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Weltgeschichte
8.3. In Rußland wird die Dynastie der Romanows (regiert seit 1613) in
der Februar-Revolution (russische Zeitrechnung: 23.2.) gestürzt. In
Petrograd bilden sich Sowjets (= Arbeiter- und Soldatenräte) gegen das
am 12.3. unter Fürst Lwow gegründete bürgerliche Exekutivkommitee.
Zar Nikolaus II. dankt am 15.3. ab. Mit deutscher Hilfe kehrt Wladimir
Iljitsch Lenin am 16.4. aus seinem schweizer Exil per Eisenbahn nach Rußland
zurück und fordert am 17.4. die Diktatur des Proletariats. Die 2.
russische Brussilow-Offensive an der Südostfront scheitert. Alexander
Kerenski (seit Mai Kriegsminister) bildet am 21.7. eine neue Regierung,
nachdem ein bolschewistischer Putschversuch am 18.7. gescheitert und
Lenin nach Finnland geflohen ist. Am 16.10. wird Leo Trotzki Führer
eines militärrevolutionären bolschewistischen Kommitees, das einen
Militäraufstand gegen die Republik propagiert, der dann am 7.11. (russ.
Zeitrechnung: 25.10.) in der Oktoberrevolution auch stattfindet. Lenin
wird Führer des Rates der Volkskommissare, des neuen russischen
Machtorgans. Dieses proklamiert am 15.11. das Selbstbestimmungsrecht der
Völker, auf das sich Finnland am selben Tag beruft und seine Unabhängigkeit
erklärt. Am 8.11. erläßt der Rat der Volkskommissare ein Dekret des
Friedens, am 15.12. beendet (vorläufig) ein Waffenstillstand mit
darauffolgenden Verhandlungen in Brest-Litowsk den Krieg an der
Ostfront.
6.4. Kriegserklärung der USA an Deutschland, am 7.12. an Österreich-Ungarn.
Panama und Kuba schließen sich an.
Kriegserklärungen von Siam, China, Brasilien an Deutschland.
In Frankreich wird die Tänzerin Mata Hari wegen angeblicher Spionage
hingerichtet.
Die Engländer verdrängen die Türken aus Palästina. Der englische Außenminister
Balfour spricht sich für einen Siedlungsanspruch der Juden in Palästina
mit Jerusalem als Hauptstadt aus, gleichzeitig hat man aber wohl auch
den Arabern (deren Hilfe bei der Vertreibung der Türken von erheblichem
Wert war) Gebietsansprüche zugestanden. Der Palästina-Konflikt ist
vorgezeichnet.
In Frankreich wird die Tänzerin Mata Hari als deutsche Spion verurteilt
und standrechtlich erschossen.
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Kulturgeschichte
Erste regelrechte Luftschlachten werden ausgefochten.
Wegen Männermangels nimmt bei den kriegsbeteiligten Nationen die
Frauenarbeit zu und stärkt damit die Emanzipationsbewegung der Frauen.
Das Kondensatormikrofon wird von E.C. Wente erfunden. Der erste Farbfilm
in Technicolor entsteht, er hat allerdings nur zwei Farben.
Lasar Segall malt eine Leichenrede, Egon Schiele eine Mutter mit zwei
Kindern, Marc Chagall "Friede den Hütten, Krieg den Palästen"
und ein Friedhofstor, Amadeo Modigliani die Lolotte und Otto Dix den
Krieg; Ernst Ludwig Kirchner schnitzt den Kunsthändler Schames in Holz,
und Gerrit Rietveld stellt einen bemalten Holzstuhl vor.
Gestorben: Walter Flex (*1887), 26.9.: der Maler Edgar Degas (*1834),
17.11.: der Bildhauer Auguste Rodin (*1840), 31.3.: Emil Adolf von
Behring (*1854), 8.3. Ferdinand Graf von Zeppelin (*1838), 20.8.: der
deutsche Chemiker und "Farbenpapst" Adolf Ritter von Baeyer
(*1835).
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