, möglich sei. Eine Umkehr dieses Gesetzes würde nämlich eine Entstehung von Strom aus Magnetfeldern bedeuten. Genau diesen Zusammenhang beschreibt das von ihm gefundene Induktionsgesetz im eingerahmten Feld unten.
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| Bild 1.4 Induktionsgesetz |
Uind = -dF / dt
Dieses Gesetz nennt man Induktionsgesetz. Die Spannung
selbst wird als induzierte Spannung bezeichnet. Sie ist eine Urspannung
bzw. eine Quellenspannung, da sie im Leiterkreis einen Strom hervorruft,
der elektrische Energie transportiert.
Ist der Kreis der Leiterschleife geschlossen, gilt für
den fließenden Strom eine wichtige Gesetzmäßigkeit. Wir
nennen sie nach dem russischen Physiker Emil Lenz "Lenzsche Regel"
und wollen sie im folgenden Kapitel behandeln.
In Bild 1.4 erkennen wir eine Leiterschleife, die an ein
Voltmeter angeschlossen ist. Die Feldlinien, die
den magnetischen Fluß versinnbildlichen,
sind als Kreise mit einem Kreuz dargestellt. Dreht man die Leiterschleife
im Magnetfeld, so ändert sich der magnetische Fluß durch die
Schleife; es kommt zu einer Spannungsinduktion, die einen Induktionsstrom
erzeugt, in Bild 1.4 durch kleine Punkte in der linken unteren Hälfte
der Leiterschleife dargestellt.
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| Bild 1.41 |
Bei Elektromotoren entsteht das Drehmoment durch die Wechselwirkung
von Ständer- und Ankermagnetfeld, die von Kupferdrahtwicklungen, die
sich am Ständer und am Anker des Motors befinden, hervorgerufen werden
(siehe dazu auch Kapitel 3.3, Aufbau eines Gleichstrommotors). Das Drehmoment
ist eine vektorielle Größe mit dem Formelzeichen M, deren Betrag
ein Maß für die von der Kraft F auf ein System (beim Elektromotor
ist es der Anker oder eine Drehscheibe) ausgeübte Drehwirkung
ist. Der Anker und die Welle müssen dabei so gelagert sein, daß
sie sich problemlos um eine Drehachse drehen können, sodaß es
zu einer zeitlichen Änderung ihres Drehmpulses kommt. Berechnet wird
das Drehmoment M einer Kraft immer ausgehend von einem Drehpunkt 0, in
den man den Ursprung eines Koordinatensystems legt.
In Bild 1.5 legen wir den Ursprung in den Mittelpunkt
von Anker und Drehscheibe, der in der Abbildung jeweils durch den Schnittpunkt
der beiden schwarzen, senkrecht aufeinanderstehenden Linien gekennzeichnet
ist.
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Bild 1.5 Entstehung des Drehmoments an Läufer und Drehscheibe |
Im Maschinenbau wird das Drehmoment zur Berechnung der
Leistung von Antriebselementen verwendet. Gemeint sind damit Wellen, Kupplungen
und Getriebe. Es dient aber auch als Kenngröße für die
genannten Elemente. In der Praxis wird das Drehmoment von einem Motor
erzeugt und meist über Wellen, Kupplungen und Zahnradgetriebe
auf eine Arbeitsmaschine oder auch auf die Räder eines Fahrzeuges
übertragen.
Bei einer Antriebswelle, die mit der Drehzahl n rotiert,
sind die Leistung P, die Winkelgeschwindigkeit v
und der Drehmomentenbetrag M durch die Gleichung
P = M v miteinander
verknüpft. Bei konstanter Drehzahl steigt das Drehmoment also mit
der Leistung an, während es bei konstanter Leistung mit wachsender
Drehzahl wieder abnimmt. Ist bei Antriebsmaschinen ein wachsendes Drehmoment
erforderlich (Auto auf einem steilen Straßenstück, Elektromotor
an Antriebsmaschine gekuppelt), so muß die Drehzahl sinken, wenn
der Motor nicht mehr Leistung abgeben kann. Umgekehrt wächst die Drehzahl,
wenn bei unverminderter Leistungsabgabe das zum Überwinden eines Widerstandes
notwendige Drehmoment abnimmt.
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| Bild 1.6 Aufbau des Thyristors |
Der Thyristor wird beim Elektromotor eingesetzt
und ist ein ein leistungselektronisches Bauelement, mit dem man Wechsel-
spannungen bzw. -ströme gleichrichten kann. E1.4in wesentlicher Unterschied
zur Gleichrichterdiode ist damit gegeben, daß der Gleichrichtvorgang
gesteuert werden kann. Thyristoren sind im Allgemeinen für Ströme
ab einem Ampere und für Spannungen im Bereich der Netzspannung und
darüber ausgerichtet.
Vom
Aufbau her besteht der Thyristor aus vier dotierten Halbleiterschichten,
die in der Folge p-n-p-n (siehe Bild 1.6) geschaltet
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| Bild 1.7 Schaltbild |