:TEXTE/REDEBEITRÄGE
Endlich weg damit! NPD-Zentrale abreißen - Abschiebeknäste abschaffen.
Unter
diesem Motto läuft derzeit eine Kampagne gegen die NPD-Zentrale in Köpenick
und den Abschiebeknast Grünau. Zunächst als Initiative des Antifaschistischen
Aufstands Köpenick, FelS und Antifaschistischen Linken Berlin gestartet,
beteiligt sich mittlerweile ein breites Bündnis aus diversen Berliner Antifa-
und Antira-Gruppen, Gewerkschaften und bürgerlichen Kräften an der
Kampagne.
Gleichberechtigte Zielpunkte sind die NPD und ihr offener Rassismus und Antisemitismus
auf der einen, sowie der alltägliche, staatlich institutionalisierte Rassimus
auf der anderen Seite. Mit diversen Aktionen, inhaltlich oder auf der Straße,
nehmen wir uns beide Themenkomplexe vor. So gab es unter anderem bislang eine
Warm-up-Demo unter dem Motto "Gegen den rassistischen Alltag in Köpenick"
sowie Info-Veranstaltungen zur Asylpolitik und Abschiebpraxis in der BRD. Eine
Sammlung von Hintergrundinformationen ist zudem mit der vom Kampagnenbündnis
erstellten Broschüre verfügbar.
Zwischenzeitlich
war es wegen des Verbotsverfahrens etwas ruhig um die NPD geworden. In letzter
Zeit tritt diese aber nun wieder offensiver in die Öffentlichkeit. Bestärkt
dadurch den sogenannten "Aufstand der Anständigen" weitgehend
unbeschadet überstanden zu haben, versucht sich die NPD nun erneut in der
rechten Szene als feste Größe zu verankern. Sie macht sich daran
verlorengegangene Reputation gerade bei jungen rechten Aktivisten wiederzuerlangen.
Dazu sucht sie den taktischen Schulterschluss mit den sogenannten "Kameradschaften".
Aber auch in dem von ihr propagierten "Kampf um die Köpfe" gibt
sich die NPD noch nicht verloren. So verkündete sie, ihre seit 2000 in
Berlin befindliche Parteizentrale um ein sogenanntes "Nationales Bildungszentrum"
zu erweitern. Das Gebäude im Hinterhof der Seelenbinderstr. 42 soll Platz
für bis zu 60 Personen bieten und sei nach NPD-Angaben ein äußerst
sicherer Ort. Mittlerweile steht der Anbau kurz vor der endgültigen Bauabnahme,
die Eröffnung des Schulungszentrums steht deshalb demnächst an. In
der Kaderschmiede für Jungnazis soll in Sachen "deutschfeindliche
Politik" unterrichtet werden. Die NPD erhofft sich dadurch eine "geistige
Revolution" von ihren Schülern.
Ehe es dazu kommt, wollen wir unsererseits der NPD eine Lektion erteilen und
mit der Kampagne an die zahlreichen antifaschistischen Aktionen gegen die NPD
und ihre Bundeszentrale anknüpfen.
Daneben wird mit der Kampagne aber auch der alltägliche Rassismus in Deutschland
thematisiert. Tag für Tag erfahren Nicht-Deutsche in diesem Land, dass
sie unerwünscht sind. Schikanen und Diskriminierung durch Ämter und
Polizei, in der Schule, im Beruf oder auf der Straße sind alltägliche
Erfahrungen.
Der Abschiebeknast steht stellvertretend für ein System aus Abschreckung
und Abwicklung, das den "Standort Deutschland" von unerwünschten,
weil kapitalistisch nicht verwertbaren, Menschen frei halten soll. Das Gros
der Flüchtlinge und MigrantInnen flieht vor Hunger, Krankheit, Krieg und
dem restlichen Elend, das der globalisierte Kapitalismus weltweit erzeugt. Schaffen
es diese Menschen tatsächlich die Hochsicherheitsgrenzen der Festung Europa
zu überwinden, hat der Schrecken kein Ende, sondern tritt in eine neue
Phase. Mit immensem Verfolgungswillen werden sogenannte "Illegale",
Menschen denen kein Aufenthaltsrecht in der BRD zugebilligt wird, gejagt. Für
viele ist die Endstation ein Abschiebeknast, wo sie ohne Verfahren oder Urteil
monatelang eingeknastet werden können. Unter massiven Sicherheitsbestimmungen
und oftmals miserabelsten Haftbedingungen warten sie hier auf ihre Abschiebung
in ihr vermeintliches Herkunftsland. Eine zermürbende Situation für
die Betroffenen, die nicht wenige in den Suizid treibt. Neben antirassistischen
Initiativen kämpfen auch die Häftlinge selbst gegen die menschenunwürdigen
Zustände in den Abschiebekästen und für eine Verbesserung ihrer
Situation. So erst Anfang 2003 als über 60 Gefangene im Abschiebeknast
Grünau in den Hungerstreik traten. Ihnen gilt unsere Solidarität und
auf ihren Kampf wollen wir mit unserer Kampagne aufmerksam machen.
Informiert
euch auf der Kampagnen-Seite unter www.koepenick-kampagne.antifa.de, achtet
auf weitere Ankündigungen.
Beteiligt euch an Aktionen wie zur Eröffnung des Schulungszentrums oder
der großen Bündnisdemo am 6.6.2004 in Köpenick.
Auf in einen heißen Sommer für Nazis und Staatsrassisten!
NPD-Zentrale abreißen - Abschiebeknäste abschaffen!
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Redebeitrag des Antifaschistischen Aufstand Köpenick:
NAZIS MORDEN - DER STAAT SCHIEBT AB
Am
13.März demonstrierten 800 AntifaschistInnen unter dem Motto: "Gegen
den rassistischen Alltag in Köpenick - NPD-Zentrale abreißen. Abschiebeknäste
abschaffen." durch Köpenick. Bereits am 9.März besuchten etwa
50 Leute die Infoveranstaltung: "Der Abschiebeknast Grünau" im
Jugendclub "Cafe" in der Seelenbinderstraße.
Diese Aktionen waren der Auftakt der Kampagne "ENDLICH WEG DAMIT! NPD-
Zentrale abreißen! Abschiebeknäste abschaffen!". Innerhalb der
Kampagne finden noch viele weitere Aktionen statt. Am 16.April gab es z.B. eine
Kundgebung, auf der einige Dutzend Aktivistinnen und Aktivisten aus dem Kampagnen-Bündnis
am S-Bahnhof Köpenick Passantinnen und Passanten über die Kampagne
informierten.
Am 6.Juni wird eine bundesweite Demo, um 13Uhr am S-Bahnhof Köpenick, in
Richtung NPD-Zentrale und Abschiebeknast Grünau starten. Achtet auf Ankündigungen
unter www.koepenick-kampagne.antifa.de!
DER ABSCHIEBEKNAST GRÜNAU
Für
die Illegalisierten in Deutschland existiert ein Sondertypus des Freiheitsentzuges:
Abschiebehaft. Nicht etwa zur Untersuchung, Prävention oder Bestrafung
wird die Freiheit der Person radikal eingeschränkt und die Kontrolle totalisiert.
Abschiebehaft heißt, dass man Menschen das Bleiberecht verweigert oder
entzieht und sie aufgrund unterstellten Ungehorsams inhaftiert. Denn Abschiebehaft
soll der Sicherung der Abschiebung dienen, wo sie gefährdet scheint.
Hinter dem Namen "Polizeigewahrsam Köpenick" verbirgt sich ein
1995 aus einem ehemaligen DDR-Frauengefängnis hergerichtetes Hochsicherheitsgefängnis.
Bis zu 350 Menschen lässt es im Höchstfall hinter seinen mit Stacheldraht
garnierten Betonmauern verschwinden. Beschäftigungs- und perspektivlos
fristen dort einige Tausend pro Jahr zwischen Aufgriff ohne Papiere und nicht
absehbarer Abschiebung oder Entlassung ihr Dasein. Letzteres macht nach Haftzeiten
von bis zu maximal 18 Monaten durchschnittlich knapp die Hälfte der Fälle
aus. Der Haftalltag in der Berliner Abschiebehaft ist geprägt durch eine
rigorose Einschränkung der Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit, es gibt
keine Arbeits- oder Beschäftigungsmöglichkeiten und lediglich einmal
am Tag eineinhalb Stunden Hofgang. Ohne nennenswerte Privatsphäre vegetieren
die Häftlinge in Gemeinschaftszellen dahin - Haft und Abschiebung werden
dazu noch in Rechnung gestellt. Die Fenster der Zellen sind außen und
größtenteils nach wie vor auch innen vergittert. Immer wieder gibt
es Klagen über Willkür und Schikanen der bewachenden Polizeibediensteten;
nennen die Gefangenen die Polizeiangestellten nicht "Meister" oder
"Master" werden auch die minimalsten Ansprüche verweigert.
Doch es regt sich auch Widerstand unter den Gefangenen: So traten sie am 20.
Januar letzten Jahres in den Hungerstreik. In einem Protestschreiben für
die Öffentlichkeit und die verantwortlichen staatlichen Stellen, forderten
die Häftlinge das Ende der übermäßig langen Haftzeiten
und einen ausreichenden Zugang zu Informationen über ihr Verfahren. Die
Behörden bezeichneten die Hungerstreiks als "Verweigerung der amtlich
gelieferten Nahrung". Irgendwann gab es eine andere, noch einschneidendere
Form der individuellen Gegenwehr: Bis zum 24 März gab es 19 Fälle
von Selbstverletzungen und 26 Suizidversuche. Die Menschen fügten sich
mit Dosenblechen oder langwieriger mit stumpfen Gegenständen zahlreiche
Schnittverletzungen an diversen Körperteilen zu. Die Selbsttötungen
wurden häufig mit Bettzeug oder anderen Stoffstücken versucht, in
den Toilettenräumen oder in den Kochnischen.
DIE NPD UND IHR NEUES SCHULUNGSZENTRUM
Anfang
des Jahres 2000 verlegte die neofaschistisache NPD ihre Bundeszentrale von Stuttgart
in die köpenicker Seelenbinderstraße. Die NPD-Zentrale ist Anlaufpunkt
für Nazis im Bezirk, hier bekommen sie Aufkleber, Schriften, T-Shirts,
...etc.. Für die köpenicker, berliner und bundesweite Naziszene ist
sie ein wichtiger Bestandteil ihrer Struktur.
Jetzt baut die NPD ihre Zentrale aus: auf dem Hinterhof entsteht ein "nationaldemokratisches
Bildungszentrum" (NBZ). Die Behörden sind dabei nicht weiter hinderlich.
Das Planungsverfahren ist bereits abgeschlossen, die Genehmigung wurde im März
2003 von der Bauverwaltung des Stadtteils Treptow-Köpenick erteilt.
In dem zweistöckigen Gebäude sind neben einem Schulungsraum für
60 Personen mehrere Zimmer zur billigen Unterbringung von 20 bis 25 "braunen
Kameraden" geplant. Auch eine "nationale Zentralbibliothek" der
NPD soll hier entstehen. "Wegen seiner ausgezeichneten Bewachung"
biete das Gelände "eine große Sicherheit für die Teilnehmer
von Veranstaltungen", schreibt die NPD.
Das "NBZ" soll also Nazis für ihre faschistische, rassistische
und antisemitische Hetze fit machen und unter Umständen ihre deutsche Rechtschreibung
auf ein lesbares Maß aufpeppen. Das Schulungszentrum ist schon fast fertig,
die Bauarbeiten laufen aber noch.
Der letzte erfolgreiche Anschlag auf die NPD-Zentrale liegt schon ein Jahr zurück.
Das Auto eines NPDlers brannte damals aus. Seit der ersten großen Demonstration
mit über 5000 Teilnehmern im Jahr 2000, hat es immer wieder antifaschistische
Demonstrationen und Kundgebungen gegeben, zuletzt vor im März diesen Jahres,
die der NPD deutlich gezeigt haben, dass sie in Köpenick (und nirgendwo
sonst) nicht erwünscht ist.
Wir meinen Faschismus und Rassismus sind keine Meinungen, sondern Verbrechen!
Keine
Bildung für Nazis! Denn wir wollen keine schlaueren Nazis, sondern gar
keine!
Sofortiger unbürokratischer Rückbau der NPD- Zentrale auch ohne Abrissgenehmigung
!
Freilassung
aller Gefangenen aus den Abschiebeknästen!
Aufhebung aller Sondergesetze für MigrantInnen und Flüchtlinge!
Für Bewegungsfreiheit und Selbstbestimmung überall!
Und am Tag X (also am Tag an dem das Schulungszentrum eingeweiht wird - was im Mai liegen soll) wird es eine Spontandemonstration geben!
ALSO:
TAG X >>> 17:00UHR >>>
S-BAHNFOF KÖPENICK >>>
NPD-SCHULUNGSZENTRUM
WIEDER SCHLIEßEN!
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Die
Leipziger Volkszeitung fragt "Warum lässt die große Unterstützung
aus
Deutschland auf sich warten?"
Einer,
der es genau weiß, antwortet: "... nationale Depression, Neid,
Missgunst, Kleingeisterei und auch Vorurteile gegenüber der
Leistungsfähigkeit des Ostens. Zum anderen wurden Personen, die maßgeblich
zum Erfolg im nationalen Wettbewerb beigetragen haben, systematisch kalt
gestellt."
Der
Interviewte heisst Dirk Thärichen und war zu DDR-Zeiten als Stasi-Agent
verantwortlich für das Kaltstellen von politischen Gegnern. Bis 2003 machte
er Karriere als Geschäftsführer der Olympia GmbH. Dann war seine
Vergangenheit der größte, aber nicht der einzige Skandal der Leipziger
Bewerbung. Heute macht der Kleingeist auf Verschwörungstheorie. Die
arroganten Westmedien wären am Olympia-Desaster schuld. Bei der hiesigen
Bevölkerung, die nur LVZ oder BILD konsumiert, kommt sowas gut an. Dabei
verhält es sich nur so: Die "Westmedien" haben - gerade weil
sie den
nationalen Mehrwert einer Olympiade in Deutschland erkennen - rechtzeitig
die Notbremse gezogen. Die Bewerbung muss sich in weißer Weste präsentieren
- zu offensichtliche Korruptionsgeschichten und Stasi-Skandale sind zu
vermeiden. Damit haben die hier so verhassten "Westmedien" die Bewerbung
gerettet - leider.
Denn
vor ein paar Monaten sah es noch so aus, als ob wir vom
Anti-Olympischen-Komitee uns gemütlich hätten zurücklehnen können.
Leipzig
schießt sich bis zum 18. Mai 2005 selbst aus dem Rennen - hofften wir
insgeheim. Schon jetzt wurden etliche Kollateralschäden angerichtet. Zu
nennen wäre die Schließung der Graffiti-Wand Wall of Fame, das Verbot
olympia-kritischer Veranstaltungen, der Beginn gigantischer Bauvorhaben und
die damit zusammenhängende Kürzung der Förderung kultureller
und sozialer
Projekte. Aber das schlimmste - die Olympiade in acht Jahren - hätte
abgewendet werden können. Und das ganz ohne unser zutun.
Nun
sind wir aber wieder gefragt! Das ganze Land steht vereint hinter der
Bewerbung - das versuchen zumindest die Politikerinnen und Politiker zu
suggerieren. Die Leipziger Bevölkerung zeigt Geschlossenheit, von der die
inzwischen recycelten DDR-Kader vor 1989 nur träumen konnten. Das geht
so
weit, dass auf der vermeintlichen friedlichen Montagsdemonstration für
Olympia Kritikerinnen und Kritiker des Vorhabens tätlich angegriffen und
beinahe gelyncht wurden. Und alle stricken fleißig an der Legende von
der
liebevollen Sportstadt, von der Stadt als ein großes olympisches Dorf,
vom
Idealismus der Bevölkerung und dem Charme nachhaltiger und ökologischer
Spiele.
Für
uns verstecken sich hinter diesen Begriffen nur Drohungen und
Horrorvisionen.
Sportstadt
ist Leipzig in der Tat. Hier entstand die völkische Turnbewegung.
Sie war eine wichtige Wegbereiterin für den Nationalsozialismus. Trotzdem
oder gerade deswegen werden ihre widerlichsten Vertreter in Leipzig bis
heute geehrt. So weihte OBM Tiefensee 2002 zum Turnfest in Leipzig ein
Denkmal für den "Führer der Turner" und vehementen Olympiagegner
ein. Die
Aufschrift lautet: "Herz und Hand dem Vaterland."
Die
Vision von der gesamten Stadt als olympisches Dorf bedeutet doch nichts
anderes, als dass die gesamte Stadt auf den Kopf gestellt wird. Jede Straße
wird überwacht und gesäubert von allen, die nicht ins olympische
Wohlstandsbild passen. Meinungsäußerungen gegen Olympia werden schon
heute
unterbunden.
Der
Idealismus der Bevölkerung läuft darauf hinaus, dass die Säuberung
Leipzigs nicht den Staatsorganen überlassen werden muss. Die Olympia-Idee
ist der ideologische Kitt, der im Moment alle in der Stadt zusammenhält
-
von links bis rechts. Unter dem Deckmantel Olympia kann die Stadtverwaltung
durchsetzen, was sie will.
Die
olympischen Spiele werden natürlich auch in Leipzig nicht nachhaltig
oder ökologisch sein - in einer kleinen Stadt sogar noch viel weniger als
in
einer großen. Doch die permanente Behauptung bedient das Ressentiment
von
der angeblich so bösen Kommerzialisierung der Spiele. Leipzig wäre
da ganz
anders. Sportlich, idealistisch und nicht westlich, materialistisch.
Auch
wenn wir die hiesigen Verhältnisse, den Leipzigwahn, die paranoide
Ostalgie und den großdeutschen Nationalismus zum Kotzen finden, wünschen
wir
natürlich auch keiner anderen Stadt die olympischen Spiele. Bei diesem
Großevent wird das kapitalistische Leistungsprinzip aufs mustergültigste
eingeübt. Millimeter und Sekunden entscheiden über Sieg und Niederlage.
Der
Körper wird für den praktizierten Sozialdarwinismus zugerichtet. Die
Nationen treten gegeneinander an. Die herrschende Sportpraxis ist das genaue
Gegenteil von Spiel, Spass und freier Bewegung.
Deswegen
lautet unsere Forderung: Nie wieder Olympia - und schon gar nicht
in Deutschland.
Antiolympische Demo "Fatal Error - The game is over", 15. Mai 2004,
14:00
Uhr, Leipzig, Augustusplatz
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Kein
Vergeben-Kein Verstecken
Demo gegen Nazistrukturen in Marzahn/Hellersdorf
Am
8. Mai diesen Jahres wiederholt sich der allj?hrliche "Tag der Befreiung".
Vor genau 59 Jahren endete mit der milit?rischen Zerschlagung Deutschlands die
schrecklichen Verbrechen der Nazis - die erdrückende Bilanz 11 Millionen
Tote in der Shoa (Konzentrations-lagern) und über 40 Millionen Tote Frauen,
M?nner und Kinder w?hrend des gesamten Krieges. Das erschreckende daran ist,
dass es heutzutage immer noch Menschen gibt, die offen ein nationalsozialistische
Weltbild propagieren, den Holocaust verleugnen und antisemitische Hetzte betreiben.
Dem müssen wir offen entgegentreten- denn damals wie heute gilt:
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
In
Zeiten einer neuen, deutsch-nationalen Identit?t in der wieder Kriege geführt
werden, Abschiebung von Flüchtlingen im konsumorientierten Alltag akzeptiert
ist und man wieder Stolz auf Deutschland sein darf haben sich auch die Strukturen
und das Auftreten der Nazis gewandelt. Nach den
Verboten der rechtsextremistischen Organisationen wie der Wiking-Jugend dem
Terrornetzwerk Blood & Honor und der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei
in den 90er Jahren, finden sich diese nun in Kameradschaften oder Aktionsbündnissen
wieder um eigenst?ndiger und unkontrollier-barer ihr menschenverachtendes Weltbild
propagieren zu k?nnen. Um ihre rassistischen und antisemitischen Anschauungen
der gesellschaftlichen Mitte n?her zu bringen fordern sie nicht mehr "Ausl?nder
raus" oder "Deutschland den Deutschen". Sie fordern neuerdings
"Volksgemeinschaft statt Globalisierungswahn".
Hinter dieser scheinbaren Kritik am kapitalistischen System, welche der Linken
beraubt wurde verbirgt sich jedoch eine rassistische und antisemitische Grundeinstellung
gegenüber all denjenigen, die nicht in ihr faschistisches Weltbild passen
wie zum Beispiel Ausl?nder, Juden, Homosexuelle oder einfach nur Menschen die
nicht rechts sind und ihre Einstellung nicht teilen. Dabei treffen sie immer
wieder auf Befürworter aus der politischen Mitte welche ihre Forderungen
nur für den Bürger besser umschreiben um diese in der Gesellschaft
durchzusetzen. Das dieses dann auch geschieht, zeigen die wiederholten Angriffe
auf eine Afro-Deutsche Frau am S-Bahnhof Springpfuhl, der Angriff auf drei Libanesinnen
in einer Stra?enbahn in Helle Mitte und die sich h?ufenden Angriffe auf linke
und andersdenkende in den letzten Monaten in Marzahn/Hellersdorf. Dieser Entwicklung
der Akzeptanz und Toleranz und der Verharmlosung der Gefahr von (Mitte)-Rechts
muss offen entgegengetreten werden.
Somit
wollen wir an diesem "Tag der Befreiung" mit der Demo durch Marzahn/Hellersdorf
an die Opfer des Nationalsozialismus gedenken und laut gegen den rassistischen
Alltag protestieren.
| Nazis sind Schei?e | egal wo | ob jung oder alt | Mann oder Frau |
8.Mai 12 Uhr S-Bhf.Raoul-Wallenberstr.
Demo
endet beim Rock für Links-8.Mai ab 14 Uhr:
Festival gegen Rassismus,Sexismus und Antisemitismus
umsonst und drau?en im Wiesenpark Marzahn mit: Mutabor, Skatoon Syndikat, Les
Babacools, Etwas, Delikat, The Roovers, Radium3000 und Crimson Sunday sowie
Reggae& Filmzelt, Infoveranstaltungen, Feuershow und vieles mehr: weitere
Infos unter
www.kein-verstecken.de
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