Das Jahr 1903

 

 

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Weltgeschichte

Die Bolschewisten gehen aus dem russischen Bürgerkrieg am 17.11. gegen die "Weißen" als Sieger hervor. Nach einem bolschewistischen Aufstand wird Aserbaidschan sowjetrussisch.
Holland verweigert die von den Alliierten geforderte Auslieferung des früheren deutschen Kaisers Wilhelm II.
Unter Führung von General Mannerheim befreit sich Finnland mit deutscher Hilfe von russischer Besetzung.
Im Friedensvertrag von Trianon vom 4.6. verliert Ungarn im Vergleich zum Vorkriegsniveau 71% seines Territoriums und 63% seiner Bevölkerung.
Sept.: In Indien ruft Mahatma Gandhi zum unbewaffneten passiven Widerstand gegen die britische Herrschaft auf.
Die Sowjetregierung erkennt die Unabhängigkeit von Estland und Lettland und Litauen an.
Polen überfällt unter Marschall Pilsudski die Ukraine, wird von der Roten Armee vehement bis vor Warschau zurückgedrängt, und kann diese (mit französischer Hilfe) im sogenannten Wunder an der Weichsel entscheidend schlagen und die polnische-russische Grenze vertraglich absichern.
In Ungarn wird Nikolaus von Horthy Reichsverweser (bis 1944).
Palästina erhält unter dem Protektorat Englands eine Verfassung.
Erste Vollversammlung des Völkerbundes in Genf. In Den Haag wird der ständige Internationale Gerichtshof eingerichtet. Die Mandate über die ehemals zum Osmanischen Reich gehörenden Staaten in Nahost werden wie folgt aufgeteilt: Syrien und der Libanon fallen an Frankreich, Mesopotamien an England, Palästina bleibt unter Völkerbundhoheit als britisches Protektorat, wobei den Engländern die Aufgabe zuteil wird, in Palästina eine jüdische Heimat zu schaffen. Ein eventuelles Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser stand nicht zur Debatte.
Unverzüglich marschiert Frankreich in Syrien ein und setzt den englischen Vasallen König Faisal I. ab, der zu den Briten geht und 1921 König des Irak wird.
Gründung der IRA, der militanten Irisch-Republikanischen Armee; zu ersten Schießereien mit britischer Polizei kommt es am 21.11.; der Freiheitskampf der Iren dauert bis heute an.

 

Kulturgeschichte

Das noch stark unter den Kriegseinwirkungen leidende Antwerpen richtet die VII. Olympischen Spiele (ohne deutsche Beteiligung) mit 154 Disziplinen (Tauziehen gehört auch dazu) aus. Star der Spiele ist der Wunderläufer Paavo Nurmi mit drei Gold- und einer Silbermedaille. Ebenfalls außergewöhnlich erfolgreich ist die Tennisspielerin Susanne Lenglen. Erstmals wird der olympische Eid bei den Spielen der Neuzeit geleistet (vom belgischen Fechtmeister Victor Boin).
Mai: Die 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannte Jungfrau von Orleans wird von Papst Benedikt XV. heilig gesprochen.
In Preußen wird die 4-jährige Grundschulpflicht eingeführt.
Die erste Rolltreppe mit waagerecht laufenden Stufen, Handlauf und direktem Zu- und Abgang wird von der US Firma Otis gebaut.
Mit einem Flugzeug wird erstmals eine Flughöhe von mehr als 10 km überschritten.
Eine Maschine zur vollautomatischen Herstellung von Glasflaschen mit einer Leistung von über 100´000 Stck/Tag wird von dem Amerikaner Michael Owen gebaut.
Der Geschwindigkeitsrekord für Kraftwagen wird von einem Duesenberg mit 246,5 kmh gehalten.
Ab 29.10. gilt das Prohibitionsgesetz für alle Staaten der USA (gegen den Widerstand des Präsidenten). Dafür erhalten die Frauen das Wahlrecht.
Der ehemalige Reichskanzler (1918) Prinz Max von Baden gründet das berühmte Elite-Internat in Salem in einem ehemaligen Zisterzienserkloster.
Maurice Utrillo malt den Place du Tertre am Montmartre, Max Liebermann ein Selbstbildnis, Amadeo Modigliani ein Mädchen mit braunen Haaren, Heinrich Kampendonck einen Garten, Ernst Ludwig Kirchner einen Winter in Davos, und Lionel Feininger malt Eichelborn.
Max Reinhardt begründet mit dem Jedermann nach Hugo von Hoffmansthal die Salzburger Festspiele.