Anaximander
Etwa zur gleichen Zeit wie Thales lebte auch Anaximander (oder Anaximandros) in Milet, also zu Beginn des 6. Jh. v. Chr.
Anaximander abstrahiert den Begriff der Archè, indem er sich nicht eines Elementes bedient, sondern einen gänzlich neuen Urstoff erfindet: das Apeiron. (a = ohne, peras = Grenzen). Aus ihm geht alles in Gegensätzen hervor und fällt wieder zurück. Auch die Elemente (Wasser, Luft, Erde, Feuer - griechische Reihenfolge) und die Quintessenz entstehen aus dem Apeiron, genauso wie die Götter (sie verlieren ihre erhöhte Position den Menschen gegenüber jedoch nicht)
Anaximanders kosmogonische und
kosmologische Theorie lautet folgendermaßen:
Aus einem feuchten und warmen samenartigen Etwas wuchs eine Pflanze, in deren
Innerem Feuer war. Die Schale erhärtete sich und wurde schließlich vom Feuer
gesprengt.
Die Erde ist ein Zylinder, dessen Durchmesser sich zu seiner Höhe wie 3:1
verhält; die Menschen leben auf der Oberfläche dieses Zylinders. Er besteht
aus den 4 Elementen, während die Gestirne aus der Quintessenz gemacht sind.
Jeder Himmelskörper besitzt einen von Nebel umgebenen Feuerkreis (der Nebel
schützt die Menschen vor zu großer Hitze). Bricht der Nebelring auf, so kann
man den jeweiligen Himmelskörper sehen. (Dies lieferte eine passable Erklärung
für Sonnenauf- und Untergang). Der Durchmesser der Erde verhält sich zu dem
der Sonne wie 1: 27, alles steht in bestimmten Verhältnissen zueinander, damit
das natürliche Gleichgewicht nicht zerstört wird. Auffallend hierbei ist, dass
Anaximander einen starken Bezug zur Zahl 3 zu haben schien.