:TEXTE/CHRONIK
© 2004 bei apabiz e.V., ReachOut und tacheles
reden! e.V
Rechte Angriffe dokumentiert
Chronologie rechtsextremer, rassistischer, antisemitischer und schwulenfeindlicher Vorfälle in Berlin 2003
Drei Berliner Projekte gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus legen heute der Öffentlichkeit eine gemeinsame Chronologie vor.
Die
Zahl der gewalttätigen Angriffe und verbalen Attacken in Berlin ist nach
wie vor erschreckend hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Chronologie über
gewalttätige Angriffe in 2003. Die Zusammenstellung führt insgesamt
66 Meldungen auf, die durch die Presse oder von den Opfern gemeldet wurden.
Davon handelt es sich bei 42 um Gewalttaten.
Als beispielhaft kann der Fall einer jungen Studentin türkischer Herkunft
gelten, die im Oktober 2003 von eine Mitbewohnerin in einem StudentInnen-Wohnheim
in Berlin-Schöneberg brutal geschlagen wurde. Schon vor dieser Tat hatte
die Angreiferin die Geschädigte mehrfach rassistisch beschimpft, schikaniert
und bedroht. Mehrere MitbewohnerInnen bekamen den Angriff mit, niemand griff
ein. Das Opfer konnte sein Zimmer erreichen und die Polizei verständigen.
Einige Meldungen haben wir nicht in die Chronik aufgenommen, da deren Hintergrund
trotz Recherchen unklar blieb. So z.B.die Tötung von Attila Murat Aydin
(„Maxim“) am 13. Juni 2003 durch einen 75-Jährigen in Köpenick.
Zudem lehnen einige Opfer die Veröffentlichung des Angriffs auf sie ab.
Wir wissen, dass ein großer Teil rassitisch, rechtsextrem und antisemitisch
motivierter Taten nicht als solche wahrgenommen wird. Zudem müssen wir
davon ausgehen, dass die Mehrzahl der Angriffe, Bedrohungen und „Pöbeleien“
nicht bekannt werden, weil sie weder bei der Polizei angezeigt, noch bei uns
gemeldet werden. Diese Aufstellung ist daher mit Sicherheit nicht vollständig.
In der Übersicht wird jedoch deutlich, welche Bandbreite Gewalttaten, Pöbeleien
und Drohungen, Schmierereien und Schändungen im großstädtischen
Raum annehmen können.
Wir haben uns daher entschlossen, neben den eindeutigen Gewalttaten auch exemplarisch
solche Fälle aufzunehmen, die „alltäglichere“ Formen der
Bedrohung ausdrücken und unterhalb der Schwelle zur Gewalthandlung bleiben.
Aus der Arbeit der Opferberatung ReachOut wird ersichtlich, dass viele Opfer
solche Attacken für kaum noch erwähnenswert halten. Sie tauchen daher
auch nicht in polizeilichen oder publizistischen Dokumentationen auf.
08.
Januar 2003
Berlin
Ein türkischer Friseur aus Reinickendorf erhält von der Innungskrankenkasse
einen Brief, dem ein Zettel mit folgender Aufschrift beigelegt ist: 'Zahl endlich
du scheiß Kanake, sonst schneiden wir dir deinen dreckigen Schwanz ab.'
Ein
Ermittlungsverfahren verläuft ergebnislos.
Jungle World v. 12.02.2003
16.
Januar 2003
Berlin
Unbekannte senden einen Drohbrief mit den Worten 'Lüge wird Wahrheit
- Holocaust II' und eine Tüte mit Asche an den Rabbiner der Jüdischen
Gemeinde, Chaim Rozwaski. Rozwaski wohnt seit vier Jahren in Berlin.
Er überlebte als Kind den Holocaust, nachdem er aus einem weißrussischen
Ghetto geflohen war. Der größere Teil seiner Verwandtschaft wurde
ermordet.
Tagesspiegel v. 17.01.2003
20.
Januar 2003
Berlin-Treptow
Eine 17-jährige wird in der S-Bahnlinie 8 von Wedding in Richtung
Grünau von drei deutschen Männern bedrängt und mit einem
Messer bedroht. Sie muss mit ihnen zusammen den Zug am
S-Bahnhof Treptower Park verlassen und wird dort von einem
der Täter rassistisch beleidigt und ins Gesicht geschlagen.
Vier ”Ausländer” im Alter von ca. 20 bis 25 Jahren helfen der
Frau und ermöglichen ihre Flucht.
Pressedienst der Polizei v. 26.02.2003
Februar
2003
Berlin-Köpenick
An der Haltestelle Kleinschewskystraße des 169er Bus in Köpenick
werden linke Jugendliche von einer Gruppe Nazis, die aus dem
gegenüberliegenden Haus Kaulsdorfer Straße 121 kamen, in den Schwitzkasten
genommen, an die Haltestellenscheibe gedrückt und bedroht.Die nach einer
halben Stunde eintreffende Polizei nahm nur widerwillig eine Anzeige gegen
die Nazis auf.
Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.) v.
8.
Februar 2003
Berlin-Weissensee
Eine junge Frau, dem äußeren Erscheinungsbild nach der
linksalternativen Szene zuzurechnen, wird in der Meyerbeerstraße
von hinten gepackt, herumgeschleudert und mit CS-Gas besprüht.
Sie wird zu Boden geworfen, ins Gesicht und aufs linke Auge getreten.
Eine Zigarette wird ihr auf der linken Wange ausgedrückt. Während
des Angriffs
grölen die Täter etwas, was die junge Frau jedoch nicht verstehen
kann.
Die
3-4 Täter entkommen unerkannt. Die Jugendliche kann noch die Straße
überqueren und bricht dann zusammen. So wird sie von einem Bekannten
gefunden, der die Polizei und einen Krankenwagen herbeiruft.
Die junge Frau erstattet Anzeige gegen Unbekannt.
Reach Out
14.
Februar 2003
Berlin-Treptow
Sechs Jugendliche werden von 15 Nazis in der S-Bahn (S3)
Richtung Ostkreuz bedroht, angepöbelt und mit Whisky
überkippt. Zuvor riefen die Nazis mit weiteren ihrer
Kameraden, etwa 20 - die aber Richtung Erkner fuhren, am SBahnhof
Köpenick Naziparolen. Einige der Nazis waren
Mitglieder der Hooliganvereinigung "Gruppe 9".
Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.) v.
28.
Februar 2003
Berlin-Prenzlauer Berg
Um 12 Uhr versetzt ein 36-jähriger Mann einer Frau
koreanischer Herkunft, die ihm mit dem Fahrrad entgegen
kommt, einen Stoß ins Gesicht. Die Frau stürzt zu Boden und
ist kurzzeitig bewusstlos. Sie trägt von dem heftigen Schlag
eine Gehirnerschütterung, Prellungen und eine Verstauchung
davon. Aufgrund von Zeugenaussagen kann der Täter ermittelt
und festgenommen werden.
Bericht Kiezladen Dunckerstraße 18.3. 2003; Pressedienst der
Polizei, 10.4.2003
22.
März 2003
Berlin-Weißensee
Um 18.15 Uhr treffen zwei Jugendliche an der Ecke
Pistoriusstrasse/Berliner Allee auf eine Gruppe von 15 rechten
Jugendlichen, einer zeigt ihnen den Hitlergruß. Als sie in die
Smetanastraße weiterlaufen, werden sie von zwei aus der
Gruppe verfolgt, die sie einholen, schubsen und schlagen. Sie
flüchten in ein Restaurant, dort werden sie von der Gruppe
weiter bedroht. Erst als der Kellner die Polizei rufen will,
verschwinden die Angreifer und die beiden Jugendlichen
können das Restaurant durch die Hintertür verlassen.
Reach Out v. 22.03.2003
23.
März 2003
Berlin-Wilmersdorf
Gegen 19 Uhr wird auf dem Kurfürstendamm ein 21-jähriger
Mann aus den USA ins Gesicht geschlagen. Der Mann ist
aufgrund seiner Kleidung, der Kopfbedeckung und seiner
Schläfenlocken als Angehöriger jüdischen Glaubens zu
erkennen. Der Angreifer, der mit drei anderen Männern
unterwegs ist, tritt aus der Gruppe heraus, schlägt ohne
erkennbaren Grund zu und wirft ein Gebäckstück nach dem
21-Jährigen.
Neues Deutschland, Berliner Zeitung v. 24.3.2003;
Pressedienst der Polizei v. 25.03.2003
04.
April 2003
Berlin-Rudow
Beim Verlassen der U-Bahnstation Rudow werden sechs junge
Männer unterschiedlicher Herkunft gegen 22.30 Uhr von 25
Rechten im Alter von 14 bis 23 Jahren angegriffen, die sich am
Imbiss “Ketchup” aufgehalten hatten. Nach Beleidigungen
kommt es zu Schlägen, ein türkischer Jugendlicher wird durch
einen Baseballschläger am Kopf verletzt und muss ambulant
behandelt werden. Eine Zivilstreife der PMS (Politisch
Motivierte Straßengewalt), die den Treffpunkt der Rechten im
Auge hatte, ruft zur Verstärkung 70 Beamte. Die rechten
Männer und Frauen werden festgenommen. Sie werden
erkennungsdienstlich behandelt und alle wieder entlassen.
Tagesspiegel, 6.4.2003; Berliner Morgenpost, 6.4.2003; taz,
7.4.2003
14.
April 2003
Berlin-Mitte
Unbekannte ritzten Hakenkreuze an jüdisches Geschäft, wurde
am 14.4. entdeckt.
Neues Deutschland v. 16.04.2003
25.
April 2003
Berlin-Mitte
Drei Homosexuelle werden am Rosenthaler Platz von einer
Gruppe von sieben bis acht männlichen, kurzhaarigen
Jugendlichen beschimpft verfolgt und dann zweimal
niedergeschlagen. Die Angreifer beschimpfen die Opfer als
”linke Zecken”, ”Tunten”, ”Transen” und
”Opfer” und rufen u.a.
”Adolf Hitler”. Keine/r der PassantInnen greift ein oder bietet
Hilfe an. Die Polizei kommt erst zwanzig Minuten nach dem
Anruf, befragt weder die Angegriffenen, noch verfolgt sie die
Täter, die sich immer noch in der Nähe aufhalten.
indymedia.org.de v. 25.5.2003, Maneo – Schwules
Überfalltelefon und Opferhilfe
01.
Mai 2003
Berlin-Treptow
Auf dem S-Bahnhof Adlershof wird eine Frau von vier Nazis als
Jüdin beschimpft und unter ”Da haben sie wohl noch eine
vergessen!” die Bahnhofstreppe herunter gejagt.
Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.)
05.
Mai 2003
Berlin-Köpenick
Sechs Nazis aus dem NPD-Umfeld (auf der Fahrt vom SBahnhof
Schöneweide zum Krankenhaus Köpenick [Tram 67])
rissen einem linken Jugendlichen Aufnäher von seinen Sachen,
zerschnitten seinen Pullover, bedrohten ihn und wollten ihn
noch verprügeln, was ihnen aber nicht gelang, weil der
Jugendliche aus der Bahn ausstieg. Danach zogen sie einem
Hiphopper an der Hose und schlugen ihm ins Gesicht. Am
Krankenhaus Köpenick bedrohten sie einen weiteren
alternativen Jugendlichen.
Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.)
10.
Mai 2003
Berlin-Treptow
Drei alternative Jugendliche werden am S-Bahnhof
Schöneweide von ca. 15 – teilweise bezirksbekannten – Nazis
angepöbelt und angegriffen. Einer der Jugendlichen muß zur
ambulanten Behandlung ins Krankenhaus.
Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.)
© 2004 bei apabiz e.V., ReachOut und tacheles reden! e.V. 4 / 12
11.
Mai 2003
Berlin-Schöneberg
Ein 56-jähriger Mann wird gegen 20 Uhr im Bus der Linie 148
von einer Gruppe Jugendlicher als ”Drecksjude” beschimpft,
bespuckt und zweimal ins Gesicht getreten. Die Täter können
flüchten, als der Busfahrer den Bus anhält. Der Mann wurde
angegriffen, weil er einen Davidsstern um den Hals trug.
Pressedienst der Polizei, 12.5.2003; Berliner Zeitung v.
13.5.2003
13.
Mai 2003
Berlin-Neukölln
Ein 19-jähriger US-Amerikaner wird von drei Jugendlichen erst
als ”Drecksjude” beleidigt, verfolgt, mit Weintrauben beworfen
und mit Fäusten gegen die Stirn geschlagen. Der
Religionslehrer war aufgrund seiner traditionellen
Schläfenlocken und der Kopfbedeckung als orthodoxer Jude zu
erkennen.
Pressedienst der Polizei v. 14.05.2003, Berliner Zeitung;
Tagesspiegel; taz v. 15.5.2003
13.
Mai 2003
Berlin-Treptow
Zwei alternative Jugendliche werden am S-Bahnhof
Schöneweide von einem bezirksbekannten Nazi verprügelt.
Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.)
18.
Mai 2003
Berlin-Mitte
Gegen 14 Uhr wird eine 36-jährige Transsexuelle auf dem UBahnhof
Weinmeisterstr. beleidigt und angespuckt. Eine
Gruppe von 5 Personen zwischen ca. 25-26 Jahren starrt sie
zunächst unentwegt an. Plötzlich wird sie von der Gruppe
aggressiv verbal attackiert. Den genauen Wortlaut kann sie
nicht verstehen. Dann wird sie aus der Gruppe heraus ins
Gesicht gespuckt. Sie geht weiter, weil sie befürchtet, dass die
Sitation sonst eskaliert. Anzeige hat sie nicht erstattet.
Maneo – Schwules Überfalltelefon und Opferhilfe
28.
Mai 2003
Berlin-Lichtenberg
Ein Mann überquert gegen 20.15 Uhr mit Sohn und Tochter
den Anton-Saefkow-Platz. Auf der Höhe der Kaufhalle werden
die drei von Rechten als Schwule etc. beschimpft und
geschubst. Den Opfern gelingt es, die Polizei zu
benachrichtigen. Die Täter flüchten. Etwa eine Stunde später
sehen sie einen der Täter an einer Haltestelle. Wiederum wird
die Polizei verständigt. Als der Täter das bemerkt, schlägt er
den Mann. Dieser fällt zu Boden und bricht sich den Arm. Der
Täter wird festgenommen.
Reach Out
29.
Mai 2003
Berlin-Zehlendorf
S-Bahnhof Mexikoplatz: Zwischen 18 und 19 Uhr schreien drei
Männer in der S-Bahn Richtung Stadtmitte ”Wir hassen Gott
und die Juden”. Ein 37-jähriger Fahrgast fordert die Männer
auf, diese Sprüche zu unterlassen und wird daraufhin ins
Gesicht geschlagen. Der Mann fällt zu Boden und wird weiter
geschlagen. Ein anderer Fahrgast zieht die Notbremse. Der 37-
jährige wird von einem Bahnangestellten aus dem Wagen
gezogen. Er muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die
Polizei nimmt einen der Täter fest. Es handelt sich um einen
33-jährigen aus Berlin-Weißensee, bei dem ein beidseitig
geschliffenes Messer gefunden wird. Die anderen beiden Täter
können flüchten.
Taz, Pressedienst der Polizei v. 06.06.2003
30.
Mai 2003
Berlin-Mitte
In einem Restaurant am Rosenthaler Platz kommt es zu einem
rassistisch motivierten Angriff auf zwei Afrikaner. Die Männer
werden beleidigt und angepöbelt. Den tätlichen Angriff können
sie mit der Hilfe anderer Gäste abwehren.
indymedia.org v. 05.2003
© 2004 bei apabiz e.V., ReachOut und tacheles reden! e.V. 5 / 12
30.
Mai 2003
Berlin-Pankow
Eine Gruppe von Campern wird am Kiessee Arkenberge im
Schlaf von Rechten überfallen. Einer der Camper wird im
Gesicht schwer verletzt, eine Frau erleidet eine Verletzung am
Bein. Die drei Autos werden schwer beschädigt. Die
herbeigerufene Polizei, die über den Notruf der Betroffenen
darüber informiert war, dass es Verletzte gegeben hat,
interessiert sich wenig für den Überfall und seine Folgen.
Weder benachrichtigen die PolizistInnen einen Arzt, noch
sichern sie die Spuren des Angriffs. Auch eine Verfolgung der
Täter kommt für sie nicht in Frage.
taz, Pressedienst der Polizei, Reach Out v. 06.06.2003
30.
Mai 2003
Berlin-Pankow
Auf die Wohnung des Bezirksverordneten und
migrationspolitischen Sprechers der PDS-Fraktion Pankow,
Rudolf Blom, werden Flaschen von fünf Rechten geworfen. Die
Täter rufen rechtsextreme und rassistische Parolen. Es kommt
zu einer körperlichen Auseinandersetzung.
Berliner Zeitung, Junge Welt, Pankower Antifa Offensive v.
31.05.2003
30.
Mai 2003
Berlin-Treptow
Zwei Kirchentagsbesucherinnen werden am S-Bahnhof
Schöneweide von sechs Nazis als ”Christenfotzen” beschimpft
und bespuckt.
Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.)
8.
Juni 2003
Berlin-Friedrichshain
Gegen 2 Uhr steigt eine 20-jährige mit ihrem gleichaltrigen
Bekannten am S-Bahnhof Warschauerstraße in die S-Bahn
Richtung Schönefeld. Kurze Zeit später setzen sich zwei junge
Männer zu den beiden und beschimpfen sie als Scheiß-Zecken
und Junkies. Sie machen sich über die Anti-Nazi-Aufnäher der
jungen Frau lustig. An der nächsten Station wechseln sie und
ihr Freund das Abteil. Kurz vor Abfahrt des Zuges steigen die
beiden Rechten ebenfalls zu. Die junge Frau wird von einem
der Täter mit einem Messer bedroht. Er streicht ihr mit der
Klinge über die Stirn. Kurz darauf wird sie mit Fußtritten
traktiert, denen sie ausweichen kann. Dann schlägt einer der
Angreifer ihr eine Flasche auf den Kopf. Die beiden Täter
können am S-Bahnhof Treptower Park flüchten. Die
herbeigerufenen Polizei fasst die Täter trotz detaillierter
Beschreibung nicht. Die verletzte Frau wird mit einem
Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.
Reach Out, Treptower Antifa Gruppe (T:A.G.)
10.
Juni 2003
Berlin-Köpenick
Einer 13-jährigen Schülerin wird während des Unterrichts von
einem Mitschüler ein Hakenkreuz mit einer Plastikkarte in die
Schulter geritzt. Gegen den Täter wird wegen gefährlicher
Körperverletzung und wegen Verwendens
verfassungsfeindlicher Symbole ermittelt.
Pressedienst der Polizei v. 10.6.2003; Berliner Zeitung v.
11.6.2003
27.
Juni 2003
Berlin-Schöneberg
Ein 14-jähriges Mädchen aus der Ukraine wird um 17.30 Uhr in
einem BVG-Bus der Linie 148 am Kleistpark von 14-16-
jährigen Mädchen beleidigt und geschlagen, weil sie eine
Halskette mit einem Davidstern trägt. Laut Polizei können die
Täterinnen festgestellt werden und entschuldigen sich bei dem
Opfer.
Tagesspiegel v. 01.07.2003, Pressedienst der Polizei v.
30.6.2003
08.
Juli 2003
Berlin-Tiergarten
Unbekannte haben das jüdische Mahnmal an der Levetzowstr.
mit Steinwürfen beschädigt.
Tagesspiegel v. 10.07.2003
© 2004 bei apabiz e.V., ReachOut und tacheles reden! e.V. 6 / 12
08.
Juli 2003
Berlin-Friedrichshain
Am 08.07.2003 wird ein Vietnamese in der Pettenkofer Straße
in Berlin-Friedrichshain von vier Neonazis angegriffen und
verletzt. Die Täter werden in 'Franky`s Bierbar' kurzzeitig
festgenommen. Die Täter sind zwischen 20 und 32 Jahre alt
und u.a. wegen Volksverhetzung und Gewalttaten bekannt.
Jetzt wurden sie einem Haftrichter vorgeführt. Zwei Männer
erhalten Haftbefehle. Der beteiligte 20jährige ist erst vor
kurzem aus der Haft entlassen worden. Er war 1999 wegen
eines Tötungsdeliktes verurteilt und jetzt auf Bewährung
entlassen worden.
Tagesspiegel v. 12.07.2003
09.
Juli 2003
Berlin-Charlottenburg
Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden randalieren
Unbekannte am Schloss Charlottenburg. Erneut wurden u.a.
Naziparolen geschmiert.
Tagesspiegel v. 10.07.2003
09.
Juli 2003
Berlin-Treptow
S-Bahnhof Plänterwald: Zwei alternative Jugendliche werden
von zwei Nazis erst angepöbelt und später geschlagen. Ein
Angestellter der S-Bahn hielt es nicht für nötig einzuschreiten,
auch dann nicht, als noch weitere Leute beleidigt wurden. Die
Nazis kamen aus der Kneipe vor dem Bahnhof.
Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.)
12.
Juli 2003
Berlin-Friedrichshain
In einem türkischen Imbiss in der Frankfurter Allee pöbelt ein
Mann ”ausländerfeindliche” Parolen. Er wirft einen Betonstein
in Richtung eines Gastes. Der kann den Stein mit Hilfe eines
Stuhls abwehren. Der Angreifer wird festgenommen.
Berliner Zeitung v. 14.07.2003
29.
Juli 2003
Berlin-Lichtenrade
Eltern einer Kita wehren sich gegen den 53-jährigen Roland T.,
der seit langem den Kiez terrorisiert und unter anderem wegen
rassistischer und antisemitischer Parolen aufgefallen ist. Der
Mann ist auch mehrfach mit rechtsextremistischer Propaganda
aufgetreten. Seinem Hund ”Adolf” hat er beigebracht, den
Hitler-Gruss zu zeigen.
Berliner Morgenpost v. 29.07.2003
30.
Juli 2003
Berlin-Prenzlauer Berg
Vier junge Männer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren ziehen
ca. 1.30 Uhr die Schönhauser Allee hinunter und bedrohen und
schlagen mehrere Menschen. Gegen 3 Uhr konnten die vier
Rechten am S-/ U-Bahnhof Schönhauser Allee von der Polizei
festgenommen werden.
Pankower Antifa Offensive
02.
August 2003
Berlin-Mitte
Zwei 22- und 23-jährige Berlinerinnen asiatischer bzw.
afrikanischer Herkunft werden morgens um 5.30 Uhr am SBahnhof
Alexanderplatz von drei 28-, 35- und 39-jährigen
Männern aus Lichtenberg, Weißensee und Friedrichshain
beleidigt, angegriffen und leicht verletzt. Die alkoholisierten
Männer beschimpfen die zwei Frauen zuerst, nach einer
verbalen Auseinandersetzung greift der 39-jährige Mann die
23-jährige Frau tätlich an. Als ihre Begleiterin dazwischen
gehen will, wird sie Richtung Gleis geschubst. Ein unbekannter
Mann greift ein, woraufhin der Haupttäter flüchtet. Der
eintreffende Bahnschutz hält die beiden jüngeren Täter fest,
durch ihre Aussagen wird der 39-jährige später vom
Staatsschutz ermittelt und ebenfalls festgenommen.
Tagesspiegel v. 04.08.2003, Pressedienst der Polizei v.
3.8.2003
4.
August 2003
Berlin-Schöneberg
Zwei schwule 37-und 38-jährige Männer werden in einem
Mietshaus von einem Nachbarn und einer Nachbarin
beschimpft und bedroht. Als die beiden Männer mit ihrem
Hund im Treppenhaus sind, begegnen sie einem Kind und
einem erwachsenen Mann aus der Nachbarfamilie. Als das Kind
nach dem Hund tritt, bittet einer der beiden schwulen Männer
den Erwachsenen, auf das Kind aufzupassen. Der beginnt
sofort die Männer schwulenfeindlich zu beschimpfen. Er
versucht den 38-jährigen zu schlagen. Dieser kann dem
Schlag ausweichen. Die Mutter von einem der Betroffenen ist
mittlerweile auch im Treppenhaus. Sie wird nun von der
Nachbarin mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Mann
beschimpft währenddessen die beiden schwulen Männer weiter
und droht damit, ihnen die Kehle durchzuschneiden. Die
beiden erstatten keine Anzeige, wenden sich jedoch auf
Anraten von Maneo an die Hausverwaltung, die umgehend
Hilfe zusagt.
Maneo – Schwules Überfalltelefon und Opferhilfe
16.
August 2003
Berlin-Kreuzberg
Gegen 16.30 Uhr werden drei 14- und 16-jährige schwule
Jugendliche im Buslinienersatzverkehr zwischen Halleschem
Tor und Mendelssohn-Bartholdy-Park geschlagen und mit
schwulenfeindlichen Sprüchen beleidigt. Die Drei sitzen hinten,
im unteren Teil des Busses. Plötzlich erhalten zwei von ihnen
von hinten einen Schlag gegen den Hinterkopf. Dann werden
sie von den drei Angreifern, die ca. zwischen 18-20 Jahre alt
sind, beschimpft. Einer der schwulen Jugendlichen wendet sich
hilfesuchend an den Busfahrer. Der reagiert jedoch nicht.
Eines der Opfer erhält einen weiteren Schlag gegen den
Unterkiefer und fällt zu Boden. Der Bitte des Jugendlichen,
dass der Fahrer die Türen des Busses verschlossen halten und
die Polizei rufen soll, entspricht er nicht. Keiner der Fahrgäste
greift helfend ein. Die Angreifer können fliehen. Der verletzte
Jugendliche muss im Krankenhaus ambulant behandelt
werden. Die drei erstatten Anzeige gegen Unbekannt.
Maneo – Schwules Überfalltelefon und Opferhilfe
22.
August 2003
Berlin-Reinickendorf
Ein jüdischer Lebensmittelhändler aus Reinickendorf schließt
seinen ”Israel-Deli” wegen andauernden Pöbeleien und
Schikanen.
Frankfurter Rundschau v. 22.08.2003
25.
August 2003
Berlin-Pankow
In Pankow wurde ein 20jähriger Mann festgenommen, weil aus
seiner Wohnung in der Wolfgang-Heinz-Straße rechtsextreme
Parolen und Musik dröhnte.
Berliner Zeitung v. 27.08.2003
25.
August 2003
Berlin-Kreuzberg
In Kreuzberg wurde ein 41jähriger Mann festgenommen, weil
er von seinem Balkon in der Bergfriedstraße zwei Türken
beleidigte und den Hitlergruß zeigte.
Berliner Zeitung v. 27.08.2003
06.
September 2003
Berlin-Hellersdorf
/Marzahn
Ein Mann türkischer Herkunft, der Besitzer eines
Gemüsestands am S-Bahnhof Kaulsdorf ist, wird gegen 14 Uhr
von zwei deutschen Männern rassistisch beleidigt und mit
Bierflaschen beworfen. Bei der Flucht verletzt sich der
Angegriffene am Fuß. Als sich die Täter vom Stand entfernen,
zeigen sie den Hitlergruß, rufen ”Heil Hitler” und werfen
wiederholt mit Bierflaschen in Richtung des Mannes. Zeugen
alarmieren die Polizei, die schnell zur Stelle ist und die Täter
festnehmen kann. Der Angegriffene muss wegen der
Fußverletzung im Krankenhaus behandelt werden.
Frankfurter Rundschau, taz, Tagesspiegel v. 8.9.2003.
Pressedienst der Polizei v. 6.9.2003
07.
September 2003
Berlin-Treptow
Ein Iraner, der in einem Backwarenladen im Bahnhof arbeitet,
wird gegen 5.20 Uhr von vier unbekannten Männern
rassistisch beschimpft, geschlagen und getreten. Er wird am
Kopf und an der Hand verletzt, kurzzeitig bewusstlos und muss
ins Krankenhaus gebracht werden. Die Täter werden von der
Polizei nicht gefasst.
Pressedienst der Polizei v. 7.9.2003; Tagesspiegel, Frankfurter
Rundschau v. 8.9.2003; ReachOut
12.
September 2003
Berlin-Köpenick
Am S-Bahnhof Schöneweide werden zwei linke Jugendliche
von Rechten beleidigt und bedroht.
Treptower Antifa Gruppe (T.A.G.)
13.
September 2003
Berlin-Schöneberg
Zwei schwule Männer, 39 und 40 Jahre alt, sind auf dem Weg
von der “Scheune” zum U-Bahnhof Nollendorfplatz, als sie von
hinten aufgefordert werden, stehen zu bleiben. Gleich darauf
werden sie von fünf jungen Männern zu Boden geworfen. Die
fünf schlagen und treten auf ihre Opfer ein. Erst als die beiden
stark blutend um Hilfe schreien, hören die Täter auf. Beide
müssen sich im Krankenhaus behandeln lassen. Einer der
Geschädigten trägt eine gebrochene Nase davon, der andere
Mann erleidet mehrere Prellungen im Brustbereich.
Maneo – Schwules Überfalltelefon und Opferhilfe
22.
September 2003
Berlin-Lichtenberg
Ein schwarzer Afrikaner wird gegen 22.50 Uhr in der
Rhinstraße an einem Imbiss von fünf bis sechs Männern
angegriffen. Sie stoßen und treten ihn und fordern ihn auf,
nach Afrika zu gehen. Er muss im Krankenhaus ambulant
behandelt werden. Vier Tatverdächtige werden festgenommen.
Pressedienst der Polizei v. 23.9.2003; Berliner Zeitung v.
24.9.2003; Berliner Morgenpost, 24.9.2003; Reach Out
27.
September 2003
Berlin-Schöneberg
Zwei schwule 29 und 33-jährige Männer werden in den
Morgenstunden vor der “Heilen Welt” von fünf jungen Männern
mit schwulenfeindlichen Äußerungen beleidigt. Später treffen
die beiden schwulen Männer noch einmal auf die 5 Angreifer.
In der Eisenacher Straße stoßen sie einen der beiden zu
Boden, so dass er Verletzungen an Hüfte, Knie und Ellbogen
erleidet. Der andere Mann erhält einen so schweren Schlag
aufs linke Ohr, dass er 14 Tage später noch nichts hören kann.
Beide erstatten Anzeige
Maneo – Schwules Überfalltelefon und Opferhilfe
30.
September 2003
Berlin-
Hohenschönhausen
Ein 14-jähriger wird am Nachmittag auf einem Spielplatz von
fünf rechten Jugendlichen beleidigt, bedroht und geschlagen.
Der Angegriffene ist wegen der Aufnäher und Buttons auf
seiner Kleidung eindeutig als antifaschistisch zu erkennen. Der
Jugendliche wird mit Fäusten ins Gesicht und mit einer
Holzkeule, einer Bierflasche und einer Kette geschlagen. Die
Schläger reißen die Aufnäher und Buttons von der Kleidung
des Jugendlichen ab und versuchen ihn zu berauben. Der 14-
jährige erleidet Kopf- und Oberkörperverletzungen und muss
ambulant behandelt werden. Die Täter werden einen Tag nach
dem Angriff festgenommen.
Pressedienst der Polizei v. 2.10.2003; Berliner Zeitung,
Tagesspiegel, Berliner Morgenpost v. 4.10.2003; Reach Out
03.
Oktober 2003
Berlin-Neukölln
Unbekannte haben am Freitag das Geburtshaus des früheren
Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Heinrich
Stahl, geschändet. Die Täter schmierten Farbe auf die
Gedenktafel, die an dem Haus in der Straße Alt-Rudow
angebracht ist. Außerdem sprühten sie zwei Hakenkreuze und
eine Rune der verbotenen rechtsextremen Wiking-Jugend an
die Wand. Heinrich Stahl war von 1933 bis 1942
Gemeindevorsitzender. Er starb im November 1942 im KZ
Theresienstadt.
Berliner Zeitung v. 04.10.2003
09.
Oktober 2003
Berlin-Mitte
Bahnhof Friedrichstraße: Ein 46-jähriger greift im Regionalzug
einen zwei Monate alten Säugling an. Er lässt sich in Richtung
des Kindes fallen und stützt sich mit der Hand auf dem Gesicht
und dem Brustkorb des Kindes ab und versucht es zu Boden
zu drücken. Zuvor hatte er die Eltern, die aus Jugoslawien und
aus Sierra Leone stammen rassistisch beleidigt. Die Eltern
können den Täter am Bahnhof dem Bundesgrenzschutz
übergeben.
Pressedienst der Polizei v. , 10.10.2003; Berliner Zeitung,
11.10.2003; Tagesspiegel, 11.10.2003
15.
Oktober 2003
Berlin-Kladow
Am 15. Oktober hat die Polizei in Berlin-Kladow 50 Flugblätter
mit antisemitischem Inhalt sichergestellt. Auf den Zetteln, die
hinter den Scheibenwischern von Autos klemmten, werden
Juden für die Verseuchung des nahe gelegenen Groß
Glienicker Sees und seiner Uferbäume verantwortlich gemacht.
Ende Oktober wird die Wohnung eines Verdächtigen
durchsucht.
Jungle World v. 23. 10. 2003, Tagesspiegel v. 05. 11.2003
18.
Oktober 2003
Berlin-Friedrichshain
Zwei dunkelhäutige Männer werden in der Straßenbahnlinie 20
von drei männlichen und einer weiblichen Jugendlichen
rassistisch angepöbelt. Es kommt zu einer tätlichen
Auseinandersetzung. Der Straßenbahnfahrer alarmiert die
Polizei. Kontrolleure halten die Angreifer bis zu deren
Eintreffen fest. Die Angreifer werden festgenommen. Sie sind
wegen politisch motivierter und anderer krimineller Straftaten
bekannt. Die Opfer verlassen den Tatort vor dem Eintreffen
der Polizei.
Pressedienst der Polizei v. 18.10.2003; Tagesspiegel v.
19.10.2003
21.
Oktober 2003
Berlin-Schöneberg
Eine junge Studentin türkischer Herkunft wird in einem
StudentInnen-Wohnheim von einer Mitbewohnerin brutal
geschlagen. Die Studentin befindet sich gegen 20.30 Uhr in
der Gemeinschaftsküche. Plötzlich hört sie ein lautes Schreien.
Unmittelbar darauf wird sie von hinten angegriffen. Sie wird
am Hals gepackt, ins Gesicht und gegen den Kopf geschlagen.
Die Angreiferin drückt die junge Frau gegen die Fensterbank
und setzt sich auf sie. Sie schlägt ihr wiederholt auf den Kopf
und ins Gesicht. Dann versucht die Täterin, die Finger in die
Augen des Opfers zu stechen. Die junge Frau schreit um Hilfe.
Schließlich kann sie sich aufrichten und erkennt die Angreiferin
als eine Frau, die im Studentenwohnheim lebt und die
Geschädigte schon vorher rassistisch beschimpft, schikaniert
und bedroht hat. Einmal stand sie mit erhobener Axt vor der
jungen Frau.
Mehrere MitbewohnerInnen bekommen den brutalen Angriff
mit, aber niemand greift ein. Dem Opfer gelingt es, in ihr
Zimmer zu kommen und die Polizei zu verständigen. Die
Täterin verlässt fluchtartig das Wohnheim und droht dabei
wiederholt mit erneuten Schlägen und zeigt den Hitlergruß.
Die Täterin hat schon andere nichtdeutsche Studierende
rassistisch beschimpft und bedroht.
Das Opfer erstattet Anzeige.
Reach Out
24.
Oktober 2003
Berlin-Lichterfelde
Unbekannte beschmieren eine Grundschule in Lichterfelde mit
Hakenkreuzen.
Jungle World v. 05.11.2003
1.November
2003
Berlin-Kreuzberg
Zwei 28 und 29 Jahre alte schwule Männer werden gegen
22.30 Uhr in der U-Bahnlinie 7 zwischen Südstern und
Gneisenaustr. von fünf Männern beleidigt und geschlagen.
Während die 5 Täter die beiden Männer mit
schwulenfeindlichen Äußerungen beschimpfen, mischt sich
eine junge Frau ein. Daraufhin wird sie ebenfalls rassistisch
und sexistisch beschimpft. Als einer der beiden schwulen
Männer die Täter auffordert, die Frau in Ruhe zu lassen, wird
er mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Am U-Bahnhof
Gneisenaustraße flüchten die Täter. Außer der Frau hat
kein
anderer Fahrgast eingegriffen. Die Opfer haben Anzeige
erstattet.
Maneo – Schwules Überfalltelefon und Opferhilfe
04.
November 2003
Berlin
Gerhard B. steht wegen mehrfacher ”Ausraster” beim
Taxifahren vor Gericht. Unter anderem hatte er einen Kunden
als Neger beschimpft und nicht befördern wollen.
Tagesspiegel v. 05.11.2003
04.
November 2003
Berlin-Mitte
Unbekannte beschmieren einen Gedenkstein an der
Mollstrasse, der an ein Pogrom im Jahre 1510 erinnert, mit
roter Farbe.
Tagesspiegel v. 05.11.2003
05.
November 2003
Berlin-Mitte
Das Mahnmal an der Putlitzbrücke wurde mit Farbe beschmiert
und zerkratzt. Die Täter wollten offensichtlich ein Hakenkreuz
einritzen.
Tagesspiegel v. 06.11.2003
12./13.
November 2003
Berlin-Pankow
Unbekannte werfen einen Stein auf die Tram, in Richtung
eines 19-jährigen. Der Mann war vorher von den Tätern
beobachtet worden, wie er Aufkleber der ”Autonomen
Nationalisten Berlins” entfernt hatte. Die Scheibe der Bahn
wurde beschädigt, hielt dem Steinwurf aber stand.
Pressedienst der Polizei v. 14.11.2003; Berliner Morgenpost v. 15.11.2003
19.
November 2003
Berlin-Mitte
Tagesspiegel-Mitarbeiter entdecken Hetzsprüche an der
Ebertstraße in Mitte an zwei Stromkästen und einem Bauschild
direkt neben dem Gelände des Holocaust-Mahnmals. Der für
politische Delikte zuständige Staatsschutz nahm sofort die
Ermittlungen auf. Im einzelnen steht dort: ”BRD Jüdische
Gesinnungsdiktatur” an einem Bauschild, ”Journalisten
Hilfsjuden” und ”Radio TV Judenfunk” an Verteilerkästen.
Tagesspiegel v. 20.11.2003
20.
November 2003
Berlin-Tiergarten
Wenige Tage nach einer Gedenkveranstaltung zur
Reichspogromnacht haben Unbekannte mehrere Kränze am
jüdischen Mahnmal in Berlin beschädigt. Laut Polizei warfen sie
vier der Kränze über die Brüstung einer Brücke auf
Gleisanlagen. Aus anderen Kränzen wurden Blumen
herausgerissen und Schleifen abgeschnitten.
Tageszeitung v. 22.11.2003
23.
November 2003
Berlin-Pankow
Ein 19-Jähriger (s. Meldung vom 12./13. November) wird von
4 Männern zwischen 18 und 22 Jahren in der Dietzgenstraße
massiv bedroht. Er verständigt die Polizei und erstattet
Anzeige.
Reach Out
27.
November 2003
Berlin-Kreuzberg
Wegen seiner jüdischen Kopfbedeckung ist ein 24-jähriger
Mann von drei ausländischen Jugendlichen beschimpft und
beleidigt worden. Wegen des antisemitischen Hintergrunds
übernahm der Staatsschutz der Polizei die Ermittlungen.
Tagesspiegel v. 29.11.2003
03.
Dezember 2003
Berlin
In Berlin hat die Zahl rechtsextremer Gewalttaten stark
zugenommen. Im Jahr 2002 registrierte die Polizei 52 rechte
Übergriffe. Allein im ersten Halbjahr 2003 seien es schon 41
gewesen, sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD), als er das
"Lagebild Rechtsextremismus" vorstellte.
Berliner Zeitung v. 04.12.2003
14.
Dezember 2003
Berlin-Prenzlauer Berg
Ein 35-jähriger Mann afrikanischer Herkunft wird in der Tram
Nr. 50 von zwei Männern zuerst beleidigt und mit einem
Messer bedroht. Er versucht den Straßenbahnfahrer zu
informieren, wird von den Angreifern daran gehindert. Andere
Fahrgäste rufen über Mobiltelefon die Polizei und fordern die
Anfreifer auf, den Mann in Ruhe zu lassen. Der
Straßenbahnfahrer hält die Türen bis zum Eintreffen der Polizei
geschlossen. Die Täter werden festgenommen.
Pressedienst der Polizei v. 15.12.2003; Tagesspiegel, taz,
Berliner Zeitung, Neues Deutschland v. 16.12.2003
16.
Dezember 2003
Berlin-Tiergarten
Unbekannte Täter haben vermutlich aus einem
vorbeifahrenden Fahrzeug zwei Farbbeutel gegen das jüdische
Mahnmal an der Putlitzbrücke in Tiergarten geworfen. Die mit
Grau und Beige gefüllten Beutel platzten, die Farbe lief aus
etwa 1,20 Metern Höhe am Mahnmal hinunter. Auch das
Brückengeländer und der Sockel wurden erheblich bespritzt.
Ein unbekannt gebliebener Passant alarmierte die Polizei. Der
Polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.
Tageszeitung v. 18.12.2003
21.
Dezember 2003
Berlin-Kreuzberg
Ein 18-Jähriger hat die Stiftertafel am Berliner Jüdischen
Museum verunstaltet. Er wurde nach Polizeiangaben am Tatort
von Objektschützern gestellt und Einsatzbeamten übergeben.
Der als Rauschgiftkonsument bekannte und alkoholisierte
Jugendliche wurde wegen Sachbeschädigung angezeigt.
Tageszeitung v. 22.12.2003
// back \\