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Entschließung
des Schützenbundes vom 20. März 1983
Der Südtiroler
Schützenbund ist der Überzeugung, dass die deutsche und ladinische
Bevölkerung Südtirols innerhalb des italienischen Staates keinen
ausreichende Garantie für ein Überleben als Volksgruppe und für
eine Eigenständige Entwicklung hat.
Die nach langwierigen und
schwierigen Verhandlungen gewährte Autonomie ist in ihren
wichtigsten Punkten, noch nicht durchgeführt, während bereits
erlassene Bestimmungen von seiten der italienischen Regierung und
der Staatsbürokratie unterlaufen werden.
Erst kürzlich wurde eine
Broschüre mit dem Titel: “Autonomie in Gefahr?“ der Öffentlichkeit
vorgestellt. Darin gab der Verfasser Dr. Klaus Dubis,
Fraktionsprecher der SVP im Südtiroler Landtag, eine eindeutige
Antwort: „Die Autonomie ist in Gefahr!“ Und zwar deshalb, weil
der Staat in letzter Zeit in zunehmendem Maße eine
autonomiefeindliche Haltung an den Tag gelegt hat.
Während nun einerseits der
italienische Staat keine Bereitschaft zeigt, die deutsche und
ladinische Minderheit wirkungsvoll zu schützen und ihr Überleben
im fremden Staat zu sichern, schwindet anderseits in unserem Volk
der Wille, sich der Überfremdung und Assimilierung wirkungsvoll zu
widersetzen und dafür auch die notwendigen Opfer zu bringen.
Mit wachsender Besorgnis stellt
der Südtiroler Schützenbund fest, dass sich ein immer größer
werdender Teil unseres Volkes mit der italienischen Fremdherrschaft
in unserem Land, die nunmehr bereits seit 65 Jahren andauert,
abfindet. Dementsprechend schwindet allmählich auch die Kraft zur
Verteidigung der Tiroler Lebensart. Viele Südtiroler sind sich gar
nicht mehr bewusst, dass sie sich als Volk selbst aufgeben, da
dieser Prozeß nicht mehr wie zur Zeit des Faschismus durch brutale
Gewalt vorangetrieben wird, sondern langsam und beinahe unbemerkt
voranschreitet.
In vielen Fällen sind für uns
Südtiroler wirtschaftliche Überlegungen bereits wichtiger geworden
als das klare Bekenntnis zu unserem Volk und zu unserem Land.
Der
Südtiroler Schützenbund ist aufgrund dieser Entwicklung und der
gemachten Erfahrungen überzeugt, dass ohne die volle Freiheit das
kulturelle Erbe des Tiroler Volkes auf die Dauer nicht lebendig
erhalten werden kann.
Die jahrhundertealte
freiheitliche und demokratische Tradition Tirols gibt besonders uns
Schützen die Berechtigung und auch die Verpflichtung, für den südlichen
Teil Tirols die Freiheit von jeder Fremdherrschaft zu fordern und
uns dafür einzusetzen.
Die politische Selbstbestimmung
und die Wiedervereinigung Tirols, müssen daher verstärkt in den
Vordergrund der politischen Zielsetzung gerückt werden.
Die Selbstbestimmung ist ein
Recht, das im Sinne der Satzungen der Vereinten Nationen, jedem Volk
zusteht, vorausgesetzt, dass es dazu unmissverständlich seinen
Willen äußert.
Die gleiche Welt, die das
Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser in den israelisch
besetzten Gebieten anerkennt, wird auch die Forderung der Südtiroler
nach Selbstbestimmung anerkennen müssen.
Es ist daher das Ziel des Südtiroler
Schützenbundes, auf friedlichem Wege und im Einklang mit der Charta
der Vereinten Nationen sowie den Akten der Konferenz von Helsinki
die Selbstbestimmung für Südtirol zu erreichen. Dieses Ziel liegt
im dauernden Interesse des Südtiroler Volkes.
Alle Schützenkameraden werden
aufgerufen, gemäß den Statuten des Bundes, dessen Zweck die
beispielgebende Wahrnehmung der Rechte und Pflichten der Südtiroler
zur Erhaltung ihres Volkscharakters und zur Existenzsicherung der
Volksgruppe in der angestammten Heimat ist, sich selbstlos und mit
Opferbereitschaft für die geistige, kulturelle und besonders die
politische Einheit Tirols einzusetzen.
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