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Das Jahr 1954 |
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Weltgeschichte
Die Franzosen erleiden am 7.5. im Indochinakrieg im seit 57 Tagen eingekesselten Dien Bien Phu im äußersten Nordwesten Vietnams eine katastrophale Niederlage. Beide Kriegsparteien hatten sich auf diese beiderseits als entscheidend angesehene Schlacht intensiv vorbereitet. Auf der Genfer Indochina-Konferenz (26.4.-21.7.) wird über das Kriegsende in Indochina verhandelt. Als Ergebnis werden die verfeindeten Truppen am 17.Breitengrad als Demarkationslinie zwischen Nord- und Südvietnam getrennt. Frankreich muß sich aus dem Norden des Landes jetzt auch politisch zurückziehen. Kaum daß sie den einen verloren haben, läßt sich Frankreich in einen weiteren Kolonialkrieg ziehen, diesmal mit Algerien, als dort Aufständische am 1.11. an 70 Orten gleichzeitig französische Beamte erschießen und Bombenanschläge verüben. Organisator des Aufstandes ist Achmed Ben Bella. Zu schweren Unruhen gegen die Kolonialmacht kommt es auch in Französisch-Marokko. Nachdem in (Rot-) China die Verfassung angenommen worden ist, wird Mao Tse-tung endgültig Präsident der Volksrepublik China. Nachdem das französische Parlament eine Ratifizierung des EVG-Vertrages abgelehnt hat, scheitert die Europäische Verteidigungs-Gemeinschaft. In Ägypten wird General Nagib durch Gamal Abd el-Nasser gestürzt. |
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Kulturgeschichte
In den USA entscheidet der Oberste Gerichtshof anhand einer Einzelklage die Beseitigung der Rassentrennung an Schulen. Politische und militärische Spaltung Deutschlands vollzogen. Die bundesdeutsche Fußball-National-Elf mit Trainer Sepp Herberger und Kapitän Fritz Walter gewinnt am 4.7. in Bern gegen Ungarn den Titel des Fußballweltmeisters mit dem 3:2-Tor von Helmut Rahn, obwohl der Favorit Ungarn bereits in der 9. Minute mit 2:0 vorne lag. In Amerika wird der Leiter des Hauptberatungsausschusses der Atomenergiekommission Julius Robert Oppenheimer (*1904, +1967) Opfer der Kommunistenhetze von Senator McCarthy. Er wird erst 1963 von US Präsident Kennedy rehabilitiert werden. In den USA wird mit der "Nautilus" das erste atomgetriebene U-Boot in Dienst gestellt. Es ist vollkommen unabhängig von jedweder Außenluftzufuhr. Die Photozelle, mit der man aus Licht Strom erzeugen kann, wird in den USA entwickelt. Von Billy Graham werden die ersten medienwirksamen evangelischen Massenveranstaltungen in den USA abgehalten. Der "Rock-and-Roll" kommt als Populärmusik auf. Henry Moore schafft die Skulptur vom Krieger mit dem Schild; das im Krieg total zerstörte Schloß Bruchsal wird wieder aufgebaut (gesamte Restaurationszeit sind 30 Jahre); Pablo Picasso malt die Jaqueline mit verschränkten Händen, Marc Chagall einen roten Akt; der Bildhauer Hans Uhlmann fertigt eine Komposition in Stahl und sein Kollege Gerhard Marcks den Albertus Magnus. Gestorben: der Politiker Hermann Ehlers (*1904); die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Gertrud Bäumer (*1873); die Schriftstellerin Colette (bürgerl. Sidonie-Gabrielle de Jouvenel, *1873); der Maler Henri Matisse (*1869); der Komponist Oscar Strauss (*1870); der Dirigent Wilhelm Furtwängler (*1886); der Zeppelinflieger Hugo Eckener (*1868); der Physiker Enrico Fermi (*1901); der Kinematograf Auguste Lumière (*1862). |