Geschichte der
Gebirgsschützenkompanie Endorf
Seit 1439 ist die
Heimatverteidigung bei uns bekannt.
1504 bestanden die
Landaufgebote des Chiemgaues die erste Bewährungsprobe. Hanns von
Pinzenau, Schlossherr des im Markt Endorf gelegenen Schlosses
Hartmannsberg wurde mit seinen Gefolgsleuten enthauptet, weil sie
mit 27 Schützen die Bayerische Festung Kufstein sieben Wochen gegen
das viel tausend Mann starke Heer von Kaiser Maximilian I
verteidigten.
1596 bei Einführung der
Landesmusterung mussten unsere Schützen zur Schießübung nach
Wasserburg.
1602 waren dann 90 Mann
Landfahnen eingekleidet im Gericht Aschau, Hofmark Söllhuben und
Wildenwart zu dem wir gehörten.
1607 gab es die erste
Schießordnung in unserer Herrschaft. Unsere Schützen mussten im Jahr
acht mal an Sonntagen nachdem sie die hl. Messe besucht hatten an
Schießübungen teilnehmen.
1633 im Dreißigjährigen
Krieg waren die Schützen und Bauern unter der Führung des Abtes von
Seeon am Inn postiert und sperrten die Übergänge. Genau so 1646.
1675 Einsatz gegen
einfallende Tiroler.
1688
Bereitschaft der Landfahnen an der Grenze.
1703 Postierung bei
Hainpach im Priental zur Grenzwacht.
1704 wurden die Endorfer
Christian Schauer (Bauer auf dem Gartenschmidgut und Simon Pierer
aus Hofham bei der Verteidigung von Hohenaschau getötet.
1705 kam es dann am 23.
November zur Erhebung von 3000 Schützen und Bauern gegen die
kaiserliche österreichische Besatzung am Magdalenenberg bei
Wasserburg. Viele kamen um.
1743 - 1744
nahmen die Landfahnen an der Befreiung von Rosenheim und Reichenhall
teil.
1745
kam dann der Friede in`s Land.1789
beschwerten sich die Nachbarorte darüber, dass die Endorfer Schützen
bei aufziehenden Gewittern so heftig schossen, dass die
Hagelgewitter über die Nachbarorte losbreche.
1800
zeigen Motivtafeln in Gattern und Antwort, dass die Bürger
beim Franzoseneinfall in Todesgefahr waren und die Schützen oft
genug aufpassen mussten.
1809 Einsatz
der Gebirgsschützen der Herrschaft Wildenwart bei Sachrang.
1810 mussten
zwei Schützen aus Antwort (Markt Endorf) 1 Gulden 45 Kreuzer
Strafgebühr zahlen, wegen Nichtteilnahme am Gebirgsschützenschießen.
1848
am 3. September in Mauerkirchen und am 8. Oktober in Endorf waren
bei zwei Gebirgsschützenvortelschießen 28 und 33 Schützen vertreten.
1851
nach der Trennung von Mauerkirchen von der Hauptmannschaft Endorf
sollte eine eigene GSK in Mauerkirchen aufgestellt werden mit 80
Mann bzw. bei einem 2. Vorschlag mit 114 Mann. Es kam aber nicht
dazu.
1851 bis 1853
die Gebirgsschützenvortelschießen wurden
fortgesetzt wie die bei unserer Kompanie befindlichen Bücher
aufweisen.
1869
offizielle Auflösung der
Gebirgsschützenkompanien durch den König. Diese bestehen aber
teilweise freiwillig weiter. Bei einem Vortrag in Bad Reichenhall
sagte der Bürgermeister und Heimatforscher von Miesbach Gerd Maier,
dass sich die Endorfer Kompanie im Chiemgau als letzte aufgelöst
hat.
1919
wurde Endorf Fahnenbezirk der Einwohnerwehr. Viele Teilnehmer zogen
am 21. September mit der weißblauen Armbinde zur Schießstatt in
Endorf und zur Fahnenweihe. Diese Fahne wird heute von uns bei
besonderen Anlässen mitgeführt.
1921
Wurde diese Fahne erneuert.
1933 – 1945
wurden im Dritten Reich auch die
Schützenkompanien verboten. Die Fahne wurde aber nicht wie gefordert
abgeliefert, sondern vom Vater des späteren Oberleutnants Franz Feil
unter dem Zimmerboden versteckt.
1980
Nach jahrelangen Vorarbeiten durch Hans Doll wurde
die Gebirgsschützenkompanie Endorf/Chiemgau am 12. September
wiedergegründet. Hans Doll wurde Hauptmann.
1982
wurde vom 15. bis 25. Juli mit einem großen Fest die
Wiedergründung gefeiert. Am Festsonntag dem 18. Juli säumten 30000
Zuschauer die Straßen von Bad Endorf als 127 Schützenkompanien aus
Bayern und Tirol mit 3500 Schützen zur Festmesse zogen. 800 Tiroler
Schützen waren bereits am Vortag zum Festabend gekommen und wurden
von den Bürgern privat und kostenlos untergebracht. Dabei war auch
die Schützenkompanie „Andreas Hofer“ Meran.
1983
am 23. Oktober Verschwisterung und gemeinsame
Wallfahrt mit der Schützenkompanie „Andreas Hofer“ Meran. Nach
einigen Treffen der Hauptmannschaften aus Meran und Bad Endorf, kam
es im Wallfahrtsort Maria Weisenstein zum Partnerschaftstreffen. Die
Hl. Messe zelebrierte H.H. Pfarrer Weiß aus Verdins. In seiner
Predigt ermahnte er die beiden Schützenkompanien diese Partnerschaft
aufrecht zu erhalten. Danach weihte er eine von den Endorfern
mitgebrachte Votivbild, die dann im Kircheneingang aufgehängt wurde.
Beim Mittagessen in Deutschnofen wurden nach den Reden der beiden
Hauptmänner Luis Müller und Hans Doll Urkunden ausgetauscht. Darin
bekunden beide Kompanien diesen Bund für immer zu erhalten und zu
pflegen, sowie die Tradition und Ideale des Schützenwesens
hochzuhalten. Weitere schöne Treffen der beiden Kompanien -die immer
ein beeindruckendes Erlebnis waren- folgten.
1984 bis 2002
Ausrückungen der Kompanie wie zum Beispiel als Begleitung der
Äbtissin vom Chiemsee, als einzige Schützenkompanie beim größten
Umzug seit 350 Jahren in Salzburg, angeführt vom Primas von Irland,
Kardinal König und Erzbischof Berg, mit den Reliquien des Hl. Virgil
und Rupertus durch Salzburg zum Dom mit anschließender Feier in der
Residenz, oder Besuch und Ehrensalut beim Bundeskanzler und viele
weitere große Erlebnisse können hier nicht niedergeschrieben werden,
weil sie den Rahmen dieses Berichtes sprengen würden.
Hier nur die
jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen oder Feiern die von der
Gebirgsschützenkompanie Endorf/Chiemgau durchgeführt werden:
Alpenländiche Maiandacht
am letzten Freitag im Mai in der Kirche Thalkirchen Markt Bad
Endorf.
Fronleichnam Begleitung
des Allerheiligsten in der Kuratie Stephanskirchen und der Pfarrei
Bad Endorf.
Irmengardfest am Sonntag
der dem 15. Juli am nächsten ist holt die Kompanie als
Schutzkompanie des Klosters auf Frauenwörth den Zelebranten (Bischof
oder Kardinal) mit dem Schiff in Gstadt ab und begleitet ihn auf die
Fraueninsel. Dort geleitet die Kompanie den Konvent der
Benediktinerinnen und die geistlichen Würdenträger zum Münster zur
Festmesse der Seligen Irmengard, der Patronin des Chiemgaues und
anschließend über die Insel wieder zurück zum Kloster. Nach einer
Ansprache des Hauptmannes wird ein zweifacher Salut geschossen.
Antworter Kirta (Kirchweih) am
15. August bei der die Kompanie ein großes Zelt aufstellt und die
weltliche Feier ausrichtet.
Jahrtag auf der
Dalsenalm. Bergmesse mit Kompanie-Kapuziner Pater Manuel am ersten
Sonntag im September.
Bayrisch-Trolische Wallfahrt
zur
Ölbergkapelle in Sachrang mit den Kompanien Niederndorf (Tirol),
Ebbs (Tirol), Schwoich (Tirol), Lana (Tirol), Aschau (Bayern),
Rosenheim (Bayern) und Endorf/Chiemgau (Bayern). Dazu kommen noch
weitere Kompanien die unregelmäßig teilnehmen am 3. Sonntag im
September. (Nur Teilnahme, Organisation liegt beim Müllner Peter
Verein).
Totensonntag
in Antwort und Bad Endorf im November.
Totengedenken
der im Jahr 1705 am Magdalenenberg gefallenen Schützen. Zusammen mit
den Kompanien Hofmark Söllhuben und Rosenheim gestaltet die Kompanie
Endorf in Wasserburg am Freitag der dem 23. November am nächsten
ist, am Abend eine würdige Gedenkfeier.
Adventsingen mit
mehreren Musik- und Gesangsgruppen in Stephanskirchen am 4.
Adventsonntag.
Außerdem noch Ausrückungen in Bayern und
Tirol nördlich und südlich des Brenners bei verschiedenen
Gegebenheiten.
Bad Endorf, den 10.11.2001
Hans Doll
Hauptmann
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