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4. Februar 2012: NPD-Landesparteitag in Reinickendorf
ACHTUNG: Nach Köpenick verlegt! 11 Uhr Kundgebung
vor der NPD-Zentrale!
"Wie
inzwischen bekannt wurde, plant die Berliner NPD für Samstag, den
4. Februar 2012, einen Landesparteitag in Berlin-Reinickendorf. Auf diesem
haben die Berliner NPD-Delegierten die Möglichkeit, zu entscheiden,
ob Uwe Meenen Vorsitzender bleibt, oder ob ihn Sebastian Schmidtke ablöst.
Gegen diese Zusammenkunft der Berliner Neonazis sind Proteste angesagt.
ACHTUNG: Nach Köpenick verlegt! 11 Uhr Kundgebung
vor der NPD-Zentrale!
Vor einigen Tagen hatte der Berliner Neonazi Sebastian Schmidtke –
Betreiber des Naziladens „Hexogen“ in Schöneweide und
Aktivist des „Nationalen Widerstands Berlin (NW Berlin)“ -
seine Kandidatur für den Berliner NPD-Landesvorsitz angekündigt.
Schmidtke, der verantwortlich für die meisten Berliner Neonazi-Aufmärsche
ist, kündigte in einem Interview an, den personell geschwächten
und intern zerstrittenen Berliner Verband wieder zusammenführen zu
wollen. Auch den Umgang mit Medien will er in Zukunft verbessern. Da Schmidtke
aus den Reihen der „freien Kameradschaften“ stammt, wäre
im Falle seines Sieges mit einer noch stärkeren Einflussnahme des
Netzwerkes „NW Berlin“ auf die Berliner NPD zu rechnen. Expert_innen
gehen davon aus, dass schon die letzten NPD-Aktionen ohne die „NW
Berlin“-Aktivisten nicht zu meistern gewesen wären. Seine dahingestotterten
Statements in verschiedenen Nachrichtensendungen der letzten Wochen lassen
Schmidtke jedoch nicht als den charismatischen Anführer erscheinen,
der er gerne wäre.
Dem Franken Uwe Meenen ist in den drei Jahren seiner Amtszeit keine Stärkung
der Berliner NPD gelungen. Den zerstrittenen Neonazis gilt er als „Hinterzimmer-Intellektueller“.
Auch die starken Stimmverluste bei der Berlin-Wahl im letzten Jahr werden
seiner Strategie zugeschrieben, mit NS-Bezügen Skandale zu provozieren.
Wahlplakate mit der Aufschrift „Gas geben“ und Kreuzworträtsel
mit „Adolf“ als Lösungswort verschreckten Teile der potentiellen
NPD-Wähler_innen, die nicht stramm neonazistisch und NS-nostalgisch
denken. Ansonsten konnte Uwe Meenen nur Schlagzeilen damit produzieren,
dass er von Unbekannten auf dem Weg zu einer NPD-Veranstaltung verprügelt
wurde.
Der Landesparteitag
Neben der Wahl des Vorsitzenden werden die Delegierten am Samstag über
weitere mehr oder weniger wichtige Beschlüsse abstimmen. Als Ort
dafür haben sie eine Kneipe in der Residenzstraße in Reinickendorf
ausgewählt. Dort ist der weitgehend inaktive NPD-Kreisverband Nord
um die Neonazis Tibor Haraszti und Richard Miosga angesiedelt, dessen
einzige Aktivität Kneipenabende ausmachen. Es werden mehrere dutzend
Delegierte der acht Parteikreisverbände (Lichtenberg, Treptow-Köpenick,
Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg, Nord, Spandau
und Pankow) sowie der Jugendorganisation JN erwartet.
NPD? No Way!
Wo Neonazis in Berlin auftreten, sind wir schon da. Keine Veranstaltungen
von „NW Berlin“ oder der NPD bleiben ohne Protest. Wir rufen
deshalb alle Nazi-Gegner_innen dazu auf, am Samstag, dem 4. Februar 2012
12 Uhr zum U-Bahnhof Residenzstraße zu kommen, um dort zusammen
mit uns gegen die Neonazis und ihr Gedankengut zu protestieren.
Achtet auf weitere Ankündigungen, hier
und auf www.antifa-berlin.info
ACHTUNG: Nach Köpenick
verlegt! 11 Uhr Kundgebung vor der NPD-Zentrale!
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Rechtsterrorismus und die militante
Berliner Neonaziszene
Der NSU und die "Reichshauptstadt" Berlin
(Stand: 16. Januar 2012)

Bisher sind drei Kontakte des NSU und ihres
Unterstützer_innen-Umfeldes nach Berlin in die Öffentlichkeit
gelangt. Bereits 1998, also im Jahr des Abtauchens der drei Neonazis,
sei der Thüringer Neonazi André Kapke – er war zuvor
zusammen mit Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe in der "Kameradschaft
Jena" organisiert - in Berlin unterwegs gewesen, um für die
Unterstützung der Untergetauchten zu werben. Er habe dabei einen
NPD-Funktionär und eine Frau aus der Neonazi-Szene getroffen und
sie um Kontakte zu möglichen Verstecken im Ausland gebeten. Die angesprochene
Frau, vermutlich die Neonazi-Aktivistin Rita Bönisch aus Adlershof,
betrieb zu dieser Zeit einen Wohnmobil-Verleih. Ihre Adresse war damals
Knotenpunkt der bundesweiten Neonaziszene (2). Bei den Morden und Banküberfällen
der NSU wurden teilweise gemietete Wohnmobile verwendet. >>>
Ganzer
Text
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Die Welt zu Gast
im Asylknast?
Kein Abschiebeknast auf dem neuen Flughafen Berlin-Schönefeld!
Mit großen Feierlichkeiten soll am
3. Juni 2012 der neue Großflughafen in Berlin-Schönefeld eröffnet
werden. Weit weniger bekannt ist, dass an diesem Stichtag auch ein Abschiebeknast
für Flüchtlinge eröffnet werden soll – und zwar im
Transitbereich eben jenes neuen Flughafens! Der Abschiebeknast auf dem
Flughafengelände dient zur Sicherung eines speziellen verkürzten
Asylverfahrens für Flüchtlinge, die auf dem Luftwege eingereist
sind. Während der Dauer des Verfahrens werden sie auf dem Flughafengelände
festgehalten. Bislang werden diese Flughafenverfahren in größerem
Maßstab an den Flughäfen in Frankfurt und Düsseldorf durchgeführt.
Dort hat sich gezeigt, welche menschenrechtsverletzenden Konsequenzen
das beschleunigte Verfahren hat: Durch die Verkürzung des Asylverfahrens
haben Behörden und Gericht keine Zeit die Anträge richtig zu
prüfen und lehnen den Großteil ab. Trotz scharfer Kritik stellen
die verantwortlichen Politiker_innen auf Bundes- und Landesebene in Berlin
und Brandenburg auf Durchzug! Die politischen Entscheidungsträger_innen
müssen klar benannt und zur Verantwortung gezogen werden. Vor allen
Dingen jedoch müssen wir die Inbetriebnahme dieses Asylknastes verhindern.
Es kann nicht sein, dass das Grundrecht auf Asyl einer weiteren rassistischen
Maßnahme zur Abschreckung von Flüchtlingen zum Opfer fällt.
Hintergründe
>>> Kampagnenseite
www.KeinAsylKnastBBI.info
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Schöneweide
in der Hand der Neonazis
Antifa Aktionen und mehr
Seit
Dezember 2011 ist es offiziell: Die Neonazis in Schöneweide kooperieren
in hohem Maße mit Rockern des "Gremium MC" und den "Vandalen".
Die rechte Szene ist offensichtlich bestrebt, neben den bekannten Neonazi-Treffpunkten
„Zum Henker“ und „Hexogen“, ihre Infrastruktur
im Ortsteil Schöneweide weiterauszubauen. Sowohl Aktivisten verbotener
Organisationen aus den 90er Jahren, als auch die aktuelle Generation Berliner
Neonazis agieren dabei gemeinsam und haben mittlerweile in und um die
Brückenstraße mehrere Geschäfte und Lokale eröffnet.
Dabei gibt es enge Verflechtungen zwischen heute aktiven Neonazikadern
wie beispielsweise Sebastian Schmidtke, Neonazis, die vor 10 bis 15 Jahren
durch Aktivitäten auffielen, und die sich dem Rockermilieu zugewandt
haben. Letztere betreiben den Club "Dark7side". Auch die Nazirockergruppe
"Vandalen" gewinnt an neuer Aktualität. Das enge Netz dieser
Spektren von neonazistischen und gewalttätigen Aktivisten ist besorgniserregend,
weil es die Verfestigung militanter rechter Strukturen darstellt. (Mehr
dazu in der 8-Seiten-Broschüre "Die
braune Straße" + Kurzflyer zu Neonazis
in Treptow/Köpenick
>>> Kampagne
"Nazis auf die Pelle rücken!" + Antifa
Bündnis Südost + Register
TK
Aktionen
28.02.2012 Die Nazikneipe "Zum Henker" feiert Geburtstag. Achtet
auf Ankündigungen!
14.01.2012 Kundgebung vor Nazikneipe "Zum Henker" wegen "Bombenholocaustandachtsfeier"
Bericht
15.12.2011 Unangekündigter Besuch beim Vermieter der Naziknepe "Zum
Henker" Bericht
18.09.2011 Demo gegen den Wiedereinzug der NPD in die BVV Treptow/Kpenick
Bericht
20.08.2011 Kontrollverluste
Festival in Schöneweide gegen rechte Hegemonie
18.08.2011 Antifa Flyer- und Plakattour durch Schöneweide
08.07.2011 Demo gegen "Zum Henker" Bericht
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BLOCK DRESDEN 2012
- Aller guten Dinge sind drei!
Bustickets Berlin > Dresden im Schwarze Risse und Red Stuff
In
den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, das viele für unmöglich
gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert.
Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration
ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.
Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren,
an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den
damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“
anzuknüpfen. Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung
und eine mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft
konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis
zu 7000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist
gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln
von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit
Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.
Wir wenden uns gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus. Alten und
neuen Nazis darf keine Gelegenheit gegeben werden, die deutsche Geschichte
zu verklären und die NS-Verbrechen zu verherrlichen. Daher werden
wir am 13. Februar 2012 den „Täterspuren“-Mahngang durchführen,
um an die NS-Geschichte in Dresden zu erinnern.
„Sagen, was man tut, und tun, was man sagt“ – durch
dieses Motto war unser Handeln der letzten Jahre geprägt. Dabei bleibt
es! Uns eint das Ziel, den Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern.
Unser Ziel ist dabei nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Wir
sind entschlossen, den Naziaufmarsch zu blockieren – von uns wird
dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit
uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.
„Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ – das war unser
Credo der letzten Jahre. Dabei bleibt es! Mit einem breiten Bündnis
aus Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften,
Parteien und Jugendverbänden, religiösen Gruppen sowie zahlreichen
weiteren Organisationen und Einzelpersonen haben wir deutlich gemacht:
Blockaden sind legitim, und Dresden geht uns alle an!
AntifaschistInnen wurden in den letzten Monaten vermehrt mit staatlichen
Repressionen überzogen. Rechtswidrige Funkzellenabfragen, politisch
motivierte Strafverfahren, selbst Immunitätsaufhebungen werden uns
nicht einschüchtern. Versuchen von außen, uns mittels der Extremismustheorie
zu spalten, setzen wir unsere Solidarität entgegen. Wir lassen uns
nicht spalten. Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, unsere Blockaden sind
legitim!
Lassen wir uns nicht einschüchtern! Wir protestieren im Februar in
Dresden auch gegen die staatliche Aushöhlung des Versammlungsrechts
und einen Schnüffel-Staat. In Dresden soll bewusst das Rechtsordnungsprinzip
der Verhältnismäßigkeit verschoben werden, um einen „gläsernen
Demonstranten“ zu schaffen. Wir treten dem entschieden entgegen.
Dabei stehen wir zusammen gegen alle Versuche der Einschüchterung
und der Beschneidung unserer Bürgerrechte.
Auch 2012 werden wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Die Mordserie
der in Sachsen untergetauchten Nazis zeigt einmal mehr, wie wichtig entschlossenes
antifaschistisches Handeln ist. Antifaschistisches Engagement darf nicht
kriminalisiert, sondern muss unterstützt werden. Jahrelang sind Anschläge,
Nazigewalt und Waffenfunde in der Naziszene bagatellisiert worden. Schluss
damit!
Wir geben den Nazis keinen Meter Straße preis. Wir blockieren sie
in Dresden: bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!
Aktionen
19.01.2012 / Vom Datenskandal zur Spionageabwehr / 19 Uhr / Vetomat (Scharnweberstr.
35, Berlin-Friedrichshain)
25.01.2012 / Blockadetraining / 14 Uhr / TU Berlin (Ernst-Reuter-Platz)
25.01.2012 / Von FZA und Bürgerrechtsverletzungen / 19 Uhr / Grüner
Salon (Rosa-Luxemburg-Platz 2)
26.01.2012 / Infoveranstaltung / 19.00 Uhr / ver.di Bundeszentrale (Paula-Thiede-Ufer
1-3)
01.02.2012 / Feindstrafrecht [Sachsen dreht freiSTAAT] / 20 Uhr / BAIZ
(Christinenstr. 1)
04.02.2012 / Infoveranstaltung / 20 Uhr / Bandito Rosso (Lottumstr. 10a)
07.02.2012 / Infoveranstaltung / 20 Uhr / Café Commune (Reichenberger
Str. 157)
08.02.2012 / Probesitzen vor der Sächsischen Landesvertetung in Berlin
/ 14 Uhr / Brüderstr.
09.02.2012 / Dresden und kein Ende: 129. / 19:30 Uhr / Festsaal Kreuzberg
(Skalitzer Str. 130)
10.02.2012 / Blockadetraining / 18 Uhr / Peppi Guggenheim (Weichselstrasse
7)
13.02.2012 / Rundgang "Täterspuren" / Comeniusplatz Dresden
/ 13 Uhr*
15.02.2012 / Letzte Infoveranstaltung / 19.00 Uhr / Festsaal Kreuzberg
(Skalitzer Str. 130)
>>> dresden-nazifrei.com
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Veranstaltungsreihe
im Offenen Antifa Cafe
19.01.2012 Offenes Antifa Cafe "Vom
Datenskandal zur Spionageabwehr"
19 Uhr im Vetomat (Scharnweberstr. 35)
Zum
Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13.02.2011 wollten wieder tausende
Neonazis ihren 'Trauermarsch' durchführen. Massenblockaden, Demonstrationen
und andere Aktionsformen ließen die Nazis auch 2011 in Dresden keinen
Fuß auf den Boden bringen. Doch kein erfolgreicher Protest ohne
staatliche Repression: Antifa und Zivilgesellschaft, militante und sogenannte
friedliche Demonstrant_innen wurden kriminalisiert und ausspioniert.
Insbesondere die Überwachung der Handy-Daten aller Personen die sich
im Umfeld der Protestierenden aufhielten, zeigte einmal mehr den ausufernden
polizeilichen Kontrollwahn und die damit einhergehende Aushölung
der Unschuldsvermutung. Die Veranstaltung gibt einen kurzen Überblick
über diese staatlichen Repressalien.
Unser Anliegen ist es das Bewusstsein zu schärfen, das jede/r der
sich an den Aktionen gegen den bevorstehenden Naziaufmarsch Mitte Februar
2012 beteiligt, in den Fokus des staatlichen Repressionsapparates kommen
kann. Zu wissen was sie tun ist die Voraussetzung, den repressiven Verfolgungsorganen
das Leben nicht zu einfach zu machen.
Offenes Antifa Cafe mit Autonome Antifa Infernal und Antifa Friedrichshain.
Wie immer mit VoKü und Infotisch
>>> Offenes
Antifa Cafe? Jeden 3. Donnerstag im Monat im Vetomat
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20.12.2011: Jahresrückblick
mit Videoschnippseln
XB-Liebig (Liebigstr. 34) 21 Uhr
Während die Politik-Feuerwehr von
einem Event zum nächsten hechelt, bleibt kaum Zeit zu verschnaufen,
Erreichtes kritisch zu beleuchten und der Melancholie der Wintertage ein
wohltuendes Daumen-Hoch zu verpassen. Eine Bewegung ohne Vergangenheit
hat bekanntlich keine Zukunft. Wer sich nur dem Tagesgeschäft hingibt,
mag meinen, dass alles schlechter, reaktionärer, brutaler und sinnloser
wird. Wer allerdings die Zusammenhänge von Interventionen herstellt,
sich Kampagnen und ihre Resultate vergegenwärtigt und sich selbst
bzw. den eigenen Beitrag daran zu Gemüte führt, dem steht ein
fröhlich-selbstbestimmter Frühling bevor. Ein Abend für
Ausstiegsgefährdete und für LiebhaberInnen der "Beiträge
die keine inhaltliche Ergänzung darstellen". Ein politischer
Jahresrückblick mit Video und Audiobeiträgen nicht nur aus Antifa-Sicht.
Wie immer mit VoKü. (Auch ganz ok: Der Jahresrückblick der Antifa
Hohenschönhausen)
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10.12.2011: Demo gegen Abschiebehaft
auf dem BBI und in Grünau
Demo zum Abschiebeknast Grünau 15 Uhr S-Bhf Spindlersfeld
Seit
1993 ist das Recht auf Asyl in Deutschland praktisch abgeschafft. Um 10.000
Abschiebungen pro Jahr sicherzustellen, wird massenhaft „polizeiliche
Abschiebehaft“ angeordnet. Neben dem Abschiebeknast Berlin-Grünau,
der 1994 eingerichtet wurde, soll nun im Transitbereich des neuen Flughafens
Berlin-Brandenburg-International (BBI) in Schönefeld eine weitere
Haftanstalt gebaut werden. Unsere Demonstration am 10. Dezember richtet
sich gegen das System der Abschiebehaft und gegen den Neubau auf dem BBI.
Wir wollen uns mit einer großen Kundgebung vor dem Abschiebegefängnis
Grünau mit den Inhaftierten solidarisieren.
:: Das System Abschiebehaft
::
In der Abschiebehaft werden Menschen eingesperrt, die keine Aufenthaltsgenehmigung
in Deutschland besitzen. Die Haftanträge der Ausländerbehörden
werden von den Amtsgerichten routiniert bestätigt – ein Recht
auf anwaltliche Unterstützung gibt es nicht. Die Haft kann auf bis
zu 18 Monate verlängert werden, wenn die Häftlinge den Behörden
nicht helfen ihre eigene Abschiebung zu befördern. Faktisch handelt
es sich bei der Abschiebehaft um eine Inhaftierung ohne Strafverfahren
– um Haft ohne Straftat.
Abschiebehaft ist die konsequente Fortführung des gesellschaftlichen
Ausschlusses von Migrant_innen und Flüchtlingen. Durch rassistische
Sondergesetze werden Beschränkungen in allen Lebensbereichen auferlegt:
Ein undurchsichtiges Netz von Gesetzen und Länderverordnungen, die
durch Willkür und Entrechtung Migrant_innen abschrecken und ihren
Zuzug verhindern sollen. Nach den Pogromen gegen Flüchtlingsunterkünfte
vor 20 Jahren wurde dem Standortnationalismus mit der Grundgesetzänderung
1993 (dem sog. Asylkompromiss) in Richtung „Bedarfsorientierte Zuwanderung“
Rechnung getragen. Nicht mehr das Recht auf Asyl, sondern die Verwertbarkeit
für die deutsche Wirtschaft steht im Vordergrund. Durch die EU-Osterweiterung,
eine damit einhergehende europäisierte Abschottungspolitik und die
sog. „Drittstaatenregelung“ wird es für Flüchtlinge
immer schwieriger, die Bundesrepublik zu erreichen. So konnten letztes
Jahr mit 41.332 Asylanträgen gerade einmal ein Zehntel derer von
1992 gestellt werden.
:: Berlin und Brandenburg
bauen einen neuen Abschiebeknast ::
Großbaustelle Flughafen BBI: Was für viele das neue Tor in
den Urlaub ist, soll für andere zum exterritorialen Endpunkt ihrer
Flucht werden. Denn wie erst im Oktober bekannt wurde, soll auf dem neuen
Großflughafen ein Abschiebeknast mit 30 Haftplätzen gebaut
werden. Dieser ist eine späte Folge des Gesetzespakets von 1993,
das beschleunigte Asylverfahren für fünf internationale Flughäfen
vorsah und nun von Berlin und Brandenburg umgesetzt wird. Im sog. Flughafenverfahren
werden über die Asylanträge von ankommenden Flüchtlingen
bereits im Transitbereich entschieden. Nach einem außergerichtlichen
Schnellverfahren soll ein Großteil der Flüchtlinge wieder abgeschoben
werden. Als „hastig, unfair, mangelhaft“ bezeichnet Pro Asyl
die jährlich rund 300 Flughafenverfahren auf dem Flughafen Frankfurt
am Main.
Hand in Hand mit der Bundesregierung forcieren Berlin und Brandenburg
auf dem BBI nicht nur den Ausbau des rechtlich umstrittenen Flughafenverfahren,
sondern außerdem auch die Teilprivatisierung von Knästen. Denn
mit der Versorgung und Betreuung wurde die Sicherheitsfirma B.O.S.S. beauftragt,
die schon für den Abschiebeknast und die Zentrale Erstaufnahmestelle
für Flüchtlinge (ZAST) in Eisenhüttenstadt zuständig
ist.
:: Abschiebeknast Grünau
::
Wie das System Abschiebehaft in Berlin umgesetzt wird, kann man im Abschiebeknast
Grünau beobachten: Enge Zellen, miserable Versorgung, kaum Beschäftigung,
stattdessen verordnetes Nichtstun. Zwar dürfen Handys benutzt werden,
doch es fehlt an Geld für Telefongespräche, für die notwendigen
Anwält_innen oder für Bücher und Anderes, um die erdrückende
Langweile zu überbrücken. Besonders perfide hieran ist, dass
jeder Tag im Knast die Häftlinge 65,26 Euro kostet. Dieser Betrag
– zusammen mit den Kosten für die Abschiebung – ist von
den ehemaligen Häftlingen zu begleichen, sollten sie noch einmal
in die BRD einreisen. Ist eine erneute legale Einreise ohnehin nahezu
unmöglich, wird sie so auch noch unbezahlbar.
Skandalös ist auch die medizinische Versorgung in der Berliner Abschiebehaft:
Schwerkranke werden erst nach langen Verzögerungen behandelt, Menschen
mit gefährlichen Infektionskrankheiten teilen Zellen mit gesunden
Häftlingen und Suizidgefährdete werden in Einzelzellen isoliert,
was die Suizidgefahr deutlich erhöht. Was auf den ersten Blick nach
bedauerlichen Mängeln aussieht, hat Methode: Im Knast gibt es kein
unabhängiges medizinisches Personal, sondern lediglich den polizeiärztlichen
Dienst, dessen Hauptaugenmerk nicht auf der Gesundheit der Häftlinge,
sondern auf deren „Reise- und Verwahrfähigkeit“ liegt.
Viele der hier genannten Punkte bemängelte auch die Länderkommission
zur Verhütung von Folter im Oktober 2011. Das Ziel kann jedoch nicht
die graduelle „Verbesserung“ oder die „Humanisierung“
des menschenverachtenden Systems der Abschiebehaft sein, sondern nur dessen
ersatzlose Abschaffung. Statt sich für die Abschaffung der Abschiebehaft
im Bund einzusetzen und bis dahin zumindest auf Landesebene nach Regelungslücken
zu suchen (wie es in Rheinland Pfalz von rot-grün zumindest diskutiert
wird) lässt sich Berlin die Haft was kosten: In Grünau werden
gerade 18 Personen festgehalten, bei einer Gesamtzahl von 214 Haftplätzen
und 192 Mitarbeiter_innen.
:: Widerstand im Knast::
Immer wieder gibt es Widerstand von Inhaftierten in Grünau. Zuletzt
in die Öffentlichkeit geriet der Fall von Victor Atoe. Wie er treten
immer wieder Abschiebehäftlinge in Hungerstreik oder sehen sich dazu
gezwungen, sich selbst zu verletzen, um eventuell aus der Haft entlassen
zu werden. Im Sommer 2005 kam es zu kollektiven Widerstandsaktionen, zeitweise
verweigerten mehr als 60 Insassen das Essen in der Haftanstalt. Die Antirassistische
Initiative Berlin dokumentierte innerhalb dieses dreimonatigen Streiks
44 Selbstverletzungen, darunter Suizidversuche. Der Haftalltag ging regulär
weiter, Häftlinge kamen in Isolierzellen und wurden abgeschoben.
:: Solidarität!::
Mit der Demonstration richten wir uns gegen Abschiebehaft und den Ausbau
des Flughafenverfahrens. Solidarisch sein kann neben der Demo auch heißen,
den Inhaftierten den Zugang zu Ressourcen zu verschaffen, die sie für
ein schnelles Rauskommen benötigen: Geld für Anwält_innen,
Handy und Gesprächsguthaben, aber auch Bücher und DVD's, um
die Langweile zu überbrücken und nicht an den Bedingungen kaputt
zu gehen. Wir rufen deshalb auf, regelmäßig Geld oder Sachspenden
(funktionsfähige Handys, Telefonkarten, Bücher, DVD's in den
Sprachen der Inhaftierten) bei der Initiative gegen Abschiebehaft abzugeben.
Mit unserem Protest reihen wir uns auch in den gegen weitere migrations-
und sicherheitspolitische Verschärfungen ein, wie sie am 8. und 9.
Dezember in Wiesbaden auf der 193. Innenministerkonferenz in die Wege
geleitet werden sollen. Auch Silvester wollen wir mit einer Kundgebung
vor dem Abschiebeknast ziehen, um unserer Wut und Solidarität Ausdruck
zu verleihen.
Freitag, 2. Dezember 2011, 18 Uhr, K9 (Kinzigstr.
9) Veranstaltung zur Abschiebehaft und dem neuen Abschiebeknast auf dem
BBI
Donnerstag, 8. Dezember 2011, 11 Uhr, Rotes Rathaus: Kundgebung gegen
den Neubau eines Abschiebegewahrsams auf dem Flughafen Schönefeld.
Samstag, 10. Dezember 2011, 15 Uhr S-Bhf Spindlersfeld: Demonstration
zum Abschiebeknast Grünau Mit: Krach und Musik gegen den Abschiebeknast,
Grüße nach Drinnen und Draußen, Wunschdisco und Polit-Projektionen,
Vokü und Getränke, Aktionen und Infos, Live-Act.
Geldspenden können überwiesen
werden werden an:
Name: Flüchtlingsrat Berlin
Verwendungszweck: „In den Knast“
Kto. Nr.: 311 68 03
BLZ: 100 205 00 (Bank für Sozialwirtschaft)
chipini.blogsport.de
& www.initiative-gegen-abschiebehaft.de
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8.12.2011: "Be
Berlin – Be Schönefeld - Be Abschiebeknast!“
11 Uhr, Rotes Rathaus, Kundgebung
Gegen den Bau eines Abschiebegewahrsams auf dem Flughafen Schönefeld!
Das
Flughafenasylverfahren ist hastig, unfair und mangelhaft!
Der
regierenden Bürgermeister Wowereit sitzt zusammen mit dem Ministerpräsidenten
von Brandenburg Platzeck im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft, die
derzeit den neuen Flughafen Schönefeld BBI baut. In Zusammenarbeit
mit dem Bund soll auf dem Gelände ein Gewahrsam mit 30 Haftplätzen
für Asylsuchende errichtet werden. Baulich soll damit zementiert
werden was in der Europäischen Union höchst umstritten ist:
Asylsuchende, die auf dem Luftweg einreisen, werden pauschal im Transitbereich,
also noch bevor sie Deutschland betreten können, inhaftiert und haben
durch das beschleunigte Asylverfahren unter verminderten Rechten wenig
Chancen auf Asyl. Die Abschiebung ist so gut wie sicher.
Die Erfahrungen von den Großflughäfen in Frankfurt und Düsseldorf,
wo das sog. Flughafenverfahren schon lange angewandt wird, sind katastrophal.
Sogar Kinder werden hier inhaftiert, während das Asylverfahren läuft.
Das einzige Verbrechen, dass Flüchtlinge begehen ist in Deutschland
um Asyl zu bitten. Das Verfahren verstößt gegen Menschenrechte
und ist nur in Deutschland zulässig. Ein Verbot auf EU-Ebene wird
von Deutschland seit 2005 boykottiert.
Die Länder Berlin und Brandenburg sollten sich im Bund für die
Abschaffung des Flughafenverfahrens einsetzen und nicht durch den Bau
eines Gewahrsams unterstützen! Die abschreckende Asylgesetzgebung
Deutschlands braucht keine weitere Aushöhlung durch beschleunigte
Verfahren - es ist schon inhuman genug!
Bis zur Einweihung des Flughafens wird es weitere Aktionen zu dem Thema
geben (u.a. am 10.12. um 15 Uhr gegen den Abschiebeknast in Grünau).
Achtet auf Ankündigung, informiert euch und andere.
>>> Bündnis
gegen Lager Berlin/Brandenburg
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26.11.2011 Staat
und Nazis Hand in Hand
DEMO | SAMSTAG | 26.11. | 12 UHR | ORANIENPLATZ
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im
Fall der Verstrickung des deutschen Staates in die Mordserie
des „Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)“ wollen wir
am Samstag kurzfristig mit einer antifaschistischen und antirassistischen
Demonstration auf diesen Fall und die Kontinuität der Zusammenarbeit
von Staat, Nazis und Geheimdiensten aufmerksam machen. Eine Woche nachdem
Tausende auf der Silvio-Meier-Demonstration an die Opfer der rassistischen
Morde gedacht haben, wollen wir mit einer lauten Demonstration durch Kreuzberg
und Mitte ein weiteres unmissverständliches Zeichen gegen Rassismus,
Faschismus und deren Sponsoren im Staatsapparat setzen.
Die Nazis morden, der Staat bezahlt´s
Seit dem Bekanntwerden der Naziterrorzelle „Nationalsozialistischer
Untergrund“ und ihren Verbindungen zu Staat, Polizei und Verfassungsschutz
kommt die Republik aus dem Staunen nicht mehr heraus. Über 10 Jahre
zog die „NSU“ eine Blutspur durch die BRD, ermordete Migrant*innen
und Polizist*innen und wurde dabei vom deutschen Staat logistisch und
finanziell unterstützt. Fast täglich kommen neue erschreckende
Einzelheiten über die Kooperation von Staat, Geheimdiensten und Nazis
ans Licht, das gesamte Ausmaß des Skandals und vor allem die Systematik
die dahinter steckt sollen dabei verschwiegen werden. Trotz des unfassbaren
Ausmaßes des Falles um das staatlich finanzierte Nazitodesschwadron,
soll es sich dabei um das Versagen einzelner Staatsbediensteter gehandelt
haben und keinesfalls ein strukturelles Problem deutscher Ermittlungsbehörden
sein.
Historische
Kontinuitäten
Dabei reicht es einen Blick auf die Entstehungsgeschichte
der bundesdeutschen Polizei und Geheimdienstbehörden zu werfen, um
zu verstehen, dass eine Nähe zu rechtsextremen und faschistischen
Kreisen durchaus keine Besonderheit ist, sondern seit Gründung der
Organisation Gehlen und des BKA zum Wesen der deutschen Sicherheitsbehörden
gehört. Die Herren die nach 1945 am Aufbau „demokratischer
Polizei- und Geheimdienststrukturen“ mitwirkten, hatten ihr Handwerk
zu fast 100% im NS-Staat gelernt und verstanden sich besonders gut auf´s
„Juden- und Kommunistenverfolgen“. Durfte dem ersten nach
Gründung der BRD 1948 nur noch als Hobby nachgegangen werden, ermunterten
die USA und andere Allierte die ehemaligen Naziverbrecher letzteren auch
nach dem verloren gegangenen „Endsieg“ berufsmäßig
nachzugehen. Im Kalten Krieg wurde jede*r antikommunistische*r Frontkämpfer*in
gebraucht, auch wenn´s überzeugte Nazis wie Gehlen und seine
Leute waren.
Gladio und Tiefer Staat
Im Kampf gegen die „kommunistische Bedrohung“ aus dem Osten
war der NATO und ihrer Phalanx angeblicher Demokratien kein Nazi zu widerwärtig.
Erinnert sei zum Beispiel an die nie abschließend geklärte
Rolle der Geheimdienste beim Attentat auf das Münchner Oktoberfest
1982 durch die „Wehrsportgruppe Hoffman“. Doch nicht nur in
der BRD hielt sich der Staat die braunen Mörder*innenbanden als kampfkräftige
Söldner*innen und fünfte Kolonne in einem möglichen Krieg
mit der Sowjetunion, bildete sie militärisch aus und finanzierte
sie. Auch andere europäische und NATO-Staaten bauten mit Unterstützung
der USA antikommunistische Geheimarmeen auf, die überwiegend aus
rechtsextremen Militärs und Schläger*innen bestanden. In Spanien
ermordeten antiterroristische Befreiungsgruppen in der 1980er Jahren mit
Unterstützung von Sozialdemokratie und NATO baskische Aktivist*innen
und Antifaschist*‘innen. In Italien versuchten die Mitglieder der
P2-Loge, wie beispielsweise der spätere Regierungschef Silvio Berlusconi,
mit Bombenanschlägen auf Bahnhöfe und die sog. „Strategie
der Spannung“ die linke Bewegung zu schwächen und eine gesellschaftliche
Demokratisierung zu verhindern und in der Türkei schuf die NATO einen
„tiefen Staat“ aus Faschist*innen, Mafia und Geheimdiensten,
der für tausende Morde an Oppositionellen, linken und kurdischen
Aktivist*innen verantwortlich ist.
Antifa statt Verbote
Deshalb sind wir aufgrund der aktuellen Ereignisse im Gegensatz
zum bundesdeutschen Mainstream weder verwundert noch schockiert. Für
uns war der Staat nie ein Partner im Kampf gegen Rassismus und Faschismus
sondern ein Gegner. Seine Aufgabe ist es immer die aktuellen Herrschaftsverhältnisse
zu konservieren und eine fortschrittliche Entwicklung zu behindern. Um
die herrschenden Macht- und Kapitalverhältnisse zu schützen,
arbeitet der bürgerliche Staat auch immer wieder mit faschistischen
Bewegungen zusammen und macht sie sich nutzbar gegen die Gefahr einer
revolutionären Umwälzung von links. Deshalb gehen wir am Samstag
auf die Strasse:
>>> http://staatundnazis.blogsport.de/
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5000 bei Silvio-Meier-Demo
2011

Am 19. November fand die Silvio-Meier-Demonstration unter dem Motto: »Wir
vergessen nichts! – Im Gedenken an den von Neonazis ermordeten Silvio
Meier« statt. Ca. 4.000 bis 5.000 Antifaschistinnen und Antifaschisten
zogen vom U-Bahnhof Samariter-Straße in Friedrichshain nach Berlin-Lichtenberg
zum Stützpunkt des »Nationalen Widerstand Berlin«. Die
aktuellen Ereignisse um die Verstrickung zwischen Verfassungsschutz und
der mordenden Neonaziszene waren eines der großen Themen auf der
Demo. Aus aktuellem Anlass wurde das Verbot des Verfassungsschutzes gefordert.
Es gab immerhin drei unterschiedliche Antifa-Aufrufe zu der Demo. Im Vorfeld
fanden eine Vorabenddemo gegen den neuen Thor-Steinar Laden in Weißensee,
Infotische in Lichtenberg, Friedrichshain und Schöneweide, sowie
Infoveranstaltungen statt. Außerdem eine Mahnwache am Todestag den
21.11. Die Initiative für ein aktives Gedenken erneuerte die Forderung
nach einer Silvio-Meier-Straße.
>>> Aufrufe:
Bündnis,
ALB,
Antifa
Hohenschönhausen + Jugendinfo
Berichte
> Silvio
Meier Demonstration 2011
> Silvio-Meier-Demo:
5.000 vergessen nichts
> Polizei
übergriff....
> Kassel:
Spontandemo
> FritzReporter
Tom Kölm war auf der Silvio-Meier-Demo
> Sexismus
ist zum Kotzen!
> Neonazis
wollen S.-Meier-Demo attackieren
> Aktueller
Stand zum Nazitreff Lückstraße
> Mobi
für Silvio-Meier-Demo auf Hochtouren
> Neonazi
Attacke auf Silvio Meier Gedenktafel
> Silvio-Meier-Straße
eingeweiht
Bilder: 1,
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5,
6
Videos: 1,
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5,
6,
Mobi
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Thor Steinar bleibt
bis 2015 in Friedrichshain
Räumungsprozeß gegen Thor Steinar Shop „Tromsö“
beendet
Der
„Thor Steinar“ – Laden „TromsØ“ in
der Petersburger Straße 94 in Berlin-Friedrichshain, muss
vom Betreiber Skytec GmbH bis zum 31.01.2015, verlassen werden. Darüber
hinaus darf der Name „TromsØ“ ab 01.11.2011 nicht weiter
geführt werden. Der Vergleich zwischen dem Vermieter (eine Eigentümergesellschaft
vertreten durch RA Modes aus Hamburg) und der Thor Steinar Firma Skytec
wurde am 22.9.2011 vor dem 12. Zivilsenat des Kammergerichts Berlin geschlossen
(PM
des Kammergerichts). Das Landgericht Berlin hatte im Dezember 2010
die Kündigung durch den Vermieter wegen arglistiger Täuschung
für rechtsgültig erklärt. Schon damals hat der Vermieter
dem Thor Steinar Laden ohne Not ein Güteangebot unterbreitet. Dieses
wurde abgelehnt und Skytec ist für Thor Steinar in Berufung gegangen.
Das Verfahren wurde durch den Vergleich also frühzeitig beendet –
die Rechtsmittel gegen Thor Steinar wurden damit nicht ausgeschöpft.
Einmal mehr zeigt sich wie wichtig die Aufklärung der potentiellen
Vermieter ist. Die Betreiber von Thor Steinar Läden haben aufgrund
langwieriger und kostenintensiver gerichtlicher Auseinandersetzungen in
der Vergangenheit dazu gelernt und verschleiern ihr eigentliches Anliegen
zunehmend, was es Vermietern immer schwieriger macht.
„Thor Steinar“ ist keine normale Bekleidungsmarke sondern
Merchandise für rechte AktivistInnen – eine Marke von Neonazis
für Neonazis. Vergleichsangebote, wie aktuell in Friedrichshain,
verschaffen Thor Steinar mehr Zeit, Prestige und Geld als nötig.
Die Gründe der Vermieter den Weg des geringsten Risikos zu gehen,
mögen aus ökonomischer Sicht legitim sein; aus gesellschaftspolitischer
Perspektive ist die Verlängerung um 4 weitere Jahre ein simples Einknicken
gegenüber der rechten Szene, die sich immer dreister Räume nimmt
und ihre Stellung in Jugend- und Subkulturen weiter ausbaut, ohne breiten
Widerstand (auch mal außerhalb der Antifa) zu erzeugen.
Die zivilgesellschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Läden muss
die juristische Ebene des Widerstandes und der Argumentation verlassen.
Das wird seit 2009 durch die Ini Gegen Rechts Friedrichshain betont. Tortzdem
knüpften sich Hoffnungen an die Vermieter und das sich hinschleppende
Verfahren, was wiederum den außerjuristischen Protest lähmt.
Mit verschiedenen Aktionen zur Aufklärung über die Hintergründe
des Ladens und der Modemarke „Thor Steinar“, werden wir den
Weggang des Geschäfts aus unserem Kiez bis zum Ende begleiten.
>>> TAZ "Hauptsache
nicht skandinavisch" & Initiative
Gegen Rechts Friedrichshain
23.09.11: Konzert - Tromsö
vs. Tromsö
17 Uhr, Frankfurter Tor, Schöner Leben ohne Naziläden
Die Band "Washington" aus der norwegischen Hafenstadt Tromsö
spielt unpluged gegen den Mißbrauch des Namens ihrer Heimatstadt
durch die rechte Klamottenmarke "Thor Steinar"
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9. November 2011
73 Jahre nach der Reichspogromnacht. Solidarität
mit den Opfern des deutschen Antisemitismus und Rassismus.
Die Gewalt der Novemberpogrome vom 7. -13. November 1938
fand am 9. November ihren vorläufigen Höhepunkt. Überall
in Deutschland und Österreich brannten die Synagogen, jüdische
Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert.
Jüd_innen wurden von deutschen Antisemit_innen gedemütigt und
geschlagen, vergewaltigt und ermordet. Etwa 30.000 Männer wurden
verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen
verschleppt. Die Pogrome stellten eine weitere, entscheidende Radikalisierung
der antijüdischen Politik des NS-Regimes dar. Bis dahin hatten die
Nazis die deutschen Jüd_innen Schritt für Schritt aus der Gesellschaft
ausgegrenzt: mit Berufsverboten, Ausschluss aus den Universitäten,
später mit den „Nürnberger Rassegesetzen“ oder der
„Arisierung“ jüdischer Unternehmen. Der NS-Antisemitismus
wurde nach den Novemberpogromen immer gewalttätiger und gipfelte
letztlich in dem Versuch, alle Jüd_innen Europas gezielt und umfassend
zu ermorden. Bis 1945 hatten die Nazis sechs Millionen Jüd_innen
ermordet. Ganzer
Aufruf
Kundgebung am Mahnmal Levetzowstrasse (Ubhf Hansaplatz,
S-Bhf Tiergarten) in Moabit mit der Zeitzeugin Andrée Leusink (geboren
am 14. Mai 1938). Sie überlebte als verstecktes jüdisches Kind
den Holocaust in Frankreich und der Schweiz. Heute ist sie aktiv in der
antifaschistischen Bewegung, darunter den „Child-Survivors-Deutschland
- Überlebende Kinder der Shoah“ und der VVN-BdA Berlin-Pankow
e.V.. Andrée Leusink ist die Tochter des DDR-Schriftstellers Stephan
Hermlin. Anschließend: Antifaschistische Demonstration zum Mahnmal
an der Putlitzbrücke (S- Westhafen)
>>> 9.November
Zeitung
Unser Beitrag: Offenes
Antifa Cafe "Wehrmachtsgespräche"
In dem Buch „Soldaten“ werden Abhörprotokolle von in
Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten ausgewertet. Seit Kriegsbeginn
hörten nämlich Briten und Amerikaner gefangene deutsche Soldaten
mittels Wanzen in Gefangenenlagern ab. Das umfassende Quellenmaterial
mehrerer Jahre war bislang nicht Gegenstand der Forschung. Sönke
Neitzel / Harald Welzer kommen schließlich nach Betrachtung der
Soldatengespräche zu einer provokanten These: Die nationalsozialistische
Ideologie habe danach eine weit geringere Rolle für das Morden der
deutschen Soldaten gespielt als dies bislang in der Wissenschaft vertreten
wurde. Einzige Ausnahme, die die beiden Wissenschaftler gelten lassen,
seien die Massenerschießungen an jüdischen Zivilisten. Bei
der Veranstaltung werden Teile der Soldatengespräche gelesen und
mit dem autobiografischen Werk "Spinnewipp" von Egon Neuhaus,
das ebenfalls auszugsweise gelesen wird, abgeglichen. Anlässlich
des 9. November präsentiert von Antifa Friedrichshain http://www.antifa.fh.de.vu
>>> Veranstaltungsskript
(auch als PDF)
für alle die nicht dabei sein konnten
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4. November
2011: Veranstaltung zu Antiziganismus in Tschechienen
17.30 Uhr, Köpenicker Str. 189, U-Bhf.
Schlesiches Tor
Seit
August entladen sich ritualisierte Pogrome von Seiten der tschechischen
Mehrheitsbevölkerung in Böhmen gegen die ansässigen Roma.Die
Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklungen hat sämtliche Gesellschaften
erfasst und treibt seine bösen Früchte unter anderem in Form
von Brandsätzen, die gegen Häuser der Roma-Familien geworfen
werden.
Angeheizt werden die Pogrome von Neonazis und geduldet von der tschechischen
Ordnungsmacht, die gerade das nötigste tut, um Tote zu verhindern.
Der breite rassistische Konsens drückt sich in der zögerlichen
Vorgehensweise gegenüber dem marodierenden Volksmob aus, während
man Nazis weiter agieren lässt. Eine weitere Verschärfung der
Situation der Roma ist deswegen zu erwarten. Hinsichtlich der tschechischen
Parlamentswahlen 2012 ist damit zu rechnen, dass konservative und rechte
Parteien die Spannungen zwischen der tschechicher Mehrheitsbevölkerung
und den Roma nutzen werden, um mit dem Thema auf Stimmenfang zu gehen.Die
Folge wäre eine weitere Verschärfung, der schon bestehenden
staatlichen Diskriminierung gegen die Roma-Comunities.
4. November kommen darum Vertreter der “Antifa Tschechien”
und der Gruppe “Solidarity with Roma” nach Berlin über
die aktuelle Situation zu informieren, als auch über Gegenstrategien
zu diskutieren.Da Antiziganismus nicht nur in Osteuropa ein massives Problem
darstellt, werden “Amaro Drom” aus Berlin über die Diskriminierung
von Roma in Berlin berichten.
4. Nov. 2011, TEK, Kreuzberg, 17.30 Uhr,
Köpenicker Str. 189, U-Bhf. Schlesiches Tor
Anschließend: Siempre
Antifascista-Festival, SO36, 20.00 Uhr, Oranienstraße 190
>>> zusammenhandeln.blogsport.eu
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Berlinwahlen 2011: Was sind das nur
für Leute?
Rechte KandidatInnen in Friedrichshain-Kreuzberg
Einiges musste mensch sich im Wahlkampf
2011 gefallen lassen. Die NPD will wieder „Gas geben“, die
neue rechtspopulistische Partei „Pro Deutschland“ spricht
von einer „Hauptstadt der Angst“ und instrumentalisiert den
SPD-Rechtsabweichler Sarrazin für sich; und die v.a. islamfeindliche
Partei „Die Freiheit“ bietet ihren einzigen Trumpf, den ehemaligen
CDUler und noch Mitglied des Abgeordnetenhauses Rene Stadtkewitz an. Drei
rechte Parteien mit großem Geltungsdrang, die sich auch öfters
in Friedrichshain-Kreuzberg blicken ließen.
Der erste große Run begann bei der
Sammlung von Unterschriften für den Wahlantritt. Vor allem mit Wahlkampfständen
am SEZ (Landsberger Ecke Danziger), RingCenter und am Mehringdamm machte
„Pro Deutschland“ auf sich aufmerksam. Außerdem führte
die Partei eine Kundgebung am Frankfurter Tor (Motto „Kreuzberg:
Demokratiefreie Zone?“) durch - ausgerechnet am 17. Juni - von 300
Gegendemonstranten bedrängt und von der Polizei eingegittert. Eine
durchgeklagte Wahlkampfveranstaltung im Kreuzberger Rathaus am 30. Juni
musste ausfallen weil hunderte GegnerInnen den Eingang blockiert hielten.
Bereits im Februar und März hatte „Pro-Deutschland“ islamfeindliche
Postkarten in Friedrichshain gesteckt.
„Die Freiheit“ hatte zu wenige Mitstreiter um solch eine Tour
auf die Beine zu stellen und schaffte es nicht in Friedrichshain genügend
Unterschriften einzusammeln. Angeblich hat sich im März der Ortsverband
der Partei gegründet. Für Erstaunen sorgte der FDP-Bezirksverordnete
Edgar Glatzel aus Friedrichshain-Kreuzberg der im April zur „Die
Freiheit“ überlief und auch bei kleineren Verteilaktionen auf
der Skalitzerstraße anzutreffen war.
„Pro Deutschland“ und „Die Freiheit“ plakatierten
intensiver an der Landsberger Allee, Karl Marx Allee, auf der Oberbaumbrücke
und am anderen Spreeufer in der Köpenicker Straße.
Und die NPD? Bei der groß angekündigten NPD-Plakatieraktion
in der Nacht auf den 8. August blieb Friedrichshain, bis auf die Landsberger
Allee, verschont. Außerdem provozierte die NPD in Kreuzberg mit
Plakaten in der Stresemannstraße, bei der Moschee am Columbiadamm
(„Guten Heimflug“) und vor dem Jüdischen Museum. Eine
Häufung von NPD-Aufklbern war um den Strausberger Paltz zu verzeichnen.
Ein weiterer Aspekt sind nicht-legale Aktionen, die den NPD-Wahlkampf
unterstützen sollten. Darunter fällt z.B. der Angriff auf das
Büro der Linken-Abgeordneten Halina Wawzyniak im Mai, sowie ein Aufmarsch
von „Autonomen Nationalisten“ unter dem Motto „Ausländer
raus“ ebenfalls im Mai am Mehringdamm. Schon im April hatten Neonazis
am RingCenter eine spontane Kundgebung abgehalten und Flyer zur sog. „Ausländer-Raus-Kampagne“
verteilt.
Die KandidatInnen in Friedrichshain-Kreuzberg
NPD (keiner der Bezirkskandidaten
steht auf der Landesliste der Partei)
1.
Matthias Faust, 1971, wohnt angeblich in der NPD-Bundeszentrale in Köpenick.
Der Hamburger Matthias Faust war bis zur Fusion von DVU und NPD der Bundesvorsitzende
der DVU und machte sich mit dem Pakt in den eigenen Reihen ziemlich unbeliebt
(von Korruptionsvorwürfen, Zivilklagen bis hin zur Klage gegen die
Parteifusion). Seine politische Karriere begann er bei der Jungen Union,
war dann bei der CDU und wechselte mit 30 Jahren zu den Republikanern.
2005 trat er der NPD und 2007 der DVU bei. Zur Europawahl 2009 trat er
in Friedrichshain für die DVU an und erhielt 189 Stimmen. Derweil
ist er stellvertretender NPD-Bundesvorsitzende und damit Redner auf allen
größeren Aufmärschen. Aber auch in der NPD ist er umstritten
weil er seine Privatinsolvenz durch die NPD auffangen lässt. Im Mai
2011 trat er erfolglos als Spitzenkandidat der NPD zur Bremer Bürgerschaftswahl
an.
2.
Enrico Domroese, 1972, wohnt in der Delbrückstraße in Neukölln
Domroese kommt wohl aus Mecklenburg-Vorpommern und lebt schon länger
in Berlin. Er bezeichnet sich als Ex-Hammerskin („Berliner Bruderschaft“)
und hat 2006 angeblich versucht über Exit auszusteigen. Er hat den
Kontakt dann aber wieder abgebrochen und ist nunmehr für die NPD
aktiv. Markant: Seine Arme und Oberkörper sind übersät
mit Tattoos (unter anderem die verbotene Odal-Rune, Hammerskin-Zeichen
usw.). Seine Freundin Simona Moser wohnt mit ihm zusammen und betreibt
einen Friseursalon in Mitte.
3. Leo Hauger, 1946, Mechaniker, wohnt in
der Grünthaler Straße im Wedding.
„Pro-Deutschland“
1.
Helmut und Ingried Richter; 1934/1936, Bauingenieur/Kauffrau, wohnen zusammen
in der Pintschstr. in Friedrichshain.
Das Ehepaar tritt auf den Listen zur BVV-Wahl an. Helmut war zunächst
Vorsitzender des Friedrichshainer Kreisverbandes und sprach am 17. Juni
am Frankfurter Tor als Redner.
2.
Claus-Peter Blank, 1972, Industriemechaniker, wohnt in der Obstallee in
Spandau
Peter Blank hat einen Vater, der den gleichen Namen trägt. Dieser
ist Rentner und hat bei der letzten Berlin-Wahl 2006 immerhin 4,8% für
die Republikaner in Reinickendorf geholt. Daran will der der Sohn anscheinend
anknüpfen und übernahm kurz nach der Kreisverbandsgründung
den Friedrichshainer Verband als Vorsitzender.

4. Manfred Holländer, 1936, Dipl.-Ing.; Lemkestraße in Mahlsdorf
Einer der aktiven Wahlkämpfer. Wenig Stände bei denen er nicht
dabei war.
5. Wolfgang Slobidnyk, 1946, Bauunternehmer
aus dem Treppendorfer Weg in Grünau,
Wurde von der CDU 1998 fast als Baustadtrat von Köpenick nominiert.
Sein Unternehmen ist in der Kiefholzstraße in Baumschulenweg.
6.
Harald Hofbauer, 1956, Schauspieler, wohnhaft in der Waldemarstraße
in Kreuzberg,
Hofbauer hat in Wien Schauspiel studiert und war in zahlreichen Hauptrollen
(Agentur AMT) und in Filmen zu sehen. In Berlin (Agentur ZAV) scheint
es aber nicht so gut zu laufen. Seine Eigentumswohnung in Kreuzberg will
er gerade wieder loswerden und betätigt sich dafür als Makler.
7.
Cornelius Berghout, Treskowstr. in Tegel Jahrgang 1961, Altenpfleger.
Berghout ist mit 25 von Holland nach Süddeutschland und 1994 dann
nach Berlin gezogen. Er ist gläubiger Christ einer Freikirche und
arbeitet als Dauernachtwache in einer Senioren Wohngemeinschaft. Er betreibt
die Bekehrungsplattform „freizeitpark-neues-land.org“ und
schreibt Artikel für „glaube.de“. Er hat den Aufruf von
Stop-The-Bomb und „gegen die Zustimmung Deutschlands zur Verurteilung
Israels im UN-Sicherheitsrat“ unterschrieben.
8.
Dorothea Steffen, 1951, Lehrerin, Hönower Straße (Treptow-Köpenick)
Hat die Anti-Bildungs-Kampagne „Staatliche Sexualisierung der Kindheit
- Schützt uns davor!“ gestartet und kommt aus dem christlich-fundamentalistischen
Spektrum. Sie arbeitet in einer Grundschule des Kinderhilfswerkes „Die
Arche“. Ihr Mann Dieter Steffen war Landesvorsitzender der Partei
„Arbeit, Umwelt, Familie“ (AUF). Er taucht seit November 2010
bei Pro-Deutschland Veranstaltungen auf, fischte aber schon vorher als
Christ in den Gewässern des antimuslimischen Rassismus. 2005 stand
er auf der Bundestagsliste der Bibeltreuen Christen in Sachsen-Anhalt.
Dieter steht nun für „Pro-Deutschland“ in Pankow zur
Wahl und sprach auf der Kundgebung am 17. Juni am Frankfurter Tor. Auch
der gemeinsame Sohn David Steffen ist Kandidat für „Pro Deutschland“
in Reinickendorf.
Die Freiheit (treten
nur mit Bezirkswahlliste an, weil sie zu wenig Unterschriften gesammelt
haben)
1.
Markus Hoppe, Dr. der Physik, 1971, Direktkandidat, gemeldet in der Parteizentrale
der „Freiheit“ in der Storkowerstr. 158 in Lichtenberg
Hoppe ist der Mann hinter dem Schild „Danke Thilo! www.pi-news.net“,
dass er überall in die Kameras hält. Laut Angaben seiner Parteifreunde
ist er seit Jahren auf Hartz 4.
2.
Edgar Glatzel, 1945, Lehrer, gemeldet in der Parteizentrale von „Die
Freiheit“
Glatzel ist im April von der FDP zur „Freiheit“ übergelaufen.
Damit fiel auch sein BVV-Platz für den Rest der Legislatur weg. 2008
hat er ähnliches gebracht – das langjährige BVV-Mitglied
in Friedrichshain-Kreuzberg war als Fraktionsvorsitzender der CDU in der
BVV und wechselte unvermittelt zur FDP. Er war damals einer der großen
Kritiker des Bürgerhaushalts und von Entwicklungshilfe.
3.
Richard Weis, 1964, Grafiker, wohnt in der Simplonstraße in Friedrichshain
Weis betreibt das Grafikbüro Piccobello in der Möckernstraße.
In den letzten Jahren hat er den Sitz viermal gewechselt. Größere
Auftraggeber sind KLUWE, Siemens, Bertelsmann, Ärzte ohne Grenzen
und die FDP-Kampagne zur Bundestagswahl in Hessen 2009.
4. Frank Damköhler, 1965, Elektroniker,
Matternstraße in Friedrichshain
5.
Gernot Runge, 1949, Theaterregisseur, wohnt an der Hasenheide in Kreuzberg
Runge hat bis 2006 in rund 30 Fernseh- und Kinoproduktionen, vor allem
für öffentlich-rechtliche Auftraggeber als Regieassistent gearbeitet.
Seine Karriere liegt hinter ihm. Er macht noch kleinere Produktionen für
Hörfunk und Theater. Als Arbeitsorte gibt er München, Wien und
Berlin an.
Zum Weiterlesen:
Apabiz (August 2011): Personal, Programme und Wahlkampfaktivitäten
von NPD, Pro Deutschland und Die Freiheit Download
Indymedia (Juli 2011) „Hintergrund
zur Pro-Blockade in Xberg“
Indymedia (Juni 2011) „Pro
Deutschland vs. Friedrichshain“
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Berlin: Nazis auf die
Pelle rücken
Gemeinsame Kampagne der Berliner Antifa Gruppen
Das
freie Kameradschaftsspektrum, dessen harter Kern sich aus den Ex-Mitgliedern
der Kameradschaft Tor, der Kameradschaft Berliner Alternative Süd-Ost
(BASO) und der freien Kräfte zusammensetzt schart sich momentan um
ihren Kader und NPD-Vorstandsmitglied Sebastian Schmidtke. Sie betreuen
eine inzwischen indizierte Internetseite und zeigten sich in den vergangenen
Monaten zunehmend aktionistisch . Es handelt sich hierbei um einen Personenkreis,
der seit Jahren aktiv ist und nur den Namen unter dem er auftritt verändert.
Vier Monate lang wurde eine Kampagne durchgeführt mit dem Namen "Ausländer
raus", momentan konzentrieren sich die Akteur_innen des NW-Berlin
allerdings auf "ihren" Wahlkampf bei der NPD, deren Parteibuch
alle NWler_innen besitzen.
Die Kampagne „Ausländer
raus“ - „Oldschool Rassismus“ und NS-Verherrlichung
Die autonomen Nationalisten um den Kader und NPD-Vorstandsmitglied Sebastian
Schmidtke schrecken hierbei nicht vor gewaltsamen Übergriffen gegen
Migrant_innen zurück und greifen ebenfalls vermehrt linke Locations
an. Es wurden Kundgebungen, mehrere Aufmärsche sowie andere Aktionen
durchgeführt. Auffällig ist, dass die Naziszene kein Blatt mehr
vor den Mund nimmt und ihre Texte und Aufrufe gerne mit Hitler-Zitaten
und NS-verherrlichenden Parolen schmückt und hier ein scheinbarer
Bruch mit der NPD stattfindet, welche nach außen hin um ihr biederes
Image bemüht ist.
Quo Vadis Berlin?
Am 14. Mai versuchten rund 140 Neonazis, vornehmlich Autonome Nationalisten,
aus dem gesamten Bundesgebiet durch Kreuzberg zu marschieren.Unter dem
zynischen und rassistischen Motto "Wahrheit macht frei – für
die Erfassung der Nationalität bei Straftätern“ versammelten
sie sich am Mehringdamm, wo über 800 Menschen mit spontanen Blockaden
und direkten Aktionen den Aufmarsch verhinderten.
Dabei zeigte sich die widerliche Fratze der Berliner Staatsmacht einmal
ohne Maske. Die Berliner Polizei, die diesen rassistischen Aufmarsch in
Absprache mit den Neonazis geheimhielt, zeigte sich komplett überfordert
und nicht gewillt die Naziangriffe auf Passant_innen, Migrant_innen und
Blockierer_innen zu verhindern. Die Folge daraus waren vier, teilweise
schwerverletzte, Gegendemonstrant_innen Nur die entschlossene Selbsthilfe
von Antifaschist_innen verhinderte Schlimmeres und machte diesen Aufmarschversuch
der Nazis zu einem Desaster. Der öffentliche Druck auf die Berliner
Ermittlungsbehörden war im Anschluss immens, und Polizeipräsident
Körting versicherte im Nachhinein Naziaufmärsche mindestens
einen Tag vorher anzukündigen. Nur einen Monat später, am 17.
Juni versuchten Neonazis wieder zu einer nichtöffentlich beworbenen
Kundgebung in der Nähe des Rosa-Luxemburg-Platzes zu mobilisieren.
Die Berliner Polizei verheimlichte wieder wo die Kundgebung stattfinden
sollte. So brutal und unfähig wie die Berliner Polizei auftritt,
so schlecht scheint ihr Gedächtnis zu sein. In der Nacht vom 26.
zum 27. Juni gab es erneut Anschläge auf linke Einrichtungen und
alternative Wohnprojekte, die zweifelsfrei dem "Nationalen Widerstand
Berlin" zuordnen kann. Am härtesten traf es das Jugendzentrum
"Anton-Schmaus Haus" der Falken in Britz-Süd. Das Haus
muss nach dem Brand vorerst geschlossen bleiben. Durch puren Zufall kam
es nicht zu Personenschäden oder gar Toten, nur eine Nacht vorher
übernachtete dort noch eine Gruppe von Kindern – der Brandanschlag
hätte somit in einer Katastrophe enden können.
...Fight back –
Antifa heißt Angriff
Zwei Tage nach dem gescheiterten Aufmarschversuch in Berlin-Kreuzberg
nahmen engagierte Antifaschist_innen die Sache selber in die Hand. Sie
outeten alle 144 teilnehmenden Neonazis im Internet und identifizierten
die für die Übergriffe auf Gegendemonstranten_innen Verantwortlichen.
Auch nach der NPD-Kundgebung am 17. Juni wurden alle 59 Teilnehmer_innen
gut dokumentiert der Öffentlichkeit präsentiert Das war erst
der Anfang für eine berlinweite Antifakampagne mit dem Ziel den Nazis
auf die Pelle zu rücken. In den kommenden Monaten wird es vermehrt
Aktionen gegen die Berliner Neonaziszene geben – und zwar dort wo
es weh tut – in ihren vermeintlichen "Homezones". Denn
wir wissen: Nazis haben Namen und Adressen. Wir warten nicht ab bis erneut
Angriffe auf Migrant_innen und Linke stattfinden. Wir bleiben aktiv und
lassen nicht zu, dass sie ihre Hetze weiter verbreiten können. Für
jede Aktion werden wir eine adäquate Antwort finden. Wir werden die
antifaschistische Selbsthilfe organisieren - bis die Scheiße aufhört!
Berlin ist und bleibt rot!
Erste Erfolge gab es bereits. So wurden die letzten Aufmärsche für
die Neonazis eine große Schlappe. (I&II) Auch Neonazi-Strukturen
wie der neue Laden vom Nazikader Sebastian Schmidtke, in Schöneweide,
sind nicht mehr unbehelligt. In Reaktion auf die Brandanschläge gingen
viele Menschen auf die Straße und zeigten, dass Berlin kein sicherer
Boden für Rassisten und Neonazis ist.
>>> Nazis
auf die Pelle rücken
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Solidarisch und offensiv
Bündnis gegen Rassismus und Sozialchauvinismus
Mit
der globalen Krise sind Rassismus und Sozialchauvinismus in den politischen
Alltag zurückgekehrt. Unter Druck geraten vor allem Erwerbslose,
prekär Beschäftigte und Menschen, denen eine migrantische, insbesondere
muslimische Identität zugeschrieben wird. Doch auch der Rest der
Gesellschaft wird aufgemischt. Die Hetze gegen vermeintliche “Sozialschmarotzer_innen”
und “Integrationsverweiger_innen” ebnet den Weg für eine
umfassende Verschärfung kapitalistischer Standortpolitik.
Thilo Sarrazins rassistische und sozialchauvinistische Thesen sind nur
Ausdruck dieses allgemeinen Trends: Die Regeln und Zwänge beschleunigter
Verwertung gelten inzwischen wie selbstverständlich als gesellschaftliches
Grundgesetz. Wer keinen existenzsichernden Job mehr findet, wen die Marktwirtschaft
ganz praktisch ausschließt, dem oder der zieht auch der Sozialstaat
die Daumenschrauben fester. Während soziale Garantien gestrichen
und gesellschaftliche Risiken privatisiert werden, steigt in der Mehrheitsgesellschaft
das Bedürfnis nach Abgrenzung: Als Lohnabhängige gegen Erwerbslose,
als selbsternannte Leistungsträger_innen gegen vermeintlich faule
Hartz-IV-Empfänger_innen, und – vor allem – als Herkunfts-Deutsche
gegen das Zerrbild “unproduktiver Menschen mit Migrationshintergrund”.
Rechtspopulistische Hetze knüpft an bestehende rassistische Ressentiments
und “Nach-oben-buckeln-nach-unten-treten”-Mentalitäten
an. Ebenso wie an die reaktionäre, ausgrenzende Politik bürgerlicher
Parteien. Diese wiederum übernehmen rechtspopulistische Positionen
teils direkt, teils werden sie verschleiert in wohlklingende „Integrationspolitik“
eingebaut. Im Unterschied zu den meisten anderen europäischen Ländern
sind rechtspopulistische Parteien in Deutschland derzeit zwar noch relativ
unbedeutend. Doch bei der anhaltenden Krisen des globalisierten Kapitalismus
und seiner Institutionen ist nicht auszuschließen, dass auch hierzulande
offen reaktionäre Politik mehrheitsfähig wird.
Hunderte Flüchtlinge, die Monat für Monat an den EU-Außengrenzen
ertrinken oder verdursten, interessieren die westliche Wertegemeinschaft
einen Dreck. Allenfalls gelten sie als humanitäres Problem, nicht
als Opfer des desaströsen Kapitalismus.
Bei aller Verwandtschaft rassistischer und sozialchauvinistischer Ideologien
haben sie für die Betroffenen oft sehr unterschiedliche Konsequenzen.
Wernicht ins Bild der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft passt,
wird nach wie vor weit häufiger benachteiligt und ausgegrenzt. Umgekehrt
werden soziale Rechte zunehmend als nationale Privilegien verstanden und
verteidigt. Politik und öffentliche Meinung erschöpfen sich
immer wieder in der Frage, wer gerade noch dazu gehört und wer nicht.
Der ehemals rechte Kampfbegriff einer „deutschen” oder “abendländischen
Leitkultur“ ist inzwischen parteiübergreifend akzeptiert. Sarrazin
lieferte mit seiner Verknüpfung pseudowissenschaftliche Diskurse
um Integration, Islam, Sozialpolitik und Genetik das passende innenpolitische
Feindbild. Doch selbst wo noch gestritten wird, ob „der Islam“
nun „zu Deutschland gehört“ (Bundespräsident W.)
oder nicht (Innenminister F.), ist schon entschieden, dass „wir“
es sind, die über Anerkennung, Teilhabe und Abschiebung entscheiden.
Menschen, die hierzulande jahrzehntelang entrechtet und stigmatisiert
wurden, wird nun mangelnde „Integrationsbereitschaft“ unterstellt.
Wir sind ein Bündnis verschiedener linker Gruppen und Organisationen
und wollen unsere Widersprüche, Gemeinsamkeiten und Perspektiven
solidarisch entwickeln. Wir suchen dabei die Zusammenarbeit mit Gruppen,
die sich aus eigener Betroffenheit gegen Rassismus und Sozialchauvinismus
organisieren, mit gewerkschaftlichen Gruppen, linken sozialen Bewegungen
und Organisationen.Gegen die verschiedenen Gesichter des aktuellen Rassismus
und Sozialchauvinismus wollen wir neue, offensive Formen politischer Solidarität
entwickeln: gegen die planmäßigen Schikanen im Jobcenter und
der Ausländerbehörde; gegen alltägliche Stigmatisierung
in der Öffentlichkeit, in Medien und Parlamenten; gegen die zwanghafte
Stammtischrhetorik wahlkämpfender Volksparteien; aber auch gegen
die stille bürokratische Auslese von Menschen nach Herkunft und Verwertbarkeit.
Egal ob rechtspopulistisch, konservativ, neoliberal, sozialdemokratisch
oder standort-grün, unser Widerstand gilt allen Rassist_innen und
Sozialchauvinist_innen. Gleiche Chancen und Rechte – die derzeit
Millionen Bürger_innen gesetzlich vorenthalten werden – ändern
alleine nichts an der ausgrenzenden Logik des Kapitalismus und seiner
staatlichen Verwaltung. Zivilgesellschaftliche Toleranzappelle reichen
in der Regel kaum über den Hinweis hinaus, dass „Vielfalt“
Deutschland nutzt.
Für uns ist klar: Gesellschaftliche
Verhältnisse, die ununterbrochen Ausschluss und Ohnmacht produzieren,
müssen umgeworfen werden.
>>> Bündnis
gegen Sozialchauvinismus, Rassismus und Rechtspopulismus
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Unsere Straße: Silvio-Meier-Straße
Offener Brief an die Bezirksverordnetenversammlung
von Friedrichshain-Kreuzberg
Am
21. November 1992 wurde der Hausbesetzer und Antifaschist Silvio Meier
am U-Bahnhof Samariter Straße von Neonazis ermordet. Basisinitiativen
aus dem Kiez und antifaschistische Gruppen organisieren seither alljährlich
eine Mahnwache am U-Bahnhof. Auf deren Initiative hin wurde dort auch
eine Gedenktafel für Silvio Meier angebracht. Diese wurde mehrmals
gestohlen und wiederholt beschädigt. Die alljährliche Demonstration
im Gedenken an Silvio Meier hat sich mit mehreren tausend Teilnehmer_innen
zur größten regelmäßig stattfindenden antifaschistischen
Demonstration in Berlin entwickelt. Silvio Meier ist ein Teil jüngster
Geschichte dieses Stadtbezirks.
Seit vielen Jahren steht die Forderung nach Benennung einer Straße
nach Silvio Meier als ein Zeichen aktiven antifaschistischen Gedenkens
im Raum. Damit dieses Ziel endlich konkret wird, hat sich im November
2010 die „Initiative für ein aktives Gedenken“ gegründet.
Als Auftakt unserer Arbeit zeigten wir die Ausstellung „Für
Silvio“ der Aktionskünstlerin Ute Donner in der Friedrichshainer
Theaterkapelle. Dort organisierten wir auch eine Podiumsdiskussion, auf
der sich Vertreter_innen von Basisinitiativen und Freunde von Silvio für
eine Silvio-Meier-Straße in Friedrichshain aussprachen.
Wir begrüßen, dass die BVV unsere langjährigen Bemühungen
aufgegriffen hat und im Dezember 2010 den Beschluss fasste, „durch
eine Benennung im öffentlichen Raum, den 1992 von Neonazis ermordeten
Silvio Meier zu ehren. (…) Die Auswahl eines geeigneten öffentlichen
Ortes in der Nähe der U-Bahnstation Samariterstr. soll in enger Abstimmung
mit der damit befassten Bürgerinitiative erfolgen.“
Als die „damit befasste Bürgerinitiative“ wenden uns
mit diesem Offenen Brief an Sie. Wir fordern die Benennung einer geeigneten
Straße in Friedrichshain nach Silvio Meier noch vor den Berliner
Wahlen im Herbst 2011. Wir unterstützen auch den Vorschlag, die neue
Zentralbibliothek des Bezirkes in der Frankfurter Allee nach Silvio Meier
zu benennen. Dies wäre ein schönes Zeichen, da Silvio Meier
selbst Drucker war und sich in der DDR bei der oppositionellen „Umweltbücherei“
engagierte. Zudem könnte dort zum Beispiel durch die Einrichtung
einer Abteilung mit antifaschistischer Literatur, einer Dauerausstellung
über Silvio Meier oder ähnliches der Raum der Symbolik verlassen
werden.
Die Zeit für ein offizielles Gedenken an Silvio Meier ist reif! Es
geht darum, einen Gegenpol zu einer voranschreitenden Entpolitisierung
des Straßenbildes zu erzeugen. Es geht um eine Auseinandersetzung
mit der Angelegenheit auch abseits vom Todestag. Und es geht darum, dass
als „Randgruppenphänomen“ behandelte Themen wie Antifaschismus
eine Wertschätzung auf parlamentarischer Ebene erhalten. Denn Gewalt
von Neonazis im Stadtteil ist leider nicht Geschichte, sondern immer noch
aktuell. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an den brutalen Überfall
von Neonazis auf einen Antifaschisten am S-Bahnhof Frankfurter Allee im
Juli 2009. Setzen Sie deshalb den in Ihrem Beschluss im Dezember zum Ausdruck
gebrachten politischen Willen für eine Ehrung Silvio Meiers um in
die Tat.
Mit antifaschistischen Grüßen,
Initiative für ein aktives Gedenken
Hausprojekt Grünberger Straße
73 | Selbsthilfekontaktstelle Berlin Friedrichshain-Kreuzberg | Thomas
Lehmann | Berliner Mietergemeinschaft e.V. | Friedrichshainer Geschichtsverein
Hans Kohlhase e.V. | Freke Over (Stadtverordneter Rheinsberg) | Damiano
Valgolio (stellv. Bezirksvorsitzender DIE LINKE Friedrichshain-Kreuzberg)
| Register Friedrichshain | Britta Schmidt Fahrradklinik | Southern Network
for Environment and Development e. V. | Verband für interkulturelle
Arbeit (VIA) Regionalverband Berlin/Brandenburg e.V. | Heike Weingarten
(Trägerin der Bezirksmedaille) | Irmela Mensah-Schramm (Künstlerin)
| Canan Bayram (MdA Bündnis 90 / Die Grünen) | UBI KLiZ e. V.
/ Mieterladen | ReachOut - Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Antisemitismus | Berliner Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)
| Infoladen Daneben | Schmidt-Briese GbR | Ete´s Metallbaukiste
| Ciabatoni & Crossini | Yvonne Böhm (Ingenieurin) | Jani Börner
| Kino Intimes | Uwe Wasserthal | Ute Donner (Künstlerin) | Wanja
Abramowski (Historiker) | Café Artliners | Martin Off | workstation
Ideenwerkstatt Berlin e.V. | Bernhard Gauß Autos und Teile | Klaus
Byszio (Dipl. Ingenieur) | MieterEcho | Antifa Friedrichshain | Linksjugend
[´solid] Berlin | Antifaschistische Linke Jugend (ALJ) | Mittendrin
– Kommunikation und anders e.V. | Sabine Schubert (MdBVV Friedrichshain-Kreuzberg
DIE LINKE) | Jens Rüppel | Theaterkapelle 10245 e.V. | tRaumstation
im RAW-Tempel | ARI Berlin - Antirassistische Initiative e.V. | Jusos
Berlin | Hinkelstein - Druck sozialistische GmbH | Antifaschistische Linke
Berlin (ALB) | Initiative gegen Rechts Friedrichshain | Grüne Jugend
Berlin | Kristine Schütt (Künstlerin) | V36 e.V. | Uwe Michel
| Samacafé Kollektiv | Anne Seebach | Katharina Seeger | Antifaschistische
Initiative Schöneberg | ANTIFA.gaming | Götz Waschk | reclaim
society | Carina Pacher | Franziska Drechsler | RAW-tempel e.V. | Jan
Königsmann | Wera Richter (DKP Berlin) | Rolf Meier (DKP Friedrichshain-Kreuzberg)
>>> aktivesgedenken.de
& Straßenumbennung
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6.10.2011: Pogrome
gegen Roma und Sinti stoppen!
300 BerlinerInnen demonstrieren vor Botschaften
Gut
300 DemonstrantInnen fanden sich heute trotz kurzfristiger Mobilisierung
zusammen und protestierten gegen Antiziganismus in Europa aus Anlass der
aktuellen Pogrome gegen Roma in Bulgarien und Tschechien. Von der Botschaft
Tschechiens ging die Demonstration vorbei an den Botschaften Rumäniens,
Ungarns zu einer Zwischenkundgebung vor der Vertretung der Europäischen
Kommission in unmittelbarer Nähe der britischen und französischen
Botschaft. Die Abschlusskundgebung fand vor der Botschaft Bulgariens statt.
Petitionen wurden sowohl an VertreterInnen der Botschaften Tschechiens
und Bulgariens sowie der Europäischen Kommission übergeben.
Wir danken allen TeilnehmerInnen für ihre Unterstützung und
das Durchhaltevermögen trotz des Regens kurz vor dem Ende der Demonstration.
Morgen werden wir hier die Petitionen als Faxvarianten online stellen,
damit alle weiteren UnterstützerInnen, die heute nicht teilnehmen
konnten, ebenfalls ihre Möglichkeit auf Protest wahrnehmen können.
Aufruf:
Demonstration zu den Botschaften von Tschechien, Ungarn, Rumänien
und Bulgarien sowie zur Vertretung der Europäischen Kommission in
Berlin.
Derzeit erleben wir wieder verstärkt pogromartige Zustände und
Stimmungen gegen Roma und Sinti in Teilen Europas. Es gibt Protestmärsche
gegen sie, sie werden schikaniert und bedroht, um sie herum wird abgesperrt,
Häuser werden angezündet, sie werden vertrieben, manchmal auch
brutal ermordet. Behörden schauen zum Teil einfach zu oder weg und
die Polizei versucht lediglich das Schlimmste zu verhindern. Gegenstrategien
gibt es keine. Symptomatisch hierfür stehen zurzeit aktuelle Entwicklungen
in Bulgarien und Tschechien.
"Tschechien den Tschechen, Zigeuner ins Gas!" oder „Roma
zur Arbeit“ sind nur einige der völkisch-nationalistisch und
rassistisch motivierten Hetzparolen mit der sich Neonazis und Rassisten
derzeit an die Spitze von Protesten gegen Roma und Sinti in Tschechien
stellen. Dabei bedienen sie sich latent vorhandener antiziganistischer
Bilder und Stereotype, um Ängste und Hass zu säen sowie Pogrome
zu initiieren und auch durchzuführen. Diese Proteste u.a. organisiert
von der neonazistischen „Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“
finden seit mehreren Wochen u.a. im tschechischen Grenzgebiet zu Deutschland
in Sluknow, Nový Bor, Varnsdorf, Rumburk aber zuletzt auch unangemeldet
in Prag statt. Daran nahmen teilweise auch Neonazis aus Deutschland teil.
In Bulgarien herrschen derzeit ähnliche Zustände und darüber
hinaus ist Wahlkampf. „Türken unters Messer“ und „Zigeuner
zu Seife“ lauten dort u.a. die Hetzparolen von Fußball-Hooligans
und Anhängern der neofaschistischen Partei Ataka bei Protesten gegen
Roma und Sinti in bisher 14 Städten. Latent vorhandener Antiziganismus
in der bulgarischen Bevölkerung wird hier zum Stimmenfang im Wahlkampf
benutzt und geschürt.
Als Anlass dienten einerseits Kneipenschlägereien im August in Tschechien
und der daraus resultierende Versuch Roma und Sinti als ganze Bevölkerungsgruppe
zu kriminalisieren sowie als Sündenböcke für alle gesellschaftlichen
Probleme zu stilisieren. In Bulgarien wird dagegen ein Verkehrunfall vom
23. September im Dörfchen Katunitsa für antiziganistische Hetze
instrumentalisiert. Vorangegangene private Streitigkeiten sowie eine daraufhin
unterstellte Tötungsabsicht bei dem Verkehrsunfall bildeten den Funken,
der die schon lange im Vorfeld betriebene Ethnisierung und Kulturalisierung
sozialer Spannungen und Fehlentwicklungen zur Explosion brachten. Drei
Häuser und Pkw`s gingen daraufhin in Flammen auf und die betroffene
Roma-Familie musste evakuiert werden. Auch hier erscheint es einfach,
nicht nur aber insbesondere in Krisenzeiten Minderheiten zu Sündenböcken
zu konstruieren und rassistische Motivationen bei Teilen der so genannten
einheimischen Bevölkerung zu nutzen bzw. weiter zu schüren.
Dafür werden z.B. einzelnen Straftaten ein rassistischer Hintergrund
zugeschrieben bzw. Kriminalität gleich ganz ethnisiert und kulturalisiert.
Auch VertreterInnen aus Politik, Medien und Gesellschaft beteiligen sich
daran. So wurde und wird die Verantwortung der Politik für eine so
genannte Ghettoisierung bzw. Isolierung von Roma und Sinti, hohe Erwerbslosigkeit,
horrende Mietpreiswucherei und Perspektivlosigkeit sowie Bildungsarmut
entweder geleugnet oder ihnen selbst zugeschrieben. Auch Versuche einen
angeblich organisierten stetigen Zuzug zu suggerieren, um Ängste
zu schüren, sind feststellbar. Gerade Länder und Regionen mit
besonders starken sozialen Verwerfungen bieten dafür den idealen
Nährboden, um Sündenbocktheorien etablieren und so Teile der
Bevölkerung gegeneinander aufhetzen zu können. Populistische
Lösungsvorschläge, wie mehr Polizei, gemeinnützige Stellen
als „Gegenleistung“ für Sozialhilfe oder Pläne zur
Bekämpfung der Ghettobildung sind nicht nur realitätsfern, sondern
taugen ebenfalls lediglich zur Ablenkung von Ursachen, Verursachern und
ProfiteurInnen denn als Lösung gegen eine fortgesetzte Ausgrenzung
oder zur Beseitigung sozialer Ungerechtigkeiten. Sie dienen Neonazis,
Rassisten und Rechtspopulisten als Anknüpfungspunkte und Legitimationsstrategien.
Übergriffe und Selbstjustiz sind die Antwort auf die Jahrzehnte lange
Unfähigkeit, Untätigkeit bzw. Unwilligkeit der politischen Eliten
gesamtgesellschaftliche Probleme wie Rassismus sowie soziale Ausgrenzung
von den systembedingten Ursachen und nicht von den Symptomen heraus zu
thematisieren und zu bekämpfen. Ursachen und Auswirkungen werden
darüber hinaus einfach verdreht, um Symptome sozialer Ausgrenzung
durch Stimmungsmache zur Legitimation von Repressionen und zur Erhöhung
des Anpassungsdruckes zu benutzen. Eine Akzeptanz dafür ist durch
breit vorhandenen Rassismus und Antiziganismus größtenteils
schon geschaffen worden. Bulgarien und Tschechien sind da keine Einzelfälle.
Weder in Osteuropa noch in anderen Teilen Europas wurde Roma und Sinti
je eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe ermöglicht.
Kontinuitäten bei der Ausgrenzung von Minderheiten und ihre Benutzung
als Sündenböcke lassen sich trotz der historischen Verantwortung
nach dem Völkermord der Nazis an Ihnen auch weiterhin feststellen.
Weder die EU noch deren Mitgliedsstaaten können bis heute wirkungsvolle
Gegenstrategien oder Konzepte gegen Antiziganismus und Rassismus vorweisen.
Reine Symbolpolitik oder Repressionen und Anpassungsdruck unter dem Deckmantel
einer vorgeschobenen so genannten „Integrationsdebatte“ sind
die einzigen „Angebote“. Abschiebungen in eine unsichere,
nicht selten existenzbedrohende Zukunft sind ebenfalls die wahrgenomme
und akzeptierte Normalität.
Wir wollen das nicht länger hinnehmen. Eine solidarische Gesellschaft
kann nur über die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe
aller Menschen realisiert werden. Soziale Ungerechtigkeit und Armut sowie
Rassismus müssen daher aktiv bekämpft werden. Menschen lediglich
auf ihre Nützlichkeit im Sinne ökonomischer Verwertbarkeit zu
reduzieren sowie unter Finanzierungsvorbehalt zu stellen ist zutiefst
unmenschlich und bietet den Nährboden für Ungleichwertigkeitsideologien,
Ausgrenzung und Sozialchauvinismus.
Deshalb rufen wir für den kommenden Donnerstag zu einer spontanen
Protestdemonstration auf, bei der auch Petitionen an die Botschaften Tschechiens
und Bulgarien sowie an die Vertretung der Europäischen Kommission
mit Forderungen zur Beseitigung der Grundlagen für rassistische Hetze
und soziale Ausgrenzung übergeben werden sollen.
>>> Kampagne
„Zusammen handeln gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung“
Mehr zum Thema unter antizig.blogsport.de
und Roma in CZ
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26.8. - 18.9.2011 Zusammen
handeln – gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung
Veranstaltungen, Aktionen, Proteste gegen rassistischen
Wahlkampf
Vom 27. bis 28. August veranstaltet Pro
Deutschland eine abgespeckte Variante ihres "Anti-Islamisierungskongresses".
Ein Wochenende später läd die Partei"Die Freiheit"
Geert Wilders, den Vorsitzenden der niederländischen Rechtspartei
"Partij Voor de Vrijheid", nach Berlin ein. 600 Rassist_innen
aus dem gesamten BUndesgebiet reisten zu Wilders Propaganda-Besuch im
letztem Jahr an.
Antifaschistscihe Gruppen mobilisieren darum gegen die zwei rechten Wahlkampf-Events.
Um eigene Akzente zu setzen findet am 26. August eine Vorabend-Demo unter
dem Motto "Freiheit ist nicht wählbar!" statt. Ziel der
Demo ist das Parteibüro von "Die Freiheit"in der Storkower
Straße.
26.08.: Antifa-Demo | 18.00 Uhr | Boxhagener
Platz > Aufruf
27.08.: Pressekonferenz von Pro Deutschland stören | ab 9.00 Uhr
28.08.: Pro Deutschland-Aufmarsch blockieren | ab 11 Uhr |Potsdammer Platz
03.09.: Geert Wilders-Besuch
Mobilisierungsvideo: http://www.youtube.com/watch?v=8r9DZU6ZBYQ
Aktuelle Informationen unter:
Zusammen
handeln! und BGRS
- Bündnis gegen Rassismus und Sozialchauvinismus
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Lesung und Stadt-Spaziergang:
SA-Terror und proletarischer Widerstand in Berlin zwischen 1930 –
1933
7.09.2011, 20 Uhr, Zielona Gora (Grünbergerstr.
73) Roter Abend mit Lesung
10.09.2011, 16 Uhr, Treff Wienerstr. 10 (U-Bhf-Görlitzerbahnhof)
Stadtspaziergang
Sie nannten sich “Lustig Blut”
oder “Edelweiß”, ihr Motto war: “Wo wir Nazis
sehn, da jibt’s Kleinholz”. Sie rissen Nazipropaganda ab und
verhinderten gelegentlich ganz handfest Treffen von Faschisten in Kreuzberg.
Hier entwickelte sich zwischen 1929 und 1933 die erste Jugendantifa, die
sich der proletarischen Kieze durch die SA entgegen stellte. . Der Berliner
Historiker Johannes Fülberth, der kürzlich in dem Buch „...
wird mit Brachialgewalt durchgefochten“ diese weitgehend veressene
Geschichte von unten rekonstruiert hat, wird am Roten Abend einen Überblick
über die Auseinandersetzungen geben. Ein Thema wird der Umgang der
Justiz der Weimarer Republik mit Angeklagten aus der NS-Bewegung und der
Antifa sein. Wer die Veranstaltung im Zielona Gora verpasst hat oder das
Gehörte noch einmal anschaulicher präsentiert haben will, kann
am 10. 9. auf einer Stadtführung
Johannes Fülberth zu einigen historischen Orten begleiten, an denen
der Kampf der SA und die Arbeiterviertel auf Widerstand stieß.
Samstag, 10. September 2011, 16 Uhr: Stadtteilspaziergang:
Treffpunkt Wienerstr. 10 (U-Bhf-Görlitzerbahnhof)
Mittwoch, 07. September 2011, 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger
Str. 73, Berlin-Friedrichshain.
Kooperation von Internationale
Kommunst_innen und Antifa
Friedrichshain
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10.09.2011: Freiheit
statt Angst
13 Uhr Pariser Platz
Seit 2007 gehen tausende Menschen unter
dem Motto “Freiheit statt Angst” in Berlin und anderswo auf
die Straße. Die Kritik der (links-)liberalen Bürgerrechtler_innen,
Datenschützer_innen und Internetnutzer_innen erschöpft sich
meist in der Ablehnung neuer, technischer Ausprägungen von
Überwachung und Kontrolle, während die Gründe ihrer Existenz
nur unzureichend hinterfragt werden. Für uns heißt es deshalb
umso mehr, unmissverständlich den Zusammenhang zwischen Überwachung
und den herrschenden kapitalistischen Zuständen deutlich zu machen.
Es ist mittlerweile klar geworden, wie sich
die Herrschenden auf kommende Aufstände vorbereiten: weiträumige
Video- und Funkzellenüberwachung, verdachtsunabhängige Personenkontrollen,
rassistische Sondergesetze, international agierende verdeckte Ermittler,
Einsatz von Drohnen und Massenfestnahmen bei Fußballspielen und
Protesten gegen Nazi-Aufmärsche, Gipfeltreffen und Castor-Transporte.
Dabei ist Repression nicht nur in ihrer augenscheinlichsten Form, d.h.
in Verfahren, Knast, Hausdurchsuchungen und prügelnden oder schießenden
Polizist_innen zu sehen, sondern sie spiegelt sich auch in einem Netz
aus Datenbanken, Forschungsprojekten, Militär und Geheimdiensten
wider.
Deshalb rufen wir auch dieses Jahr dazu
auf, sich mit einem sichtbaren, linksradikalen Block an der Kurzdemo “Freiheit
statt Angst” zu beteiligen. Weil wir in einer Beteiligung an einem
staatstragenden Bürgerfest am Alexanderplatz unsere antagonistischen
Positionen nicht zum Ausdruck gebracht sehen, geht es danach weiter. Eine
selbstbestimmte Stadtrallye wird Gelegenheit geben, den Berliner Protagonisten
der Überwachungsstaaten einen kurzen Besuch abzustatten und Kritik
vor Ort zu artikulieren. Achtet auf Ankündigungen!
Demonstration “Freiheit statt Angst”
| Sa. 10.9. | 13 Uhr | Pariser Platz, Berlin | Linksradikaler Block
Im Anschluß: Stadtrallye im Rahmen der “Woche
der Widerspenstigen”
>>> Out
of Control Berlin
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29. August 2011: Gegen
antiziganistische Hetze – Selbstbestimmung statt Räumung
Videokundgebung 19.30 Uhr | Lausitzer Platz
Seit Anfang August nächtigen unter
dem Dach des ehemaligen Bahnhofs im Görlitzer Park etwa 50 rumänische
Roma. Sie wohnten zuvor in Wohnungen im Bezirk Mitte, wo ihnen aber vom
Vermieter fristlos gekündigt wurde, nachdem sich Nachbarn beschwert
hatten. Von diesen hieß es, die Roma seien zu laut, unhygienisch,
unangepasst und zu viele. Klassische antiziganistische Vorurteile, die
sich nun im Görlitzer Park wiederholen.
Vor allem das Park-Cafe „Edelweiss“
und einige AnwohnerInnen haben bei der Presse und dem Bezirksamt Bettelei,
Lautstärke und Hygiene der Roma moniert. Man fühle sich belästigt.
Statt punktuell zu helfen und z.B. die sanitären Bedingungen zu verbessern,
nötigen einige potentielle WählerInnen das Bezirksamt Kreuzberg
aktiv zu werden, da sie den Anblick von Armut im Görlitzer Park nicht
länger ertragen. Das Bezirksamt Kreuzberg schob die Verantwortung
an den Nachbarbezirk Mitte ab – schließlich seien die Roma
dort obdachlos geworden.
Ein Runder Tisch entschied Hilfestellung bei der Wohnungssuche zu geben.
Lehnen die Roma die Angebote ab, werden sie durch das Ordnungsamt und
Grünflächenamt mit polizeilicher Unterstützung zeitnah
geräumt.
Schon im Jahr 2009 sorgte eine ähnliche Konstellation im Görli
für die Besetzung der St. Marien Liebfrauen Kirche von rund 100 Roma,
die durch die Aktion „Ausreise gegen Bargeld“ beendet wurde.
250,- Euro für jeden Roma der Deutschland freiwillig verließ
– europäische Freizügigkeit nach Berliner Gangart. Seit
dem ist angeblich einiges passiert. Der Senat hat eine „Anlaufstelle
für Wanderarbeiter und Roma“ initiiert und in Neukölln,
wo am meisten Roma in Mietskasernen unterkommen, wurden gezielt Roma-Kinder
eingeschult. Trotzdem sind die Bezirke von einigen Dutzend Roma jeweils
in den Sommermonaten humanitär überfordert. Ob nur unfähig
oder mit Absicht – das Politikversagen sorgt Jahr für Jahr
für die gleichen rassistischen Bilder im Sommerloch. Die Sicht der
Betroffenen spielt dabei keine Rolle.
Eine Aufklärungshilfe: Obwohl Roma
etwa 10 Prozent der Gesamtbevölkerung Rumäniens stellen, werden
sie nach Angaben von Amnesty International systematisch staatlich und
gesellschaftlich ausgegrenzt. Drei Viertel der Roma seien von Armut betroffen.
Spätestens seit dem EU-Beitritt Rumäniens im Jahr 2007 gibt
es deshalb verstärkte Armutsmigration. In Bulgarien ist die Situation
der Roma ähnlich. Das Recht auf Freizügigkeit gibt rumänischen
und bulgarischen Bürgern zunächst für die Dauer von drei
Monaten die Möglichkeit sich ohne Angabe von Gründen in anderen
EU-Staaten aufzuhalten. Danach ist die Selbstversorgung durch den Nachweis
von selbstständiger Arbeit (eigenes Gewerbe), oder zumindest die
Aussicht darauf, erforderlich. Für Bulgaren und Rumänen gilt
nämlich „nachrangiger Arbeitsmarktzugang“, was in Berlin
einem Arbeitsverbot gleichkommt. Einen Anspruch auf Sozialleistungen,
über eine Notfallversorgung hinaus, gibt es erst wenn eine lange
Zeit gearbeitet wurde.
Diejenigen Roma, die den Ausweg aus
der Armut in anderen EU-Ländern suchen, haben also erschwerte Bedingungen
am Arbeits- und Wohnungsmarkt. Aufgrund der systematischen antiziganistischen
Diskriminierung ist ihnen vielfach auch der Zugang zu Bildung und Ausbildung
verwehrt. In Deutschland angekommen, verbleiben den Roma mangels staatlich
verbriefter Qualifikationen häufig nur wenig Möglichkeiten Geld
zu verdienen. Die Arbeit bringt oft gerade genug Geld ein, um für
Unterhalt und Miete zu sorgen. Allein mit präventiver Sozialarbeit
durch die Beratungsstellen wird keine grundlegende Verbesserung zu erreichen
sein.
Das Verantwortungs-Ping-Pong und der ungenierte Antiziganismus passen
zu einer Stadt, die mit „Weltoffenheit“ kokettiert und gleichzeitig
den brutalen Sozialchauvinismus nicht abzulegen vermag. Der Ekel der Privilegierten
trifft jene, die sich am wenigsten dagegen wehren können und so zum
Spielball der Behörden werden.
Aufgrund ihrer Verfolgung in Rumänien und der systematischen Unterdrückung
ist es vielmehr eine politische Pflicht den Roma Hilfestellung zu gewähren,
sofern diese gewollt ist. Die geplante Nötigung der Roma Wohnungsangebote
anzunehmen, um nicht gewaltsam geräumt zu werden, ist jedenfalls
nicht die Hilfe die nötig wäre.
>>> Zusammen
Handeln gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung!
Gegen antiziganistische Hetze – Selbstbestimmung statt Räumung
der Roma im Görli
Flyer
als PDF
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Biermeile 2011: Weniger
offensichtliche Neonazis
5.-7. August vom Frankfurter Tor bis Straußberger
Platz
Vom 5.-7. August fand das 15. Internationale Bierfestival in Friedrichshain
vom Frankfurter Tor bis zum Strausberger Platz statt. Eine Festivalordnung
sollte es in diesem Jahr ermöglichen TrägerInnen rechter Tattoos,
Accesoires und Klamotten (auch die nicht-verbotenen wie Thor Steinar)
von dem Sauffest zu verweisen. Äußerungen mit rassistischem
Inhalt sollten auch mit Verweis geahndet werden. Die Festivalordnung ist
ein Kompromiss zwischen dem Veranstalter Präsenta AG und dem Bezirksamt.
Die BVV hatte beide Seiten im März aufgefordert konkrete Maßnahmen
gegen Neonazis und rassistische Sprüche auf der Biermeile zu ergreifen
(Indymedia
zu dem Beschluss und der Ordnung ). Fazit: Die Festivalordnung hing am
Freitag an zahlreichen Ständen. In den Abendstunden wurde sie abgenommen,
weil die Stimmung wohl schlechter wurde und die Standbetreiber sich nicht
den Ärger mit rechtem Saufpublikum aufhalsen wollten. Am Samstag
fehlte die Festivalordnung an den Ständen dann ganz. Zumindest die
Initiative-Gegen-Rechts Friedrichshain sorgte mit einem Stand bis zum
Nachmittag dafür, dass die Ordnung in Flyerform
verteilt wurde. Wie die Reaktionen an den Ständen zeigen, hat die
schriftliche Ordnung die Rechten irritiert und provoziert. Einerseits
gibt diese Festivalordnung den Standbetreibern endlich eine Möglichkeit
Verweise auszusprechen und andererseits hat sie eine gewisse Abschreckungswirkung.
Umso ärgerlicher, dass die Ordnung nicht breiter bekanntgemacht wurde
und die, angeblich extra geschulte, Secruity (KP-Secruity) zu zögerlich
auf Hinweise reagierte. Auch lässt die gefühlt geringere Anzahl
rechter Klientel auf der Meile nicht unbedingt aufjubeln. Zu vielfältig
war das Alternativprogramm für Neonazis an diesem Wochenende als
dass von einem positiven Trend für die Biermeile auszugehen ist.
Die NPD-nahen waren großflächig Wahlplakate anbringen, die
Kultur-interessierten waren beim Nazikonzert in Gera und die aktionsorientierten
bei Aufmarsch in Bad Nenndorf.
Gesichtete Symbole mit
eindeutig rechtem Bezug: Thor Steinar (Kontaktfreudig, Afrikacorps,
Kamikaze, Sturm und Drang, Spur der Sterne) , Thorhammer, White Power,
Good night left side, Erik&Sons, Odin statt Jesus, Olympiastadt 1936,
Vizeweltmeister 1945, Todesstrafe für Kinderschänder, Valhalla
MC Germania, Heer der Ehre, Reichsadlertatto, T-Shirt „Alpha Panzer
vor“ hinten und vorn Eisernes Kreuz, „Faustrecht Germany“,
Bad Boys Kategorie C, Reichskriegsflagge, Band Landser
Bekannte Neonazis auf der Biermeile: Friedrichshainer
GerüstbauFirma "Systemfeind". Unter anderem mit Oliver
Oelzte (mit Vandalen-Shirt) und Michael Gohlke (Vandalen). Ehepaar Berger
von der NPD.
Bilder von der Biermeile: Andreas
Potzlow | Rassloff
| Bugaga
| Turus
>>> Berichte der letzten Jahre:
2010, 2009,
2008, 2005,
2004,
2003
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3. August 2011: Der
Tod kommt aus der Mitte!
Solidarität mit den Opfern von Oslo und Utøya!
Gegen Rechtspopulismus und Rassismus!
Demonstration, 17 Uhr, Rosenthaler Platz
Nach den Anschlägen in Norwegen heißt
es: Es war lediglich ein Einzeltäter. Angeblich trägt niemand
eine Mitschuld an dem Drama. Angeblich fand der Anschlag außerhalb
eines gesellschaftlichen Kontextes statt, in dem Ängste geschürt
und Hass gesät wurden. Weder Politiker_innen noch Medien wollen die
Zündschnüre gelegt haben, die zu den Morden in Utøya
und Oslo geführt haben! Doch passierte das Attentat nicht außerhalb
eines politischen Klimas, in dem Personen mit muslimischem Glauben per
se diskriminiert und unter Generalverdacht gestellt werden. Die europäischen
Rechtspopulisten wollen sich nun aus der Verantwortung ziehen und die
Massenmedien sind nur schwer davon zu überzeugen, dass der Attentäter
Breivik kein Islamist ist. Statt den politischen und gesellschaftlichen
Nährboden dieses Attentats zu hinterfragen, wird der Täter einfach
pathologisiert und die pauschalen Forderungen an den Staat, Bürgerrechte
im Namen der Sicherheit weiter einzuschränken, immer lauter. Für
diese Sicherheit will die rechtspopulistische Partei "Die Freiheit"
auch am 3. August in Berlin-Mitte demonstrieren.
Unsere Antwort auf die Morde muss gesellschaftliche Solidarität heißen!
Die einzige Möglichkeit solchen Attentaten zu begegnen, ist den in
Europa erstarkende Rechtspopulismus als mörderische Ideologie zu
entlarven und rassistischer und soziale Ausgrenzung im Alltag klare Absagen
zu erteilen.
Der "Einzeltäter"
der alles falsch verstanden hat?
Nachdem noch kurz nach den Anschlägen die Spekulationen über
einen islamistischen Hintergrund die Runde machten, ist schnell ein wirrer
Einzeltäter konstruiert. Ein Neonazi, der alles falsch verstanden
hat. Blitzartig folgten die Distanzierungsversuche und Beileidbekundungen
der angeblich Unschuldigen, von Rechtspopulist_innen und Rassist_innen
bis hin zur Sarrazin-Anhängerschaft aus Politik, Medien und Gesellschaft.
Die rassistischen Scharfmacher_innen, die sich so gern als Opfer der "linken
Meinungsführerschaft" stilisieren, wollen nicht in die Täter_innenrolle
zurück fallen. Der Täter indes ist kein unbeschriebenes Blatt.
Er war jahrelang Mitglied der rechtspopulistischen Fortschrittspartei
(FRP). Fester Bestandteil der FRP ist ihre antimuslimische Rhetorik.
Die FRP sieht sich nun ebenfalls als Opfer des Attentats, da Mitte September
die Kommunalwahlen anstehen und nicht vorhersehbar ist, wie sich der Anschlag
nun auf die Wahlergebnisse auswirken. Die FRP distanzierte sich bereits
von Breivik, sie habe nichts mit diesem zu tun. Das
Offensichtliche lässt sich aber nicht leugnen: Die Rechtspopulisten
haben einen Mörder erzogen.
Rechtspopulismus in der
Offensive
Andere versuchen es erst gar nicht sich zu distanzieren und blasen weiter
zum inszenierten "Kampf der Kulturen", als hätte es in
Deutschland allein im April 2011 keine 68 offiziellen Übergriffe
von Neonazis und keine Brandanschläge auf Häuser, wie die in
Berlin und zuletzt in Leverkusen gegeben.
"Pro Deutschland" verhöhnte die Opfer in Norwegen nachträglich
und veranstaltete eine Wahlkampf-Mahnwache vor der norwegischen Botschaft.
"Pro NRW" zieht nach und kündigt keine fünf Tage nach
den Anschlägen einen "Anti-Islamisierungskongress" der
"Pro Bewegung" am 27./ 28. August in Berlin an.
"Die Freiheit" lädt Rassist_innen wie Geert Wilders und
Oskar Freysinger als Wahlkämpfer für den 3. September nach Berlin
ein und nimmt die Anschläge nun zum Anlass, in das Geschrei nach
einem ultimativen
Sicherheits- und Überwachungsstaat einzustimmen. Die Ursachen für
soziale Probleme werden weiterhin kultur-religiös ummantelt und ethnisiert
zugeschrieben. Als Lösungen werden weitere Repressionen und mehr
Kontrolle vorgeschlagen. So verwundert es auch nicht, dass gerade diese
geistigen Brandstifter_innen sich am 3. August um 17 Uhr am S-Bhf. Jannowitzbrücke
als Verteidiger_innen von Sicherheit und Ordnung in Berlin zu legitimieren
suchen. So wollen sie auch noch von den Ängsten profitieren, die
sie selbst schüren und wozu sie sogar die Opfer ihrer Hetze
instrumentalisieren wollen.
Der Tod kommt aus der
Mitte
Antirassistischen Bildungs- und Forschungsprojekten werden massiv die
Gelder gekürzt und die wenigen, die sich trotz der härteren
Bedingungen engagieren, werden mit der Extremismusklausel kriminalisiert.
Und nun übertrumpfen sich Politiker_innen fadenscheinig mit antifaschistischen
Statements und Forderungen an die sogenannte Zivilgesellschaft. Doch in
plötzlichen Aktivismus oder Schockstarre verfällt nur, wer die
Augen regelmäßig vor den gesellschaftlichen Verhältnissen
verschließt. Nach dem 11. September 2001 hat sich die westliche
Welt am al-Qaida Terrorismus "blind gestarrt" und alles andere
mit Genugtuung ausgeblendet. Rassistisch motivierte Gewalt bis hin zu
Morden, haben überall in Europa Dauerkonjunktur. Die öffentliche
Wahrnehmung ist geprägt von zahlreichen blinden Flecken, die ein
Bild der "Mitte" als zivilisiert und unblutig zeichnen. Doch
das größte Massengrab Europas ist das Mittelmeer – gefüllt
vom Abschottungsregime Europas. Alltägliche Diskriminierung und
Ausgrenzung erfahren breite Schichten der Bevölkerung. Antimuslimischer
Rassismus und Sozialchauvinismus sind Vehikel zur kapitalistischen Disziplinierung.
Eine gesellschaftliche Psychose, die blonde Jungs wie den Norweger Breivik,
zum Rachefeldzug animieren.
Kein Fußbreit den Rassist_innen und
Rechtspopulist_innen! Zum Gedenken an die Opfer der Anschläge von
Oslo und Utøya! Zum Gedenken an alle Opfer rassitischer und nazistischer
Übergriffe in Deutschland! Rassismus, Sozialchauvinismus und Rechtspopulismus
bekämpfen! Solidarität statt soziale Ausgrenzung!
Auf die Straße! Demonstration 3. August,
17.00 Uhr, Rosenthaler Platz
>>> http://www.rechtspopulismusstoppen.blogsport.de
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Petersburger Ecke
Landsberger: Genau Hier...
16.07.2011: Punkerin von rechten Schlägern schwer
verletzt
In
der Nacht zu Sonntag den 17. Juli wird gegen 0:30 Uhr eine junge Frau
mit Iro von fünf Männern in der Petersburgerstraße (nahe
Landsberger Allee) als „Scheiß-Punk-Fotze“ beleidigt
und unvermittelt mit einer Flasche so stark auf den Kopf geschlagen, dass
diese zerspringt. Die Frau brach zusammen und wurde ohnmächtig. Sie
erlitt eine Gehirnerschüterung, sowie eine Jochbeinprellung und einen
Haarriß am Scheitelbein. Die Angreifer flüchteten in Richtung
Kochannstraße. Einer hatte ein weißes Polohemd an.
Friedrichshain ist der Bezirk mit den meisten
rechts-motivierten Übergriffen. Diese gehen nicht ausschließlich
von Neonazis aus, sondern auch vom normalen Sauf- und Partypublikum. Die
Rechten brauchen meist keinen Anlass um sich abfällig gegen MigrantInnen,
Schwule/Lesben, PunkerInnen und Obdachlose zu äußern und zuzuschlagen.
Im Fokus stehen all jene die gesellschaftlich ohnehin ausgegrenzt werden.
In der Öffentlichkeit werden die Übergriffe von Alltagsrassisten
als „unpolitische Schlägereien“ dargestellt. Schreitet
ein, helft Betroffenen und lasst es nicht einfach geschehen!
Meldet Angriffe an antifa-fh[at]riseup.net
und an das Friedrichshainer Register register-friedrichshain.de
>>> Plakat
zum Vorfall (kopieren und in der Umgebung aufhängen!), Artikel "Mit
Flugblättern gegen rechte Schläger" (ND 25.07.2011)
>>> Skript
der Veranstaltung "Den Antifaschistischen Selbstschutz organisieren"
(Stand 22.07.11)
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30. Juni 2011 "Pro-Deutschland"
kam nicht durch
Veranstaltung der Rechtspopulisten im Kreuzberger Rathaus
erfolgreich blockiert.
"Wenn wir jetzt aufgeben, kommen wir nirgendwo mehr rein!" Lars
Seidensticker Pro-Deutschland Landesvorsitzender von Berlin
Am
30. Juni haben knapp 500 entschlossene AntifaschistInnen eine Veranstaltung
von Pro-Deutschland im Rathaus Kreuzberg (Yorckstraße) durch Blockaden
verhindert. Viele Organisationen hatten bereits am frühen Nachmittag
Stände in den Gängen des Gebäudes aufgebaut und die Aufgänge
zum Bürgersaal besetzt. Rund um das Rathaus versammelten sich mehrere
hundert Menschen. Eine gemeinsame Kundgebung des Bündnis
Rechtspopulismus Stoppen und der Initiative
Gegen Rechts Friedrichshain, die vor dem Rathaus stattfinden sollte,
wurde von der Polizei im Vorfeld untersagt bzw. verlegt. Erst das faktische
Erscheinen hunderter DemonstrantInnen setzte das Demonstrationsrecht unter
der Schirmherrschaft des Bürgermeisters (der Vorplatz des Rathauses
gehört zu seinem Hoheitsgebiet) durch.
Am frühen Abend versuchte die Polizei schließlich, ein Dutzend
AnhängerInnen von Pro Deutschland (u.a. Manfred Rouhs und Lars Seidensticker)
durch die Menge zu prügeln, was aber nicht gelang. Es gab mindestens
vier Festnahmen und einige Verletzte. Schließlich ließ die
Polizei von ihrem Vorhaben ab, weil sich eine große Anzahl von ParlamentarierInnen
in der blockierenden Menge befanden. Die gewaltätige Räumung
wurde aber auch deshalb unterlassen, weil dies Pro-Deutschland auch nur
bis zur Tür gebracht hätte. Im Rathaus selbst waren weitere
GegendemonstrantInnen, die die Treppen blockiert hielten. Auch lehnte
der Bürgermeister als Hausherr den Polizeieinsatz innerhalb des Gebäudes
ab und verwies auf eigene Secruity-Leute. Manfred Roughs bot an die BlockiererInnen
selbst wegzuräumen wenn weder Polizei noch Secruity helfen würde.
Daraufhin bekamen die Pro Deutschland Funktionäre Platzverweise ausgesprochen
und wurden aus dem Bereich eskortiert. Weitere 20 AnhängerInnen wurden
am Mehringdamm von der Polizei nicht durchgelassen und mussten ebenso
wieder abziehen. Die Kundgebung vor dem Rathaus dauerte noch bis 22 Uhr.
Pro-Deutschland schäumt vor Wut und kündigte an sich weitere
Termine im Rathaus zu erstreiten.
Hintergrund:
Eigentlich wollte Pro-Deutschland schon am 7. April 2011 im Rathaus Kreuzberg
tagen, um den Bezirksverband der Partei zu gründen. Der Raum war
aber durch andere Organisationen und Fraktionen für Monate im Voraus
ausgebucht. Ihren Kreisverband gründeten sie deshalb in einer Kneipe
am 10. Mai mit dem Vorsitzenden Peter Blank (Republikaner) und kündigten
für den 17. Juni eine Kundgebung gegen das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
an. Denn dieses untersagte der Partei außerdem auch Informationsstände
im öffentlichen Straßenland.
Pro-Deutschland strengte parallel das Verwaltungsgericht an, um als Partei
das Recht im Rathaus zu tagen, einzufordern (wie schon 2010 beim Rathaus
Schöneberg). Die Klage war am 16. Mai vor dem Kammergericht teilweise
erfolgreich: Das Bezirksamt hatte Pro-Deutschland zeitnah Räumlichkeiten
für eine Veranstaltung zur Verfügung zu stellen. Auch in der
Sache Informationsstände wurde das Bezirksamt Anfang Juni verpflichtet
Standgenehmigungen für fünf Orte (Landsberger/Petersburger am
SEZ, Frankfurter Allee/ Ringcenter an der Sparkasse, Mehringdamm/ Gneisenaustraße
an der Commerzbank, Koppenstraße an der Galeria Kaufhof Ostbahnhof
und Eckertstraße am Reicheltmarkt jeden Tag 8-18 Uhr) zu erteilen.
Hierzu gab es sogar eine stundenlange Begehung der Örtlichkeiten
mit Pro-Deutschland, dem Verwaltungsrichter und dem Bezirksamt. Seit dem
13. Juni führen sie deshalb an den genannten Orten regelmäßig
Infostände durch, um Unterschriften für den Wahlantritt zu sammeln.
Die Kundgebung
am 17. Juni am Frankfurter Tor, war in dem Zusammenhang größtmöglicher,
aber verspäteter Wahlkampfauftakt der Partei in dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg,
während in anderen Bezirken die Kreisverbandsgründungen und
Infostände schon lange durch waren. Es fragt sich warum eigentlich
weder in Schöneberg (17. Juli 2010), Neukölln (29. Oktober 2010),
Steglitz-Zehlendorf (4. März 2011) und zuletzt in Charlottenburg
(16. Juni 2011) die verantwortlichen Bezirksämter weder von ihrem
Hausrecht gebrauch gemacht, noch den Klageweg ausgeschöpft haben.
An dem verwaltungsrechtlichen Geplänkel in Friedrichshain-Kreuzberg
zeigt sich, dass es sehr wohl einen Unterschied macht ob das Bezirksamt
auch als politischer Akteur auftritt und seine Hausaufgaben macht. Die
Blockadehaltung kann zumindest nicht allein auf die Profilierungspose
des "einzigen grünen Bezirksbürgermeisters" reduziert
werden. Auch die Stadträte und die gesamte Bezirksverordnetenversammlung
standen hinter dem Konzept. Der Saal wurde schon eine Woche vorher mit
Transparenten und Plakaten geschmückt um es Pro-Deutschland so unangenehm
wie möglich zu machen.
Schon Ende März lud Bezirksbürgermeister Schulz alle möglichen
Organisationen, Vereine, Sozialverbände, Parteien, Bürgerinitiativen
und Kulturtreibene ins Rathaus ein, um Ideen gegen die drohenden Pro-Deutschland
Propagandashow auszutauschen. Gemeinsam wurde zu einem "Offenen Rathaus"
unter dem Motto "Für einen interkulturelles und vielfältiges
Friedrichshain-Kreuzberg" mobilisiert. Der Bezirk möge sich
mit Ständen und Protesten so vielfältig darstellen, wie er ist.
Die Initiative Gegen Rechts und das Bündnis "Rechtspopulismus
Stoppen" wollten vor dem Rathaus parteiunabhänig demonstrieren
und mobilisierten mit eigenem Aufruf "Ein Wahlrecht für alle",
der praktischen Anti-Rassismus in Form von Mitbestimmungsrechten für
MigrantInnen einforderte.
Berichte: Rechtspop-Stoppen
| Indymedia
Bilder: Umbruch
| PM_Cheung
Videos: 1,
2
Radio: Fritz
>>> Auswertung,
Aufrufe und Redebeiträge
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17. Juni 2011: Pro-Deutschland
Kundgebung endet mit Platzwunden
300 demonstrieren gegen den Wahlkampfauftakt von pro
in Friedrichshain-Kreuzberg
Unter
dem Motto „Heraus zum 17. Juni!“ veranstaltete die rechtspopulistische
Partei „Pro Deutschland“ eine Kundgebung am Frankfurter Tor
in Berlin-Friedrichshain um gegen „rote, braune und grüne Diktaturen
auf die Straße zu gehen“. An der Veranstaltung nahmen knapp
40 Personen teil. Neben dem Parteivorsitzenden Manfred Rouhs, sprachen
Lars Seidensticker (Bundesgeschäftsführer), Reinhard Haese und
Dieter Steffen. Die Redebeiträge bezogen sich v.a. auf irgendwelche
unterdrückten Weißen in Südafrika und einen Zuzugsstopp
für türkische Staatsangehörige. Thema war auch der 17.
Juni 1953. Am Rande der Kundgebung kam es nach Angaben der Polizei zu
einem Übergriff auf die Köpenicker Pro-Deutschland-Kandidaten
Andre und Ronny Tügend, welche Platzwunden erlitten und ambulant
behandelt werden mussten. Gegen die Kundgebung protestierten 300 Menschen.
Die Polizei hatte weiträumig mit Gittern abgesperrt. Eingezäunt
und umringt von Protesten war die Außenwirkung ihres „Wahlkampfauftaktes“
in Friedrichshain/ Kreuzberg gleich null. So blieb den ca. 40 Pro-Anhänger_innen
nichts weiter übrig als sich selbst zu beklatschen und sich hinterher
von der Berliner Polizei den Weg durch die Proteste zum U-Bahnhof bahnen
zu lassen. Insgesamt nahm die Polizei 18 Personen fest, denen unter anderem
Landfriedensbruch, Zusammenrottung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte,
Gefangenenbefreiung, Beleidigung, Sachbeschädigung und gefährliche
Körperverletzung vorgeworfen wird. Vorher/zeitgleich fand am Rosa-Luxemburg-Platz
(Mitte) eine NPD-Kundgebung vor der LINKEN-Bundeszentrale statt.
Berichte: 1,
2,
3
Fotos: 1,
2
>>> Aufruf
und Hintergrundveranstaltung
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9.-11. Juni 2011: Aktionstage
in Berlin
ABOLISH. Diskriminierende Gesetze gegen Flüchtlinge
abschaffen!
ABOLISH:
Asylbewerberleistungsgesetz und Residenzpflicht abschaffen – durchbrechen
wir die Isolation aus den Lagern heraus – für die Selbstbefreiung
der Unterdrückten!
Täglich setzen sich Flüchtlinge
in ganz Deutschland gegen den institutionalisierten Rassismus und die
Isolation, gegen die Verletzung ihrer Würde, zur Wehr, die sie hier
erleben müssen. Durch den Aufruf der Flüchtlinge zur Selbstbefreiung
von der deutschen rassistischen Verfolgung gibt es Kämpfe in vielen
Lagern. Getragen von der Vernetzung der Selbstorganisation und von der
Solidarität zwischen aktiven Flüchtlingen und anderen Aktivist_innen
haben sich Flüchtlinge in Protestaktionen, Hungerstreiks, Boykotts
und zivilen Ungehorsam engagiert. „Wir haben letzten Winter gestreikt,
weil wir in unserem Lager in Niederbayern so isoliert leben, dass wir
bald verrückt werden. Hier ist nichts außer Wald. Wir können
nicht arbeiten, wir können nicht von hier weg. Ich kann noch nicht
einmal mein Essen selbst kaufen. Jeder Tag ist gleich, ohne Veränderung
und ohne Hoffnung. Aber wir wollen als Menschen leben – das steht
uns genauso zu wie den Deutschen. Darum müssen jetzt die Gesetze,
die uns unmenschlich behandeln, abgeschafft werden”, betont Suldan
Abdallah aus Somalia, der in einem Lager in Böbrach im Bayerischen
Wald untergebracht ist. Für dieses Ziel müssen wir gemeinsam
aufstehen!
Darum sind Flüchtlinge und diejenigen,
die ihre Solidarität mit dem Kampf der Flüchtlinge zeigen wollen,
dazu eingeladen, vom 9. bis zum 11. Juni nach Berlin zu kommen. Beteiligt
euch an drei Tagen Aktion und Flüchtlingskonferenz, setzt ein starkes
Zeichen gegen rassistische und diskriminierende Gesetze!
Die Isolation und Unterdrückung
durch Asylbewerberleistungsgesetz und Residenzpflicht brechen!
Wir wollen gegen sämtliche diskriminierende Gesetzgebung und Regelwerke,
die gegen Flüchtlinge bestehen, kämpfen. Ein Hauptziel der Kampagne
ist die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG). Dieses
Gesetz, das 1993 im politischen Kontext von mörderischem rassistischem
Naziterror verabschiedet wurde, bildet die rechtliche Grundlage eines
Großteils der diskriminierenden Lebensbedingungen, unter denen Flüchtlinge
in der Bundesrepublik leben müssen und gegen die sie sich mit zivilem
Ungehorsam, Streiks und Protesten wehren. In diesem repressiven Gesetz
ist nicht nur festgelegt, dass Flüchtlinge wesentlich geringere Sozialleistungen
erhalten als die ohnehin schon menschenunwürdigen HARTZ IV –
Beträge für deutsche Leistungsempfänger_innen, sondern
es enthält auch weitere unmenschliche und zermürbende Lebensbedingungen
für Flüchtlinge in Deutschland. So sind diese abhängig
von Sachleistungen durch die Behörden, erhalten keinen ausreichenden
Zugang zu medizinischer Versorgung, sind zum Leben im Lager gezwungen
und müssen mit Essenspaketen und Gutscheinsystemen zurechtkommen.
„Wir wollen der Welt mitteilen, dass unsere Situation Tag für
Tag schlechter wird (…). Wir leben in einem alten Lager mit veralteten
Türen, kaputten Fenstern, Schimmel in den Zimmern, Duschen, Toiletten
und Fluren (…). Eine Erlaubnis zum Arzt zu gehen, bekommen wir nicht
(…). Wir sind isoliert von der Welt (…). Wir werden bestraft,
bloß weil wir hier in Deutschland Asyl suchen.“, bringen die
Flüchtlinge aus Zella-Mehlis/Thüringen ihre unerträgliche
Situation auf den Punkt, die durch das „Asylbewerleistungsgesetz“
verursacht wird.
Die Abhängigkeit von mickrigen Sozialleistungen wird gesetzlich noch
durch Arbeitsverbote und nachrangigen Arbeitsmarktzugang zementiert, der
Zugang zu Deutschkursen, Bildung und Ausbildungsmöglichkeiten gezielt
und systematisch verwehrt.
Dadurch, dass Flüchtlingen in Deutschland durch die „Residenzpflicht“
jegliches Recht auf Bewegungsfreiheit genommen wird, ist es für sie
noch schwieriger, von den Lagern fortzukommen, da diejenigen, die ohne
Genehmigung ihren Landkreis verlassen, mit Strafe bedroht sind, wenn sie
in einer der zahlreichen rassistischen Polizeikontrollen erwischt werden.
Mit durchreglementierten Abläufen, wie der zentralen Ausgabe von
Essenspaketen und Taschengeld, werden Flüchtlinge zusätzlich
zur dauerhaften Präsenz im Lager genötigt.
All diese und weitere rassistische Sondergesetze bilden gemeinsam einen
Gesetzeskomplex der Isolation und der sozialen Ausgrenzung. Das Ziel dieser
staatlich verordneten Unterdrückung liegt darin, Flüchtlinge
leichter abschieben zu können und Menschen davon abzuschrecken, überhaupt
erst nach Deutschland zu kommen.
Zusammen Druck machen!
Die Sache der Flüchtlinge sollte auf keinen Fall den politischen
Unterdrücker_innen, den etablierten Parteien oder selbsternannten
Expert_Innen überlassen werden. Darum ist es an uns, von der Basis
aus politischen Druck auf die Verantwortlichen auszuüben. Die politische
Entwicklung der letzten Monate hat gezeigt: Parlamentarier_innen befassen
sich damit, das Asylbewerberleistungsgesetz zu „diskutieren“
und zu „überarbeiten“, aber das Thema wird ständig
nach hinten geschoben. Die parlamentarische Debatte um die „Residenzpflicht“
hat nur die Repression reformiert, wodurch die Opfer weiterhin isoliert
werden. Gleichzeitig interessieren sich Politiker_innen vor allem dafür,
um Deutschland und Europa herum effektivere Grenzkontrollen gegen Migrant_innen
und Flüchtlinge aufzubauen. Wir werden dieses zynische Spiel mit
den Rechten und mit der Würde von Flüchtlingen nicht hinnehmen
– es reicht!
Für uns steht fest:
Asylbewerberleistungsgesetz und „Residenzpflicht“ sind nicht
reformierbar, sondern müssen komplett abgeschafft werden –
die Menschenwürde ist nicht verhandelbar!
Menschenwürde, Menschenrechte und Bewegungsfreiheit sind natürliche
und unteilbare Rechte!
Deshalb fordern wir:
ABOLISH. Asylbewerberleistungsgesetz abschaffen!
ABOLISH. Residenzpflicht abschaffen!
ABOLISH. Sämtliche Formen von institutionalisiertem Rassismus abschaffen!
ABOLISH. Rassistische Sondergesetze abschaffen!
ABOLISH. Abschiebungen stoppen!
Sorgen wir dafür, dass die Lager der
Vergangenheit angehören!
ABOLISH-Aktionstage und Flüchtlingskonferenz
vom 9. bis 11. Juni 2011:
Donnerstag, 9. Juni:
* Anreise
* Pressekonferenz mit Vertreter_innen der Flüchtlingskämpfe
* Dezentrale Aktionen gegen Verfolgung, Isolation und Diskriminierung
von Flüchtlingen
19.30 Uhr: Theater "Aslymonologe". Kreuzberg Museum (Adelbertstr.
95a) Eintritt frei Info
Freitag, 10. Juni:
10 - 17 Uhr: Flüchtlingskonferenz - Die Isolation aus den Lagern
heraus durchbrechen! Statthaus Böcklerpark (U-Bhf. Prinzenstraße)
15 Uhr: Antirassistische Radtour Treffpunkt S-Bahnhof Spindlersfeld Info
18 Uhr: Vernetzungsdiskussion zur Fortsetzung der ABOLISH-Kampagne. Statthaus
Böcklerpark (U-Bhf. Prinzenstraße)
Samstag, 11. Juni:
* 13 Uhr: Demo
* Auftakt Pariser Platz / Brandenburger Tor, vorbei am Bundesministerium
für Arbeit und Soziales (verantwortlich für das „Asylbewerberleistungsgesetz“!)
>>> kampagne-abolish.info
& Bündnis
Gegen Lager Berlin/Brandenburg
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26. April: Kundgebung
gegen das EU-Grenzregime
Dienstag, 26. April, 16 Uhr, Bayrische Landesvertretung
(Friedrichstraße/Behrenstrasse)
Deutschland macht dicht: Bayern plant
Grenzkontrollen und Schleierfahndung
Protestkundgebung gegen deutschen Standort-Rassismus
In
vielen Ländern Nordafrikas herrschen Bürgerkriege und Unruhen.
Aufgrund der katastrophalen humanitären Lage fliehen seit März
verstärkt Menschen über das Mittelmeer nach Europa. Doch statt
die existenzielle Not der Flüchtenden, beherrscht die imaginäre
Bedrohung von „menschlichen Tsunamis“ (Berlusconi) die öffentliche
Diskussion.
Dabei flüchtet der Großteil in afrikanische Staaten und weniger
als 5% riskieren das lebensbedrohliche Unterfangen gegen den Willen der
stetig ausgebauten europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX mit Booten
Italien zu erreichen. Die Reaktionen auf die, die es nach Europa schaffen
sind unterschiedlich. Während Italien einen Aufnahmenotstand herbeiredet
und den Flüchtlingen temporäre EU-Aufenthaltsgenehmigungen erteilt,
blockiert Frankreich Zugstrecken um Flüchtlinge an der Einreise zu
hindern. Auch Deutschland zieht alle Register zur Abschottung und gehört,
wie so oft, zu den Hardlinern.
Aus Angst von Flüchtlingsströmen überrannt zu werden, will
Deutschlands Innenminister Friedrich (CSU) an der bayrischen Grenze zu
Österreich wieder Kontrollen einführen. Das heißt das
Schengen-Abkommen soll außer Kraft gesetzt werden. Friedrich kündigte
bereits an, dass die Visa aus Italien in Deutschland formal nicht anerkannt
werden. Falls die Grenzkontrollen nicht durchsetzbar seien, werden tausende
PolizistInnen in Bayern eingesetzt, um Jagd auf Flüchtlinge (das
Innenministerium spricht von „Schleierfahndung“ gemeint ist
„racial profiling“) zu machen. Dazu wird auch die Datenbank
des Schengen-Informationssystems herangezogen.
Die panischen Maßnahmen Deutschlands folgen einem alt bekannten
rassistischen Muster: Der Angst, dass ungebildete Flüchtlinge massenhaft
hier auftauchen, einen der Arbeit und Existenz berauben, sowie den letzten
Krumen Brot vor der Nase wegschnappen; der Angst, dass mit den Flüchtlingen,
die fliehen mussten, um ihr Überleben zu sichern, hier das Chaos
ausbricht und die Sozialsysteme implodieren. Doch diese Ängste entbehren
jeglicher rationalen Grundlage – von Überforderung des Aufnahmesystems
kann noch lange nicht die Rede sein. Es geht bei der populistischen Panikmache
offensichtlich um mehr.
Die aktuelle Diskussion zum „Schutz vor Flüchtlingsströmen“
ist die Fortführung der rassistischen Asylpolitik, die mit Sondergesetzen
für MigrantInnen und Stimmungsmache nach dem Motto “Das Boot
ist voll” für dauerhafte Diskriminierung sorgt. Die Warnungen
vor „Überfremdung“, unkontrollierter Migration, Kriminalität
und finanziellem Ruin fördern ein Klima, in dem es opportun ist rassistische
Ressentiments zu pflegen, die Abschottungspolitik und regide Asylgesetzgebung
mitzutragen. Das Signal der deutschen Gastfreundschaft soll sich so in
alle Winde verteilen: Hier kommt ihr in Lager, werdet ausgegrenzt, isoliert,
dürft nicht arbeiten, nicht wählen und bleibt somit immer fremd.
Für uns ist klar: Wenn an den Grenzen Europas geschossen, gehungert
und gestorben wird, kann die Antwort nur Solidarität lauten! Die
Grenzen müssen bedingungslos geöffnet werden! Der Populismus,
der durch die deutsche Regierung und im speziellen durch Innenminister
Friedrich betrieben wird, verschleiert die Verantwortung der westeuropäischen
Staaten, die durch Kolonialismus, Marktdominanz und Unterstützung
der undemokratischen Autokratien wesentlich zur aktuellen Situation in
Nordafrika beigetragen haben, während der eigene Wohlstand immer
weiter ausgebaut wurde. Der deutsche Fingerzeig auf Italien, das die Flüchtlinge
nicht, wie im EU-Vertragswerk von Dublin II vereinbart, aufnehmen will,
ist ein perfides Machtspiel innerhalb der EU und hat nichts mit den realen
Problemen der Flüchtlinge zu tun.
Wir fordern: Grenzen auf für alle – Schluss mit
den rassistischen Sondergesetzen.
Die staatlich verordnete Unterdrückung von Flüchtlingen abschaffen!
Kommt alle zur Protestkundgebung gegen deutschen Standort-Rassismus
am Dienstag, 26. April, 16 Uhr vor der Bayrischen Landesvertretung in
Berlin-Mitte (Friedrichstraße/Behrenstrasse)
bglbb.blogsport.de
+ outofcontrol.blogsport.de
+ kampagne-abolish.info
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22.03.2011 Aktionstag
gegen Rassistische Sondergesetze
Demo in Herzberg (Elbe/Elster)
Am
22. März besuchten Aktivist_innen des Bündnis gegen Lager Berlin/Brandenburg
das Flüchtlingsheim in Hohenleipisch im Landkreis Elbe-Elster. Zusammen
mit Flüchtlingen des Lagers ging es dann in Herzberg (Sitz des Landratamts
und der Ausländerbehörde) mit einer Demo gegen die diskriminierenden
Sondergesetze für Flüchtlinge weiter. Fünfzig Demonstrant_innen,
drei Polizeibusse, zwanzig Zuschauer_innen, eine Lokaljournalistin, so
sieht es aus am Marktplatz in Herzberg (Elbe-Elster-Kreis). Und um welche
Lager es hier überhaupt geht, weiß kaum eine der Passant_innen.
Dabei ist das Flüchtlingsheim Hohenleipisch nur wenige Kilometer
entfernt.
Die Demonstration ist Teil des bundesweiten Aktionstages zur Kampagne
gegen das Asylbewerberleistungsgesetz und gegen das Asylverfahrens- und
Aufenthaltsgesetz. In 24 Städten fanden heute Aktionen statt. Hervorgegangen
ist die Kampagne aus einem bundesweiten Treffen von Aktivist_innen und
Flüchtlingen in Frankfurt am Main im Dezember 2010. Dort wurde beschlossen,
dem rassistischen Mainstream etwas entgegenzusetzen. Aktuelle Anlässe
gibt es genug: Das Asylbewerberleistungsgesetz verstößt gegen
die Menschenrechte. Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen hat das
Gesetz dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt, nachdem
im Februar 2010 die Verfassungswidrigkeit von Hartz IV festgestellt worden
war. Denn Asylbewerber_innen stehen nur 62% des Hartz IV-Satzes zu. Der
Bundestag debattiert in diesem Jahr über zwei Anträge zur Abschaffung
des Asylbewerberleistungsgesetzes.
Schon im November 2010 hatten Lagerbewohner_innen insbesondere in Baden-Württemberg
und Bayern gegen ihre unerträglichen Lebensbedingungen protestiert.
In Berlin waren kürzlich Fälle von Gewalttätigkeiten gegen
Flüchtlinge bekannt geworden, etwa im Lager Waßmannsdorf bei
Schönefeld. Und wie Waßmannsdorf ist auch Hohenleipisch in
einem katastrophalen Zustand, wovon sich etwa 30 Aktivist_innen und Journalist_innen
heute bei einem gemeinsamen Besuch des Lagers überzeugen konnten.
Das von der Firma K&S Sozial Bau AG betriebene Lager ist ein extremes
Beispiel für die isolierende und entrechtende deutsche Flüchtlingspolitik.
Abgeschnitten von der Außenwelt leben die Flüchtlinge mitten
im Wald in heruntergekommenen Armeebaracken, von denen nur wenige bewohnbar
sind. Der mehrere Kilometer entfernte Ort ist unter der Woche mit dem
Bus zu erreichen,am Wochenende und abends bleibt nur der Weg zu Fuß
über eine unbeleuchtete Straße.
Der nächste Supermarkt liegt in Elsterwerda, auch der Arzt ist mehrere
Kilometer entfernt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen.
Im Heim gibt es keinerlei Informations- oder Kommunikationsmöglichkeiten,
weder Internet, noch Telefon oder Fernsehen. Diese Wohnbedingungen zeichnen
Heime der K&S aus – mit notdürftig renovierten Baracken
lässt sich viel Geld verdienen. Die Firma betreibt bundesweit 24
Seniorenresidenzen und elf Flüchtlingsheime, der Umsatz liegt nach
eigenen Angaben bei rund 60 Millionen Euro jährlich.
Dieses Geld wird auf Kosten der Flüchtlinge verdient; ihre Wohnsituation
ist dementsprechend schwierig. Die Gemeinschaftsduschen sind nur zu bestimmten
Tageszeiten zugänglich und werden von den Bewohner_innen selbst notdürftig
repariert, Toiletten und Küche sind verwahrlost, in den Zimmern leben
jeweils vier Personen. In der Küche gibt es nur kaltes Wasser. Natürlich
haben die Bewohner_innen keinen Zugang zu kulturellen oder Bildungsangeboten,
der Wunsch nach Deutschkursen wird ihnen mit dem Hinweis auf die Kosten
verweigert. Sie beklagen außerdem, dass sie sich im Lager nicht
sicher fühlen.
Der Heimleiter Herr Butschok war bei dem Besuch trotzdem auffallend bemüht,
einen positiven Eindruck zu vermitteln. Flüchtlinge wurden von ihm
animiert, sich wohlwollend über das Heim zu äußern; nicht
überraschend, da sein Job auf dem Spiel steht, wenn das Heim geschlossen
werden sollte. Auffällig war außerdem, dass bei unserem Besuch
keine Frauen anwesend waren. Der Flüchtlingsrat Brandenburg hatte
schon im Vorfeld erfahren, dass Butschok eine Teilnahme der Bewohner_innen
am Aktionstag verhindern wollte.
Dass die Frauen an einen anderen Ort gebracht worden waren, um negative
Äußerungen zu verhindern, kann zumindest vermutet werden. Auch
anderweitig übt die Heimleitung Druck auf die Bewohner_innen aus:
Die massive Polizeipräsenz im Lager am Aktionstag machte es ihnen
schwer, mit uns nach Herzberg aufzubrechen, um dort gegen das Lager zu
demonstrieren; einige von ihnen brachten den Mut trotzdem auf und begleiteten
uns zur Demo. Dort wollten sie dem Landrat des Elbe-Elster-Kreises, Christian
Jaschinski, einen Protestbrief überreichen.
"Das Heim Hohenleipisch legt uns ein Leben in der Isolation auf.
Wir sind in heruntergekommenen Armeebaracken untergebracht, mitten im
Wald, umgeben von Wildschweinen. Es gibt keine Privatsphäre im Heim.
Der Heimleiter kann jederzeit die Zimmer betreten. Mit der deutschen Bevölkerung
gibt es keinen Kontakt. Wir haben keine Möglichkeit, Deutschkurse
zu besuchen. Am Wochenende sind wir völlig abgeschnitten; es gibt
dann überhaupt keine Busse mehr. Jede Fahrt zur Ausländerbehörde
in Herzberg kostet 9 Euro, hin und zurück 18 Euro. Die Fahrtkosten
übersteigen die mageren finanziellen Mittel, die wir bekommen. Wir
sagen Nein zur Isolation. Die einzige Lösung ist: Das Heim muss sofort
geschlossen werden."
Der kommissarische Stadtdezernent des Landkreises
Elbe-Elster, Dr. Erhard Haase, nahm den Brief an und wies jede Kritik
ab. Der Landkreis habe genug Geld für die Flüchtlinge investiert,
befand er. Ähnlich perfide war auch die Reaktion bei der Ausländerbehörde,
vor der es ebenfalls eine Kundgebung gab. Bis auf eine Mitarbeiterin am
Fenster war hier überhaupt niemand zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt
war die Polizeipräsenz soweit verstärkt worden, dass die 50
Demonstrant_innen von fünf Wannen begleitet wurden, alle von der
Demonstrationsroute abgehenden Straßen wurden von Polizist_innen
abgesperrt. An die Anwohner_innen konnten wir immerhin stapelweise Flyer
verteilen, einige ließen sich auch interessiert ins Gespräch
ziehen. Unsere Transparente wurden von einigen Fenstern aus mit hochgereckten
Daumen begrüßt, eine kleine Gruppe Frauen und Kinder begleitete
den Demozug aus der Entfernung.
>>> Bündnis
Gegen Lager Berlin/Brandenburg
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26.02.2011 500 gegen
Thor Steinar
Demo gegen Tromsö
Rund
500 Menschen haben den sonnigen Samstag genutzt um mit einer kurzen Demonstration
vom Boxhagener Platz durch die Mainzer, Frankfurter, Proskauer und Rigaerstraße
zum Thor Steinar Laden "Tromsö" gegen den Laden zu demonstrieren.
Seit zwei Jahren nervt dieser Shop. Im november 2010 entschied das Berliner
Landgericht dass die Kündigung des Laden im Jahr 2009 rechtmäßig
war. Anfang Januar hat der Betreiber Rechtsmittel gegen die Entscheidung
des Landgerichts eingelegt. In dieser Sache auf die Gerichte zu warten
ist nicht unsere Sache. Deshalb achtet auf weitere Ankündigungen
und werdet selbst gegen den Laden aktiv!
>>> Aufruf
zur Demo | Alle
Redebeiträge | Youtube 1
2
| Bilder 1
| Presse
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Dresden 2011: Europas
größter Naziaufmarsch erfolgreich blockiert!
Der Repression Solidarität entgegensetzen!
Wir
haben Europas größten Naziaufmarsch in Dresden zum zweiten
Mal verhindert. Und das, obwohl die Lage für alle auf den Straßen
nicht leicht war. Die Polizei setzte massiv Wasserwerfer, Knüppel
und Pfefferspray gegen DemonstrantInnen ein. Bereits früh am Morgen
bekam man den Eindruck, dass die Polizei mit aller Macht und ohne Beachtung
jedweder Verhältnismäßigkeit den Naziaufmarsch erzwingen
wollte. Der Grund hierfür liegt sicherlich auch in einer inakzeptablen
Politik der Stadt und Gerichtsentscheiden, die wir alle mit Kopfschütteln
aufgenommen haben. Wir haben uns davon nicht abschrecken lassen. Wir waren
20000 BlockiererInnen unterschiedlicher Spektren aus dem ganzen Bundesgebiet
und Dresden. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass wir als entschlossene
und breite Bewegung, auch gegen den Willen der Verwaltung, Justiz, Polizei
und große Teile der Politik der Stadt, unser Ziel, den Naziaufmarsch
zu blockieren, erreichen können.
Dank flexibler Strategie, intensiver Vorbereitung und vor allem Dank euch
haben wir den Nazis eine weitere empfindliche Schlappe bereitet. Ihr wart
großartig.
Das ist für uns kein Grund, sich zufrieden zurück zu lehnen.
Es gab mehrere Dutzende zum Teil Schwerverletzte durch Übergriffe
von Polizei und Nazis. Wir wünschen allen Betroffenen gute Besserung.
Auch nächstes Jahr werden wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren
und das, bis er Geschichte ist.
Die Übergriffe der Sondereinsatzkommandos auf verschiedene Räume,
die von der Polizei unserem Bündnis zugeordnet werden, verurteilen
wir aufs Schärfste. Der Angriff auf unser Pressezeintrum ist ein
Skandal Während die Polizei tagsüber nicht in der Lage war Wohnhäuser
vor marodieren Nazigruppen zu schützen, weil sie währendessen
antifaschistische BlockiererInnen mit Schlagstöcken und Pfefferspray
attackierte, beteiligte sie sich am Abend weiter an der Verfolgung von
NazigegnerInnen.
Die Nachbereitung des 19. Februar erfordern derzeit viele unserer Kapazitäten.
Neueste Informationen werden aber in den nächsten Tagen wieder wie
gewohnt hier zu finden sein.
Zusammenfassung des Tages von leftvision
Polizeirazzia
im Haus der Begegnung u.a. von leftvision
Angriff auf die Praxis in Löbtau durch
Nazis SPIEGEL
/ Youtube
>>> dresden-nazifrei.com
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16.11.2010 Schluss mit
der Lagerunterbringung für Flüchtlinge!
Demo spricht mit Sozialsenat
„Die
Bemühungen intensivieren“ will die Berliner Sozialsenatorin
Carola Bluhm (LINKE), laut Aussage ihres Staatssekretärs Fritsch
(LINKE) am Rande der Demo „Wohnungen für alle“ am 16.11.
in Berlin-Mitte. Rund 150 AktivistInnen hatten sich um 14 Uhr trotz Regen
und Kälte am Touri-Magnet Checkpoint Charlie versammelt um die menschenunwürdige
Unterbringung von Flüchtlingen in Lagern in der Hauptstadt direkt
bei den politisch Verantwortlichen anzuprangern.
Der Demonstrationszug zog unter lauten Sprechchören den kurzen Weg
Rudi-Dutschke-Straße zur Oranienstraße 106, zum Amtssitz der
Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales. Redebeiträge
von The Voice und dem Bündnis gegen Lager kritisierten die konkreten
Zustände in den Lagern und das „Wegducken“ der Verwaltungen
in den rot-rot geführten Bundesländern Berlin und Brandenburg.
Die Gruppen FelS und Out of Control Berlin fokussierten mehr die europäischen
Lager- und Ausgrenzungsregime, Antifas aus Friedrichshain die unsägliche
Integrationsdebatte.
Vor dem Amtssitz angekommen wurde ein Gesprächsangebot seitens der
Senatsverwaltung angeboten, welches von der Demonstration angenommen wurde.
Frau Bluhm sei wohl verhindert, aber ihr direkter Stellvertreter Fritsch
stehe zur Verfügung. Im Regen durfte dieser sich nun knapp 10 Minuten
lang die Forderungen der Flüchtlinge und Unterstützer vor Pressevertretern
geduldig anhören.
Staatssekretär Fritsch äußerte sich erwartungsgemäß
professionell und positiv über die Arbeit der Berliner Sozialverwaltung.
Es gäbe Gespräche mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften
und auch auf Bundesebene über dieses Thema. Für Berlin sei das
Problem der fehlenden Mietkautionen, die Möglichkeit, ein „geschütztes
Marktsegment“ für Flüchtlinge zu organisieren, im Gespräch
usw. quasi schon fast geregelt. Eine der wenigen konkreten Äußerungen
von Fritsch war, dass kleine Wohnungen für Flüchtlinge wegen
der aktuellen Mietpreise wohl nicht gefunden werden könnten. Ob wenigstens
der Umkehrschluss Familien werden in Wohnungen untergebracht’ wahr
gemacht wird, werden wir sehen. Bislang und besonders im Jahr 2010 kann
auch davon keine Rede sein. Uns ist egal, wie der Berliner Senat Flüchtlingslager
(zugunsten von Wohnungen) abschafft. Wir wissen, dass nicht nur die Berliner
Sozialverwaltung Verantwortung an der Situation trägt. Wir wissen
aber auch, dass das Land Berlin fahrlässig keine Verbesserung herbei
führt.
Die Kritik an der Lagerunterbringung von Flüchtlingen ist nicht neu.
Lager machen krank, Lager isolieren, Lager ersticken jede Hoffnung auf
einen selbstbestimmten Alltag. Unter der permanenten Kontrolle von Lagerbetreibern,
die der Senat einsetzt, soll für Flüchtlinge gar nicht erst
der Eindruck von Alltag und Perspektive entstehen. Die Arbeiterwohlfahrt
(AWO) ist so ein Betreiber, der überall in Deutschland Lagerplätze
bietet. Die AWO Berlin sah sich genötigt vor der Demo per mail mitzuteilen,
dass ihr Engagement in der Erstaufnahme Motardstraße und einem Lager
in der Köpenickerstraße mit dem Begriff „Lager“
diffamiert wird, da sie sich sehr wohl eindringlich mit der Verbesserung
der Unterbringung beschäftigen. Die AWO hat ein Modellprojekt zur
Wohnungsbeschaffung in diesen Tagen abgeschlossen und lädt das Bündnis
gegen Lager zur Evaluation ein. Was davon zu halten ist wenn ein Betreiber
daran arbeitet seine Einnahmequelle selbst zu beseitigen, wird sich zeigen.
Doch warum wird überhaupt wieder verstärkt in Lager investiert
und eingewiesen?
Nach sechs Wochen in dem Erstaufnahmelager Motardstraße dürfen
Flüchtlinge in Berlin in Wohnungen ziehen, vorausgesetzt sie finden
welche die das Sozialamt bezahlt – die Mietobergrenzen wurden seit
Jahren nicht an die steigenden Mieten angepasst. Weitere Hindernisse,
wie fehlendes Kapital für Kaution, rassistische Diskriminierung auf
dem Wohnungsmarkt usw. werden von der Berliner Verwaltung ignoriert. Stattdessen
rühmt sich die Sozialsenatorin damit die Leute kurzfristig in Hostels
unterzubringen. Frau Bluhm hatte bereits drei Wochen nach bekannt werden
des Aufrufs zur Demo in der Presse vorsorglich angemerkt: "Wir halten
an unserem Ziel fest: Menschen, die hierher kommen und Asyl suchen, sollen
möglichst in eine eigene Wohnung ziehen und sich schnell in ihr neues
Leben eingewöhnen können. Bei über 50 Prozent gelingt das
auch, es ist angesichts knapper werdender kostengünstiger Wohnungen
aber immer schwieriger.“
Kurzum: Frau Bluhm ist wenig engagiert und weiß offenbar nicht,
was sie alles tun könnte. Deshalb werden ihr regelmäßig
Häppchenforderungen gereicht: Mietobergrenzen anheben, Kaution grundsätzlich
übernehmen, ein geschütztes Marktsegment am Wohnungsmarkt für
Flüchtlinge, Unterstützung vom Amt bei der Wohnungssuche und
natürlich die Mietkostenübernahme auch bei den Flüchtlingen
die nur reduzierte Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen.
Klingt für Frau Bluhm alles überaufwendig, müsste irgendwer
machen, kostet Arbeit. Dass die Sozialsenatorin genau für so was
da ist sollte sie vielleicht noch in dieser Legislatur begreifen und ihre
Prioritäten dahingehend anpassen. Um ihr auf die Sprünge zu
helfen werden wir den Druck weiter erhöhen.
Die kleine No!Lager-Demo reiht sich ein
in den Protest unterschiedlicher Flüchtlingsgruppen gegen die Innenministerkonferenz
ab heute in Hamburg. (z.B. 2010.jogspace.net).
Fotos 1
Videos 1
Berichte Indymedia
| Freitag
| RBB
| ND
| TAZ
>>> Bündnis
gegen Lager Berlin/Brandenburg
Vorbereitung: 14.11., 12
Uhr, Infoladen Daneben (Liebigstr. 34), Bastelworkshop
Für die No!Lager-Demo basteln wir allerlei Schilder, Sprechblasen,
Transparente und was uns sonst noch einfällt. Kreative Ideen erwünscht.
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Grauzone "Metal
and Hell"-Store
Seit Mai 2010 in Friedrichshain
Der
Plattenladen „Metal and Hell“ in der Grünberger Strasse
4 in Berlin Friedrichshain. Von Außen erscheint erstmal alles als
wäre es ein ganz normaler Laden, wie es ihn in Friedrichshain zuhauf
gibt, aber nach einem kurzen Besuch wird schnell klar, dass es hier nicht
nur um „normalen“ Heavy Metal geht, sondern auch ideologische
Elemente eine Rolle spielen. In den Regalen des Ladens stehen Werke von
anti-faschistischen Bands wie Napalm Death, oder Pisschrist in nicht ganz
so koscherer Nachbarschaft von neo-nazistischen Bands wie Graveland (No
Colours Records), Satanic Warmaster (No Colours Records), oder Nargaroth
(No Colours Records). Mal werden diese Einstellung etwas offener, mal
etwas subtiler formuliert. Einer der Inhaber des Ladens ist nebenbei auch
Präsentator/Mitveranstalter des Metal-Festivals "Nuclear War
Now" am 19. und 20. November in der C-Halle am Columbia Damm.
Als Beispiel: Die finnische Band Satanic Warmaster ist eine der plumperen
Vertreter des National Socialist Black Metal - Genres. Zum Beispiel wird
im Song „Wolves Of Blood And Iron“ gar nicht erst versucht
ihre Ideologie zu verstecken. Zitat aus der ersten Textzeile des Liedes:
„Sieg Heil! The sign of our cross rises“. „Our cross“
(gemeint ist das Hakenkreuz) wird hier als Gegenentwurf zum „judeo-christlichen“
Kreuz gesehen.
Auch Platten der deutschen Band Luror stehen ganz selbstverständlich
in dem Friedrichshainer Laden. Derzeitig einziges Mitglied der Band entfaltete
ebenfalls Aktivitäten in den National Socialist Black Metal - Bands
Absurd, Wolfsmond und Cryogenic. Ausserdem erschien 2002 eine Split-Veröffentlichung
mit Absurd. Das Label des Luror Masterminds Sven Zimper, World Terror
Committee Productions (W.T.C.) veröffentlichte unter anderen auch
Tonträger von Absurd oder Wolfsmond.
Nebenbei werden in diesem Geschäft Platten des Labels „Satanic
Skinhead Propaganda“ verkauft. Welcher ideologischen Denkrichtung
hier das Wort bereitet werden soll, sieht man schon auf den ersten Blick.
Das US-Label hat auf der Startseite ihrer Homepage abgewandelte Triskelen
abgebildet, die gleichzeitig das Zeichen des Labels darstellen. Die Triskele,
das dreiarmige Hakenkreuz, wird heutzutage nicht selten als Zeichen von
neo-nazistischen Organisationen verwendet. Scrollt man auf der Seite nach
ganz unten so sieht man einen durchgestrichenen Davidstern und den aus
dem Nationalsozialismus entlehnten Spruch „Die juden Sind Unser
Unglück“(Fehler im Original)!
Ebenfalls zu kaufen gibt es das Hochglanz-Fanzine Ablaze. Aktiv an dem
Magazin beteiligt ist Hendrik Möbus, der Schlagzeuger der NS-Black
Metal Band Absurd. Das heutige Fanzine hat nicht mehr viel gemein mit
dem unpolitischen Magazin gleichen Namens, dass Anfang der 2000er Pleite
gegangen ist, sondern setzt auf ein Misch-Masch aus unpolitischen und
eindeutig neonazistischen Bands. Ihr scheinbar liberaler Einsatz für
freie Meinungsäußerung entpuppt sich allzu schnell als reine
rhetorische Figur nur um auch bekennenden Neonazis ein Forum zu bieten.
Die wahre Funktion wird hinter einem Anstrich des Pluralismus versteckt.
Die Ablaze fungiert vom Prinzip her wie ein „Trojanisches Pferd“
um reaktionäres bis neonazistisches Gedankengut in der Blackmetal-Szene
weiter salonfähig zu machen. In der neuen Ausgabe des Magazins befindet
sich unter anderem ein Feature des Friedrichshainer Ladens. Somit sind
persönliche Kontakte des Ladeninhabers mit dem neonazistischen Teil
der Black-Metal-Szene nicht nur nicht auszuschließen, sondern sogar
eher wahrscheinlich.
Mitinhaber des Ladens ist Patrick Kremer, der das Metal-Label Iron Bonehead
Productions betreibt und am 19. Und 20. November in der C-Halle am Columbia-Damm
in Berlin ein zweitägiges Metal-Festival unter dem Namen „Nuclear
War Now!“ mitveranstaltet. Angesprochen auf die Platten, die er
in seinem Laden zu stehen hat, meinte er, er würde verkaufen was
ihm passe und diese Thematik sei ihm egal.
Gerade die hier praktizierte Uneindeutigkeit im Gesamtbild, spiegelt das
schwammige Wesen einer bestimmten Art von Metal-Fans wider, denen es egal
ist, mit wem sie gemeinsam Konzerte besuchen, oder wo sie ihre Platten
kaufen. Hier wird rassistischen, antisemitischen und totalitären
Ideologien Haus und Hof geöffnet. Somit ist es ein wichtiges Ziel
antifaschistischer Politik auch in von Antifas nicht so frequentierten
Szenen solchen Auswüchsen Einhalt zu gebieten!
Mehr zum Thema Grauzone
unter
>>> Oi
the Greyzone | Oireszene
| www.turnitdown.de
Kritik am Recherchekonzept der Anti-"Grauzone":
Dödelhaie | Absprung
verpasst
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Oktober 2010 Friedrichshainer
Holocaust-Leugner Iwan Götz verurteilt
Reichsbürger: 50 Anklagen und kein Ende
Der
63-jährige Holocaustleugner Iwan Götz sah sich seit dem 24.
September vor dem Berliner Landgericht mit 50 Anklagepunkten konfrontiert.
Nach kurzem Prozess wurde er zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das
Gericht sprach von einem «uneinsichtigen Überzeugungstäter
mit wirren Vorstellungen». In das Urteil wurden mehrere Vorstrafen
einbezogen.
Ende September stand ein Mann vor Gericht, bei dem sich bereits 14 Strafverfahren
in den letzten 14 Jahren angesammelt haben. Im aktuellen Prozess warf
ihm die Staatsanwaltschaft vor, zwischen 2005 und 2008 Hetzbriefe, die
teilweise mehrere hundert Seiten dick waren, an jüdische Prominente,
Politiker und Behörden geschickt zu haben. Der 63-jährige Iwan
Götz habe sich mit diesem Schreiben unter anderem der Volksverhetzung,
Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, Störung des öffentlichen
Friedens sowie Titelmissbrauchs strafbar gemacht. Er bezeichnete unter
anderem den Holocaust als keine Tatsache, sondern eine Ideologie und Erfindung
der Juden, leugnete in Reichsbürgermanier die Existenz der Bundesrepublik
und nannte den Boykott der Germanischen Neuen Medizin als einen gezielt
geplanten weltweiten Genozid. In praktisch allen seiner Veröffentlichungen
nutzte Götz einen Doktortitel, ohne dafür einen Nachweis erbringen
zu können. Nach 40-minütiger Verlesung der Anklageschrift räumte
der Angeklagte sämtliche Vorwürfe durch seinen Verteidiger pauschal
ein.
Die Justiz ist seit über 10 Jahren mit dem in Berlin-Friedrichshain
ansässigen Iwan Götz vertraut. Er dealte mit gestohlener Ware,
besaß illegal Waffen, schleuste russische Staatsbürger ein,
beleidigte, verbreitete falsche Verdächtigungen, benutzte akademische
Titel und hinterzog Steuern. Vor allem wegen 15-facher Steuerhinterziehung
verbüßt er derzeit eine über 2-jährige Haftstrafe.
Praktisch alle persönlichen Angaben zu seiner Vita lassen den Schluss
zu, dass Iwan Götz ein geübter Hochstapler ist. Seine im Internet
verfügbaren biografischen Daten lesen sich wie eine 007-Agenten-Story.
So will er zu den Wenigen gehört haben, "die an der Vorbereitung,
Organisation und Durchführung des 'spontanen' Mauerfalls teilnahmen".
Als Beruf gibt er wahlweise Psychologe, Detektiv oder Journalist an.
Die gerichtliche Vernehmung des ermittelten Kriminalbeamten ergab, dass
sich Iwan Götz auch in Haft seines missionarischen Eifers widmend.
Eine Zellendurchsuchung im Frühjahr 2010 führte einschlägiges,
von ihm verfasstes Manuskript zu Tage, dessen Adressat die Gefängniszeitung
war.
Mutmaßlich durch seine Lebensgefährtin gelangte eine solches
258-seitiges Elaborat ins Internet.
Mit Absender Iwan Götz, "z.Z. JVA Charlottenburg" ist dort
zu lesen, dass der "Zentralrat der Juden in Deutschland" eine
kriminelle faschistisch-zionistische Zusammenrottung und Frau Merkel eine
zionistische Marionette sei. Weiterhin heißt es in diesem vom 21./22.
Juni 2010 datierten Schreiben, die "Holocaust-Zwangsreliegion ist
von den zionistischen Juden [...] in die Welt gesetzt worden" und
in Deutschland gab es "keine Vernichtungslager, nur Internierungs-
und Arbeitslager". Wie bereits im aktuellen Verfahren behauptet er,
dass der "Holocaust keine Tatsache, sondern lediglich eine Ideologie"
sei.
Immer wieder bezeichnet Götz den ehemaligen Hamburger Bürgermeister
Ole von Beust als Kinderschänder und fordert gar die "Todesstrafe
für Kinderschänder O. v. Beust und andere".
Des weiteren seien ausnahmslos alle Richter und Staatsanwälte feige,
machtgeil und korrupt. 20% der Berliner Richter und Staatsanwälte
seien Kinderschänder.
Nach der Einräumung sämtlicher in den drei Anlagen zusammengefassten
Vorwürfe haben die Richter des Strafgerichts Berlin dem notorischen
Holocaustleugner eine Gesamtstrafe von zweieinhalb Jahren verpasst. Ein
psychiatrischer Gutachter, bescheinigte dem Angeklagten keine schuldmindernde
Erkrankung. Text von Endstation Rechts
>>> Esowatch
Info zu Götz
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Pro Deutschland Contra geben!
Aktionen gegen Pro-Deutschland und andere RechtspopulistInnen
in Berlin
- Kundgebung
gegen Hauptstadtbüro-Eröffnung von "Pro" in Marzahn
- 30.08.2010
Kundgebung gegen Buchpräsentation von Sarrazin
- 02./03.10.2010:
Geert Wilders spricht in Berlin / Pro Berlin feiert Sarrazin
- 29.10.2010:
Gegen die Gründung des Neuköllner Pro Kreisverbandes
>>> Rechtspopulismus
stoppen!
17. Juli : Bundesparteitag
von "Pro Deutschland" in Schöneberg gestört!
2000 Blockierer bereiten Parteitag von 50 Rechtspopulisten
Schwierigkeiten
Aufgrund
der Entschlossenheit der Proteste von bis zu 2.000 antifaschistischen
Bürgerinnen und Bürgern gelangten lediglich etwa 50 Anhänger
von „Pro-Deutschland“ in ihren Versammlungsraum im Rathaus-Schöneberg.
Durch wiederholte Blockaden wurde der Ablauf so verzögert, dass bereits
eine große Anzahl von Pro-Deutschland-Mitgliedern den Parteitag
frühzeitig wieder verließ.
Trotz der teils massiven Gewalt durch die Polizei haben sich die DemonstrantInnen
nicht einschüchtern lassen und versucht das Rathaus an mehreren Stellen
zu blockieren. Der Tag begann vielversprechend und ließ hoffen,
dass der Bundesparteitag gänzlich verhindert werden könne. Bereits
um 13.30 Uhr formierte sich die erste Sitzblockade in der Salzburger Straße
/ Badensche Straße, als ca. zehn Mitglieder von „Pro Deutschland“
geschützt durch Polizeibeamte aus einem nahegelegenen Cafe ins Rathaus
gebracht werden sollten. Die Polizei versuchte die Blockade erfolglos
durch den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt zu räumen.
Bei dieser Polizeiaktion wurden mehrere DemonstrantInnen durch den Einsatz
von Pfefferspray in die Augen verletzt. Auch Mitglieder des türkischen
schwul-lesbischen Vereins Gladt e.V. wurde in den Bauchraum getreten und
erlitt dabei Prellungen. Nachdem die Polizei den Weg für die Mitglieder
von Pro Deutschland nicht freigeprügelt bekam, mussten diese letztlich
in einem Einsatzwagen zum Veranstaltungsort oder andere durch einen Nebeneingang,
dem Zugang zum Standesamt gebracht werden. Auf diesem Wege flüchteten
sie nach Ende der Veranstaltung auch wieder.
Im Verlauf folgten weitere Blockaden vor den vier Eingängen des Rathauses.
Der zivile Ungehorsam konnte aber nicht verhindern, dass schließlich
doch etwa dreißig weitere AnhängerInnen von Pro Deutschland
in den Versammlungsraum gelangten, da die Polizei diesen immer wieder
mit brachialer Gewalt den Weg frei räumte. Trotzallem begann der
Bundesparteitag in Anwesenheit des Vorsitzenden Markus Rouhs, Lars Seidensticker
und Patrick Brinkmann wegen dieser Proteste mit großer Verspätung.
Ein groß aus Köln angekündigter Bus kam erst um 17 Uhr
in Schöneberg mit neun Insassen an. Auch für sie wurde der Weg
frei geprügelt.
Wie schon bei ähnlichen Kundgebungen zur Verhinderung von Naziveranstaltungen
wurden auch hier Personen wegen des Aufrufes zu friedlichen Blockaden
von der Polizei rigoros festgenommen. So auch ein Mitglied des Landesvorstandes
der Berliner VVN-BdA. Im Laufe des Tages wurden ca. 5-6 Personen festgenommen
und mehrere Personen verletzt. Aufruf
Kein schlechter Anfang für den Widerstand gegen "pro"
in Berlin.
>>> Berichte (1,
2,
3,
4,
5)Fotos
(1,
2,
3,
4,
5,
6)
Videos (1,
2)
Presse (DDP,
Taz,
Taz2,
Taz3,
Taz4,
Neues
Deutschland, Tagesspiegel,
Berliner
Zeitung, RBB-Abendschau,
3Sat-Kulturzeit,
Junge
Welt, Jüdische
Allgemeine, Störungsmelder,
Endstation
Rechts, Netz
gegen Nazis, Scharf-Links,
Morgenpost,
Berliner
Kurier, BZ-Berlin,
Märkische
Oderzeitung, Hamburger
Abendblatt, Neue
Rheinische Zeitung, DerStandard,
EpochTimes,
Haberler,
Hurriyet,
Frifagbevegelse.no,
Harakah
Daily, Krapuul,
Anti-Fascistisch
Front / Verzet, European
News
Termine
- 05.07.2010, 19:00, Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy-Platz) „Was
will Pro Deutschland?“ Veranstaltet von Bündnis 90,
Die Grünen
- 15.07.2010, 16:00, vor dem Rathaus Schöneberg, Gemeinsames
Transpimalen, für den 17.07.
- 15.07.2010, 18:00, WEISSE ROSE (Martin-Luther-Straße 77, Wartburgplatz
- nahe Rathaus Schöneberg), Infoveranstaltung
zu Pro Berlin und den Gegenaktionen am 17.07.
- 17.07.2010, ab 12:00, rund um das Rathaus Schöneberg Kundgebungen
gegen Pro-Deutschland
ZeugInnenaufruf: 17.07. Massive Polizeigewalt bei
Protesten gegen "Pro-Deutschland" in Berlin. Bündnis
will politische und juristische Aufarbeitung
Im Nachgang an die Proteste gegen den Parteitag von
"Pro-Deutschland" wurde eine Vielzahl von Fällen von Polizeigewalt
und überzogener Einschränkung unseres Demonstrationsrechts durch
die Polizei am 17. Juli in Berlin-Schöneberg bekannt. So drangsalierte
die Polizeiführung vor Ort die AnmelderInnen der Kundgebungen um
das Rathaus mit immer neuen Auflagen, verhaftete einen Redner von der
Hauptbühne und drohte mit weiteren Verhaftungen von RednerInnen und
Anmeldern. Außerdem versuchte die Polizei gegen 17.30 Uhr die frühzeitige
Auflösung der Kundgebungen zu erwirken. Insgesamt sind 6 Personen
festgenommen worden.
Bei den angekündigten und friedlichen Sitzblockaden rund um das Rathaus
wurden mehrere Menschen durch die Polizei schwer verletzt, aber nicht
verhaftet. "Der unmittelbare Zwang" (Polizeisprech) hat zum
teil langfristige physische und psychische Folgen für die Betroffenen,
auch wenn keine strafrechtlichen Konsequenzen für sie zu erwarten
sind. Das Bündnis strebt eine genaue juristische Aufarbeitung und
öffentliche Thematisierung des Polizeieinsatzes am 17. Juni an. Dafür
sind wir auf ZeugInnen/FotografInnen angewiesen, die Polizeigewalt/Festnahmen
beobachtet/fotografiert haben oder selber betroffen waren. Bitte melden
sie sich unter prosolidaritaet(at)riseup.net
>>> Sellungnahme
zur Polizeistrategie am 17.07. und zur Verhinderung einer Putzaktion im
Rathaus Schöneberg, Pressemitteilung
des Bündnis am 17.07., Der
unmittelbare Zwang (Taz vom 20.07.) Offener
Brief des Bündnis an den Innensenator
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Friedrichshain ist
wieder Nr. 1
Register und Beratungsstellen legen Bericht 2009 vor
ReachOut,
die Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer
Gewalt, die Register und das Verzeichnis haben im Jahr 2009 Angriffe und
andere Vorfälle mit rassistischem, antisemitischem, homophobem und
rechtsextremem Hintergrund in Berlin recherchiert, dokumentiert und ausgewertet.
Im Vergleich zum Jahr 2008 sind diese Zahlen zurückgegangen.
ReachOut, die Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und
antisemitischer Gewalt, verzeichnet für das Jahr 2009 insgesamt 102
Angriffe (2008: 148) in Berlin.
Im Verhältnis zu den um fast ein Drittel gesunkenen Gesamtzahlen
sind die rassistisch motivierten Angriffe nur in geringem Maß zurückgegangen.
In 53 (2008:65) Fällen wurden Menschen aus rassistischen Motiven
angegriffen.
Friedrichshain ist mit 17 (2008: 30) Gewalttaten auch
im Jahr 2009 der Bezirk mit der höchsten Angriffszahl. Zum
ersten Mal landet ein Westberliner Bezirk auf Platz zwei unserer Angriffsstatistik.
Insgesamt 9 (2008: 3) Attacken wurden für Wedding dokumentiert. Die
Hälfte der registrierten Angriffe fanden im öffentlichen Raum
statt. In Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrsmitteln ereigneten
sich 29 Gewalttaten.
Das Pankower Register hat in 2009 von insgesamt 145 Vorfällen im
Bezirk Pankow Kenntnis erhalten. Davon stellen Propagandadelikte mit 67
Prozent den größten Anteil, gefolgt von Gewaltdelikten, sowie
Bedrohungen, Beleidigungen und Pöbeleien (12 Prozent). Gewalttaten
nahmen aufgrund einer erheblich verringerten „Anti-Antifa-Arbeit"
der rechtsextremen Szene ab (11 weniger als in 2008). Rassistisch motivierte
Gewalt als auch entsprechende Bedrohungen und Beleidigungen nahmen in
Pankow 2009 jedoch leicht zu.
Insgesamt 99 Vorfälle wurden im Jahr 2009 im Lichtenberger Register
verzeichnet. Der leichte Rückgang hängt vor allem mit den gesunkenen
gewalttätigen Übergriffen im Bezirk zusammen. Die Zahlen sprechen
für eine Schwäche der organisierten Neonaziszene im Bezirk.
Neben den Aktivitäten der NPD-Fraktion in der BVV und einer Kundgebung
der inzwischen verbotenen Kameradschaft "Frontbann 24" fallen
rechtsextreme Aktivitäten vor allem durch Propaganda auf.
In Treptow-Köpenick wurden im Jahr 2009 126 Vorfälle registriert.
Ungefähr 2/3 davon sind Propagandavorfälle. Ca. 70 % aller gemeldeten
Vorfälle stammen aus Schöneweide und der Köpenicker Dammvorstadt.
In Niederschöneweide hat die Eröffnung der von Rechtsextremisten
frequentierten Kneipe „Zum Henker“, zu einer Zunahme an Vorfällen
geführt. In der Köpenicker Dammvorstadt ist es die Bundeszentrale
der NPD, die aufgrund veränderter Mietbedingungen in den Berliner
Bezirken, häufiger Parteiveranstaltungen beherbergte als in den vergangenen
Jahren.
Das Verzeichnis Marzahn-Hellersdorf konnte 2009 insgesamt 68 Vorfälle
im Bezirk sammeln, die in die Auswertung einfließen. Die Sozialräume
Hellersdorf Nord und Hellersdorf Ost stellen mit 19, bzw. 17 gemeldeten
Vorfällen die Orte im Bezirk dar, in denen die meisten Vorkommnisse
verzeichnet wurden. Das Verzeichnis wird ab 2010 erstmalig auf der Homepage
des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf für alle Interessierten einsehbar
sein.
Im Bezirk Friedrichshain sind zur Zeit noch nicht alle
Bereiche des Stadtteils mit Meldestellen abgedeckt. Trotzdem wurden 2009
bereits 39 Vorfälle gemeldet, davon 18 Gewaltvorfälle. Die Brutalität
bei direkten Angriffen nahm enorm zu. Oft kommt es durch Waffeneinsatz
zu schwersten Verletzungen. Im Januar und Februar 2010 wurden bereits
acht Vorfälle gemeldet.
Was tun?
Ratgeber:
Bei Gewalt..
Offenes Antifa Cafe: Jeden 3. Donnerstag im
Monat 19 Uhr im Vetomat (Scharnweberstr. 35)
Initiative gegen Rechts: Jeden 1. Dienstag im
Monat 19 Uhr im Mieterladen (Kreutzigerstr. 23)
Vorfälle melden beim Register
| Reachout |
Antifa
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Extremismusdebatte
Gleichsetzung von Neonazis und radikalen Linken
Nachdem die neue konservative Bundesregierung
bekanntgab, dass fortan nicht mehr nur gegen "Rechtsextremismus"
sondern nun auch gegen "Islamismus" und "Linksextremismus"
Gelder durch das Familienministerium bereitgestellt werden, ist die Aufregung
unter politisch aktiven groß. Werden Antifa-Gruppen jetzt verboten,
wird es bald Ausstiegsprogramme für Linksradikale oder ein "Mobiles
Beratungsteam gegen Linksextremismus" geben? Die Berliner Debatte
um abgefackelte Luxusautos tut ihr übriges, um Distanzierungen von
sonst zuverlässigen BündnisparterInnen einzufordern. Wir werden
für Aufklärung sorgen und uns nicht spalten lassen!
>>>
Reader:
„Voll Extrem! – Artikel, Stellungnahmen, Dokumente, Studien,
Hetze und Internas vom Extremismus der gesellschaftlichen Mitte“.
Nur als Print erhältlich im Berliner Infoladen Daneben (Liebigstr.
34, 10247 Berlin) >>> 2. Auflage (Feb2010)
auch als PDF (download)
>>> Broschüre
"Total Extrem": Die Antifaschistische Linke Berlin [ALB]
hat eine neue Broschüre zu den Themen Extremismus und Totalitarismus
herausgebracht. Hier als pdf und demnächst auch in gedruckter Form.
Die Broschüre besteht aus verschiedenen Aufsätzen von Antifaschistische
Linke Berlin [ALB] | Avanti Berlin | Florian Back | Christoph Butterwegge
| Alex Demirovic/Paulina Baader | Donella Donowitz | LAG Antifaschismus
DIE LINKE Berlin | Wolfgang Wippermann | Mezze Wolf > PDF [2,3 MB]
>>> 18.01.2010: Alles Extremismus?
Diskussion mit Antifa Friedrichshain und Dr. Heinrich Fink (Vorsitzender
des VVN-BdA). Die neue schwarz-gelbe Bundesregierung will die Programme
gegen Rechtsextremismus in Programme gegen "Extremismus" umwidmen.
Die Gedenkstätten an die Opfer des Nationalsozialismus werden schleichend
zu Gedenkstätten "zweier Diktaturen" umgebaut. Bisher gegen
wenig Widerstand. Ein Gespräch über die "Extremismustheorie",
Geschichtsrelativierung, und die möglichen Auswirkungen der schwarz-gelben
Pläne auf die Arbeit gegen Neofaschismus und auf linke Politik. Café
Sibylle, Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin. Veranstaltungsbericht
17.02.2010: Abendveranstaltung
"Total Extrem"
19 Uhr Festsaal Kreuzberg (Skalitzer Strasse 130)
Es
sind wieder extreme Zeiten angebrochen. Mit dem Vorwurf des "Extremismus"
sollen politische Strömungen, die von einer undefinierten aber angeblich
richtigen Mitte abweichen, stigmatisiert und isoliert werden. Der Extremismusansatz
hat mit der Totalitarismustheorie bereits eine lange Geschichte und begründet
auf vermeintlich wissenschaftlicher Basis die Gleichsetzung gegensätzlicher
politischer Richtungen.
Mit der schwarz-gelben Bundesregierung gibt es aktuell Vorstöße
über das übliche Maß der politischen und ideologischen
Gleichsetzung von "Linksextremismus" und "Rechtsextremismus"
hinauszugehen. Die neue Regierung plant Bundesmittel fortan gegen alle
"Extremisten" zu verwenden. Wer als extrem ge(t)adelt wird,
soll aus der politischen Arena verdrängt werden. Während der
Verfassungsschutz plötzlich machtvolle Bildungspolitik betreiben
kann, müssen manche nicht-staatliche Bildungsträger qua Extremismusvorwurf,
um ihre Existenz bangen. Die sog. Zivilgesellschaft soll stärker
als bisher nach staatlichen Vorgaben handeln und strukturiert sein.
Über die Theorien des Totalitarismus und Extremismus und deren politische
Funktion wollen wir aufklären und diskutieren, sowie überlegen,
wie wir diesen politischen Angriffen entgegentreten können. Mit Prof.
Wolfgang Wippermann (FU Berlin), Ulla Jelpke (MdB Die LINKE), Michael
Weiss (Apabiz, Autor). Verantaltung
als MP3 (60min) + Broschüre
"Total Extrem"
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Thor-Steinar-Shop
eröffnet in Friedrichshain
Die bei Neonazis beliebte Modemarke "Thor Steinar" eröffnete
am 28.02. einen 200qm-großen Outlet-Shop in der Petersburger Str.
94, unmittelbar neben dem Bezirksamtsgebäude und neben der Gedenktafel
"Zu Ehren der Opfer des Mörderkellers-Keglerheim", das
sich während des Nationalsozialismus an der Stelle befand. Betrieben
wird der Laden durch die SKYTEC Outlets GmbH.
Es gibt eine Stellungnahme des Hauseigentümers SF-Immoblilienfonds
Beteiligungsgesellschaft Nummer Drei KG in Köln (Garmischer
Straße 4, 80339 München), die den Mietvertag mit Skytech unterschrieben
hat. In dem Schreiben heißt es: "... bis zur Öffnung
des ’Tromso-Geschäftes’ weder die Marke ’Thor Steinar’
bekannt war, noch der Geschäftsname ’Tromso’ noch, dass
in der Immobilie Petersburger Straße 94 ein ’Tromso’-Geschäft
mit dem Vertrieb von ’Thor Steinar’-Produkten eröffnet
werden soll. Der Bezug von ’Tromso’ und ’Thor Steinar’
zur Neonazi-Szene ist dem Eigentümer erst aufgrund der Vorgänge
vom vergangenen Wochenende und der Berichterstattung hierüber bewusst
geworden. Er hat hierauf eine Rechtsanwaltskanzlei mit der Prüfung
der Rechtslage und der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt. Der Eigentümer
ist bestürzt über die Vorfälle der vergangenen Tage und
wird alle rechtlichen Maßnahmen ausschöpfen, um den Vertrieb
von ’Thor Steinar’ in dem Objekt zu unterbinden.”
Am 16.03.2009
meldete TAZ unter Berufung auf Jan Bamberger von SF-Immobilienfonds-Gruppe,
dass dem Laden fristlos gekündigt wurde. Grund: Arglistige Täuschung
über den Verkauf rechtsextremer Kleidung.
Auch die DIM (Deutsche Immobilien Management GmbH),
die sonst für Wirtschaftlichkeit und Vermietung bei Objekten des
SF-Immoblilienfond zuständig ist, hat sich ablehnend gegenüber
Thor-Steinar geäußert und hofft auf geringen Imageschaden für
die eigene Firma. Die Firma G+S
Berlin ist für Hausmeisterdienste in dem Objekt engagiert.
Protest aus Norwegen
Der Laden Tromsø ist nach der gleichnamigen
Stadt in Norwegen benannt. Die Stadt war während der deutschen Besatzung
im Zweiten Weltkrieg Flottenstützpunkt für Überwasserschiffe
der Wehrmacht. An diesen Wehrmachtschick will Thor-Steinar anknüpfen.
Außerdem versucht Thor Steinar mit der Namensgebung (viele TS-Läden
sind nach norwegischen Städten benannt) mit nordisch-heidnischen
Ursprüngen bei der völkisch orientierten Kundschaft zu punkten.
Die norwegische Kommune hat sich sofort gemeldet und ihren Unmut über
die Verwendung des Namens zum Ausdruck gebracht. >>> Artikel
"Opprør
mot «norsk» nazibutikk i Berlin"
Infos zum SA-Mörderkeller
Keglerheim in der damaligen Petersburgerstr. 86 (Heute Nr. 94):
Seit Dezember 1929 fanden hier Mitgliederversammlungen der NSDAP statt.
Nach den Reichstagswahlen 1932 wurden hier vor allem RFB-Aktivisten im
Keller gefoltert Zeitzeugenbericht: Ein Beispiel
für eine dieser Aktionen der Berliner SA ist die im August `33 durchgeführte
Folterung und versuchte Hinrichtung von Max Weichert, Leiter der KPD Straßenzelle
517, Bruno Schilter und Kurt Zinke, der damals mit der Reorganisierung
der Roten Jungfront in Lichtenberg beauftragt war und der den Hergang
wie folgt beschreibt: „In der Nacht wurde ich durch den Horst-Wessel-Sturm
in der Wohnung meiner Eltern verhaftet und in das Keglerheim (Petersburger
Str. 86) gebracht. Bei dieser Vernehmung wurde mir ein Lungenriss, ein
Leberriss und eine Nierenquetschung beigebracht, bevor ich zusammen mit
den Genossen Schilter und Weichert an der Schwarzen Brücke (Thaerstraße)
erschossen werden sollte“. Weichert und Zinke wehrten sich
gegen die Exekution und konnten entkommen, während Schilter mit ausgekugelten
Armen und Beinen an drei Kopfschüssen starb. Vielen anderen unbekannt
gebliebenden ist es ebenso ergangen. Die Zahl der Razzien und Folterungen
in den sog. „wilden KZs“ der SA in Friedrichshain (neben dem
Keglerheim gab es noch die „Viehbörse“ in der Eldenaer
Str.) und das verursachte Leid sind heute nicht mehr zu ermessen. Aus:
Antifa Friedrichshain "Der
Horst-Wessel Mythos - eine historische Aufbereitung" (2005)
28.02.2009: Eröffnung
des Ladens Tromsø: Indymedia.
Kundgebung vor dem Laden > Ankündigung
und Presse, Berichte
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02.03.2009: Am Morgen wird ein Mann festgenommen,
der einen Anti-Nazi-Aufkleber an einer Regenrinne neben dem Laden hinterlassen
hat. Erste Kratzer am Schaufenster des Ladens werden am späten Nachmittag
von der Polizei begutachtet. Bilder 1,
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und Neue Presseartikel
Norwegen spricht sich gegen den Thor Steinar Laden aus: Nazibutikken
"Tromsø"
04.03.2009: Die Polizei ist stark im Kiez präsent.
Auf Indymedia
werden Tipps dazu verhandelt und für die Demo
am Samstag geworben. Mittlerweile ist auch der Eigentümer des
Hauses Petersburgerstr. 94 die SF-Immoblilienfonds Beteiligungsgesellschaft
Nummer Drei KG in Köln (Garmischer Straße 4, 80339 München)
bekannt, der prompt eine Stellungnahme abgegeben hat, den Laden so schnell
es geht wieder loswerden zu wollen.
06.03.2009: Die Anwohner und Initiativen im
Nachbarhaus Petersburgerstr. 92 rufen zum Protest auf. Pressemitteilung.
Am Frankfurter Tor wird mit einer großen Flyeraktion
(Bilder 1,
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die Demo am nächsten Tag hingewiesen. Ein paar Punks wollen gegen
18 Uhr gemütlich vor dem Laden ihr Feierabendbier
zischen und werden von Polizisten des Abschnitts 57/58 umstellt. Angeblich
hätten sie randaliert, so die Anruferin aus dem Thor-Steinar-Laden.
6 Personen werden mit Handschellen abgeführt.
07.03.2009: Demo mit 1.500 Teilnehmenden gegen
den Tromso. Die kurze Route vom S-Bhf. Warschauer geradeaus bis zum Laden
wurde zügig abgelaufen. Schilder und fahnen dominieten das Bilde
der Demonstration, die ein erstaunlich breites Spektrum angezogen hat.
Der Laden wurde weiträumig mit Gittern geschützt und musste
2 Stunden vor regulärem Ladenschluss auf Anraten der Polizei schließen.
Im Nachgang der Demonstration war ein bisschen Katz-und-Maus-Spiel mit
der gelangweilten Polizei. Irgendwie muss der Einsatz auch legitimiert
werden. Anwohner-Flyer
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09.03.2009: In der Nacht zu Dienstag bekommt
der Tromso einen roten Anstrich.
11.03.2009: Podiumsdiskussion zum Umgang mit
dem Thor-Steinar-Laden im Kiez mit Robert Schwind
(Hedwig-Wachenheim-Gesellschaft), Pfarrer Botembe (Afrikanische Gemeinde),
Dr. Andreas Köhler (Paul-Singer-Verein), Dr. Franz Schulz (Bezirksbürgermeister),
Canan Bayram (Initiative gegen Rechts Friedrichshain) und Sabine Kritter
(MbR) >>> Bericht
Indymedia
13.03.2009: Farbbeutel-Bewurf für den Thor-Steinar-Laden.
14.03.2009: Am Vormittag wird der Laden mit Flaschen und Steinen
spontan beworfen. Am Abend greifen ca. 300 ehemalige Demonstrationsteilnehmer
der "United we Stay"-Demo den Laden an. Er wird von einer Hundertschaft
Polizisten bewacht und ist schon den ganzen Tag mit Gittern abgezäunt.
Video
15.03.2009: Die TAZ meldet: "Der Vermieter
hat den Mietvertrag mit der Skytec Outlets GmbH aufgrund arglistiger Täuschung
angefochten und eine fristlose Kündigung ausgesprochen", teilte
Jan Bamberger von der Hausverwaltung der taz mit. Die SF-Immobilienfonds-Gruppe,
der das Gebäude gehört, sei von Skytec nicht über den geplanten
Verkauf der bei Rechtsextremen beliebten Modemarke Thor Steinar informiert
worden. "Der Eigentümer wird alle rechtlichen Maßnahmen
ausschöpfen, um den Vertrieb von Thor Steinar in dem Objekt zu unterbinden",
so Bamberger. Artikel
18.03.2009: Der ehemalige Baustadtrat von Friedrichshain
Lorenz Postler hat Strafanzeige gegen die Betreiber des Tromso wegen "Verunglimpfung
des Andenkens Verstorbener" erstattet.
20.03.2009: Am Vormittag werden von der Initiative
Gegen Rechts mit Unterstützung aus dem Abgeordnetenhaus Tafeln an
den Laternen in der Petersburgerstr. angebracht, die vor der Thor-Steinar-Laden
warnen. Die Polizei
21.03.2009: Am internationalen
Tag gegen Rassismus findet eine Kiezparade mit vier Lautsprecherwagen,
1500 DemnstrantInnen, vom Boxhagener Platz, am Jeton vorbei, durch die
Rigaerstr, direkt zum Thor-Steinar Laden statt. Der muss den vierten Samstag
in Folge früher schließen als geplant. Aufrufe
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26.03.2009: Die Schaufenster des Tromso in der
Petersburgerstr. werden am Vormittag mit Steinen beworfen. Im Innenraum
wird eine Rauchgranate gezündet. Zeitgliech bekommt auch der Thor-Steinar-Shop
in der Rosa-Luxemburg-Str. in Mitte besucht. Hier wird übelriechende
Flüssigkeit auf die Ware gekippt. Polizeimeldung
+ Indymedia
27.03.2009: Ein paar Passanten werden kurz vor
Ladenschluss vom Personal des Tromso als potentielle Kunden abgewiesen.
Zwei Flaschen fliegen gegen die bereits kaputte Scheibe des Ladens. Am
Abend werden außerdem die Rolländen mit "Nazis Raus"
besprüht.
29.03.2009: Wieder wird der Laden mit Anti-Nazi
Parolen bemalt.
30.03.2009: Mitarbeiter des Tromsö entfernen
Anti-Thor-Steinar Plakate der Ini Gegen Rechts von Laternen entlang der
Petersburgerstr. Indymedia
02.04.2009: Im Roten Laden (Büro der LINKEN)
im Weidenweg findet mit rund 50 Teilnehmern eine Veranstaltung zur Historie
des "Horst-Wessel-Bezirks", dem Keglerheim und der Durchsetzung
der NSDAP im Friedrichshain der 30iger Jahre statt. Außerdem klärte
eiin Referent des APABIZ über rechte Symbole und die Hintergründe
der Marke ThorSteinar auf.
03.04.2009: Der Tromsö wird in den Morgenstunden
mit Anti-Nazi-Parolen besprüht
05.04.2009: Farbflaschen fliegen in Richtung
des Tromsö und verschönern die Fassade.
20.04.2009: Der TS-Laden Tromso wird mit schwarzer
Farbe besprüht.
23.04.2009: Der frisch geputzte TS-Laden wird
mit Farbeiern beworfen.
08.05.2009: Polizisten entdeckten gegen 1 Uhr
30 politische Parolen in roter Farbe auf den Jalousien des Tromsö.
25 Personen, vor allem aus dem Nachbarhaus verteilen am Nachmittag Flyer
gegen den Laden.
In Lichtenberg eröffnet zeitgleich der neue Naziladen Horrido, der
Erik&Sons (Thor-Steinar-Konkurrent) und "Kategorie C" verkauft.
Neues zum Horrido unter Antifa
Hohenschönhausen
09.05.2009: In der Nacht zu Sonntag wird der
Laden wieder mit Graffiti verschönert.
Juni 2009: Der Doorbreaker im RingCenter2, der
ebenfalls Thor-Steinar verkaufte, wurde geschlossen.
19.06.2009: Das Hoffest im Nachbarhaus des Tromsö
in der Petersburgerstr. wurde auf zwei Stunden
reduziert, da es Drohungen von Nazis gab und das Publikum dieser Gefahr
nicht ausgesetzt werden sollte. Soll nachgeholt werden.
10.07.2009: Der Tromso kann nicht mehr die Rollläden
öffnen und bleibt für diesen Samstag geschlossen. Indymedia
18.07.2009: Als Reaktion auf einen brutalen
Übergriff am S-Bhf. Frankfurter Allee demonstrieren 4000 Menschen
u.a. am Tromsö vorbei gegen rechten Lifestyle und Neonazigewalt.
23.07.2009: Gegenüber des Jeton eröffnet ein neuer Doorbreaker.
dieser führt kein Thor-Steinar. Trotzdem wird über den Laden
disktuiert. Indymedia
24.07.2009: Ein Mann versucht eine Thor-Steinar-kritische
Parole in die Scheibe des Tromsö zu kratzen und wird festgenommen
25.07.2009: Die Grünen demonstrieren am
Frankfurter Tor mit einer Kunstaktion gegen den Tromsö.
27.08.2009: Einweihung des Info-Containers der
Ini-Gegen-Rechts vor dem Tromsö. Der Container soll 2 Monate dort
stehen und über rechten Lifestyle informieren.
29.08.2009: Antifa-Demo gegen den Tromsö
und den Horrido in Lichtenberg
25.09.2009: Infocontainer gegen den Tromsö
wird um einen Monat verlängert!
28.09.2009: Molotovcocktail-Angriff auf den
Tromsö.
26.10.2009: Infocontainer gegen den Tromsö
wird abgebaut. Auswertung: Super Erfolg!
21.11.2009: Silvio-Meier-Demo auch gegen den
Tromsö
28.02.2010: Demo gegen den Tromsö mit knapp
300 Leuten
16.11.2010: Veranstaltung zum Tromsö und
neuer Kampagne dagegen im Mieterladen.
20.11.2010: Silvio-Meier-Demo mit 3000 Personen
u.a. gegen Tromsö
02.12.2010: Kündigung des Tromsö hat
vor dem Berliner Landgericht bestand. Indy
26.02.2011: Rund 500 demonstrieren gegen den
Tromsö. 2 Jahre sind 2 Jahre zuviel.
12.04.2011: Am Nachmittag wird die Eingangstür
des Tromsö durch einen Stein beschädigt.
30.06.2011: Objektstreife des Tromsö (stündlich
durch den Polizeiabschnitt) wird von einem Radfahrer getreten.
22.09.2011: Gerichtlicher Vergleich am Kammergericht
zwischen Vermieter (Eigentümergesellschaft vertreten durch RA Modes
aus Hamburg) und Skytec: Tromsö darf bis 31.01.2015 bleiben, aber
ab 1.11.2015 nicht mehr den Namen Tromsö tragen. PM
Kammergericht
Materialien
zum Kopieren
>>> Zeitloses: Plakat
und Flyer
gegen Thor-Steinar in Friedrichshain
Wie es geht? Erfolgreiche Kampagnen gegen Thor-Steinar-Läden:
>>> Berlin-Mitte
| Dresden
| Leipzig
| Hamburg
| Nürnberg
| Zusammenfassung
aller Kampagnen
Weitergehende Infos zu
Thor Steinar
>>> investigatethorsteinar
>>> stopthorsteinar
>>> D-Radio-Sendung
>>> Nazi-Verbindungen
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Euromayday - Solidarität
statt Prekarität
Über den Tellerrand Antifaschistischer Praxis
Um
neue Handlungsspielräume am 1. Mai und darüber hinausgehend
zu entwickeln hat sich 2006 das Euromayday Bündnis Berlin gegründet
und nun schon dreimal die Maydayparade organisiert. Da wir Perspektiven
über diesen Tag hinaus entwickeln wollen, gibt es zwischen den Paraden
mehrere Aktionen.
- 22.09.2007
Prekärer Block auf der Demo gegen Sicherheitswahn
- 4.10.2007 Kiezkundgebung
gegen den Sparwahn des Bezirks Friedrichshain
- 21.11.2007
Infoveranstaltung "Yomango: Umverteilung leichtgemacht?"
- 08.02.2008
Geschichte der Wilden Streiks in der BRD. Buchvorstellung und Workshop
- 09.02-16.02.2007:
Mir reichts nicht..! - Aktionen auf und um die Berlinale
- 28.03.2008:
Verlagsverlängerungen - Sofort! Soliaktion mit und für die Besucherbetreuer
des DTMB
- Aktion
"Enteignet Springer!" zum 40igsten Jahrestag des Attentats auf
Rudi Dutschke
- MaydayParade2008
- 24.05.2008:
Workshop "Streiken in Prekären Zeiten"
- 06.06.2008:
KundInnen unterstützen Streikende im Einzelhandel ab 6 Uhr morgens
- 12.07.2008: Spreeparade
für mehr Bürgerbeteiligung und gegen Verdrängung
- 30.10.2008:
Schulden? Zahlt der Staat! - Offener Brief und Kundgebung zur Finanzkrise
- 23.01.2009
Love Emmely – Protestieren vor Kaisers
- 05.03.2009
„Keiner muss allein zum Amt – selber solidarischen Begleitschutz
organisieren!“
- „Wir
zahlen nicht für eure Krise – Für eine solidarische Gesellschaft“
- 27.04.2009 Ambulante
Dienste im Scheiss-Streik
- 28.04.2009 Zahltag-Aktion
vor dem Jobcenter in Neukölln (Sonnenallee 242)
- MaydayParade 2009: Diesmal
mit Farbeierattacke
- Bildungsstreik
2009: Studierende gegen Niedriglöhne beim Studentenwerk
- 25.06.2009: Kundgebung
gegen Prekäres Arbeiten bei Babylon
- 27.08.2009: Kundgebung
gegen Babylohn in der Kinobranche
- 01.05.2010: Maydaylabor
an der Pamukkale-Brunnen-Ruine im Görlitzer Park
>>> berlin.euromayday.org
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