Kulturgut Ortsnamen

 

Die von Tolomei erfundenen Ortsnamen in Süd-Tirol - Ein Faschistisches Unrecht stört weiter

Die Schützenkompanie Andreas Hofer teilt mit und fordert eine Lösung der Ortsnamensfrage.

  • Die Ortsnamen sind Denkmäler der Sprach- und Siedlungsgeschichte und haben deshalb Anrecht auf amtlichen Bestand und gesetzlichen Schutz.

  • Trotzdem besteht das unsere ethnisch-kulturelle Eigenheit grob gefährdende faschistische Unrecht weiter: Die Mussolini-Dekrete von 1923 und 1940, durch die uns die italienische Ortsnamen aufgezwungen wurden, sind heute noch rechtskräftig; das von Ettore Tolomei, dem Totengräber Süd-Tirols, verfasste "Pronturaio dei nomi locali dell`Alto Adige" ist das einzig gültige und rechtlich verbindliche Namenbuch Süd-Tirols geblieben.

  • Deshalb ist die Anerkennung sämtlicher, meist willkürlich erfundenen italienischen Ortsnamen abzulehnen. Mit der Anerkennung wüden wir im Nachhinein das faschistische Unrecht zum Recht erheben.

Eine historisch gerechte Lösung

  • Die aufgezwungenen italienischen Ortsnamen müssen abgeschafft und die historisch gewachsenen Namen wieder eingeführt werden.

  • Die von uns vorgeschlagene Lösung entspricht nicht nur den Grundsätzen der Vereinten Nationen zur Namensgebung von Orten, die in europäischen Staaten mit sprachlichen Minderheiten erfolgreich und friedenerhaltend umgesetzt wurden, sondern diese ist auch eine sachliche, für alle gleich wirkende Lösung für Gegenwart und Zukunft. 

  • Diese international anerkannte Regelung wurde in Österreich, Spanien (Katalonien, Baskenland), in Großbritannien (Wales), in den Niederlanden (Friesland), in Belgien umgesetzt und sichert dort das friedliche Zusammenleben der Volksgruppen bei gleichzeitigem Respekt vor deren Verschiedenartigkeit in Sprache und Kultur.

Die Mikrotoponomastik würde gemäß UN-Richtlinien in der Sprache der alteingesessenen Bevölkerung, also überwiegend deutsch oder ladinisch, lauten. Der Rethenbach würde seine verunstaltete Übersetzung (Rio Rosso) ablegen und aus- schließlich zu Rethenbach werden.

Warum sollten sich nicht alle in Süd-Tirol Ansässigen für die Lösung einsetzen, wenn diese europaweit das friedliche und gedeihliche Zusammenlaben von Volksgruppen fördert?

Von italienischer Seite wird eingewendet, dass mit dieser Neuregelung der Ortsnamen tetwas weggenommen wird. Man könne 70 Jahre später nicht in den italienischen Sprachgebrauch eingegangene Bezeichnung einfach löschen.

Zwei überzeugende Argumente sprechen dagegen:

  • Von rund 8000 erfundenen Tolomei`schen Namen kennen die meisten Italiener höchstens 250. In vielen Fällen verwenden sie selbst die echter klingenden deutschen Ortsnamen.

  • Es geht ausschließlich um die "amtlichen Ortsnamen". Dies bedeutet, dass alle Sprachgruppen auch nach der Abschaffung der Faschistischen Dekrete von 1923 und 1940 frei sind, die italienischen Bezeichnungen im täglichen gebrauch und Schriftverkehr, sowie in der Werbung, auch öffentlich zu verwenden, genauso wie ab 1943 die deutschen und ladinischen Namen in Gebrauch sind.

Den Italienern wird also nichts weggenommen, sondern die regionale Identität und Beheimatung angeboten und ermöglicht.

Zum Einwand, nach 70 Jahren könne man Namen nicht ändern: In Katalonien wurden die seit 250 Jahren ausschließlich spanisch geschriebenen amtlichen Ortsnamen im Rahmen einer "Gerechten Autonomie" ganz in die katalanische Sprache der Mehrheitsbevölkerung rückgeführt. Gleiches gilt in Wales, wo nur mehr 25% der Bevölkerung walisisch spricht: Die seit Jahrhunderten amtlichen englischen Ortsnamen wurden abgeschafft und die Ursprungsform, also gälisch, wieder eingeführt, ebenso in Friesland und in den baltischen Republiken. An den Tolomei`schen Ortsnamen festzuhalten heißt: 

  • faschistisches Unrecht zu rechtfertigen und heute noch zu unterstützen;

  • die Sprache und die Kultur der Mitbürger nicht zu achten. 

Manche Süd-Tiroler glauben,.....

  • die derzeitigen Bezeichnungen seien für sie ausreichend und annehmbar: Sie vergessen oder wissen nicht, dass die deutschen und ladinischen Ortsnamen nur geduldet und nicht gesetzlich gültig sind. Auch entgeht ihnen wahrscheinlich, dass wir die Autonomie ausschließlich als zu schützende Minderheit erhalten haben. Wenn wir unsere Eigenheit, auch an geografischen Namen, aufgeben, vergeben wir den Anspruch auf das weiterbestehen der Autonomie.

  • es würde weniger italienische Touristen ihren Urlaub bei uns verbringen.

Viele Italiener kommen nach Österreich, in die Schweiz oder zu uns, um eine andere Kultur, einen anderen Lebensstil kennen zu lernen. Ortsbezeichnungen sind ein Teil dieser Kultur, mit der wir werben. Die historisch richtigen Namen würde in Reiseführen ein zusätzliches Interesse für Süd-Tirol schaffen.

Was können wir jetzt schon tun?

  • Nicht länger die erfundenen italienischen Ortsnamen gebrauchen, sondern unsere historischen deutschen und ladinischen Bezeichnungen, auch im Gespräch mit italienischen Mitbürgern, sowie im deutschen und ladinischen Schriftverkehr.

  • Der zu uns gehörenden Sprache durch regelmäßigen Erstgebrauch auch in Ämtern mehr Geltung verleihen.

  • Bei jeder Gelegenheit den festen Willen zur beschriebenen Forderung, auch schriftlich, kundtun.