:TEXTE/REDEBEITRAG
1.Mai
Naziaufmarsch in Berlin verhindern! Die Volksgemeinschaft ist keine
Alternative zum Kapitalismus!
Am 1. Mai diesen Jahres rufen NPD und "freie Kameradschaften", anders
als
in den Jahren zuvor, nur zu einem zentralen Aufmarsch in Berlin auf. Unter
dem Motto ihres Aufmarsches "Volksgemeinschaft statt Globalisierungswahn"
greifen sie vermeintlich die breit diskutierte Kritik an der kapitalistischen
Globalisierung auf und nutzen dieses Thema, um ihre rassistischen, antisemitischen
und völkischen Inhalte auf die Strasse zu tragen. Die gemeinsame Mobilisierung
zu einem zentralen Aufmarsch liegt hierbei besonders im Interesse der NPD,
die versucht ihre geschwächte Position aufzuwerten. Trotz innerer Zerrüttung
in der NPD ist aber auch beim Aufmarsch in diesem Jahr mit mehreren tausend
Teilnehmern zu rechnen.
Bereits seit dem Jahr 2000 ist der NPD-Aufmarsch am 1. Mai in Berlin für
die Nazis zum festen Bestandteil ihrer jährlichen Rituale geworden. Wurden
die Aufmärsche in den Jahren von 2000 bis 2002 noch per Gerichtsbeschluss
in die Berliner Randbezirke verbannt, konnten die Nazis im letzten Jahr
erstmals durch den Berliner Westen marschieren und mit einer Teilnehmerzahl
von über zweitausend einen weiteren Erfolg in der wachsenden Reihe rechtsextremer
Großveranstaltungen verbuchen.
Deshalb ist auch dieses Jahr ein breiter antifaschistischer und antirassisitscher
Widerstand notwendig, um den Nazis die Straße zu nehmen. Deshalb rufen
wir auch dieses Jahr wieder am Vormittag zu einer antifaschistischen Demonstration
und zu dezentralen Aktionen an der Naziroute und bei der Anreise der Nazis
auf.
Antifaschistischer
Widerstand
Denen, die die faschistischen Aufmärsche schützen und für deren
reibungslosen
Ablauf sorgen, den Berliner Politikern und der Berliner Polizei möchten
wir den Tag möglichst sauer machen.
Den Gegenmobilisierungen ist es immer wieder gelungen den logistischen
und politischen Preis für die Durchsetzung der Naziaufmärsche hochzutreiben.
Tausende Polizisten wurden eingesetzt, ganze Stadtteile wurden in den Ausnahmezustand
versetzt, die öffentlichen Verkehrsvertriebe mussten Bahnhöfe für
den Publikumsverkehr
zu sperren, um die Nazis in Sonderzügen sicher zu ihrem Aufmarschort zu
transportieren.
Es gelang immer wieder den Naziaufmarsch mit Transparenten und Sprechchören
zu stören und auch zahlreiche potentielle Nazimarschierer schon vor der
Demonstration wieder nach Hause zu schicken. Immer wieder hat sich gezeigt,
dass trotz des massiven Polizeiaufgebots, Straßensperren, Personalienkontrollen
und Platzverweisen für AntifaschistInnen, es für die Polizei und die
Neonazis
nicht mögliche war eine entspannte und ungestörte "Demonstration"
durchzuführen.
Wir wollen an die Gegenaktivitäten der letzten Jahre anknüpfen, antifaschistisch
intervenieren und den Nazis diesen Tag so unangenehm wie möglich machen.
Der
1. Mai muss links bleiben!
Der erste Mai wurde zum 1.Mai 1886 von Arbeiten in Chicago zur Durchsetzung
des Achtstundentages demonstriert. Traditionell demonstriert an diesem
Datum die internationale Arbeiterschaft, um für ihre Rechte zu kämpfen.
Die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen durch Reformen auf
der einen Seite, der radikale Umsturz des Systems für eine befreite Gesellschaft.
Auch in Deutschland demonstrierten am 1.Mai sozialdemokratische und kommunistische
ArbeiterInnen für ein besseres Leben. Unter der NSDAP wurde der "Kampftag
der Arbeiterklasse" zum "Tag der nationalen Arbeit" erklärt
und damit die
Kämpfe zwischen Arbeitern und Kapitalisten auszuräumen. Alle "Arier"
sollten
am gemeinsamen "Aufbauwerk" Deutschland mithelfen. ArbeiterInnen-
Forderungen
wie: höhere Löhne, Sozialversicherungen, kürzere Arbeitszeit
galten als
Sabotage an dem gemeinsamen Ziel ?Großdeutschland?. Die Konsequenz war
das Verbot aller Gewerkschaften und die Organisierung ihrer Mitglieder
in der "Deutschen Arbeitsfront". Das Aufgreifen von Traditionen der
linken
ArbeiterInnenbewegung, um sie in einen nationalsozialistischen Diskurs
einzubinden ist historischer Bestandteil nationalsozialistischer Politik.
Dieses Erbe treten NPD und Kameradschaften an, wenn sie sich heute linke
Parolen und Traditionen zu eigen machen wollen. Trotz all dieser Anlehnungen
an linke Politik bleibt ihr Inhalt doch klar erkennbar. Die Menschheit
wird entlang von konstruierten Identitäten, wie Rasse, Nation, Volk, Geschlecht,
Kultur aufgespalten und bewertet.
Keine
Freiräume für Nazis! Den Widerstand raus auf die Straßen, kreativ
und offensiv!
www.mai-berlin.de.vu
DEMO: 1. Mai , 10.30 Uhr U-Bhf - Straussberger Platz (Berlin-Friedrichshain)
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