Andreas Hofer 

 

Das Schicksal der Mitstreiter von Andreas Hofer nach der Niederlage

So trefft mich recht - gebt Feuer, ach wie schießt ihr schlecht....Die Hände auf dem Rücken, Andreas Hofer ging mit ruhig` festen Schritten, ihm schien der Tod gering, der Tod, den er so manches Mal vom Iselberg geschickt ins Tal. Im heil´gen Land Tirol

Doch als aus Kerkersgittern im festen Mantua, die treuen Waffenbrüder die Händ´ er strecken sah, da rief er laut: Gott sei mit euch, mit dem verrat´nen deutschen Reich. Und mit dem Land Tirol, und mit dem Land Tirol.

Dort soll er niederknien. Er sprach: "Das tu i nitt". Will sterben wie ich stehe, will sterben wie ich stritt, so wie ich steh´auf dieser Schanz´es leb´mein guter Kaiser Franz. Mit ihm sein Land Tirol, mit ihm sein Land Tirol.

Und von der Hand die Binde nimmt ihm der Korporal: und Sandwirt betet allhier zum letzten Mal, dann ruft er laut: "So trefft mich recht" Gebt Feuer. Ach, wie schießt ihr schlecht. Ade, mein Land Tirol, ade, mein Land Tirol.

 

 

So besingt der vogtländische Dichter Julius Mosen in seinem Lied vom Sandwirt (es ist die Tiroler Landeshymne mit der Einganszeile "Zu Mantua in Banden") den Heldentod des Andreas Hofer, des Tyroler Aufstandsführers: Es ist der 20. Februar 1810, gegen 11 Uhr vormittags. Die Reckengestalt mit dem wallenden Bart steht auf der Bastei der Festung Mantua. Hofer selbst gibt den Feuerbefehl an das Erschießungskommando und stirbt offenen Auges.

Im Haus "Zum Sand" (siehe Bild am Textende) bei St. Leonhard im Passeier nahe Meran, das sein Vater als Gasthof führt, kommt Hofer am 22. November 1767 zur Welt. Schon als 23jähriger vertritt er sein Tal auf dem Innsbrucker Landtag; 1796/97 führt er eine Kompanie des Landsturmes gegen die Franzosen.

1805 muß Österreich infolge der Niederlage gegen Napoleon auf Tirol nach 450 Jahren der Zugehörigkeit zum Habsburgischen Kaiserreich verzichten. Die bayerischen Herrscher, Vasallen des Korsen, übernehmen die Macht an Inn, Etsch und Eisack, heben die Verfassung des Landes auf, das Grundgesetz für die älteste Volksherrschaft Europas, verletzen Traditionen und tilgen gar Namen Tirols. Empörung flammt auf.

An die Spitze der Volkserhebung tritt der Sandwirt Andreas Hofer. Dem Feind fügt er in den Schlachten am Bergisel des 11. April, 25.-29. Mai und 13. August 1809 furchtbare Niederlagen zu. Über das Ringen im August schreibt Hannswolf Ströbel: "Es ist eine heiße und blutige Schlacht, bei dem die Berge Felsen kreißen und donnernde Steinlawinen die Eindringlinge zermalmen und begraben. Ein kleines, aber tapferes Heldenvolk hat sich wieder todesverachtend seine Freiheit erkämpft. Der rote Tiroler Adler mit seinen mächtigen Schwingen trägt über den kurzflügeligen Adler Bonabartes den Sieg davon."

Am 15. August zieht Hofer, als Vater des Vaterlandes von der Bevölkerung bejubelt, in die Landeshauptstadt Innsbruck ein. Nun ist er kaiserlicher Oberkommandant in Tirol. Doch bald schon kommen neue drohende Wolken am Firmament auf. Abermals muß sich der Kaiser in Wien dem Korsen beugen, läßt - Hofer und seine Männer fassen es kaum, glauben es nicht - Tirol fallen.

Nun geht die Kunde erneut von Hof zu Hof, Haus zu Haus: "Mander es isch Zeit!" Die Tiroler wollen "Napoleon auf seinen falschen Buckel klopfen". Den Inn und Eisack schwimmen Brettchen mit roten Fahnen hinab, am Abend flammen Feuer auf allen Höhen empor. Wieder starrt das Land Tirol in Wehr und Waffen.

Doch ohne jede Hilfe vom Kaiser, ganz allein gegen das gigantische Weltreich Napoleons, steht der Tiroler letztes Aufgebot auf verlorenen Posten. Am 1. November 1809 wird abermals am Bergisel gekämpft. Diesmal geht die Schlacht für Hofer verloren.

Nun ist der Sandwirt für vogelfrei erklärt. Napoleon selbst hat seinen Tod befohlen. Ein hohes Kopfgeld wird auf ihn ausgesetzt. Ein ehrloser, heruntergekommener Bauer, Franz Raffl, verrät ihn an den Feind. Am 28. Januar wird Hofer, in seinem Versteck auf der Pfandler Alm, gefangengenommen. Man bringt ihn unter schwerer Deckung nach Mantua

Sein Märtyrertod sowie der Tiroler Freiheitskampf werden zum Flammenzeichen für ganz Europa  den Aufstand gegen Napoleon zu wagen. 1814 kehrt Tirol zu Österreich zurück. Die Gebeine Hofers finden 1823 ihre letzte Ruhe in der Hofkirche zu Innsbruck nächst dem Grabmale Kaiser Maximilians.
Der Sandwirt Andreas Hofer (1767 - 1810) 
Oberkommandant von Tyrol
Sandhof

Der Sandhof - 

Die Heimat Andreas Hofers