Thales von Milet

Thales von Milet gilt im Allgemeinen als der erste Philosoph, obwohl es vor ihm schon zahlreiche östliche Denker gab. Er wird zu den milesischen Naturphilosophen gezählt, genauso wie Anaximander und Anaximenes, denn sie alle stammten aus der kleinasiatischen Stadt Milet und suchten nach der Archè, dem Urstoff, aus dem alle Dinge bestehen.

Thales lebte zu Beginn des 6. Jh. v. Chr., er war der erste der sieben Weisen. Außerdem beschäftigte er sich mit der Mathematik (Satz des Thales über Dreiecke unter einem Halbkreis) und der Astronomie. Er sagte die Sonnenfinsternis von 585 v. Chr. voraus, wobei er allerdings sehr viel Glück hatte. Seine Berechnungen stützten sich auf die Erkenntnisse der babylonischen Statistiken (bis Anfang des 17. Jh., Galileo Galilei, konnten Himmelskörper nur mit freiem Auge betrachtet werden), doch glücklicherweise konnte man die Sonnenfinsternis auch in Milet sehen.

Viele seiner Mitbürger warfen Thales Dummheit vor, da er freiwillig besitzlos lebte und verspotteten ihn wegen seines Interesses für die Gestirne.

Auf der Suche nach einem Grundstoff, aus dem alles besteht, stieß Thales auf das Wasser. (Nicht gewöhnliches Wasser, sondern eine abstraktere Form, das sog. Urwasser). Er kam zu diesem Schluss, da er bei Besuchen in der Wüste erkannt hatte, dass es ohne Wasser kein Leben geben könne. Zudem stützte er seine Behauptung mit Hilfe der griechischen Mythologie, in der der Ursprung des Lebens der Oceanus ist. Auf diesem Oceanus schwimmt laut Thales außerdem die scheibenförmige Erde - diese Theorie ermöglichte ihm, Erdbeben zu erklären.

Blatt weglegen