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So besingt der vogtländische Dichter Julius Mosen in
seinem Lied vom Sandwirt (es ist die Tiroler Landeshymne mit der Einganszeile "Zu
Mantua in Banden") den Heldentod des Andreas Hofer, des Tyroler Aufstandsführers: Es
ist der 20. Februar 1810, gegen 11 Uhr vormittags. Die Reckengestalt mit dem wallenden
Bart steht auf der Bastei der Festung Mantua. Hofer selbst gibt den Feuerbefehl an das
Erschießungskommando und stirbt offenen Auges.
Im Haus "Zum Sand" (siehe Bild am Textende) bei
St. Leonhard im Passeier nahe Meran, das sein Vater als Gasthof führt, kommt Hofer am 22.
November 1767 zur Welt. Schon als 23jähriger vertritt er sein Tal auf dem Innsbrucker
Landtag; 1796/97 führt er eine Kompanie des Landsturmes gegen die Franzosen.
1805 muß Österreich infolge der Niederlage gegen
Napoleon auf Tirol nach 450 Jahren der Zugehörigkeit zum Habsburgischen Kaiserreich
verzichten. Die bayerischen Herrscher, Vasallen des Korsen, übernehmen die Macht an Inn,
Etsch und Eisack, heben die Verfassung des Landes auf, das Grundgesetz für die älteste
Volksherrschaft Europas, verletzen Traditionen und tilgen gar Namen Tirols. Empörung
flammt auf.
An die Spitze der Volkserhebung tritt der Sandwirt Andreas
Hofer. Dem Feind fügt er in den Schlachten am Bergisel des 11. April, 25.-29. Mai und 13.
August 1809 furchtbare Niederlagen zu. Über das Ringen im August schreibt Hannswolf
Ströbel: "Es ist eine heiße und blutige Schlacht, bei dem die Berge Felsen kreißen
und donnernde Steinlawinen die Eindringlinge zermalmen und begraben. Ein kleines, aber
tapferes Heldenvolk hat sich wieder todesverachtend seine Freiheit erkämpft. Der rote
Tiroler Adler mit seinen mächtigen Schwingen trägt über den kurzflügeligen Adler
Bonabartes den Sieg davon."
Am 15. August zieht Hofer, als Vater des Vaterlandes von
der Bevölkerung bejubelt, in die Landeshauptstadt Innsbruck ein. Nun ist er kaiserlicher
Oberkommandant in Tirol. Doch bald schon kommen neue drohende Wolken am Firmament auf.
Abermals muß sich der Kaiser in Wien dem Korsen beugen, läßt - Hofer und seine Männer
fassen es kaum, glauben es nicht - Tirol fallen.
Nun geht die Kunde erneut von Hof zu Hof, Haus zu Haus:
"Mander es isch Zeit!" Die Tiroler wollen "Napoleon auf seinen falschen
Buckel klopfen". Den Inn und Eisack schwimmen Brettchen mit roten Fahnen hinab, am
Abend flammen Feuer auf allen Höhen empor. Wieder starrt das Land Tirol in Wehr und
Waffen.
Doch ohne jede Hilfe vom Kaiser, ganz allein gegen das
gigantische Weltreich Napoleons, steht der Tiroler letztes Aufgebot auf verlorenen Posten.
Am 1. November 1809 wird abermals am Bergisel gekämpft. Diesmal geht die Schlacht für
Hofer verloren.
Nun ist der Sandwirt für vogelfrei erklärt. Napoleon
selbst hat seinen Tod befohlen. Ein hohes Kopfgeld wird auf ihn ausgesetzt. Ein ehrloser,
heruntergekommener Bauer, Franz Raffl, verrät ihn an den Feind. Am 28. Januar wird Hofer,
in seinem Versteck auf der Pfandler Alm, gefangengenommen. Man bringt ihn unter schwerer
Deckung nach Mantua
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