|
Weltgeschichte
Deutschland und England verständigen sich in der Bagdadbahn-Frage.
In China löst Yuan Shikai die Nationalversammlung auf und regiert
diktatorisch.
Der Erste Weltkrieg bricht aus mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns
an Serbien vom 28.7., Deutschlands an Rußland vom 1.8. und an
Frankreich vom 3.8., Kriegszustand zwischen Deutschland und Belgien ab
4.8., Kriegserklärung Englands an Deutschland am 4.8., Österreich-Ungarns
an Rußland am 5.8., England und Frankreich an Österreich-Ungarn am
12.8., Japan an Deutschland (nach Ultimatum vom 19.8.) am 23.8.; Japan
erobert am 7.11. mit Tsingtau die deutsche Kolonie Kiautschou. Das
Osmanische Reich (Türkei) provoziert durch einen Feuerüberfall auf
russische Häfen am 29.10. die Kriegserklärung der Entente-Mächte. Das
eigentlich dem Pakt der Mittelmächte zugehörige Italien erklärt sich
(u.a. auf Druck Mussolinis) für neutral.
Anlaß ist das tödlich verlaufende Attentat des serbischen Studenten
Princip auf das österreichische Thronfolgerpaar (Franz-Ferdinand von
Habsburg-Este und seine Gemahlin Sophie Gräfin Chotek Herzogin von
Hohenburg) in Sarajewo vom 28.6., dem wenige Minuten vorher ein erstes
erfolglos vorausging. Österreich, das sich der deutschen Unterstützung
sicher ist ("Blankoscheck": deutsche Erklärung der Bündnistrue
vom 6.7.), stellt dem unter russischen Garantien stehenden Serbien
unannehmbare Forderungen in einem undurchführbar kurzen Ultimatum, erklärt
Serbien am 28.7. den Krieg und beginnt am Folgetag mit der Beschießung
von Belgrad. Beim darauffolgenden Feldzug gegen Serbien stoßen die Österreicher
auf unerwartet erbitterten Widerstand und müssen sich zum Jahresende
aus Serbien zurückziehen.
Nachdem der russische Vorstoß nach Ostpreußen (s.u.) bei Tannenberg
aufgehalten werden konnte, beginnt im Dez. die bis April und Dez 1915
andauernde erfolgreiche deutsch-österreichische Offensive an der
Ostfront.
Die Türken halten den englischen Vormarsch in Mesopotamien auf.
Belgien gerät unter deutsche Militärregierung.
Nach 20jährigem Aufenthalt in Südafrika (seit 1894) kehrt der
Rechtsanwalt Mahatma Gandhi in seine indische Heimat zurück.
|
|
|
Kulturgeschichte
Der erste technisierte Krieg beginnt: Luftkämpfe, mehrtätiges
Trommelfeuer aus unzähligen Kanonen, Tankschlachten, U-Boote,
Funktechnik und Kampfgasgranaten sind die neuen Techniken, auf welche
weder die strategischen Heeresleitungen noch die eingesetzten Soldaten
ausreichend eingestellt sind.
Flugzeuge und Fesselballons werden zu Kriegsbeginn beinahe ausnahmslos für
die Luftaufklärung eingesetzt (der erste Flugzeug- Bombenabwurf der
Geschichte findet am 29.8. durch Hermann Dreßler über Paris statt;
Abwurf aus der Hand).
15.8. Eröffnung des Panama-Kanals. Er verkürzt den Seeweg vom Pazifik
in den Atlantik um über 8´000 Seemeilen (ca 15´000 km). Die USA sind
Hoheitsträger der Kanalzone.
24.6. Die Eröffnung des erweiterten Nord-Ostsee-Kanals mit einer neuen
Tiefe von 11 m gestattet es der deutschen Marine, ihre Schiffe innerhalb
des eigenen Hoheitsgebietes von der Nord- zur Ostsee zu verlegen.
Die Technik des Hochsee-Fischfangs wird durch Treib- und Schleppnetze
derart verbessert, daß noch in diesem Jahrhundert weite Bereiche der
Weltmeere leergefischt sein werden.
Das Yale Bowl Stadium im amerikanischen Connecticut wird das größte
Stadion der Welt. Diesen Rekord hat bislang das im Jahre 80
fertiggestellte Kolosseum in Rom gehalten.
Oskar Kokoschka malt die Windsbraut, August Macke ein Mädchen unter Bäumen
und einen Abschied, Wassily Kandinsky die Improvisation Nr. 35, Piet
Mondrian eine Komposition in Oval, Emil Nolde eine Tropensonne und
Robert Delaumay den Eiffelturm.
Gestorben: Paul Heyse (*1830), Christian Morgenstern (*1871), Georg
Trakl (Selbstmord angesichts des Kriegsbeginns), Bertha von Suttner
(*1843 als Gräfin Kinsky); Hermann Löns (*1866) und August Macke
(*1887) fallen im Krieg.
|
|